Die alte Stadt. Erhaltung und Pflege


Sammelband, 2017

60 Seiten


Leseprobe

INHALT

Vorwort

Ein Plädoyer für die alte Stadt

Über alte Städte reden

Die Poesie der alten Stadt

Die Rätsel der alten Stadt

Die rätselhafte Gestaltung mittelalterlicher Städte

Gestaltung gegen die Eintönigkeit (Ein Vortrag)

Vom Wert der alten Städte

Altstadt von Gestern, Altstadt für Morgen

Altstadt als Geschäftsstandort

Welche Zukunft haben Alt- und Innenstädte?

Strategien für eine Altstadt-Neu

Denkmalschutz – Altstadterhaltung – Zeitgeistarchitektur

Neues Bauen im historischen Ensemble

Bauen in der alten Stadt

Zeitgeistarchitektur als harmonische Ergänzung historischer Altstadtzonen

Provokationsarchitektur in der Altstadt

Rückbau und Denkmalschutz

Das Klonen alter Häuser

Farbe als Gestaltungselement

Die Altstadt muss Museum werden

Fehlende Altstadtforschung

Ein Nachwort

Vorwort

Die alten Städte sind neben den Ausprägungen der Naturlandschaften das Gesicht Europas. Deren Pflege und Erhaltung sind eine Zielsetzung mit unterschiedlicher Gewichtung – vom Denkmalschutz bis zur Zeitgeistarchitektur im alten Ensemble. Neben dem Weltkulturerbe geht es darum, Europas historische Altstadtsubstanz als Dokument zu erhalten – nur das äußere Bild zu pflegen reicht dazu nicht aus.

Da Bautechnik und Gestaltung von den weißen Städten im Süden Spaniens bis zu den Fachwerkhäusern im Norden Deutschlands höchst unterschiedlich sind, kann kein allgemeingültiges Lehrgerüst der Altstadtpflege und ihrer Erhaltung verfasst werden. So ist die essayistische Annäherung eine akzeptable Befassung mit dieser Thematik. Auch diese Publikation ist ein essayistischer Blick in einzelne Themen – samt unvermeidlichen Wiederholungen.

Der Autor war zwanzig Jahre Baudirektor der österreichischen Kleinstadt Braunau am Inn mit ihrem bedeutenden historischen Altstadtkern. Daher ist der Gehalt der Essays auch österreichisch gefärbt. Beispiele aus Österreich sind sicher für andere Städte in anderen Ländern leicht umzudeuten.

Die einzelnen Beiträge sind tendenziöse Denkanstöße, die durchaus auch gegenteilige Meinungen provozieren können – damit wäre mithin ein Ziel dieser Publikation erreicht: die Diskussion.

Gut die Vorsorge für ein Leben nach dem Tod.

Heute ist es die bewusste Beheimatung auf dieser Erde.

Für die kurzbemessene Zeit des Lebens vor dem Tod.

Ein Plädoyer für die alte Stadt

In riesigen Städten – in welchen heute die halbe Weltbevölkerung haust - leben alte Stadtteile fort, die man (noch) nicht für neue Hochhäuser beseitigt hat. So in Hongkong und Singapur, in Istanbul und sogar in Bangkok, wo die Hochhäuser wie Pilze aus dem Boden schießen.

Es sind noch immer Zonen des alteingesessenen Handels oder alte Wohnquartiere, die noch kein Investor in die Hand bekommen hat. Mitten im Gewühl von Hochhäusern, Bankentürmen, Hochstraßen und U-Bahnen sind da Rudimente der Vergangenheit, werden Waren angeboten, die es in den Supermärkten längst nicht mehr gibt. Da ist buntes Leben und Treiben, da gibt es Bilder und Gerüche, da ist Lärm, den man sonst nirgends hört.

Durch diese Zonen ziehen die Fremdenführer und haben was zu erzählen für die Gruppen mit ihren elektronischen Aufnahmegeräten. Die die Atmosphäre einfangen wollen mit Bewegung und Ton – aber nicht können, weil Atmosphäre eben weit mehr ist. Das Objektiv nur so viel kann wie ein gelähmtes Auge und das Mikrophon nur so viel wie ein Mensch mit einem Ohr.

