Familienarbeit in der Heimerziehung. Konzeptionelle Überlegungen für die Praxis eines Jugendhilfeträgers


Diplomarbeit, 2007

103 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Veränderungen in der Heimerziehung bis zur systemischen Familienarbeit – in Betrachtung der Einführung des neuen KJHG
2.1 Der Wandel in der Heimerziehung
2.2 Die Zielsetzungen des neuen KJHG im Bezug auf die Heimerziehung
2.3 Die Systemische Familienarbeit
2.4 Fazit

3. Familien- bzw. Elternarbeit in der Heimerziehung
3.1 Definition
3.2 Die Begründung der Familienarbeit
3.3 Die unterschiedlichen Zielsetzungen der Familienarbeit
3.4 Wer leistet Familienarbeit?
3.5 Einstellungen und Haltungen der Mitarbeiter zur Familienarbeit
3.6 Professionelle Grundstandards
3.7 Ressourcenorientierung
3.8 Familienarbeit ohne Familie bzw. ohne Eltern
3.9 Die Familienarbeit als Trauerarbeit
3.10 Die Familienarbeit zur Unterstützung des Ablösevorgangs
3.11 Fazit

4. Ausgewählte Möglichkeiten von Familienarbeit in Projekt, Programm und Therapie
4.1 Das Projekt „Familienaktivierende Heimerziehung“
4.1.1 Begriffserklärung und Zielsetzung
4.1.2 Die Grundidee
4.1.3 Die Projektstruktur
4.1.4 Besonderheiten und konstitutive Kernelemente
4.1.5 Methodische Bausteine der familienaktivierenden Heimerziehung
4.2 Die „Familie im Mittelpunkt“ – FiM
4.2.1 Das „Familie im Mittelpunkt“-Programm: Charakteristika und Elemente
4.2.2 Theoretische und konzeptionelle Grundlagen
4.2.3 Ziele setzen, planen und durchführen
4.3 Die systemische Familientherapie
4.3.1 Die Geschichte der systemischen Familientherapie
4.3.2 Überblick über die systemische Familientherapie
4.3.3 Elemente des systemischen Ansatzes
4.3.4 Techniken, Methoden und Haltungen der systemischen Familientherapie
4.3.5 Die Wirksamkeit der systemischen Familientherapie
4.3.6 Die Einbeziehung einer ambulanten Therapie in die Heimerziehung
4.4 Fazit

5. Konzeptionelle Überlegung
5.1 Der Personenkreis
5.2 Art und Ziel der Leistung
5.3 Arbeitsweisen und Methoden
5.4 Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungen
5.4.1 Sozialpädagogischer Bereich
5.4.2 Fortbildung und Supervision
5.4.3 Versorgung
5.5 Individuelle Zusatzleistungen außerhalb der Leistungsvereinbarung
5.6 Die Finanzierung
5.7 Maßnahmen der Qualitätsentwicklung und -sicherung
5.7.1 Strukturqualität
5.7.2 Prozessqualität / -entwicklung
5.7.3 Ergebnisqualität
5.8 Rahmenbedingungen

6. Konzeptionelle Überlegung mit Erläuterungen zu den einzelnen Punkten
6.1 Der Personenkreis
6.2 Art und Ziel der Leistung
6.3 Arbeitsweisen und Methoden
6.4 Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungen
6.4.1 Sozialpädagogischer Bereich
6.4.2 Fortbildung und Supervision
6.4.3 Versorgung
6.5 Individuelle Zusatzleistungen außerhalb der Leistungsvereinbarung
6.6 Die Finanzierung
6.7 Maßnahmen der Qualitätsentwicklung und -sicherung
6.7.1 Strukturqualität
6.7.2 Prozessqualität / -entwicklung
6.7.3 Ergebnisqualität
6.8 Rahmenbedingungen

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis

9. Anlage

1. Einleitung

Der Grund warum ich gerade dieses Thema gewählt habe, liegt an der Aktualität der Einbeziehung der Familienarbeit in die Heimerziehung. Die intensive Arbeit mit den Familien tritt seit Kurzem in den Mittelpunkt. Erst mit der Einführung des KJHG werden den Familien ganz neue Rechte an der Mitwirkung der Hilfe gewährt. Die Eltern haben nicht nur ein Recht auf Hilfe und Unterstützung, sondern auch das Recht, die Hilfe mitbestimmen zu können. In diesem Rahmen wurde auch der Hilfeplan eingeführt, der die zu erfüllenden Ziele sowie das Ergebnis dokumentiert. Welche Ziele im Fokus stehen sollen, bestimmen die Eltern mit und können so als Partner und Ressource im Hilfeprozess gesehen werden.

Doch leider wird das Gebiet der Familienarbeit eher stiefmütterlich behandelt. Es fehlt häufig an Personal, das die Arbeit bewältigen kann und die Mitarbeiter fühlen sich mehr dem Kind als seiner Familie verpflichtet. Dies bestätigt auch eine Studie, die von Marie-Luise Conen durchgeführt wurde. Zwar geben viele Heime darin an, dass eine Familienarbeit wichtig sei, aber kaum durch die angegebenen Gründe durchgeführt werden könne. So kommt es in den wenigsten Fällen zur einer geplanten Familienarbeit. Bei der Mehrheit der durchgeführten Familienarbeit, die einige Heime laut ihren Angaben durchführen, handelt es sich lediglich um Gespräche zwischen Tür und Angel (vgl. Taube, 2000, S.24f.).

Doch nur wenn sich die Familie und das Umfeld mit verändern, kann das gestörte Verhalten des Kindes nachhaltig beeinflusst werden. Diese Ansicht verfolgt unter anderem die systemische Familientherapie, weswegen ihre Sichtweisen meine Diplomarbeit prägen und ich sie als Grundlage meiner Arbeit nutzen werde.

An dieses Thema wurde ich durch meine Praxisstelle herangeführt, denn mein Praktikum absolvierte ich in einer familientherapeutischen Wohngruppe. Ich möchte mir zur Aufgabe machen, gegebene Erkenntnisse zu untersuchen und daraus konzeptionelle Überlegungen zu entwickeln, die für die Gruppe und auch andere Träger der Kinder- und Jugendhilfe genutzt werden können.

In meinem ersten Punkt möchte ich einen kurzen Abriss von der individuumzentrierten Heimerziehung, wo nur das betreute Kind im Fokus stand, bis hin zur systemischen Familienarbeit geben. Den Paradigmenwechsel, der sich in der Heimerziehung mit der Einführung des KJHG vollzog, werde ich in diesem Rahmen erläutern. Denn mit dem KJHG wurde der Wechsel von einer familienersetzenden zu einer familienunterstützenden Heimerziehung möglich und gesetzlich festgehalten.

Danach werde ich im Punkt Familien- und Elternarbeit grundlegende Erkenntnisse darlegen. Neben wichtigen Aussagen, wie zum Beispiel der einer Definition, biete ich in diesem Abschnitt Antworten auf die Fragen, warum man die Familienarbeit in einer Wohngruppe installieren sollte und bei welchen Problematiken die Arbeit mit der Familie Unterstützung leisten könnte.

Der nächste Punkt wird einen Großteil meiner Diplomarbeit einnehmen. Denn hier möchte ich verschiedene Möglichkeiten der Familienarbeit auswählen und näher beschreiben. Ich berufe mich dabei auf ein Projekt der familienaktivierenden Heimerziehung, das Programm „Familie im Mittelpunkt“ und der systemischen Familientherapie und gehe somit auch auf eine Therapieform ein.

Diese drei Anwendungsmöglichkeiten bieten mir Einblicke, wie ich die Voraussetzungen der Familienarbeit in meinen eigenen konzeptionellen Überlegungen erfüllen kann. Die Schlussfolgerungen werden zugleich den letzten Punkt meiner Arbeit ausmachen.

In meiner Arbeit schreibe ich von Erziehern und Mitarbeiter, allerdings gelten sämtliche Ausführungen natürlich auch für Erzieherinnen und Mitarbeiterinnen.

2. Veränderungen in der Heimerziehung bis zur systemischen Familienarbeit – in Betrachtung der Einführung des neuen KJHG

In diesem Abschnitt möchte ich erläutern, wie sich die Entwicklung von der individuumzentrierten Heimerziehung bis hin zur Einbeziehung der Eltern vollzog.

Hierbei geht es um Grundlagen, die geschaffen werden mussten, damit sich eine systemische Familienarbeit entwickeln konnte.

Ein nächster Punkt sind die Zielsetzungen des neuen KJHG, denn in diesem Gesetzesbuch spielen die Eltern zum ersten Mal eine offizielle Rolle in der Jugendhilfe. Bezogen auf das Thema der Diplomarbeit gehe ich intensiv auf die Veränderungen in der Heimerziehung ein.

Wie sich eine systemische Denkweise in der Heimerziehung darstellt, wird im letzten Punkt dieses Abschnittes beschrieben. Damit ist der neueste Stand der Familienarbeit in der Heimerziehung dokumentiert.

2.1 Der Wandel in der Heimerziehung

Die individuumorientierte Heimerziehung hat eine lange Tradition.

Nach der allgemeinen Auffassung, der mit dieser Problematik nicht vertrauten Öffentlichkeit lieferten Eltern ihr neurotisches oder anders auffällig gewordenes Kind im Heim ab oder sie wurden gar vom Jugendamt dazu genötigt. Dadurch mussten die Eltern offenbaren, dass sie nicht in der Lage sind ihr Kind zu erziehen, bzw. bestehende Konflikte zu lösen. Die Fachkräfte mussten sich nun darum kümmern, damit sich das Kind wieder der Familie anpassen konnte. Hierbei boten die Erzieher dem Kind eine Art Familie, unterstützen es in seinen Bestrebungen und formten seine Identität. Die Eltern kamen zu gelegentlichen Besuchen im Heim vorbei. In den meisten Fällen kam das Kind nicht zurück in den elterlichen Haushalt, sondern wurde mit der Volljährigkeit in die eigene Selbstständigkeit entlassen.

Dieser beschriebene Ablauf entspricht dem traditionellen Hintergrund der Heimerziehung. Die Eltern haben die Aufgabe, ihren Kindern die nötige Erziehung zukommen zu lassen. Treten hierbei jedoch Probleme auf, haben diese versagt. Dieses Versagen wird durch gesetzlich geregelte Hilfen ausgeglichen. Seitens des Heimes werden die Eltern bzw. die gesamte Familie als unfähig, inkompetent und abwertend betrachtet. Demzufolge nimmt das Heim eine übergeordnete Stellung ein. Denn hier werden durch professionelle Arbeit die Probleme gelöst und der Familie gezeigt, „wie es richtig gemacht wird“ (vgl. Bader; Schäfer; Wolf, 1999, S.15f).

Aufgrund dieser Ansichten entsteht ein Kompetenzgerangel zwischen der Familie und der Hilfeeinrichtung. Dabei geht es darum, wer von beiden dem Kind eine bessere Erziehung zukommen lassen kann. Also steht die Frage im Raum: „Wer sind die besseren Eltern?“ Hierbei geraten die Kinder zwischen die Fronten und müssen einen Großteil ihrer Energie dafür aufbringen, zwischen den Instanzen zu vermitteln. In Konfliktsituationen können die Kinder sich nicht einfach von den Ansichten der Familie lösen. Demzufolge bilden sich neue Konflikte, da mögliche Lösungen nicht betrachtet oder angenommen werden können.

Nicht nur diese Konflikte stellten Probleme dar, auch die Heimerziehung als solche war kein Allheilmittel. Nach Abschluss der Maßnahmen der individuumzentrierten Arbeit im Heim zeigte sich, dass die Jugendlichen, die mit Erreichung der Volljährigkeit in die Selbstständigkeit entlassen wurden, mit alltäglichen Situationen nicht zurechtkamen. Das betraf auch die ehemaligen Heimbewohner, die bis zu diesem Zeitpunkt eine positive Entwicklung zu verzeichnen hatten. Sie hatten Schwierigkeiten Beziehungen aufzubauen und sie zu pflegen. Sie versuchten wieder in den elterlichen Haushalt aufgenommen zu werden und zeigten die alten negativen Verhaltensweisen erneut. Da sich das Herkunftsmilieu der ehemaligen Heimkinder meist nicht verbesserte bzw. sich sogar noch verschlechterte, zeigte ihr weiterer Lebensweg, dass die Probleme ihrer Kindheit in die eigene Familie übertragen wurden und da ebenfalls auftraten.

Ein weiterer Grund, der gegen die alleinige Behandlung des Individuums spricht, ist die Erkenntnis, dass fehlende Bestätigung und Liebe von Seiten der Eltern die Ursache für ein übersteigertes und anstrengendes Verhalten der Kinder sein könnten. Da der Kontakt mit den Eltern in der Intensität stark gesunken ist, entsteht bei den Kindern das Gefühl, von den Eltern verstoßen worden zu sein. Das kann in den Kindern Angstgefühle hervorrufen, dass sie der Auslöser für das Scheitern ihrer Familie sind. An dieser Stelle können die Kinder „unerträglich“ für die Erzieher werden, da sie das anstrengende Verhalten an den Tag legen. Jedoch können die Mitarbeiter diese Angstgefühle nicht verhindern. Um diese Problematik wirklich aufzulösen, muss die Familie unterstützt und betreut werden. Denn diese kann dem Kind die wahren Ursachen aufzeigen und zu einer Klärung beitragen (siehe 3.9).

Hierbei zeigt sich, dass die Probleme der gesamten Familie betrachtet werden müssen. Denn in den meisten Fällen macht das Kind sehr schnell Fortschritte mit seinen Problemlagen, wenn es im Heim von der Familie isoliert wird. Geht das Kind jedoch an den Wochenenden oder in den Ferien auf Urlaub zu den Eltern, verschwinden diese Fortschritte. Das Kind fällt wieder in die Problematik seiner Familie zurück, da sich innerhalb dieses Systems nichts verändert hat (siehe 4.3.2).

Wird nicht die gesamte Familie betrachtet, besteht die Gefahr, dass ein anderes Kind der Familie die Rolle des Symptomträgers einnimmt. Dieses Kind wird wiederum das gleiche dysfunktionale Verhalten zeigen und muss eventuell dann ebenfalls in einem Heim untergebracht werden, da die falsche Herangehensweise an den Tag gelegt wird bzw. die Ursache nicht erkannt wird. So kann die Situation und die Symptomatik nicht objektiv betrachtet werden.

Es fehlte den Mitarbeitern auch an Verständnis für die im Heim auftretenden Verhaltensweisen der Kinder. Denn den Erziehern war es nicht möglich, die dysfunktionalen Verhaltensweisen der Kinder im Zusammenhang mit der Familie zu sehen und für die Problematik adäquate und funktionierende Lösungsmuster anzubieten.

