"Irischer Frühling". Irlands Weg aus der Eurokrise


Facharbeit (Schule), 2016
35 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Irlands Wirtschaftsverlauf im Überblick

3. Irland in der Eurokrise

4. Irischer Frühlung - Wie schaffte es Irland aus der Eurokrise?

5. Fazit: Die Krisenbewältigung und Lösungen im Überblick

6. Glossar

7. Literaturverzeichnis

8. Abbildungsverzeichnis

Hinweis: Wörter die mit einem G gekennzeichnet sind können im Glossar nachgeschlagen werden

1. Einleitung

2010, die Eurokrise bricht als Folge der Finanzkrise 2007 aus, überall in den

Nachrichten ist es zu hören: „Euro-Krisenjahr 2010“1,„700-Milliarden- Rettungsschirm für Griechenland“2, „Drohender Staatsbankrott […]“ 3, etc. Viele Staaten haben massive Probleme Reformen zu schaffen um die Krise aufzuhalten, Menschen werden arbeitslos, Firmen melden Insolvenz an - die Wirtschaft in Europa erleidet herbe Rückschläge.

Heute hört man wieder weniger von den Problemen und den Folgen der Krise, zuletzt hatte Griechenland die größten Probleme aber auch diese Meldungen sind aus den Nachrichten weitestgehend verschwunden. Vereinzelt hört man sogar gute Nachrichten z.B. : „Irland will Rettungsfonds den Rücken kehren“4. Aber viel wurde nicht mehr berichtet, seit uns jüngst andere Probleme wie die Flüchtlingskrise beschäftigen.

Was ist passiert, haben wir und vor allem die Krisenstaaten die Krise überwunden ? Wie haben sie das geschafft ? Oder sind die Probleme noch da ? Diesen Fragen will ich in meiner Seminararbeit speziell am Beispiel des Krisenlands Irland nachgehen. Dazu werde ich versuchen, die Problematik und das Thema darzustellen, um zu verstehen was überhaupt in der Krise passierte von der alle reden, wie sie ausgelöst wurde und was man tun kann, um sie zu bewältigen. Antrieb dabei ist für mich, die Komplexität der einzelnen Abläufe und die Zusammenhänge des Themas, die für Laien nur schwer nachvollziehbar sind, zu verstehen. Da die Wirtschaft jeden von uns betrifft, habe ich diese Thema gewählt, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Dabei werde ich mit Grundlagen beginnen, z.B. dem Wirtschaftsverlauf in Irland. Dazu sind wichtige Bereiche bzw. Ereignisse hervorzuheben, die für die Krise von Bedeutung sind. Ziel dabei ist es, einen roten Faden und Nachvollziehbarkeit zu schaffen und den Leser in das Thema einzuführen. Dann werde ich mich intensiv mit der Krisenbewältigung und den Reformen beschäftigen. Zuletzt kann nun der Weg der irischen Wirtschaft in der Krisenzeit beschrieben werden und gezeigt werden wie dieser beschritten wurde. Zudem lassen sich Prognosen erstellen, die Auskunft darüber geben was in Zukunft passieren könnte, oder ob die Krise überhaupt schon überwunden wurde. Somit kann ich die Krise sowie die Maßnahen zur Krisenbewältigung bewerten und sie mit anderen Ländern vergleichen, sagen was gut gemacht wurde und was noch verbesserungswürdig ist. Da mein Thema sehr aktuell ist arbeite ich hauptsächlich mit Zeitungsartikeln, Reportagen und Statistiken. Fachliteratur habe ich mir zum Einlesen in das Fachgebiet Wirtschaft besorgt.

