Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Linguistik

Zu den Gewässernamen Weichsel (Wisla) und Ucker

Titel: Zu den Gewässernamen Weichsel (Wisla) und Ucker

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2017 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Prof. Dr. Valentin Taranets (Autor:in), Inna Stupak (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In diesem Artikel wird die Etymologie der Flüsse Weichsel und Ucker durch morphologische und semantische Analyse von deren Komponenten untersucht. In der Antike fiel die Morphemstruktur mit der phonetischen des Wortes zusammen, das folgende Formen Wi-sla und U-cker hatte. Im ersten Hydronym stammt /wi-/ von ide. *uis- ʻFlussʼ und /-sla/, auch /-skla/ haben Bedeutung ʻslawischʼ von slo-(vjane)/skla-(viny), im ganzen Wisla > Weichsel ʻslawischer Flussʼ. Das nächste Hydronym ist verwandt mit dem Ethnonym Ucker, in dem die Bestandteile U-cker den Sinn ʻweg; fernʼ und entsprechend ʻHaustiere; Hirtenʼ haben, im Ganzen bedeutet der Begriff Ucker ʻHirten aus dem Berglandʼ (Verhovynci).

Schlüsselwörter: Etymologie, Hydronyme Weichsel (Wisla), Ucker, Slawen / Sklavinen, die Ukrainer

Leseprobe


Inhalt

Problemstellung

1 Grundlagen und Ergebnisse der Untersuchung

1.1 Die Etymologie des Wortes Wisla (Weichsel)

1.2 Die Etymologie des Wortes Ucker

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die etymologischen Wurzeln der Hydronyme Weichsel (Wisla) und Ucker durch eine detaillierte morphologisch-semantische Analyse ihrer Bestandteile zu ergründen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die ursprüngliche Benennungsmotivation aus der indoeuropäischen Ursprache sowie späteren slawischen Spracheinflüssen herleiten lässt.

  • Morphologische und semantische Analyse historischer Flussnamen
  • Rekonstruktion indoeuropäischer Wortstämme und deren Entwicklung
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Ethnonymen und Hydronymen
  • Einfluss slawischer Sprachstrukturen auf Gewässernamen im Ostseeraum
  • Historische Herleitung des Stammes Ucker und dessen Migration

Auszug aus dem Buch

1.1 Die Etymologie des Wortes Wisla (Weichsel)

Der alte Flussname Wisla (Weichsel) hat folgende schriftliche Zeugnisse: Vistlam (15 n. Chr., AGRIPPA), Vistula (44 n. Chr., MELA), Vistlam, Visculus sive Vistla (70 n. Chr., PLINIUS) und andere (Udolph 2006: 356). Albrecht Greule betrachtet die Etymologie von Wisla und erwähnt drei Formen des Namens in römischen Quellen: Wisle (9. Jh.), Vistla (15. n. Cr.) und Viscla (3. Jh.), „wobei die beiden letzteren Formen als säkundäre Entwicklungen einer Form *Wislâ erklärt werden“ (Greule 2014: 577). Die Wurzel *u̯is- bedeute ‘Fluss’. Sie ist in Pokornyʼs Wörterbuch breit vorgestellt (Pokorny 2007: 1134): ide. *u̯eis- ʻzerfließen, fließenʼ, vgl. auch in einzelnen Sprachen: Ai. vēṣati `zerfließt', viṣá- n. `Gift'; arm. gēš `Aas'; gr. ἰός `Gift', ̄ dazu die kelt. FlN cymr. Gwy (*U̯eisā), aisl. veisa f. `Sumpf', engl. Wear (abrit. *U̯isuriā), gall. Visera > frz. Vesère, Visuvia > frz. la Vezouse usw.; agerm. FlN Wisura `Weser', lat. Visurgis ds.: vgl. die russ. FlN Vechra (zum Sož), ablaut.