Diese Form der Heimerziehung war lange Zeit beständig. Das erste Mal war die Elternarbeit 1975 Thema der Bundestagung des Verbandes katholischer Einrichtungen der Heim- und Heilpädagogik. Doch wirklich Bedeutung fand sie erst mit der Einführung des neuen KJHG. Die Einrichtungen passen sich langsam einem Wandel in der Heimerziehungspraxis an. „Mit der Zunahme von älteren Kindern und der Erfahrung, daß mit Jugendlichen keine Familienersatzerziehung möglich ist, wird das alte Dilemma von familienersetzender Heimerziehung deutlich und fordert die Einrichtungen heraus, eine Umorientierung einzuleiten“ (Conen, 2002, S.15).

Durch eine Einbeziehung der Familie versuchen die Heime die Probleme zu lösen.

Damit ein besseres Arbeiten mit allen Beteiligten möglich ist, wurde die Gruppengröße der Kinder und Jugendlichen verringert. Heute kommt man auf eine durchschnittliche Größe von acht bis zehn Kindern und Jugendlichen die von vier pädagogisch gut ausgebildeten Mitarbeitern betreut werden (vgl. Günder, 2007, S.25).

Der Anstaltscharakter größere Heime wurde vermieden, weil dezentralisiert wurde. Es kam mit der Auslagerung von Heimgruppen in kleinere Objekte und auch andere Stadtteile zur Gründung von Außenwohngruppen. Alltägliche Prozesse, wie das Kochen, wurden mit den jungen Menschen gemeinsam verrichtet und in pädagogische Prozesse integriert (vgl. Günder, 2007, S.77).

Die Kinder und Jugendlichen sollten nur noch temporär im Heim untergebracht und gemeinsam mit ihren Eltern betreut werden. Diese Arbeitsweise stellt einen Paradigmenwechsel in der Heimerziehung dar.

2.2 Die Zielsetzungen des neuen KJHG im Bezug auf die Heimerziehung

Das SGB VIII trat am 3. Oktober 1990 in den neuen und am 1. Januar 1991 in den alten Bundesländern in Kraft. In der Praxis ist das SGB VIII als Kinder- und Jugendhilfegesetz, kurz KJHG, gebräuchlich. Es dient der Jugendhilfe als Grundlage und löst das Jugendwohlfahrtsgesetz von 1961 ab.

Im §1 des SGB VIII ist festgelegt, dass die Eltern nicht nur das natürliche Recht auf die Erziehung ihrer Kinder haben, sondern auch die Pflicht. Des Weiteren besagt es, dass die Eltern unterstützt und beraten werden sollen. Die Jugendhilfe soll dazu beitragen, dass positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine familienfreundliche Umwelt geschaffen und erhalten werden können.

„Diese Leitnorm des KJHG stärkt eindeutig die Stellung der Eltern, und damit wird der Wert der Familie unterstrichen“ (Günder, 2007, S.38).

Das SGB VIII ist gleichzeitig als Leistungsgesetz für die Familie anzusehen. Denn es räumt ihr einen Rechtsanspruch auf Hilfen zur Erziehung ein. So wird auch der Perspektivenwechsel deutlich. Die Heimerziehung ist nicht mehr eine familienersetzende, sondern eine familienunterstützende Maßnahme, die die Bedeutung der Eltern allgemein betont.

Von Beginn der Betreuung im Heim ist sensibel mit den Vorstellungen der Betroffenen umzugehen. Diese münden dann in fachlich gesicherte Entscheidungsprozesse. Die organisatorische, zeitliche und inhaltliche Durchführung der Hilfe muss mit den Beteiligten abgesprochen werden (vgl. Seehusen; Dibbern, 1994, S.65).

Im KJHG ist außerdem verankert, dass die Kinder und Jugendlichen, wenn möglich, in die Herkunftsfamilie zurückkehren sollen. Diese Zielsetzung stellt die Heimerziehung vor neue Anforderungen. Denn war die Elternarbeit im JWG nicht rechtlich verankert, müssen sich die Mitarbeiter nun verstärkt mit der Thematik auseinandersetzen.

In den §36 - §37 bezieht sich der Gesetzgeber klar auf die Elternarbeit in der Jugendhilfe.