Diese Zonen sind von unwiederbringlichem Wert; der Naschmarkt in Wien, die Markthalle in Barcelona, der Basar in Istanbul oder Damaskus.

Antiquitäten jeder Art erzielen Höchstpreise und höchste Wertschätzung. Bei Auktionen streiten sich die Superreichen um jedes Stück. Uralte Stadtteile aber sind für den Immobilienmarkt noch nicht griffig genug. Zu viele Menschen sind darin verwickelt. Wenn das nicht so wäre, hätten sie die eine oder andere Altstadt längst an die Milliardäre verkauft. Ein ganzer Stadtteil von Marrakesch wäre doch was? Yves Saint Laurent hatte dort nur den schönsten Park mit einem märchenblauen Haus – und ist dort beigesetzt.

Die Städte wachsen und wachsen. Die Weltbevölkerung wird bald nur mehr in Städten leben – von was sie leben sollen weiß man nicht.

Städte, die gestern noch kaum über die alten Stadtmauern hinausgewachsen sind, ufern heute aus. Sie explodieren nach allen Seiten und nach oben. Ein Turm neben dem anderen. Einer zum Wohnen, einer für Büros und irgendwo die Hallen für die Industrie. Sogar die Landwirtschaft wird weggesperrt in Pflanzhäuser ohne Erde und in Tierzuchtfarmen mächtiger Dimension. Bald wird die ganze Welt eingehaust. Gerade noch Wälder wird man ohne Dach wachsen lassen müssen.

In diesem Szenario kommt den letzten Rudimenten eines historischen Städtebaues immer größere Bedeutung zu. Wo soll die Stadt denn sonst eine Geschichte erzählen als dort. Die Residenzen von früher, auch wenn die Herrscher halbe Teufel waren. Die Kirchen wo man das ewige Leben verkündete. Die Schlösser, Burgen und Paläste mit ihrem Prunk und ihrer unübertrefflichen Dekadenz. Geschichten und Erinnerungen, die zwischen Wohnblöcken unserer Zeit nie gedeihen werden. Wo auch die Menschen wie in Legebatterien vor dem Fernseher sitzen. Wo nichts mehr los ist in den Schlafquartieren. Die Hetz nur mehr in der Kiste ist – nicht davor.

Wie wohltuend ist da das Streunen durch eine alte Stadt, durch einen alten Park, durch ein letztes Stück unverfälschter Natur. Aber auch bei letzterer hapert es. Die Forstwirtschaft macht Wälder zu Baumplantagen, die Landwirtschaft pflügt den letzten Quadratmeter um, und die Almen werden touristisch vermarktet. Wohin man auch flüchten will, man stößt auf die Ausbeutung unserer Welt.

Eine der letzten Fluchtmöglichkeiten sind in die Reste der alten Stadt. Dort ist alles beim Alten geblieben. Dort findet man auch noch Menschen mit denen man reden kann. Die was erzählen können im Gegensatz zur Kassiererin im Supermarkt, die ihre eigene Stadt nur spät am Abend kennt.

Wie schön ist es da in einer Toskana-Stadt zu erleben, wie sie am Morgen erwacht. Wie die Rollbalken hochgeschoben werden, der Gehsteig gewaschen wird. Die ersten Gäste an der Theke stehen. Einen Blick in die Zeitung werfen. Die Turmuhr schlägt.

Wo gibt es in den neuen Stadtteilen noch eine Turmuhr, die die Zeit anschlägt oder wo es gar zum Sonntag läutet? Sogar in Teheran ist der Ruf vom Minarett verstummt und das nicht nur weil der Straßenlärm sowieso alles verschluckt – er wird als Störung empfunden. Nur mehr bei einigen wenigen Moscheen zugelassen. Der Großstadtlärm wurde dominant: das Rauschen des nie endenden Verkehrs, daneben das lautlose und geisterhafte Blinken von Verkehrsampeln und der beweglichen Werbung. Zwischendurch der Schrei von Einsatz- und Rettungsfahrzeugen und über allem das Brausen der Flugzeuge und Hubschrauber.

Auch die alte Stadt ist nicht ruhig, aber es ist ein anderer Lärm. Oft noch Stimmen und Schreie von Menschen. Vielleicht das Trappeln der Kutschenpferde. Auch nicht mehr Romantik wie auf alten Stichen, aber doch eine Vielfalt, die noch ein Markt ist und kein Supermarkt. Noch Auslagen und nicht nur Regale. Vielleicht Straßenmusiker, jedenfalls der Zeitungskiosk und die Blumenfrau.