Zusammenfassung der Kapitel

Problemstellung: Es wird die Bedeutung von Gewässernamen als historisch stabile Sprachdenkmäler erläutert und die methodische Notwendigkeit einer morphologisch-semantischen Analyse zur Erforschung ihrer Herkunft begründet.

1 Grundlagen und Ergebnisse der Untersuchung: Dieser Abschnitt erörtert die historische Veränderbarkeit morphemischer Strukturen und wendet diese Erkenntnisse auf die Analyse der Namen Wisla und Ucker an.

1.1 Die Etymologie des Wortes Wisla (Weichsel): Hier wird die Herkunft des Namens Wisla auf die indoeuropäische Wurzel für „Fluss/zerfließen“ zurückgeführt und die Entwicklung der slawischen Suffixstrukturen analysiert.

1.2 Die Etymologie des Wortes Ucker: Das Kapitel untersucht die Identität des Hydronyms mit dem slawischen Ethnonym Ucker und deutet die Namensbestandteile als „Hirten aus dem Bergland“.

Zusammenfassung: Die Autoren resümieren, dass Wisla als „slawischer Fluss“ und Ucker als Bezeichnung für „Hirten aus dem Bergland“ zu deuten sind, was die Ansiedlung der Slawen in der Ostseeregion belegt.

Schlüsselwörter

Etymologie, Hydronyme, Weichsel, Wisla, Ucker, Slawen, Sklavinen, Ukrainer, Namensforschung, Indoeuropäisch, Sprachgeschichte, Gewässernamen, Ethnonym, Morphologie, Semantik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit widmet sich der sprachwissenschaftlichen Etymologie der Flussnamen Weichsel (Wisla) und Ucker, um deren historische Herkunft und Bedeutung zu klären.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Neben der Namensforschung (Onomastik) stehen die indoeuropäische Sprachwissenschaft, die slawische Philologie sowie die historische Migrationsgeschichte von Völkergruppen im Vordergrund.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch eine morphologisch-semantische Analyse der Wortbestandteile die ursprüngliche Motivation der Benennung dieser beiden Hydronyme wissenschaftlich fundiert zu rekonstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen die diachrone morphologisch-semantische Analyse, bei der antike und mittelalterliche Sprachzeugnisse untersucht und mit rekonstruierten indoeuropäischen sowie slawischen Wurzeln verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zur Veränderbarkeit morphemischer Strukturen dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Einzelfälle Wisla und Ucker unter Einbeziehung zahlreicher historischer Quellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wichtige Begriffe sind Etymologie, Hydronyme, Indoeuropäisch, slawische Sprachgeschichte und die spezifischen Stammesnamen wie Ukranen und Sklavinen.

Welche Bedeutung hat das Präfix „u-“ im Zusammenhang mit dem Hydronym Ucker?

Laut der Analyse der Autoren stammt das Präfix vom indoeuropäischen Lexem *au- ab, welches „weggehen“ oder „fern“ bedeutet.

In welchem Zusammenhang stehen die Ucker mit den Huzulen?

Die Autoren ziehen einen Vergleich zur Migration und Etymologie des altukrainischen Volksstammes der Huzulen, um die Herkunft der Ucker als „Berghirten“ aus den Karpaten zu unterstreichen.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zu den Gewässernamen Weichsel (Wisla) und Ucker
Veranstaltung
Lehrstuhl für germanische und orientalische Sprachen
Note
2,0
Autoren
Prof. Dr. Valentin Taranets (Autor:in), Inna Stupak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V356565
ISBN (eBook)
9783668415478
ISBN (Buch)
9783668415485
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Etymologie Hydronyme Gewässernamen Weichsel Ucker Visla Wisla Slawen Slawinnen Ukrainer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Prof. Dr. Valentin Taranets (Autor:in), Inna Stupak (Autor:in), 2017, Zu den Gewässernamen Weichsel (Wisla) und Ucker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356565
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  13  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum