Magenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Diagnose Histaminintoleranz: Was nun?

Lebensmittelintoleranz als erheblicher Einschnitt in den Alltag


Facharbeit (Schule), 2014
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Lebensmittelallergie oder Unverträglichkeit

3 Histaminintoleranz
3.1 Das Histamin
3.2 Was ist eine Histaminintoleranz
3.3 Symptome
3.4 Diagnostik
3.4.1 Ärztliche Untersuchung
3.4.2 Eliminationsdiät
3.5 Diagnose Histaminintoleranz: Was nun?
3.5.1 Ernährungsberater
3.5.2 Nahrungsergänzungungsmittel
3.5.3 Antihistaminika
3.5.4 Ernährungsumstellung

4 Umgang mit Unverträglichkeiten im Gastgewerbe
4.1 Umfrage
4.2 Tipps und Tricks

5 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Weiterführende Links

1 Einleitung

Ein Glas Wein ist für viele Menschen der Inbegriff eines gemütlichen Abends, dazu ein Stück gereiften Käse und der wohl verdiente Feierabend kann beginnen. Doch für einige ist ein solcher Genuss mit gleichzeitigem Unwohlsein verbunden – Magenschmerzen, Übelkeit oder gar Erbrechen sind die Folge.

Klarheit soll ein Besuch beim Arzt schaffen. Denn betrachtet man den heutigen medizinischen Stand, mit all seinen Forschungen, Entwicklungen und Errungenschaften, bekommt man schnell den Anschein, dass es kein Problem mehr darstellt das gesundheitliche Defizit festzustellen und zu behandeln. Doch die Realität sieht leider anders aus.

Der Auslöser könnte etwas sein, das selbst Mediziner noch heute vor ein Rätsel stellt. Etwas, dass man weder riechen noch schmecken kann und für diejenigen, die es nicht vertragen unerklärliche Krankheitszustände hervorruft.

Sie ist kaum bekannt und doch präsent: Die Histaminintoleranz.

Deutschlandweit leiden circa drei Millionen Menschen[1] an dieser Unverträglichkeit, die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher sein. Dennoch wird ihr kaum Beachtung geschenkt und ist weitestgehend unbekannt. Der Leidensweg der Betroffenen ist oft lang und geprägt von Untersuchungen und Fehldiagnosen. Sie hadern oft alleine mit ihrem Schicksal und erfahren erhebliche Einbrüche in der Lebensqualität.

Warum die Histaminintoleranz so erhebliche Ausmaße auf das Leben der Betroffenen nimmt und warum es scheinbar so schwierig zu sein scheint sie festzustellen, möchte ich im Verlauf dieser Facharbeit aufdecken. Zudem zeigt eine durchgeführte Umfrage, inwieweit sich Gastronomen im Übrigen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten auseinandergesetzt haben.

Das Ziel dieser Facharbeit ist, auf diese Form der Unverträglichkeit aufmerksam zu machen und andere für dieses Thema zu sensibilisieren. Mir liegt ein persönliches Interesse daran, denn ich bin intolerant.

2 Lebensmittelallergie oder Unverträglichkeit

Oft wird eine Lebensmittelallergie mit einer Intoleranz verwechselt oder gar gleichgesetzt. Dabei bestehen zwischen beiden Erkrankungen wesentliche Unterschiede.

Bei einer Lebensmittelallergie handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems. Ein bestimmter, in der Nahrung vorkommeneder, Stoff wird vom Körper als Gefahr betrachtet, sodass der Organismus mit einer Abwehrreaktion[2] reagiert.

Durch Aktivierung des Immunsystems werden Antikörper gebildet und Histamin freigesetzt um das Allergen zu bekämpfen. Die Freisetzung ist die Ursache für eine Reihe unterschiedlicher Symptome, die die Atemwege, Haut und Magen-Darm-Trakt betreffen können.[3]

Leidet man jedoch unter einer Lebensmittelintoleranz, beziehungsweise Unverträglichkeit, ist nicht das Immunsystem, sondern der Stoffwechsel beteiligt. Auf Grund eines Enzymmangels kann eine bestimmte, durch die Nahrung aufgenommene Substanz nicht verarbeitet oder gespalten werden. Der Organismus reagiert zwar auch auf den aufgenommenen Stoff, im Gegensatz zu einer Allergie, jedoch ohne Mitwirken des Immunsystems und somit ohne Bildung von Antikörpern.[4] Die ausgelösten Symptome gleichen denen einer Allergie.

Reaktionen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und weitere Magen-Darm-Beschwerden zählen zu den häufigsten Beschwerden.