2. Irlands Wirtschaftsverlauf im Überblick

2.1. Historischer Wirtschaftsverlauf bis zur Eurokrise 2007/8

Um die Wirtschaft der irischen Republik besser zu verstehen, muss man an ihre Anfänge zurück gehen, um zu erkennen, wie Irland vom Armenhaus Europas zum „Celtic Tiger“ aufsteigen konnte. Dies wird im Folgenden unter Berücksichtigung der für die Wirtschaft relevanten Faktoren betrachtet. Die Zeit der Kelten und der Wikinger sowie die der Christen ist wirtschaftlich wenig interessant. Die Wirtschaft der Kelten beschränkte sich auf früh mittelalterliche Vieh- und Landwirtschaft. Die Ansiedlung der Christen hatte auch keinen signifikanten Einfluss auf die Wirtschaft der Insel, einzig die Wikinger errichteten Städte, die zwar den Grundstein für heutige Metropolen wie Dublin legten, aber trotzdem nur kleine Handelsorte blieben. Den ersten großen Einschnitt in die irische Geschichte machten die AnglonormannenG die 1169 in Irland landeten. Sie hatten große Schwierigkeiten das dezentralisierte Land mit seinen vielen verschiedenen Stämmen zu verwalten und mit der rauen Landschaft fertig zu werden, sodass 1250 am Höhepunkt der englischen Herrschaft noch ein Drittel des Landes unter irischer Kontrolle blieb. Diese Gebiete waren vor allem der spärlich besiedelte Norden und Westen, der aufgrund der Landschaft (Moore etc.) wirtschaftlich nicht besonders nutzbar war. Im Süden und Osten hingegen schufen die Besatzer eine exportorientierte Getreidewirtschaft und siedelten zudem Kolonisten an die neue Städte gründeten. Der Nordwesten profitierte so gut wie nicht von diesen wirtschaftlichen Veränderungen, was sich bis heute auswirkt. Ihm wird z.B. eine fehlende kaufmännische Fertigkeit unterstellt. Der Einfluss der Anglonormannen wurde im Spätmittelalter um 1500 durch eine irische Freiheitsbewegung und einigen Konflikte in Mutterland erheblich geschwächt.

Erst im 16. - 17. Jahrhundert wurde Irland aufgrund der expansionsfreudigen Außenpolitik und den wirtschaftlichen Interessen Englands wieder von diesen erobert. Aus dem nun entstehenden Konflikt entstand der Nordirlandkonflikt, der der bis heute Folgen nach sich zieht. Er ist für meine Arbeit aber weitestgehend uninteressant. Es trafen aber nicht nur zwei Kulturen aufeinander, sondern auch zwei Wirtschaftsmentalitäten. Für die Eroberer waren Fleiß, Sparsamkeit und Rationalität wichtige Werte, die auch maßgeblich für den wirtschaftlichen Aufschwung im eigenen Land verantwortlich waren und die die Engländer zu einem wirtschaftlich starken Volk machten. Die Iren hingegen beschäftigten sich eher mit anderen Tätigkeiten wie Dichten und der Freizeitgestaltung, die aber wirtschaftlich wenig effizient waren. So wurde „der Sieg des neuzeitlichen, puritanischen England über das mittelalterliche, katholische Irland“ 5 eingeleitet.

Das merkantileG Wirtschaftssystem der Engländer stellte so den Rahmen für die Wirtschaftsstruktur in Irland. Um dieses System auch in Irland einzuführen wurden Gutsherren angesiedelt die mit der Errichtung von Marktplätzen und Siedlungen beauftragt wurden. So „züchteten“ die Engländer eine exportorientiert Wirtschaft die sich auf Europa (vor allem aber England) ausrichtete. Die Städte in Irland wuchsen und seine Bedeutung im Internationalen Handel stieg. So war Dublin um 1800 mit 200.000 Bewohnern zweit größte Stadt des britischen Königreiches. Trotzdem wurde aufgrund bestimmter Wirtschaftsgesetzte kein Gewerbe und somit auch keine eigene Industrie in Irland geschaffen. Irland diente nur als „Rohstofflieferant“ für England.

Die einzige Industrie wurde im Norden geschaffen (Leinengewerbe). Diese spaltete sich aber 1922 ab und so stand der Freistaat Irland ohne funktionierende Industrie da. Davor war das Land bereits durch die große Hungersnot von 1845 bis 1846 wirtschaftlich geschwächt worden. Die Bevölkerung halbierte sich von 8,4 Mio. Einwohnern 1841 auf 4,2 Mio. im Jahr 1921 6. Nicht nur, dass ca. eine Mio. Menschen verhungerten; die Hungersnot setzte auch eine große Auswanderungswelle in Bewegung. So war Irlands Ziel ab 1932 sich eine eigen Industrie aufzubauen. Dies gelang aber bis nach dem zweiten Weltkrieg nicht da die 1949 proklamierte Republik Irland von Fachkräftemangel, einer hohen Arbeitslosigkeit und weiter von großer Abwanderung betroffen war. Das Land war nicht in der Lage sich wirtschaftlich zu wandeln. Dieser Status wird gerne als „Sick man“ bezeichnet, da Irland wirtschaftlich wenige Optionen zur Expansion oder Progression hatte.