Im §36 werden die Beteiligungsrechte der Betroffenen bei der Gestaltung der Hilfe festgeschrieben. Diese Festschreibung geschieht in der Form eines Hilfeplanes, der somit in der Jugendhilfe eingeführt wurde. Dieser wird weiter fortgeschrieben und regelmäßig überprüft. Das Anliegen der Eltern besteht meist darin, ihre Rolle und Bedeutung beim Hilfeplanverfahren zu klären. „Die Hilfeplangespräche werden häufig von den Eltern als schwierig erlebt. Für sie sieht es oftmals so aus, als hätten sich Jugendamt und Einrichtung zusammengetan und abgesprochen (…)“ (Dunkel; Loderer; Rottler, 2003, S.137). Den Eltern muss vermittelt werden, dass sich viele Anforderungen, wie z.B. Besuchskontakte oder Regeln, die aufgestellt und eingehalten werden, auch an sie richten. Außerdem sind die Personensorgeberechtigten und das Kind bzw. der Jugendliche bei der Auswahl der Einrichtung, also des Heimes, zu beteiligen. Diese frühzeitige Mitwirkung der Eltern trägt dazu bei, dass sie sich wichtig, ernst genommen und auch als Partner fühlen (siehe 3.3).

Im §37 ist eine Zusammenarbeit zwischen Heim und Eltern verankert. Bei dieser Kooperation steht das Wohl des Kindes im Vordergrund. Das Ziel der Zusammenarbeit ist eine Rückführung des Kindes in den elterlichen Haushalt. Dabei soll es im Hilfeverlauf zu einer Stabilisierung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie kommen.

Diese Ausführungen drücken aus, dass die Elternarbeit bzw. Familienarbeit Aufgabe der Jugendhilfe ist. „Jugendhilfe muß auf einen grundsätzlichen Konsens mit den Eltern der jungen Menschen aufbauen und hat zum Ziel, die Familie bei ihrer Erziehungsaufgabe zu unterstützen, zu entlasten und, wo nicht anders möglich, vorübergehend oder auf Dauer zu ersetzen“ (Dimming; Späth, 1986, S.171).

2.3 Die Systemische Familienarbeit

Wie im Punkt 2.1 beschrieben reichte die Arbeit der Heimerziehung allein nicht mehr aus Es kam zu vermehrten Rückfällen und funktionierende Interaktionsmodelle konnten nicht aufgebaut werden. Die Gründe hierfür könnten in der Ausklammerung der Familie und der Familienumwelt liegen. Daran erkannte man, dass es nötig ist, das gesamte Familiensystem in die Hilfe einzubeziehen, und somit die Gründe für die Unterbringung im Heim offenzulegen und zu bearbeiten. Dadurch sollen befriedigende Ergebnisse mit dem Ziel der Rückführung in die Familie erreicht werden. Dieses Ziel soll mit einer Verkürzung der Unterbringungszeit im Heim einhergehen (vgl. Taube, 2000, S.18).

Über die Notwendigkeit von Familienarbeit waren sich die Fachleute aus den Heimen und den Jugendämtern einig. Jedoch herrschte Uneinigkeit darüber, welche Rolle die Eltern im Hilfeprozess genau spielen sollten. Ebenso ist eine Rückführung in den elterlichen Haushalt nur schwer zu bewerkstelligen. Man erkannte, dass eine Rückführung in eine unveränderte Situation in der Familie meist zu Rückfällen bei den Kindern und Jugendlichen führt und sie fallen in ihre Problematik zurück. Ein komplettes Familiensystem zu ändern, birgt nicht nur eine große Verantwortung in sich, sondern stellt eine extreme Herausforderung dar (siehe 4.3.2).

Die systemische Denkweise bietet für diese Probleme bei der gesetzlichen und therapeutisch / pädagogischen Umsetzung förderliche Lösungswege. So geben systemische Familientherapeuten ein Leitkonzept vor, dass in Theorie und Praxis Anwendung finden kann (vgl. Bader; Schäfer; Wolf, 1999, S.16).

Die Schwierigkeiten des Kindes werden als Symptom eines komplexen, zirkulären Systems familiärer Beziehungen verstanden. (vgl. Neumeyer, 1996, S.120f.)

Die Sichtweise auf die Dinge wird verändert. Es geht nicht mehr um Schuld oder Ursache und eine ausschweifende Bewertung der Situation erfolgt nicht. Die Funktionen der Familie und vor allem die Funktion des Kindes innerhalb des Familiensystems rücken in den Vordergrund. Das Kind wird nicht mehr als abweichend betrachtet, denn sein Verhalten ist eher nützlich und sinnvoll. Es zeigt als Symptomträger an, dass das Familiensystem gestört ist. Um dem Familiensystem zu helfen, ist eine Beziehungsarbeit von allen Beteiligten notwendig. „Systemische Denk- und Handlungsansätze – als Beziehungsarbeit verstanden – können im Dialog Ressourcen benennen sowie für Veränderungsprozesse bei Kindern und in ihrer Umwelt motivieren und sie fördern“ (Bertsch; Böing, 2005, S.181).

Damit einher geht die Veränderung der Art, Zeit und Gestaltung des Heimaufenthaltes. Es gilt ein Verständnis für das Verhalten des Kindes zu entwickeln und dessen Funktion in seinem Familiensystem zu verstehen. Nur so kann mit allen Beteiligten daran gearbeitet werden, das Familiensystem zu verbessern und die entsprechenden Hilfestellungen anzubieten. Diese Verbesserung kann nur erreicht werden, wenn sie von der gesamten Familie gewünscht wird.