All das ist in den Stadterweiterungsgebieten und Neubauvierteln verloren gegangen, und man darf es nicht nur der seelenlosen Architektur in die Schuhe schieben. Es ist die Mobilität der Kunden, die von großen Konzernen ausgebeutet wird. Die nicht mehr die Nähe des Kunden suchen, sondern den Kunden zu sich kommen lassen. Das Angebot für eine ganze Stadt mit einem Mega-Markt bewältigen wollen.

Die Zeiten haben sich geändert, und die Menschen nehmen es in Kauf. Alten Strukturen nachzutrauern macht keinen Sinn – aber die alten Städte wo ein ganz anderes Leben abläuft als überall sonst dürfen dem Trend der Zeit nicht geopfert werden. Sie können den Menschen noch was von früher erzählen und sie noch etwas von damals erleben lassen.

Wenn die Altstadt als Ensemble geopfert würde, bleiben nur mehr Vorstadt und Supermärkte übrig – und das kann außer den Konzernen niemand wollen.

Über alte Städte reden

Die Aufgabe der Physiker besteht darin, alle messbaren Dinge zu messen und alle unmessbaren messbar zu machen Für Historiker sind Dokumente oder Denkmäler die ersten und unmittelbaren Gegenstände historischer Erkenntnis.

Im Allgemeinen wird im Umgang mit alten Städten die historische Erkenntnis vorangetrieben, die Daten und Ursachen zu allgemeinen Gestaltschüben kritisch erforscht und in Stadtführern und von Stadtführern peinlich genau dargestellt: Stadtgründung, Verkehr, Wirtschaft, Bevölkerungsentwicklung, bedeutende Persönlichkeiten, Kriege und ihre Folgen usw.

Mit dem Instrumentarium der Messbarkeit und Dokumentierbarkeit wird alles und jedes mit dem Intellekt bewältigt oder zu bewältigen versucht.

Auf der Strecke bleibt ein Instrumentarium das dem Physiker und Historiker geradezu entgegensteht: Das Instrument der Empfindung.

Diese empfindsame Beschäftigung wird von den Wissenschaftlern gerne in das Eck von Literatur und bildender Kunst gestellt und als unwissenschaftlich abgetan.

Mit der Unwissenschaftlichkeit haben sie recht, denn das Empfinden für außerwissenschaftliche Eigenart, Schönheit und Poesie lässt sich nicht auf die beschränkten Methoden von Physikern und Historikern reduzieren.

Zur Verdeutlichung: Wittgenstein hat als Extremwissenschaftler nur Dinge und Sachverhalte anerkannt, die man benennen und schlüssig beschreiben kann – darüber hinaus muss man schweigen. Das ist ein extrem wissenschaftlicher Schluss, der zum Trugschluss wird. Gerade dort wo Wittgenstein das Sprechen verbietet, lässt sich trefflich reden und streiten. Mit naturgemäß unscharfen Begriffen und unwissenschaftlichen Sätzen.

Weite Bereiche der Kunstbetrachtung, der Musikkritik und Literatur erfordern ganz offensichtlich das Überschreiten der engen Grenzen von Wissenschaftlichkeit, welcher die Empfindung für Schönheit und Poesie durch die methodische Selbstbeschränkung für ewig versagt bleiben muss.

In diesem Dilemma steht auch die Beschäftigung mit den alten Städten: mit Messmethoden und historischen Dokumenten ist deren Poesie, Schönheit und Individualität nicht zu begründen, nicht zu erfahren.

Der künstlerische Gestaltentwurf für die mittelalterlichen Städte Europas lässt sich so wenig wissenschaftlich darstellen wie ein Gemälde von Breughel oder ein abstraktes aus der zeitgenössischen Kunst. Dabei kommt man ohne die unscharfen Begriffe wie Schönheit, Harmonie, Rhythmus und Kontrapunkt nicht aus.

