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Origenes und die griechischen Apologeten. Das Paradigma des Logos in der Christologie des 3. Jahrhunderts

Titel: Origenes und die griechischen Apologeten. Das Paradigma des Logos in der Christologie des 3. Jahrhunderts

Essay , 2016 , 8 Seiten , Note: Sehr gut

Autor:in: Maximilian Bekmann (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Essay handelt über die Begriffsentfaltung des aus der griechischen Philosophie stammenden Logos-Gedanken in die frühe christliche Theologie.

Die Geschichte des frühen Christentums zeigt auf, dass für die Verbreitung des Glaubens in die ganze Welt hinein die Heidenmission des Paulus von entscheidender Bedeutung war. Erst über diesen Weg konnte sich das Christentum aus einer innerjüdischen Gruppierung heraus zu einer selbstständigen Glaubensrichtung emanzipieren. Diese Entwicklung musste folglich mit einer Inkulturation des christlichen Kerygmas in das Denken der antiken, hellenistischen Umwelt einhergehen. Obwohl die frühe Kirche immer wieder Abgrenzungen, Ausgrenzungen und Verfolgungen unterlag, bemisst sich der Erfolg dieser Lehre wohl vor allem darin, dass es sich bei ihr um einen die Menschen liebenden und ihnen verzeihenden Vater-Gott handelt. Die Forderung der Nächstenliebe war nicht auf bestimmte Angehörige eines bestimmten Volksstammes oder einer Klasse gerichtet, sondern bezog sich allgemein auf alle Menschen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Der Logos als Bindeglied von hellenistischer Philosophie und christlichem Glauben

2. Das erste systematische Modell einer wissenschaftlichen Theologe bei Origenes

3. Kontroversen der vornicänischen Christologie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Paradigma des Logos als zentrales Bindeglied zwischen hellenistischer Philosophie und christlicher Theologie im dritten Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf die Ansätze von Justin dem Märtyrer und die systematische Theologie des Origenes.

  • Die Rolle des Logos-Begriffs als philosophisches und theologisches Synthesewerkzeug.
  • Die Transformation des christlichen Kerygmas durch die Begegnung mit dem Hellenismus.
  • Die Christologie des Origenes im Kontext des neuplatonischen Denkens.
  • Das Spannungsfeld zwischen der historischen Botschaft Jesu und den systematischen Spekulationen der frühen Kirche.

Auszug aus dem Buch

Das erste systematische Modell einer wissenschaftlichen Theologe bei Origenes

Der für die weitere Entwicklung der Christologie bedeutendste Entwurf wurde von dem seiner Zeit wohl größten Denker und Theologen aus Alexandrien – Origenes ausgearbeitet. Wie Justin versucht er griechische Philosophie und Christentum synthetisch zusammenzubringen. Man kann daher geteilter Ansicht sein, ob es den griechischen Apologeten dabei um eine Versöhnung von Christentum und Hellenismus ging, oder ob ihr Anliegen nicht vielmehr eine Aufhebung des Hellenismus ins Christentum war. Das Christentum selbst war in seinen Anfängen keine Philosophie, sondern vielmehr eine religiöse Heilslehre. Erst das Bedürfnis, das Christentum als dem Heidentum ebenbürtig, ja als diesem überlegen darzustellen, war der eigentliche Anlass zur Auseinandersetzung mit der griechischen Philosophie. Fest steht aber: Eine Christianisierung des Hellenismus muss einher gehen mit einer Hellenisierung des Christentums.

