Aufgrund der zunehmenden Dynamik von Technologietrends und der Globalisierung sowie immer kürzer werdenden Entwicklungs- und Produktlebenszyklen wächst die Relevanz der Technologiefrüherkennung in der strategischen Unternehmensausrichtung.1 Um aus den schnell verändernden Umweltbedingungen Wettbewerbsvorteile zu generieren, dürfen sich Unternehmen nicht von neuen Technologien und Marktentwicklungen überraschen lassen.
Vielmehr sollten Unternehmen nach dem Zitat von Curt Goetz handeln: „Man soll die Zukunft so nehmen, wie sie kommt. Aber man sollte dafür sorgen, dass die Zukunft so kommt, wie man sie möchte.“ Basierend auf diesem Zitat sollten Unternehmen die technologisch bedingten Chancen und Risiken mit Hilfe einer Technologiefrüherkennung möglichst vor ihrem Wettbewerb identifizieren, interpretieren und für sich nutzen. Um diese Zukunftsprognosen treffen zu können, benötigt die Technologiefrüherkennung wiederum eine methodische Unterstützung, welche u. a. das Technologie-Produkt-Roadmapping (TPR) bietet.
Aus diesem Grund werden in der vorliegenden Arbeit zwei zentrale Fragestellungen untersucht und beantwortet: § Eignet sich das TPR als Instrument zur Technologiefrüherkennung? § Und kann das TPR die spezifischen Zielsetzungen der Technologiefrüherkennung unterstützen und dabei helfen die Grenzen der Technologiefrüherkennung zu überwinden?
Um diese Fragen zu beantworten, wird zunächst im zweiten Kapitel eine Einführung in die Begrifflichkeit der Technologiefrüherkennung vorgenommen. Infolgedessen werden die Ziele der Technologiefrüherkennung dargestellt, um anschließend deren Grenzen kritisch zu hinterfragen. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Begriffserklärung und der Erstellung des Roadmappings. Im Anschluss erfolgt eine Erläuterung, inwieweit das TPR die Technologiefrüherkennung unterstützten kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Technologiefrüherkennung
2.1 Begriffsabgrenzung und Definition der Technologie-früherkennung
2.2 Ziele und Aufgaben der Technologiefrüherkennung
2.3 Grenzen der Technologiefrüherkennung
3 Technologie-Produkt-Roadmapping als Instrument zur Technologiefrüherkennung
3.1 Begriffsabgrenzung und Definition des Technologie-Produkt-Roadmappings
3.2 Aufbau und Erstellung einer Technologie-Produkt-Roadmap
3.3 Unterstützung des Technologie-Produkt-Roadmappings bei der Technologiefrüherkennung
3.4 Grenzen des Technologie-Produkt-Roadmappings
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Technologie-Produkt-Roadmappings (TPR) als methodisches Instrument zur Technologiefrüherkennung, um Unternehmen bei der Identifikation und Bewertung strategisch relevanter Zukunftschancen zu unterstützen und bestehende methodische Barrieren zu überwinden.
- Methodische Grundlagen der Technologiefrüherkennung
- Struktur und Erstellungsprozess von Technologie-Produkt-Roadmaps
- Analyse der Unterstützungspotenziale des TPR in der Früherkennung
- Kritische Reflexion der Grenzen und Barrieren des Roadmappings
- Integration von Technologie-Push und Market-Pull-Ansätzen
Auszug aus dem Buch
3.2 Aufbau und Erstellung einer Technologie-Produkt-Roadmap
Der Aufbau einer TPR unterteilt sich, wie in der folgenden Abbildung 3 dargestellt, in vier wesentliche Elemente.
Die Zeitachse ermöglicht eine chronologische Einordnung der Planungsobjekte und ist in Abhängigkeit zum Betrachtungszweck unterschiedlich zu skalieren. Da die Technologiefrüherkennung eine mittel- bis langfristige Betrachtungsweise erfordert, ist in diesem Fall eine Zeitspanne von z. B. 3-6, 5-10 oder 10 bis zu 15 Jahren zweckmäßig. Als zweites Element fungiert eine Planungsebene, welche die Roadmap durch die Unterteilung in Markt, Produkt und Technologie inhaltlich strukturiert. In Abhängigkeit zu den Planungsebenen werden wiederum die Planungsobjekte als Balkenformen dargestellt. Als viertes und letztes Element findet die Verknüpfung zwischen den Planungsobjekten und den unterschiedlichen Ebenen zur Visualisierung der Wirkungszusammenhänge statt.