Deutlich wird diese Zwickmühle bei professionellen Stadtführungen, bei welchen sich die Führer auf Beweisbares und auf gesicherte Jahreszahlen beschränken. Sie sind auch imstande, bestimmte Gebäude und Gebäudeteile geltenden Stilrichtungen zuzuordnen, aber sie umschiffen wenn nur irgend möglich den Hinweis auf die Schönheit von Material, Farbe und Gestaltung – poetische Schönheit unabhängig von der Stilzugehörigkeit oder dem adeligen Auftraggeber.

Auch in Fachkreisen wird verschwiegen, dass die Sehnsucht nach Schönheit der Antrieb war, das eine geometrisch und das andere völlig frei zu gestalten – das Entzücken war nicht nur in der Mode der Damen das Ziel.

Die Undurchschaubarkeit der Gestaltungen in den mittelalterlichen Städten wird von den Stadtführern und den Wissenschaftlern mit der ‘“Gewachsenen Stadt“ zu erklären versucht, obzwar die wenigsten Städte aus einem winzigen Nukleus herausgewachsen sind. Fast alle mittelalterlichen Städte wurden gegründet und in einer ersten Größe entworfen und gebaut. Nichts hat man konzeptlos wachsen lassen. Die Straßenführungen, die Parzellen und die Umfassungsmauern und Tore waren schon geplant bevor das erste Haus gebaut worden war.

Was den Planern des 21. Jahrhundert nicht einsehbar ist, war zur Zeit der Gründungen eben State of the Art – weit weg von der gleichzeitig hochentwickelten Kunst der Bauhütten in ganz Europa – den Meistern der Geometrie beim Bau von Kathedralen und Klöstern. Nichts davon war für die phantasievolle Gestaltung von Hofmarken und kleinen Städten verwertbar. Grob gesagt: wie heute die Konstruktion von Flugzeugen wenig für den Siedlungsbau zu leisten imstande ist.

Es waren zwei Welten – die hochwissenschaftlichen Bauhütten auf der einen Seite und die Städtebauer auf der anderen.

Wie hätten die Handwerkersiedlungen am Fuße von Schlössern und Burgen auch die Prinzipien des dortigen intelligenten Bauens für sich verwerten sollen – die Geometrie von Kreuzgängen, die Funktionalität von Burgen und deren raffinierte Wehrbauten? Nichts davon war für die Hofmarken, die im Schatten der großen Architektur entstanden, verwertbar.

Wie sich die Kirchgänger nach dem Gottesdienst vor der Kirche zusammenfanden, so stellten die Handwerker auch ihre Häuser hin – nur nicht in einer Linie oder im rechten Winkel, der den Geistlichen oder weltlichen Nobilitäten gehörte. Keine Blasphemie indem man die Überlegungen des goldenen Schnittes oder ausgetüftelten Proportionen übernommen hätte. Der Unterschied zwischen oben und unten musste auch in der Anordnung der Häuser sichtbar werden.

So entstand eine Subkultur, die von den Hofmarken in die Stadtgründungen weiterzog. Auch Stadtgründungen für frei gewordene Leibeigene durften sich nicht der obrigkeitlichen Gestaltprinzipien bedienen. Sie wurden der Eigenwilligkeit von Geometern und Organisatoren überlassen, die wussten was dem einfachen Volk zugestanden werden kann und was ihrer Eigenart entspricht – waren die neuen Stadtbürger doch nie aus dem Adelsstand, sondern immer einfache Bauern.

Was hätten sie die Stadtgründer auch vom geheim gehaltenen Wissen der Bauhütten stehlen können – nichts für sie Brauchbares. Nicht die hohe Geometrie, die Achsialität und das Wissen über die Dimensionierung von Natursteinkonstruktionen. Gar nichts war für die einfachen Holz- oder Ziegelhäuser verwertbar – es entstand die eigenständige Subkultur der neuen Städte. Ihr Hauptmotiv war wohl, „denen da oben“ zu zeigen, dass es auch eine Baukultur im Gegensatz zum Bauhütten-Intellektualismus gab.

Die Symmetrie von Kirchen und Rathäusern wurde, wie die Sandtnermodelle in München zeigen, bei keinem der Bürgerhäuser übernommen. Nirgends findet sich der Hauseingang in der Mitte. Das hätte man wohl als Protzentum empfunden, als die Absicht es dem Rathaus gleichzutun.

