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Hannah Arendt trifft Henry David Thoreau. Zu Politik, Privatem sowie Handlungs- und Widerstandsbegriff

Gegenüberstellung beider Positionen

Titel: Hannah Arendt trifft Henry David Thoreau. Zu Politik, Privatem sowie Handlungs- und Widerstandsbegriff

Hausarbeit , 2017 , 18 Seiten

Autor:in: Klaus Alfred Hueber (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit vergleicht die Ansichten der beiden Philosophen Hannah Arendt und Henry David Thoreau in Bezug auf Politik und die Relation von Öffentlichkeit und Privatem. Zudem soll Arendts Begriff des „Handelns“ mit Thoreaus „gewaltlosem Widerstand“ verglichen werden.

Nur unschwer lässt sich schon früh erkennen, dass Hannah Arendts und Henry David Thoreaus Verständnisse von Politik und Gesellschaft schwer zu vereinbaren sind. Schon auf den ersten Blick zeigen sich eher tiefgreifende Unterschiede als Gemeinsamkeiten. Arendt begreift sich hierbei als politische Denkerin und setzt sich scharfsinnig mit politischen Systemen auseinander. Thoreau gehört hingegen zu der seltenen Gattung von Philosophen, die ihre eigene Philosophie eher leben als lehren. So verfasst er nur wenige Essays sowie ein autobiographisches Werk und kein umfassendes philosophisches System. Ohnehin kann wohl sein Tagebuch als der größte Fundus für seine Ansichten gelten, und nicht zuletzt aufgrund des Umfangs – es besteht nämlich aus 47 Bänden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Was ist Politik?

2.2 Wer ist frei?

2.3 Revolution! - Aber wie?

2.4 Das ist öffentlich ... oder doch privat?

3 Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die grundverschiedenen politischen Philosophien von Hannah Arendt und Henry David Thoreau. Im Zentrum steht die Analyse, wie beide Denker das Verhältnis von Individuum, Gesellschaft und Staat definieren, wobei insbesondere der Arendtsche Handlungsbegriff dem Thoreauschen Konzept des gewaltlosen Widerstands gegenübergestellt wird.

  • Vergleich der Konzepte von Politik und öffentlichem Raum
  • Analyse der Bedingungen von Freiheit und individueller Autonomie
  • Untersuchung von Widerstandsformen gegenüber staatlicher Autorität
  • Differenzierung zwischen öffentlicher Teilhabe und privater Bedürfnislosigkeit
  • Reflexion über die Vereinbarkeit von gemeinschaftlichem Leben und individueller Existenz

Auszug aus dem Buch

2.1 Was ist Politik?

Bereits in der Einleitung wurden die zwei unterschiedlichen Positionen von Arendt und Thoreau skizziert. Man könnte meinen, für Arendt stelle die griechische Polis das Ideal und Vorbild eines politischen Gemeinwesens dar:

„Politisch zu sein, in einer Polis zu leben, das hieß, daß alle Angelegenheiten vermittels der Worte, die überzeugen können, geregelt werden und nicht durch Zwang oder Gewalt.“

Insofern stellt das Handeln und das Sprechen das Mittel dar, die gemeinsame Welt, die sozusagen zwischen den Menschen zu finden ist, zu verändern und zu gestalten. Dazu ist für Arendt jeder Mensch und Bürger fähig, der Zugang zum politischen Diskurs hat. In der griechischen Polis waren dies männliche Bürger – Frauen und Sklaven konnten hingegen nicht politisch Handeln und waren in diesem Sinne gesellschaftlich nicht sichtbar. Ihr Leben war auf andere Tätigkeitsbereiche beschränkt, die Arendt als Arbeit oder Herstellen klassifiziert.

Der politische Diskurs selbst findet dabei im öffentlichen Raum im weitesten Sinne statt und ist nicht auf ein Regierungsgebäude beschränkt. Man denke in diesem Zusammenhang an einen griechischen Marktplatz an dem lebhaft über öffentliche Belange disputiert wird. Heutzutage finden solche politischen Diskussionen freilich in anderen Rahmen statt. Auf jeden Fall macht dies deutlich: Grundsätzlich können nach Arendt viele Bürger am politischen Geschehen mehr oder weniger direkt teilnehmen und Politik (und Mitwelt im weiteren Sinne) ist insofern etwas von vielen Beteiligten, aktiv Gestaltetes.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung legt die theoretische Basis durch die Vorstellung von Hannah Arendts „Vita activa“ und kontrastiert diese mit Henry David Thoreaus Verständnis von individueller Freiheit und kritischer Distanz zum Staat.