Nachdem der Aufbau einer TPR erläutert wurde, erfolgt nun die Beschreibung ihres schrittweisen Erstellungsprozesses. Zunächst ist anzumerken, dass beim TPR parallel zueinander eine Technologie- sowie eine Produkt-Roadmap erstellt werden. Als Ausgangspunkt wird im ersten Schritt, ähnlich wie beim Technologie-Scanning, die Zielsetzung und somit der Analysebereich abgegrenzt. In diesem Zusammenhang wird parallel zueinander für die Produkt- sowie Technologie-Roadmap ein Kausalschleifendiagramm erstellt, in dem sowohl die Erfahrungen als auch das Technologiewissen aus den verschiedenen Planungsobjekten berücksichtigt werden. Durch den anschließenden Abgleich der Kausalschleifendiagramme können wiederum Wirkungszusammenhänge und Lücken zwischen Technologien und Produkten aufgedeckt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung der Technologiefrüherkennung im Kontext dynamischer Märkte dar und formuliert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Eignung des TPR als unterstützendes Instrument.
2 Technologiefrüherkennung: Das Kapitel definiert die Grundlagen der Technologiefrüherkennung, erläutert deren Ziele und Basisaktivitäten und beleuchtet die in der Praxis auftretenden Grenzen bei der Implementierung.
3 Technologie-Produkt-Roadmapping als Instrument zur Technologiefrüherkennung: Dieses Kapitel widmet sich dem TPR als Lösungsinstrument, beschreibt dessen Aufbau und Erstellungsprozess sowie die spezifischen Unterstützungsmöglichkeiten und kritischen Einsatzgrenzen.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt die Eignung des TPR zur Unterstützung der Technologiefrüherkennung, betont jedoch die Notwendigkeit einer ergänzenden Anwendung weiterer Instrumente für langfristige Prognosen.
Schlüsselwörter
Technologiefrüherkennung, Technologie-Produkt-Roadmapping, Strategisches Management, Technologie-Scanning, Innovationsmanagement, Wettbewerbsvorteile, Prognose, Planungshorizont, Technologielebenszyklus, Roadmap, Strategieentwicklung, Wissensmanagement, Technologietrends
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Technologie-Produkt-Roadmapping als Instrument eingesetzt werden kann, um Unternehmen bei der Früherkennung technologischer Trends und Chancen zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und methodische Einordnung der Technologiefrüherkennung, den strukturellen Aufbau von Roadmaps sowie die Analyse von Einsatzmöglichkeiten und Limitierungen dieser Methode.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist zu klären, inwieweit das TPR die spezifischen Zielsetzungen der Technologiefrüherkennung unterstützen und helfen kann, deren bestehende Grenzen in der Unternehmenspraxis zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der systematischen Gegenüberstellung bestehender Ansätze zur Technologiefrüherkennung und zum Roadmapping.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Technologiefrüherkennung, die detaillierte Beschreibung des Roadmapping-Erstellungsprozesses und eine kritische Auseinandersetzung mit den Barrieren und Grenzen des Instruments.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Technologiefrüherkennung, Roadmapping, Technologiemanagement, Wettbewerbsstrategie und Innovationsplanung charakterisiert.
Warum eignet sich das TPR besonders für die Früherkennung?
Weil es durch die Verknüpfung von Technologie- und Produkt-Ebenen komplexe Zusammenhänge zwischen technologischen Möglichkeiten und Marktbedürfnissen visuell nachvollziehbar macht.
Warum ist das TPR für sehr lange Zeiträume weniger geeignet?
Da eine zu detaillierte Planung bei sehr langen Zeithorizonten die Übersichtlichkeit verliert und die Unsicherheit der Prognosen bei komplexen Einflussfaktoren unverhältnismäßig stark zunimmt.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2017, Technologie-Produkt-Roadmapping als Instrument zur Technologiefrüherkennung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356404