Überall im städtischen Bereich sieht man die homöopathische Abweichung von der übergescheiten Freimaurerei und ihrer geheim gehaltenen Weisheit in den Bauhütten von Wien bis Straßburg. Man hat diese Normierungen nicht gerade karikiert, aber mit kleinsten Abweichungen zum Schwingen gebracht. Die alten Städte sind daher nicht konstruiert, sondern komponiert.

Wer hätte geglaubt, dass bei Straßenzeilen schon die Hausbreiten mit Absicht variiert wurden. In weiterer Folge sitzen die Fenster nicht stur übereinander, sondern vibrieren zumindest ganz leicht, sofern nicht, wie beim Bummerlhaus in Steyr, überhaupt ein ganzes Geschoß völlig aus der Reihe tanzt.

Dieses „aus der Reihe tanzen“ ist das Gestaltprinzip in der mittelalterlichen Stadt: die Platzwände tanzen aus der Reihe, schwingen nach vorn oder hinten. Kein Platz einer Stadt darf so gestaltet sein wie ein anderer.

Wenn auch, wie unter den Wittelsbachern, bei Stadtgründungen die Zahl zwölf und ihre Vielfalt für die Hauszahl der Stadtplätze grundlegend war, gleicht keine Hauszeile einer anderen – der kleine Unterschied ist das Gestaltprinzip. Dass die Fenster nicht auf gleicher Höhe wie beim Nachbarn sein dürfen, ergibt sich folgerichtig und die unterschiedliche Gestaltung der Firstlinie lässt eine Vielfalt und Individualität entstehen, die uns Geometrikern nie einfallen könnte.

Das Ergebnis dieser Gestaltung: keine Stadt wie die andere, kein Platz wie ein anderer, kein Haus wie ein anderes.

Noch einmal zurück zur Stadtführung, bei der alle historischen Ereignisse erläutert werden, die StilaHausHausbreiten ssssentsprechung von Romanik bis Barock stolz festgestellt wird – die ästhetische Beurteilung aus heutiger Sicht wird aber ausgespart.

Wer würde sich getrauen der Hagia Sophia ohne der Minarette, wie sie ja ursprünglich konzipiert war, jeden ästhetischen Reiz abzusprechen. Das bei aller ingenieurhaften Großleistung? Wer würde sie neben der kleinen Schwester, der San Vitale in Ravenna, in den Schatten stellen? – Niemand?

Nicht nur bei der Hagia Sophie erliegen die Betrachter der Bedeutung und Größe. Ist ein Gebäude nur, wie das Pantheon in Rom, alt und groß genug, entzieht es sich der ästhetischen Beurteilung – es darf weder schön noch hässlich sein.

Die ästhetische Wertung ist auch in der zeitgenössischen Architektur, so wie bei Gehrys „tanzendem Haus“ in Prag, angewiesen mit unscharfen und nicht definierbaren Worten zu urteilen: pittoresk, außergewöhnlich, eindrucksvoll, eigenartig, stylisch usw.

Der Mensch hat es mit seiner Sprache fertiggebracht, auch nicht Definierbares zu benennen und darüber zu kommunizieren. Da unsere alten Städte in ihrer Gestaltung simplen Prinzipien von Konstruktion widersprechen und mit freier Gestaltung erlesene Individualität zum Ziel haben, muss auch die Auseinandersetzung damit die strenge Wissenschaftlichkeit naturgemäß verlassen: Wo man laut Wittgenstein über die alten Städte nicht (wissenschaftlich) sprechen kann muss man darüber eben reden.

Die Poesie der alten Stadt

Alle Bemühungen der Stadtgeschichte, der Dokumente und Archive können die Komposition der historischen Stadtbilder zu erklären, sind zum Scheitern verurteilt. Weil sich der Stil des Gestaltungswillens der Altvorderen nicht aus Akten lesen lässt.

Auch die Bauordnungen des Mittelalters geben keine Auskunft darüber was in ihrem Rahmen angestrebt und wirklich gebaut wurde. Die Bauordnungen und Normen unserer Zeit sind höchst restriktiv und bestimmend bis ins Detail. Und trotzdem gleicht kein Hochhaus dem anderen, kein Firmensitz dem anderen, keine Siedlung der anderen. Der Grund ist schlicht der Gestaltungswille der Architekten und ihrer Auftragsgeber.