3 Histaminintoleranz

3.1 Das Histamin

Histamin ist ein biogenes Amin, das vom Körper selbst gebildet wird und in den Körperzellen gebunden ist. Als Botenstoff ist es an zahlreichen Körperfunktionen beteiligt. Es reguliert unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus,[5] den Appetit und ist am Stoffwechsel[6] beteiligt. Die wichtigste Aufgabe des Histamins ist jedoch die Abwehr von körperfremden Stoffen.[7] Daher erfüllt es insbesondere bei Allergien eine zentrale Rolle. Kommt das Histamin mit einem Allergen in Kontakt, wird es unverzüglich freigesetzt und löst eine Reihe allergischer Reaktionen in Form von Juckreiz, Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen[8] aus.

Histamin kommt allerdings nicht nur im menschlichen Körper vor, sondern auch in tierischen und pflanzlichen Zellen. Demnach wird es ebenfalls durch die Nahrung aufgenommen.

Emotionaler Stress, körperliche Belastung,[9] Infektionen, Medikamente und Hormonschwankungen sind weitere Faktoren, die dazu führen, dass Histamin ausgeschüttet wird und der menschliche Organismus mit zusätzlichem Histamin belastet wird.

3.2 Was ist eine Histaminintoleranz

Bei einer Histaminintoleranz - im Folgenden als HIT abgekürzt - handelt es sich um eine Unverträglichkeit gegenüber Histamin. Durch die Aufnahme oder Ausschüttung von Histamin wird der Körper mit einem Histaminüberschuss konfrontiert.

Ein gesunder Organismus kann diesen Überschuss durch das Enzym Diaminoxidase (DAO) problemlos abbauen. Ist der Abbau allerdings durch eine verminderte DAO-Aktivität eingeschränkt oder besteht ein gänzlicher Mangel des Enzyms, herrscht ein Ungleichgewicht zwischen Zufuhr und Abbau.[10] [11] Die daraus resultierenden Symptome gleichen denen einer Allergie. Daher wird die Histaminintoleranz, die zu den Lebensmittelintoleranzen zählt, auch als Pseudoallergie bezeichnet.[12]

In seltenen Fällen ist sie bereits angeboren. In der Regel wird sie im Laufe des Lebens erworben.

3.3 Symptome

Histamin löst bei einer Unverträglichkeit eine Reihe von verschiedenen Beschwerden aus. Da jeder Betroffene unterschiedlich auf die aufgenommene Histaminmenge reagiert, existiert kein klar definiertes Krankheitsbild. Vielmehr handelt es sich um ein individuelles Beschwerdebild. Die Liste der Symptome ist daher lang. Neben dem Magen-Darm-Trakt, sind Haut, Immunsystem, Kreislauf und Nervensystem meistens zusätzlich betroffen.

Zu den am meisten beklagten Symptomen zählen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[13]

Lebensmittel, die verdorben sind, sind mit zu viel Histamin belastet und können bei jedem Menschen gravierende Zustände hervorrufen, man spricht dann von einer Lebensmittelvergiftung.

Bei Histaminintoleranten kann zu viel Histamin indes, je nach Schweregrad, zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufschock führen.[14]

3.4 Diagnostik

Der Weg bis zu einer eindeutigen Diagnose ist in den meisten Fällen sehr langwierig. Viele Ärzte sind mit der HIT nicht ausreichend vertraut oder ziehen die Diagnose aufgrund der Symptomvielfalt nicht in Erwägung. Betroffene durchlaufen oft einen ganzen Ärztemarathon bis eine tatsächliche Feststellung erfolgt.

Besteht der Verdacht einer Unverträglichkeit sollte der Hausarzt darüber in Kenntnis gesetzt werden. In der Regel wird dieser, bei einer konkreten Annahme, eine Überweisung an Spezialisten wie Gastroenterologen oder Allergologen veranlassen. Aufgrund der Komplexität der Symptome bedarf es einer Kombination verschiedener Methoden um eine HIT zuverlässig zu diagnostizieren.

3.4.1 Ärztliche Untersuchung

Zunächst werden durch Differenzialdiagnosen andere Krankheiten und Lebensmittelunverträglichkeiten mit ähnlichem Beschwerdebild ausgeschlossen. Anschließend kann der Spezialist zusätzliche Labortests anordnen, die Hinweise auf eine HIT bringen. Mittels Urinproben, Haut- und Bluttests wird die DAO-Aktivität gemessen. Aufgrund der stark schwankenden Werte genügen diese Tests für eine aussagekräftige Diagnose jedoch nicht,[15] und eine zusätzliche Eliminationsdiät sollte durchgeführt werden.

3.4.2 Eliminationsdiät

Während der Diätphase von zwei bis vier Wochen wird die bisherige Ernährung ausschließlich auf histaminarme Lebensmittel umgestellt.[16]

Da jedes Lebensmittel einen gewissen Anteil an Histamin aufweist, kann es nicht vollständig aus dem Speiseplan verbannt werden. Faktoren wie Lagerung, Verarbeitung und Temperatur lassen die Werte stark variieren und selbst histaminarme Lebensmittel zu regelrechten Histaminbomben werden.[17] Aufgrund dessen ist grundsätzlich auf eine schnelle Verarbeitung und höchste Hygienestandards zu achten. Kühlketten sollten nicht allzu lange unterbrochen werden.