Die Heimunterbringung übernimmt die Funktion eines Hilfswerkzeuges, das durch die Familie angenommen und genutzt werden kann, um sich nach ihrer Vorstellung weiterzuentwickeln und adäquate Lösungen für ihre Probleme zu finden. Die Auffälligkeiten werden dadurch therapiert, indem das gesamte System nach systemischen familientherapeutischen Grundannahmen behandelt wird. Das Heim dient als eine Art Serviceeinrichtung (vgl. Appenheimer; Klemp, 1994, S.79). Die Eltern werden mit ihrer eigenen Art und ihren Zielen aktiv in den Hilfeprozess einbezogen und erhalten ihre Rolle in der Erziehungsverantwortung. Loyalitätskonflikte werden vermieden, indem die Eltern, Erzieher und Therapeuten ein kompetentes und einheitliches Erziehungsteam bilden. Zwischen diesem Team muss das Kind weder vermitteln noch schlichten und es steht ihm seine gesamte Energie für die eigene Entwicklung zu Verfügung (siehe 2.1). Eine familienähnliche Gestaltung des Heimes ist nicht mehr notwendig und der Aufenthalt im Heim kann zeitlich begrenzt werden. Die Familie kann über die Behandlung im Heim mitentscheiden und muss nunmehr keine Maßnahmen annehmen, die sie nicht will oder sie nicht als geeignet erachtet.

Die Kinder und Jugendlichen werden für eine gewisse Zeit im Heim aufgenommen, da sie innerhalb der Familie ein auffälliges Verhalten zeigen und sie, in Übereinstimmung mit ihrer Familie, vorübergehend nicht mehr Zuhause leben wollen oder sollen. So kommt es zu einer Entlastung des Systems. Eine pädagogische und therapeutische Arbeit sollte im Heim erfolgen, damit die durch die Eltern vorgegebenen Ziele erreicht werden können. Die Familie muss sich parallel zum Kind selbst weiterentwickeln und Möglichkeiten erkennen, wie sie mit dem Verhalten ihres Kindes umgehen kann. Die Rückführung in den elterlichen Haushalt ist bei dieser Form der Hilfe angedacht. Allerdings entscheiden nur die Betroffenen über eine Rückführung bzw. ob das Kind nach Beendigung der Hilfe auf eigenen Beinen stehen sollte (vgl. Bader; Schäfer; Wolf, 1999, S.17).

Die systemische Therapie lässt sich bei allen Menschen anwenden, wenn sie sich dafür öffnen können, gleichgültig ob sie aus Randgruppen stammen oder nicht.

„(…), die Randgruppen und die sozial Unterprivilegierten werden als zentrale Zielgruppe der Sozialen Arbeit nicht ausgeblendet oder ausgegrenzt; insbesondere methodische Ansätze wie z.B. das Familienbrett (…) können genutzt werden, um das Reden mit Handlungselementen anzureichern“ (Pfeifer-Schnaupp, 1995, S.34f.).

2.4 Fazit

Der Verlauf von der individuumzentrierten Heimerziehung bis zu Einbeziehung der Eltern verlief sehr langwierig. Man hielt zu stark an alten Traditionen fest. Erst mit der Einführung des KHJG geriet die Einbeziehung der Eltern in den Fokus. Sie hatten nicht nur Mitspracherecht, sondern wurden dazu angehalten, sich aktiv am Hilfeprozess zu beteiligen. So wurde das Hilfeplanverfahren eingeführt, in dem der Hilfeverlauf mit den Eltern festgelegt wird. Die systemische Sichtweise komplettierte die Familienarbeit in der Heimerziehung. Man hatte erkannt, dass sich die Gegebenheiten innerhalb der Familie verändern müssen, damit ein auffälliges Verhalten des Kindes verbessert werden kann. Man distanzierte sich von der Arbeit mit dem Symptom und versuchte das eigentliche Problem offenzulegen und zu bearbeiten. In der Praxis muss allerdings gesagt werden, dass dieser Prozess der Einbindung der Familie in die Hilfe noch lange nicht abgeschlossen ist. In vielen Einrichtungen kommt es zu keiner systematischen Familienarbeit, denn diese beschränkt sich lediglich auf gelegentliche Gespräche. Der Wandel der Heimerziehung ist positiv zu betrachten, muss aber durch die Fachleute aus Heim und Jugendamt weiter ausgebaut und gepflegt werden.

3. Familien- bzw. Elternarbeit in der Heimerziehung

Im folgenden Kapitel möchte ich auf die Familien- bzw. Elternarbeit in der Heimerziehung eingehen und einen allgemeinen Überblick ermöglichen.