Das Einfließen hellenistischer Elemente in die Christologie ist wesentlicher Bestandteil in der Entwicklung der christlichen Lehre. Mit Origenes vollzieht sich eine erste systematische Vollendung der bereits bei Paulus grundgelegten heidenchristlich-hellenistischen Heilslehre. Origenes gelang es alle bisherigen theologischen Ansätze und Materialien kritisch und zugleich konstruktiv zu verarbeiten und damit das erste Modell einer wissenschaftlichen Theologie zu entwerfen. So versucht er eine wissenschaftliche Durchdringung des Inkarnationsgeheimnisses. Er konzipiert eine soteriologische Grundlegung des christlichen Wirklichkeits- und Wahrheitsanspruches. Wenn Gott Das Heil als Einigung mit dem Menschen will, dann muss Christus als Heilsmittler demzufolge sowohl ganz Mensch als auch ganz Gott sein. Somit ist der Logos wesensmäßig und von Natur aus ewiger Sohn des Vaters. Das schließt aber nicht aus, dass heilsökonomisch eine bestimmte Ordnung der Abstufung (taxis) anzunehmen ist (vgl. princ. I, 3, 6). Hier zeigt sich besonders die neuplatonische Prägung des Alexandriners. Aus der Annahme, alle Menschen haben bereits schon immer einen Funken Anteil an dem einen göttlichen Logos, der in Christus offenbar geworden ist, folgert Origenes, dass der Sohn als Mittler die volle Menschen-Natur angenommen haben muss.

Zusammenfassung der Kapitel

Der Logos als Bindeglied von hellenistischer Philosophie und christlichem Glauben: Dieses Kapitel erläutert, wie der Logos-Begriff dazu diente, das christliche Kerygma philosophisch greifbar zu machen und in die griechische Welt zu integrieren.

Das erste systematische Modell einer wissenschaftlichen Theologe bei Origenes: Hier wird dargelegt, wie Origenes griechische Philosophie und christliche Heilslehre zu einer wissenschaftlichen Theologie verknüpfte und dabei Konzepte wie die Vergöttlichung des Menschen entwickelte.

Kontroversen der vornicänischen Christologie: Das abschließende Kapitel behandelt die Folgen der Systematisierung, die Spannungen zwischen biblischer Botschaft und hellenistischer Philosophie sowie die spätere lehramtliche Auseinandersetzung mit dem Werk des Origenes.

Schlüsselwörter

Logos, Christologie, Origenes, Justin der Märtyrer, Hellenismus, Inkarnation, Patristik, griechische Philosophie, Soteriologie, Neuplatonismus, Heilslehre, vornicänische Theologie, Glaubensbekenntnis, Dogmengeschichte, frühchristliches Denken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die christologische Entwicklung im dritten Jahrhundert, insbesondere die Adaption des griechisch-philosophischen Logos-Konzepts durch christliche Denker wie Origenes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Synthese von griechischem Denken und christlichem Glauben, die Rolle der Philosophie in der frühen Theologie sowie das Verständnis der Menschwerdung Christi.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Einfluss des philosophischen Logos-Begriffs auf die Ausformung der christlichen Christologie und die damit verbundenen systematischen Herausforderungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-theologische Analyse, die primärquellenorientiert die dogmengeschichtliche Entwicklung und die philosophische Durchdringung des christlichen Kerygmas untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Ansätzen Justins, der systematischen Theologie des Origenes sowie der kritischen Reflexion über die Hellenisierung des Christentums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Logos, Christologie, Hellenismus, Origenes und das Verhältnis von Glaube und Vernunft.

Welche Rolle spielt die neuplatonische Philosophie bei Origenes?

Der Neuplatonismus dient als philosophisches Grundgerüst, durch das Origenes das Verhältnis von Schöpfer und Schöpfung sowie die Einigung von göttlicher und menschlicher Natur in Christus systematisiert.

Warum wurde die Christologie des Origenes teilweise kritisch betrachtet?

Aufgrund seiner starken philosophischen Spekulationen und des Dualismus von Geist und Materie erschienen Teile seiner Lehre als vom ursprünglichen christlichen Kerygma entfremdet, was zur lehramtlichen Distanzierung führte.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Origenes und die griechischen Apologeten. Das Paradigma des Logos in der Christologie des 3. Jahrhunderts
Hochschule
Universität Salzburg  (Katholisch-Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Lektüre und Interpretation ausgewählter patristischer Texte
Note
Sehr gut
Autor
Maximilian Bekmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
8
Katalognummer
V356369
ISBN (eBook)
9783668423022
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Logos antikes Christentum Theologiegeschichte Origines Apologeten Geschichte Philosophie Antike Dogmatik Kirchengeschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Bekmann (Autor:in), 2016, Origenes und die griechischen Apologeten. Das Paradigma des Logos in der Christologie des 3. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356369
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Leseprobe aus  8  Seiten
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