In der 1950ern wurde die Politik in Irland „wirtschaftlicher“. Die Einwohner begannen Wege zu finden um die Wirtschaft im Land anzukurbeln. Das BritischIrische Freihandelsabkommen im Jahre 1965 und mehr noch der Beitritt zur EG 1973, halfen die Öffnung des irischen Marktes voranzutreiben und ermöglichten es irischen Gütern den europäischen Markt zu erschließen. Zu dem Zeitpunkt war Irland eins der ärmsten EG-Länder.

In den 80er gab es einen kleineren, wirtschaftlichen Einbruch der durch die Ölkrise und die damit verbundene hohe Inflation ausgelöst wurde. Daraufhin verfasste die Regierung, die Arbeitgebervertreter und die Gewerkschaften 1987 gemeinsam einen Maßnahmenkatalog, der in Form eines 3-Jahres-Plans umgesetzt wurde (Programme for National RecoveryG). Diese Art der mittelfristigen Planung wurde so erfolgreich, dass sie seither fester Bestandteil irischer Politik ist. Das Wirtschaftswachstum der Republik erhielt wieder Aufschwung, diesmal mehr als zuvor. Es siedelten sich zahlreiche ausländische Unternehmen in Irland an. Das BIPG wuchs von 1995 bis 2004 durchschnittlich um 6 Prozent7 (Abb.1), was Irland den schon erwähnten Spitznamen „Celtic Tiger“ brachte. Dieser wurde als Anlehnung an das starke Wirtschaftswachstum in den Tigerstaaten in Asien gewählt, zu denen z.B. Süd Korea zählt. Irland ging es immer besser auch nach dem Beitritt in die EU- Währungszone ging es Abb. 1. „BIP Veränderung in % zum Vorjahr“ (Relevant ist bis jetzt nur der Zeitraum von 1970 bis 2007.)weiter aufwärts. Bis 2007 wuchs die Wirtschaft weiter, wenn auch nicht mehr so stark wie in den 90er.

2.2. Auswirkungen des EU-Beitritts

Mit dem irischen Beitritt zu Europäischen Gemeinschaft 1973 eröffneten sich viele Möglichkeiten für eines der damals ärmsten Länder Europas. Die Probleme der Arbeitslosigkeit, des geringen Lohns und der maßiven Auswanderung konnten nun durch Strukturgelder der EU bewältigt werden. Diese Gelder wurden vor allem für wirtschaftlich stark rückständige Staaten vergeben, so profitierte Irland sehr davon. Die Infrastruktur wurde verbessert, es wurde in Hochschulen investiert und der soziale Standart im Land wurde verbessert. So wurden bis 2002 35 Milliarden Euro in das Land gesteckt um den genannten Problemen entgegenzuwirken; mit Erfolg!8 Darüberhinaus wurde die Wirtschaft gefördert. Der gehobene Sozial- und Bildungsstatus, der Euro, der 1999 mit dem Vertag von Maastricht eingeführt wurde und der freie Binnenhandel mit Europa machten Irland attraktiv für ausländische Unternehmen, vor allem in den USA, da Irland ideal als Naht zwischen Nordamerika und Europa fungieren konnte. So tätigten die Unternehmen Investitionen was die Wirtschaft ankurbelte und das BIP

Irlands binnen 10 Jahren um 86% steigerte, im Vergleich schaffte die EU nur 25%, Deutschland sogar nur 16%7. Nach und nach konnte Irland auf eigenen Beinen stehen und überholte die meisten seiner ehemaligen Geldgeber in der EU mit dem zweitgrößten Pro-Kopf Einkommen in der Union. Mit dem Eintritt wurde Irland zudem unter die Wirtschaftsaufsicht der EU Abb. 2: Veränderung des BIP Irlands (Wachs- tumsraten bis 3% liegen schon über dem Durchschnitt) gestellt, die z.B. die Haushaltspolitik überwacht und die Stabilität im europäischen Handelsraum anstrebt. Irland konnte unter dieser Führung neben Griechenland und Luxemburg die höchste Wachstumsrate beim BIP verzeichnen9. Auch in anderen Kritikpunkten lag das Land immer in der besseren Hälfte des EU- Durchschnitts. Unter dem Strich brachte der EU-Beitritt Irland voran.