Zuerst gebe ich eine Definition und erläutere, warum in der Praxis so oft die Rede von Elternarbeit statt Familienarbeit ist. Dann werde ich die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Familienarbeit in der stationären Jugendhilfe erörtern. Anschließend gehe ich auf verschiedene Zielsetzungen ein, die in der Praxis Bedeutung finden. Im nächsten Punkt werde ich erläutern, wer überhaupt die Familienarbeit, die auch im KJHG festgelegt wurde, leisten sollte. Danach gehe ich auf verschiedene Haltungen der Mitarbeiter gegenüber der Familienarbeit ein. Ich werde mich hierbei nicht nur auf die Einstellungen der Mitarbeiter berufen, die der Familienarbeit gegenüber positiv eingestellt sind, sondern ich werde mich auch mit negativen Haltungen befassen. Der nachfolgende Punkt eröffnet Angaben zu den professionellen Grundstandards der Mitarbeiter. Diese Standards unterteile ich im Weiteren in Kommunikationsstil und die wichtigen Elternaktivitäten. Dass die Familienarbeit durch eine Ressourcenorientierung geprägt ist, werde ich danach darlegen. Die Familienarbeit kann auch ohne Beziehungen zum Elternhaus durchgeführt werden. Mein nächster Punkt geht dieser Tatsache nach. Bei einer stationären Unterbringung kommt es immer zu einer räumlichen Trennung des Kindes bzw. Jugendlichen und seiner Familie. Diese Trennung ist meist von einer starken Trauer gekennzeichnet. Wie die Familienarbeit mit dieser Trauer umgeht und Auswege möglich macht, werde ich anschließend bearbeiten. Der letzte Punkt beschreibt die Familienarbeit als Möglichkeit, den Ablösevorgang zwischen dem Jugendlichen und der Familie zu begleiten.

3.1 Definition

Hierbei kann es sich nur um Definitionsversuche handeln, da die Literatur zu diesen Begriffen sehr uneinheitlich ist.

„So wird unter dem Begriff Elternarbeit auch verstanden: Elternbehandlung, familienunterstützende Hilfen, Elterntage, Elterngespräche, Elterninformationen, Eltern-Kind-Erzieher-Freizeiten, Elternberatung, Erziehungsberatung, Elterngruppenarbeit, Eltern-Kind-Gruppenarbeit, Elternbildung, Familienbildung, Elternerziehung, Elterntraining, Familienarbeit und Familientherapie“ (Conen, 2002, S.28).

Hinter all diesen Begriffen stehen teilweise unterschiedliche Konzepte. Sie haben aber die Gemeinsamkeit, dass man sich von dem Punkt distanzierte, nur Wissen an die Eltern weiterzugeben. So verlagerte sich der Schwerpunkt der Elternarbeit auf die Aufgabe der konkreten Unterstützung der Eltern. Die Elternarbeit umfasst alle pädagogischen Maßnahmen, die das elterliche Erziehungsverhalten verbessern sollten sowie das Abstimmen der Erziehung des Kindes mit Familie und Heim. Es soll ein Prozess in Gang gesetzt werden, an dem die Eltern aktiv beteiligt sind (vgl. Conen, 2002, S.28).

Im Rahmen der Heimerziehung werden zwei unterschiedliche Definitionen der Elternarbeit unterschieden:

Weitreichendere Definition:

Unter der Elternarbeit werden alle Erzieheraktivitäten, die sich auf den Kontakt mit Familienangehörigen der betreuten Kinder beziehen, verstanden. Dazu gehören Gespräche mit den Kindern, die sich aus den Elternkontakten ergeben, genauso wie die eigene Reflexion der persönlichen Einstellung zu den Eltern (vgl. Conen, 2002, S.29).

Eingrenzendere Definition:

Unter Elternarbeit zählen wir geplante und durchgeführte Kontakte vom Heim mit den Herkunftsfamilien. Dieser Kontakt wird von den informellen Kontakten zwischen Heim und Eltern deutlich abgegrenzt und verfolgt eine am Einzelfall orientierte Zielsetzung. Es müssen mindestens vier intensive Gespräche pro Jahr geführt werden, um ein Mindestmaß an Kontinuität und Zielgerichtetheit gewährleisten zu können (vgl. Conen, 2002, S.29).

Der Begriff Elternarbeit kann, wie oben beschrieben, als Synonym für die Familienarbeit angesehen werden. Da der Begriff der Familienarbeit noch relativ wenig verbreitet ist, umfasst die Elternarbeit im Allgemeinen nicht nur den Kontakt mit den Eltern, sondern auch mit Geschwistern, Großeltern und anderen näheren Verwandten, sofern sie in enger Beziehung mit dem betreuten Kind stehen (vgl. Conen, 2002, S.29).

Von diesem Ausgangspunkt betrachtet, gibt es doch den theoretischen Unterschied zwischen Eltern- und Familienarbeit. Während sich die Elternarbeit an die Eltern richtet, erweitert die Familienarbeit den Blickwinkel und bezieht auch andere Familienmitglieder mit ein. Aber da der Begriff der Elternarbeit in der Sozialen Arbeit eher Verwendung fand und geläufiger wurde, ist seine Bedeutung ausgedehnt worden und bezeichnet praktisch die gleiche Bezugsgruppe wie die der Familienarbeit. Die Familienarbeit als Begriff ist unter systemischer Denkweise jedoch besser geeignet, da es sich um ein gesamtes Familiensystem handelt, das verändert werden soll. Deshalb wählte ich auch den Begriff der Familienarbeit anstatt den der Elternarbeit als Thema meiner Diplomarbeit.