Heute sind die Unterschiede in der Gestaltung offensichtlich und grob, im Mittelalter oft nur in homöopathischen, kaum merkbaren Dimensionen.

Die Abweichung aus der Lotrechten wurde erst wieder Ende des 20. Jahrhunderts entdeckt. Ganze Hochhausfassaden kippen nach vorn oder nach hinten – auffallend und derb. Im Mittelalter dagegen als kaum merkliche Irritation, mit dem Auge kaum erkennbar, aber doch zu spüren.

Keine noch so genaue Erforschung der Historiker von allen Schriften und Dokumenten wird imstande sein, den Stil und Gestaltwillen und deren Ergebnisse zu deuten. So wie auch die Erforschung aller Buchstaben, Worte und Sätze imstande wären, in die Geheimnisse von Literatur und Lyrik vorzudringen.

Da wie dort muss man die Komposition als Gesamtheit sehen und versuchen, sie verbal zu umkreisen und einzufangen. Architektur- und Literaturkritik sind ein Reden um die Rätselhaftigkeit der Komposition. Dasselbe betrifft auch die Musik, die bildende Kunst und sogar den Bereich der technischen Erfindungen.

Offensichtlich wird es bei der Betrachtung der Komposition einer mittelalterlichen Stadt. Deren Schönheit und Faszination empfunden, aber nicht erklärt werden kann. Warum da eine zarte Krümmung im Straßenverlauf, dort ein Rücksprung da ein Vorsprung realisiert wurde. Warum Häuser aus der Vertikalen und Horizontalen kippen. Warum kein First dem anderen gleicht.

Den geometrie- und informatikgeprägten Menschen des 21. Jahrhunderts ist es schwer, den Zugang in eine Welt zu finden, die einer Antigeometrie gehuldigt hat. Einer Verneinung des rechten Winkels und alles Mathematischen – und das zur gleichen Zeit, in der man im monastischen Bereich und Kirchenbau einer millimetergenauen Geometrie huldigte. Zwei Prinzipien, die unterschiedlicher nicht sein können.

Die Rätsel der alten Stadt

Die Faszination und Schönheit alter Städte ist evident und jüngst durch das Anwachsen des Städtetourismus neuerdings aufgezeigt. Neben der Freude an der Wohlgestalt und Formvollendung kommt umgehend eine Frage auf: Wie war es möglich, dass in der Vergangenheit – gemessen an der Eintönigkeit moderner Wohnquartiere – so wohlgestaltete Ensembles geschaffen werden konnten?

Die Erfindung der Stadt liegt schon 10 000 Jahre zurück. Die ersten Städte lagen am Nil, am Indus und am gelben Fluss, aber auch in Mittelamerika.

Die europäischen Städte sind zu mehr als 90 Prozent[1] mittelalterliche Gründungen, entstammen also dem 12. bis 14. Jahrhundert. Parallel dazu entwickelte sich bis zum

Auftreten der Pest, mitten im 14. Jahrhundert, auch die Bevölkerung rasant nach oben.

Dieses kaum nachvollziehbare Überziehen von Europa mit Städten in so kurzer Zeit ist am ehesten verständlich, wenn man es als unabdingbare Notwendigkeit ansieht. Es muss auch so gewesen sein, dass es jeder Fürst dem anderen gleichtun wollte. Schließlich auch um sein Territorium zu markieren und abzusichern. Dazu hat sich als Abstand zwischen solchen Städten auf Grund der damaligen Wegeverhältnisse und der Verkehrsmittel ein Abstand von ca. 8 km als sinnvoll herausgestellt. Wer also in diesem praktischen Netz seine Stadt gründete, hatte mit Sicherheit die Konkurrenz vom Bein. Wann nun so eine Stadtgründung vor sich ging ist fast in jeder Stadt durch ein Dokument belegbar: eine Gründungsurkunde, eine erste Nennung des Ortsnamens, eine Grundsteinlegung. Wie diese aber konkret vor sich ging und welche Entscheidungskriterien Pate standen ist selten dokumentiert. Auch die Planer und Baumeister aus dieser Zeit sind weitgehend unbekannt geblieben.