2.3. Vorteile der Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen

In Folge des EU-Beitritts tätigten viel Unternehmen Direktinvestitionen in Irland. Zum Beispiel eröffneten sie Verwaltungsstandorte oder Tochtergesellschaften. Dies geschah nicht zuletzt wegen des sehr niedrigen KörperschaftssteuersatzesG von 12,5%, welcher der niedrigste der OECDG Staaten ist 10. Irland lockte so viele internationale Unternehmen vor allem aus den USA und GB an, wie z.B. Dell, Pfizer, Intel oder Shire. Die Unternehmen schufen Arbeitsplätze und erhöhten das Einkommensniveau im Land. Von 1998 bis 2006 stiegen die Löhne in der Industrie um mehr als 50%11. Diese Steigerung fungierte als Wirtschaftsmotor, da sich der Konsum, der Lebensstil und somit auch die Ausgaben der Bürger erhöhten; Folge: die Wirtschaft kam in Schwung. Durch die erhöhte Nachfrage, vor allem von Konsumgütern aus dem Ausland, wurde der Import mehr und näherte sich dem Export an; also sank der Nettoexport. Somit kam es bei gleich bleibender Nachfrage zu einer Kosten-InflationG. Alles wurde teurer, vor allem Import Güter, was den Konsum und damit die Wettbewerbsfähigkeit der irischen Exportprodukte verschlechterte und somit den Aufschwung hemmte. Die Inflationsrate schwankte von 1990 bis zu Eurokrise zwischen 2% und den gefährlichen 5% 12. Trotzdem waren die ausländischen Direktinvestitionen unverändert ein wichtiger Grund für das starke Wirtschaftswachstum der 1990er in Irland. Zudem konnte der Staat so die Staatsverschuldung drücken und neue Investitionen tätigen.

2.4. Expansion der Baubranche - der Immobilienboom

Der schon erwähnte Aufschwung und die Erhöhung des Lebensstandards in Irland und die erhöhte Neugründung von Unternehmen brachten auch einen Boom in der Baubranche. Der Wohlstand der Menschen verlangte zunehmend nach Eigenheimen, sogar Zweithäuser wurden angestrebt 13. Die Ursache hierfür liegt in den Mietpreisen, die in Irland extrem hoch sind und deshalb sehr viele Iren in Eigenheimen wohnen oder wohnen wollen. Dazu kam, dass viele, bei steigenden Immobilienpreisen, mit einem hohen Gewinn rechneten wenn sie das Objekt weiter verkaufen würden. Die Baubranche lieferte und entwickelte sich zum profitabelsten und dem am schnellsten expandierenden Wirtschaftszweig Irlands. Sie machte den maßiven Wirtschaftsaufschwung der 90er möglich. Hinzu kam die teilweise fehlende Grunderwerbsteuer (im niederen Preissegment), die den Kauf noch interessanter machte. Durch die große Nachfrage nach Immobilien stieg die Fertigstellung von 1995 bis 2006 auch das dreifache an, damit stieg natürlich auch der Preise der Immobilien11. Die Iren sahen hier ein Möglichkeit Gewinn zu erzielen und aufgrund des stetig steigenden Einkommens, wenig Risiken für sich. So nahmen die Leute immer weitere Kredite bei den Banken auf. Diese nutzten wiederum ihren Vorteil und heizten das Geschäft noch weiter an. Sodass die Bauindustrie stärker als alle anderen Branchen wuchs. Die Baubranche benötigte Arbeitskräfte und drückte die Zahl der Arbeitslosen im Land. Sie galt sogar als Grund nach Irland zu gehen um dort in dieser Branche tätig zu werden; Erwerbstätige wanderten zu 14. Die Bauindustrie verlor gegen 2005 an Wachstum was vermutlich mit den nachlassenden Nachfrage zu tun hat.