2 Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von politischen Grundbegriffen, Freiheitsverständnissen, Widerstandsformen und der dualistischen Trennung von öffentlichem und privatem Raum.

2.1 Was ist Politik?: In diesem Kapitel wird das Arendtsche Ideal der griechischen Polis als Ort des diskursiven Handelns dem thoreauschen Rückzug in die Natur und der Skepsis gegenüber Institutionen gegenübergestellt.

2.2 Wer ist frei?: Hier wird analysiert, wie Arendt Freiheit durch öffentliches Handeln definiert, während Thoreau Freiheit durch Bedürfnislosigkeit und individuelle Unabhängigkeit vom gesellschaftlichen System erreicht.

2.3 Revolution! - Aber wie?: Das Kapitel beleuchtet verschiedene Methoden der Einflussnahme auf den Staat, von Thoreaus radikalem Boykott bis hin zu Arendts Forderung nach kollektivem Handeln in der Öffentlichkeit.

2.4 Das ist öffentlich ... oder doch privat?: Es wird untersucht, wie die antike Trennung von öffentlichem und privatem Bereich bei Arendt als Voraussetzung für Menschsein dient, während Kyniker und Thoreau diese Grenzen zugunsten eines authentischen, individuellen Lebens auflösen.

3 Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz gegensätzlicher Ansätze beide Philosophen einen Wert darin sehen, die Welt aktiv mitzugestalten, wobei die Umsetzung individuelle Entscheidung bleibt.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Henry David Thoreau, Vita activa, Handeln, gewaltloser Widerstand, Politik, Öffentlichkeit, Privatheit, Freiheit, Sklavenpolitik, Gemeinschaft, Widerstand, Staat, Gesellschaft, Selbstbestimmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die politischen Philosophien von Hannah Arendt und Henry David Thoreau im Hinblick auf deren Verständnis von Politik, Freiheit und dem Verhältnis zum Staat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Abgrenzung von öffentlichem und privatem Raum, die Rolle des Einzelnen in der Gemeinschaft und die Legitimität von staatlichem Zwang.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Konzepte Arendts und Thoreaus kritisch gegenüberzustellen und zu prüfen, inwieweit sich Arendts Begriff des aktiven Handelns mit Thoreaus gewaltlosem Widerstand vergleichen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende philosophische Analyse, die auf den Primärquellen der Denker basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Behandelt werden Fragen nach der Natur der Politik, der Definition von Freiheit, der praktischen Umsetzung von Widerstand gegen den Staat sowie der Wertung des öffentlichen gegenüber dem privaten Lebensbereich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Hannah Arendt, Henry David Thoreau, Handeln, gewaltloser Widerstand, Öffentlichkeit, Privatheit und Freiheit.

Wie bewertet Thoreau die Rolle der demokratischen Mehrheit?

Thoreau steht der Mehrheitsentscheidung äußerst kritisch gegenüber und argumentiert, dass das individuelle Gewissen über der Macht der Mehrheit stehen muss.

Warum hält Arendt die Trennung von privat und öffentlich für essenziell?

Für Arendt ist nur das öffentliche Handeln ein politisches Handeln; der private Bereich ist hingegen durch Notwendigkeiten und Unfreiheit geprägt, was den Menschen in seiner politischen Identität einschränkt.

Wie reagieren beide auf das Problem der Sklaverei?

Beide lehnen das Unrecht der Sklaverei ab, wobei Thoreau den Staat durch persönlichen Boykott unter Druck setzt und Arendt die notwendige kollektive Mobilisierung und das öffentliche Erscheinen betont.

Was lernen wir aus dem Vergleich über die persönliche Lebensführung?

Die Arbeit lässt offen, ob Freiheit eher durch politisches Engagement in der Gemeinschaft oder durch die philosophische Isolation und Rückbesinnung auf sich selbst erreicht wird.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hannah Arendt trifft Henry David Thoreau. Zu Politik, Privatem sowie Handlungs- und Widerstandsbegriff
Untertitel
Gegenüberstellung beider Positionen
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Sozialphilosophie und Politische Philosophie I
Autor
Klaus Alfred Hueber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V356295
ISBN (eBook)
9783668423053
ISBN (Buch)
9783668423060
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hannah Arendt Henry David Thoreau Sozialphilosophie Politische Philosophie Politik Handlungsbegriff Gewaltloser Widerstand
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Klaus Alfred Hueber (Autor:in), 2017, Hannah Arendt trifft Henry David Thoreau. Zu Politik, Privatem sowie Handlungs- und Widerstandsbegriff, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356295
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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