Augenfällig sind jedenfalls das sprunghafte Anwachsen der Bevölkerung und die Möglichkeit, durch Stadtgründungen sein Territorium abzusichern. Dem Stadtgründer waren gleich nach dem prinzipiellen Beschluss einer Stadtgründung weitere Entscheidungen aufgelastet: Festlegung der Größe und des Standortes, auch unter Berücksichtigung strategischer und wirtschaftlicher Aspekte.

Hierbei stellt sich die Frage, welche Idealvorstellungen die Menschen damals von Stadt überhaupt hatten. Da war an vorderster Stelle Jerusalem als Vision: mit seinen sieben Toren und den überragenden Kuppeln und Türmen der Tempel und Kirchen. Auf der anderen Seite waren bereits in der Frühzeit gebaute Städte, und da natürlich die reichen und prunkvoll ausgestatteten. Sie waren durchaus bekannt und dienten als Vorbild. Dazu kamen sicher wie eh und je wirtschaftliche Überlegungen als Einschränkung dazu.

Ganz selten hat man römische Städte im Norden als Basis weiterer Stadtentwicklung verwendet. Denn einerseits waren dies steinerne Städte, die gerade im Norden den an Holzbauten Gewohnten nicht behagen konnten, andererseits waren es gemeinschaftlich organisierte Militär Camps, die schon aus ihrer Funktion eine Aversion hervorriefen und dem Individualismus der Dorfbewohner widersprachen. So gibt es nur wenige Beispiele wo Städte auf römischen Grundrissen basieren. In der Bundesrepublik Deutschland sind es nur 30 bis 40. Auf frühmittelalterlichen Handelsplätzen bauten 100 bis 120 auf, aber ca. 3000 Städte sind im 12.-14. Jahrhundert reine Gründungsstädte, die man mehr oder weniger auf die grüne Wiese baute.

Auffallend an den mittelalterlichen Städten ist das Verwinkelte, Unregelmäßige und Schwingende im Grund- und Aufriss der bildhaften Erscheinung. Das ist umso verwunderlicher als das orthogonale System im Städtebau von Jericho 8000 v. Chr. über die Ägypter, die Griechen und Römer die eigentliche Tradition darstellt. Auch ist die Messtechnik so weit entwickelt, dass die rechten Winkel bei den Griechen in Selinunt 650 v. Chr. im Städtebau nur eine Ungenauigkeit von maximal einem Grad aufweist.

Die Abweichung vom rechten Winkel ist auch durch Geländeformen nicht begründbar. Einerseits hat man von Knossos bis Ephesos das rechtwinkelige System der Landschaft aufgezwungen – auch wenn große Hügel abzutragen waren. Andererseits hat man im Mittelalter auch in völlig flachem Gelände nicht auf das hippodamische System des hellenischen Schaffens zurückgegriffen. So hat die Stadt Wels in der totalen Ebene der Welser Heide einen 300 Meter langen Stadtplatz, der sich schlangenförmig in die Bebauung hineinschwingt.

Die Räume der mittelalterlichen Stadtbaukunst lassen sich nicht in ihrer Gestaltungsidee erfassen und durch-schauen; sie müssen vielmehr als „Erlebnisräume“ durch-schritten werden. Das Sehen aus der Bewegung heraus (Videoerlebnis) bedingt die Anteilnahme des ganzen Menschen mit all seinen Sinnen. [2] Das rhythmische Gestalten erzeugt räumliche Spannung, Dynamik und das Wechselspiel mit den Dominanten. Es ist Komposition im Gegensatz zur antiken Konstruktion.

Die Technik hat den Baumeistern im Mittelalter nicht gefehlt, denn sie haben in den kirchlichen- und Klosterbauten höchste Vertrautheit mit der Geometrie bewiesen, für die Gestaltung der Städte galt aber eine völlig andere bildhafte Sehweise, und es sei gleich festgestellt, dass die natürlich gewachsene Stadt einen Irrtum darstellt. Der schrittweisen Bebauung oder dem Unvermögen der altvorderen Baumeister die Unregelmäßigkeiten in die Schuhe zu schieben ist unredlich. Vielmehr war das Stadtbild, das uns heute fasziniert, schon vor der Fertigstellung die gültige Vision und das Ziel der Planung. Die mittelalterlichen Städte sind auch nicht gewachsen, sondern in ganz bestimmter Größe als Gesamtheit konzipiert worden. Dies gilt auch für deren Erweiterungen.