3. Irland in der Eurokrise

3.1. Grundstein der Krise

Nach den viele Erfolgen und dem extremen Wirtschaftswachstum, wurde Irland 2007/8 aus seinem „Wirtschaftstraum“ gerissen. Der rasche Aufstieg fand ein abruptes Ende. Die Ursachen dieses Sturzes lagen bereits Jahre zurück. Denn zu den im vorigen Kapitel genannten Vorteilen aus EU-Beitritt, Direktinvestitionen und dem Immobilienboom, kamen auch Nachteile bzw. es entstanden Probleme, die sich jetzt zeigten. Das erste hatte mit den Direktinvestitionen zu tun und führte zu einem „aufgepumpten“ BIP. Diese Erscheinung wurde maßgeblich durch die ausländischen Direktinvestitionen verursacht. Sie waren zwar fundamental wichtig für die Wirtschaft des Landes, aber sie hatten auch ihre Nachteile. Die Regierung lockte mit der niedrigen Unternehmenssteuer und Subventionen die Firmen ins Land um die Wirtschaft anzukurbeln. Doch konnten sich die Firmen „Schlupflöcher“ im irischen Steuerrecht zu Nutze machen, wie zum Beispiel „Double Irish With a Dutch Sandwich“G. Dieses Modell nutz ganz legal Wege, Tochterunternehmen zu gründen oder die Gewinne durch andere Länder zu schleusen (hier die Niederlande =Dutch) um den schon niedrigen Unternehmenssteuersatz auf fast Null zu drücken. Dieses legale Mittel des Gewinntransfers ließ das Land selbst nicht vom Gewinn profitieren. Da nur Löhne und die geringen Mengen an Steuern dem Land zu Gute kamen, war die Verteilung des Wohlstandes im Land ungleich in der Hand der Firmen. Problem: Der erwirtschafte Gewinn der nicht im Land blieb, erschien trotzdem im BIP des Landes. Da die Gewinntransfers an die ausländischen Investoren jährlich rund 14% des BIP betrugen sind die Ausmaße enorm. D.h. das Land wirkte wirtschaftlich stark, das BIP wurde künstlich „aufgepumpt“. Durch diese Erscheinung wurde die Wirtschaft als stabil wachsend angesehen und in Verbindung mit den steigenden Löhnen leisteten sich viele Iren Konsumgüter und Wertanlagen, z.B. Immobilien. Der Staat blieb zwar sparsam, was man an der regelkonformen Haushaltspolitik erkennen kann, aber der private Sektor lebte nun über seine Verhältnisse. Zu diesem, sich langsam entwickelnden Problem wurde Irland mit der Einführung des Euros unter die Zinskontrolle der EZB gestellt. Der LeitzinsG, der für die Eurozone festlegt wurde, war aber viel zu niedrig für Irland. Hinzu kam die relativ hohe Inflation im Land. So entstand ein sehr niedriger Realzins. Die Menschen konnten sich deshalb zu niedrigen Zinssätzen Konsumgüter leisten 15. Die Regierung hätte darauf mit Steuererhöhung oder mit der Reduzierung der öffentlichen Ausgaben reagieren müssen. Doch das tat sie nicht, sondern förderte mit niedrigen Steuersätzen und dem niedrigen Realzins, den Konsum und die Expansion der Volkswirtschaft16. Das Geld floss zum Großteil in die Immobilienbranche. Viele Iren sahen hier in Verbindung mit den steigenden Immobilienpreisen und ihren steigenden Löhnen eine sichere Geldanlage mit Gewinn. Es entwickelte sich, durch die vielen auf Kredit finanzierten Immobilien, Abb. 3: „Größe des Bankensektors in Re- zunehmend eine Immobilienblase. Da lation zum BIP“ die Baubranche stark expandierte kurbelte sie zwar das Wirtschaftswachstum an, produzierte aber zunehmend einen

[...]


1 Zitat: Ternieden,Hendrik: Spiegel 1

2 Zitat: AZ 1

3 Zitat: Spiegel 2

4 Zitat: FAZ 1

5 Zitat: Müller, M. (1999). S.70

6 Vgl: Wikipedia: Internetseite 1

7 Vgl: WiWi-Treff: Internetseite 2

8 Vgl: Schubert, Cristian: FAZ 2

9 Vgl: Wikipedia: Internetseite 3

10 Vgl: Nur OECD Mitglieder berücksichtigt, BMF: Internetseite 4

11 Vgl: Dauerstädt, Michael: Zeit 1

12 Vgl: Internetseite 5

13 Vgl: Feldkirchen, Spiegel 3

14 Vgl: Internetseite 6

15 Vgl: Internetseite 7

16 Vgl: Irlandleben: Internetseite 8

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
"Irischer Frühling". Irlands Weg aus der Eurokrise
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
35
Katalognummer
V356500
ISBN (eBook)
9783668422902
Dateigröße
1162 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irland, Eurokrise, Irischer Frühling, Länder in der Eurokrise, Euro, Krise, irisch, Seminararbeit
Arbeit zitieren
Marcel Weber (Autor), 2016, "Irischer Frühling". Irlands Weg aus der Eurokrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356500

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