3.2 Die Begründung der Familienarbeit

Zur Begründung der Familienarbeit kann man auf die systemische Sichtweise zurückgreifen. Die Familie wird dabei nicht als eigentliches Problem gesehen, sondern der Fakt, dass die Familie ein Problem hat, das bewältigt werden muss. Mit Hilfe der Familienarbeit wird versucht entwicklungshemmende Kreisläufe zu durchbrechen und neue Handlungsmuster zu entwickeln.

Ein weiterer Punkt ist die Bedeutung der Familie und der Eltern-Kind-Beziehung. Denn Brandhorst und Kohr (2006) geben an:

Ausgehend von der Annahme, dass die Bindung zwischen Eltern und Kind eine elementare und im Gegensatz zu anderen Beziehungen eine unaufkündbare ist, bleibt die Herkunftsfamilie stets Teil des Lebens des Kindes und es fühlt sich dieser, ungeachtet aller Vorkommnisse, meist loyal verpflichtet (S.157).

Die Eltern spielen eine bedeutende Rolle in der Entwicklung des Kindes, da zwischen beiden eine enge Beziehung besteht. Die Eltern beeinflussen die psychische und physische Entwicklung, die Selbstakzeptanz, die Herausbildung eines stabilen Selbstwertgefühls und die Identitätsentwicklung ihres Kindes. „Das Kind erfährt also in der Familie eine Fülle von Anregungen zur Selbstsozialisation, teils beabsichtigte (also: Erziehung), teils unbeabsichtigte (also: Sozialisation)“ (Rotthaus, 2004, S.224f.). Für das seelisch-körperliche Wohlbefinden spielt die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung eine entscheidende Rolle. (vgl. Britz, 2004, S.28).

Mit Hilfe der Familienarbeit können auch typische Probleme der Heimerziehung vermieden werden. Wenn die Eltern aktiv in den Hilfeprozess eingebunden sind, werden aufkommende Konkurrenzgefühle zwischen Eltern und Heim, sowie Loyalitätskonflikte des Kindes in Bezug auf seine Eltern und die Heimmitarbeiter gemindert (siehe 2.1).

Des Weiteren ist die Jugendhilfe durch die Lebensweltorientierung geprägt. Die Lebensweltorientierung beschreibt, dass die Kinder und Heranwachsenden in ihren Bezügen gesehen werden müssen. „(…), sie leben aber in Bezügen nicht nur der Familie, sondern ebenso der Freundschaften, der Cliquen, der Gesellungen der Schule und Arbeit, der Gesellungen der Freizeit. Lebensweltorientierung ist verkürzt, wenn diese weiteren Beziehungen nicht gesehen werden“ (Thiersch, 1997, S.23). Demzufolge müssen alle Bezüge gesehen werden, also auch die Familie im Rahmen einer Familienarbeit. Die gesamte Jugendhilfe in Deutschland ist in Folge des 8. Jugendberichtes am Prinzip der Lebensweltorientierung ausgerichtet (vgl. BJFFG, 1990, S.87).

Und nicht zuletzt erleichtert es die Arbeit mit den Kindern. Die positiven Auswirkungen auf den erzieherischen Alltag werden deutlich, wenn sich Elterhaus und die Einrichtung gegenseitig ergänzen und nicht gegeneinander arbeiten. Deshalb ist es unabdingbar sich gegenseitig zu informieren und den Eltern Angebote zur Optimierung ihres Erziehungsverhaltens zu unterbreiten. (vgl. Bernitzke; Schlegel, 2004, S.15).

3.3 Die unterschiedlichen Zielsetzungen der Familienarbeit

Durch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen der Familienarbeit im Heim werden auch differenzierte Zielsetzungen deutlich. Die Familienarbeit kann zur Anwendung kommen, weil sie im Interesse der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen liegt. Diese Bemühungen rühren von der Annahme her, dass die Familienarbeit mit ihren Inhalten und Methoden primär den Minderjährigen selbst nützten.

[...]

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Details

Titel
Familienarbeit in der Heimerziehung. Konzeptionelle Überlegungen für die Praxis eines Jugendhilfeträgers
Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn
Note
1,8
Autor
Jahr
2007
Seiten
103
Katalognummer
V356395
ISBN (eBook)
9783668425248
ISBN (Buch)
9783668425255
Dateigröße
1092 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Familienarbeit, Familientherapie, Heimerziehung, Praxis, Konzeption, Jugendhilfe, Jugendhilfeträger, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, soziale Arbeit
Arbeit zitieren
Diplom-Sozialpädagoge Thomas Gerth (Autor), 2007, Familienarbeit in der Heimerziehung. Konzeptionelle Überlegungen für die Praxis eines Jugendhilfeträgers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356395

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