Da Histamin hitze- und kältebeständig ist, kann es durch kochen, backen oder einfrieren nicht zerstört werden.[18]

[...]


[1] Wehner, Jürgen: Histaminintoleranz – HIT. 2012. Online im Internet unter URL:
http://www.medizininfo.de/ernaehrung/nahrungsmittelunvertraeglichkeiten/histaminintoleranz/start.shtml
(Abrufdatum 18.10.2014).

[2] Vgl.: Hofele, Karin: Richtig einkaufen bei Laktoseintoleranz. 42012, S.16.

[3] SIGHI: Symptome. 2012. Online im Internet unter URL: http://www.histaminintoleranz.ch/symptome.html (Abrufdatum 07.07.2014).

[4] Vgl.: Schleip, Thilo: Histaminintoleranz. Wenn Essen krank macht. Stuttgart 2011, S. 22 - 23

[5] Real: Histaminintoleranz. 2014. Online im Internet unter URL: http://gesundheit.real.de/lebensmittel-allergien/histaminintoleranz.html (Abrufdatum 18.10.2014).

[6] SIGHI: Symptome. 2012. Online im Internet unter URL: http://www.histaminintoleranz.ch/symptome.html (Abrufdatum 14.09.2014).

[7] Jordan, Angela: Biogene Amine: Vorkommen und Wirkung. 2014. Online im Internet unter URL: http://www.gesundheit.de/ernaehrung/rund-ums-lebensmittel/wissen-rund-um-lebensmittel/biogene-amine-vorkommen-und-wirkung (Abrufdatum 13.10.2014).

[8] Vgl.: Fritzsche, Doris: Histaminintoleranz, München 52013, S.5.

[9] Paas, Doris: Histaminintoleranz – so kommen Sie ihr auf die Schliche. 2013. Online im Internet unter URL: http://www.womenshealth.de/health/symtome-krankheiten/histaminintoleranz-so -kommen-sie-ihr-auf-die-schliche.24187.htm (Abrufdatum 19.07.2014).

[10] Real: Histaminintoleranz. 2014. Online im Internet unter URL: http://gesundheit.real.de/lebensmittel-allergien/histaminintoleranz.html (Abrufdatum 18.10.2014).

[11] Vgl.: Fritzsche, Doris: Histaminintoleranz. München 52013, S. 7.

[12] Paas, Doris: Histaminintoleranz – so kommen Sie ihr auf die Schliche. 2013. Online im Internet unter URL: http://www.womenshealth.de/health/symtome-krankheiten/histaminintoleranz-so -kommen-sie-ihr-auf-die-schliche.24187.htm (Abrufdatum 28.07.2014).

[13] SIGHI: Symptome. 2012. Online im Internet unter URL: http://www.histaminintoleranz.ch/symptome.html (Abrufdatum 14.09.2014).

[14] Vgl.: Nesterenko, Sigi: Histaminintoleranz. Die unentdeckte Krankheit. Schrobenhausen 2010, S. 11.

[15] Paas, Doris: Histaminintoleranz – so kommen Sie ihr auf die Schliche. 2013. Online im Internet unter URL: http://www.womenshealth.de/health/symtome-krankheiten/histaminintoleranz-so -kommen-sie-ihr-auf-die-schliche.24187.htm (Abrufdatum 21.09.2014).

[16] Neidert, Jens: Histamin in Nahrungsmitteln. 2010. Online im Internet unter URL: http://www.dr-neidert.de/index.php/texte/384-histaminintoleranz-behandlung (Abrufdatum 01.10.2014).

[17] Krumm, Stefanie: Histaminintoleranz. Selbsthilfegruppe Reutlingen 2014. Online im Internet unter URL: http://histamin-intoleranz.org/wp_neu/?page_id=9 (Abrufdatum 13.10.2014).

[18] Magazin gesund.co.at: Histaminarme Nahrung. 2013. Online im Internet unter URL: http://gesund.co.at/lebensmittelunverträglichkeit-histaminarme-nahrung-12481/ (Abrufdatum 20.08.2014).

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Magenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Diagnose Histaminintoleranz: Was nun?
Untertitel
Lebensmittelintoleranz als erheblicher Einschnitt in den Alltag
Hochschule
Hotelfachschule Heidelberg - Fritz-Gabler-Schule
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V356487
ISBN (eBook)
9783668426092
ISBN (Buch)
9783668426108
Dateigröße
583 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Histaminintolleranz, Histaminunverträglichkeit, Lebensmittelunverträglichkeiten, Histamin
Arbeit zitieren
Janet Linne (Autor), 2014, Magenschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Diagnose Histaminintoleranz: Was nun?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356487

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