Bedeutend für die Standortwahl waren auch die tellurischen oder magnetischen Ströme. Erkundet durch die Geomantie. Für viele Städte lassen sich die Positionen der Kirchenaltäre in diesem Netz exakt ausmachen.

Nach der Rückkehr der Tempelritter nach dem ersten Kreuzzug entstand von heute auf morgen die Gotik. Es ist sicher aus dem Osten weit über den Kirchenbau hinausreichendes Wissen mitgebracht worden: magisch wirksame Gesetze der Harmonik, die den Menschen ergreifen sollen.

Auffallend ist auch der Umstand, dass sich die Gotik nicht wie die Romanik (aus dem römischen und byzantinischen Stil) entwickelte, sondern mit einem Schlag fertig und vollkommen war. 150 gotische Kirchenbauten entstanden so allein in Frankreich in der kurzen Zeit zwischen 1150 und 1250.

Höchste Kenntnis der Geometrie und der graphischen Konstruktion lassen sich aus den Kirchenbauten dieser Zeit ablesen.[3] Dieselben waren als Geheimnisse der Maurerbruderschaften streng gehütet, da sie aber sicher auch in den Vorgang von Stadtgründungen eingebunden waren, war dieser Wissensstand auch dafür verfügbar.

Auffallende Abweichungen von einfacher Geometrie und Orthogonalität sind daher nicht als zufällig oder aus Unvermögen damals tätiger Fachleute zu deuten, sondern nur als eindeutige Absicht, die einer neuen bildhaften Vision für die mittelalterliche Stadt entsprang.

Wie diese neue Sehweise entstand, aus welchen Wurzeln sie entspross und welche Herrscher und Baumeister die Wortführer waren, ist einer genauen Erforschung wert. Jedenfalls bedurfte die Menschheit des emotionalen Bezuges zu ihren Wohnstätten, sie forderte die ästhetische Überhöhung, eine Kultur der Gestaltung, die dem Alltag Glanz verleiht. Städte bedürfen der Sinnzeichen zur Definition ihrer Individualität. [4] Der mittelalterliche Städtebau ist nicht ein Abgehen von den Regeln, sondern eine autonome formale Vision an der nach der Gründung Jahrzehnte und Jahrhunderte gebaut wird. Die eigentlich mittelalterliche Stadt befindet sich immer in statu nascendi. [5]

Im Ostalpenraum gab es den Schub der Stadtgründungen von 1180 bis 1240. Es ist die bedeutsamste Zeit bis zur französischen Revolution.[6] So entstanden im regelmäßigen Abstand von einer Meile (Bannmeile, ca. 8 km) ein Netz von befestigten Märkten wie es beispielsweise für das Mühlviertel in Oberösterreich nachgeprüft wurde.[7]

Bevor ein Landesherr oder Fürst eine Stadtgründung anordnete war Grundlegendes festzulegen: Standort, Größe und Anzahl der Bewohner, strategische Voraussetzungen, Privilegien, Fragen der Wasserversorgung und Ernährung. Dazu dienten verschiedenste Fachleute.

Diese praktische Stadtgründung ist ein vielschichtiger Prozess, zu dem Ingenieurleistung in unserem heutigen Sinn erforderlich ist. Die Römer ließen am Standort erst einmal Schafe weiden und machten, um die Gesundheitsverträglichkeit festzustellen, eine Beschau der Eingeweide. Sicher ist diese Vorprüfung auch nicht ohne Wünschelrutengänger abgegangen. Dann steckten sie von der Stadtmitte aus mit dem Gronca, einem Vermessungsgerät, das Hauptstraßenkreuz aus.

Sicher wurden die Plätze auch im Mittelalter von gut ausgebildeten Feldmessern angelegt, die den Umriss, den Platz und die Hofstätten absteckten. Der Nachweis für gezeichnete Stadtpläne ist schwer zu erbringen, aber gewisse Stadtmodelle und Grundrisstypen, die immer wieder gleichartig verwirklicht wurden, müssen den Stadtgründern vor Augen gewesen sein.

Die Genauigkeit dieser Vermessungen zeigt eine Nachprüfung der Aussteckungen für Wiener Neustadt des Jahres 1192, aber auch für Retz, Bruck an der Leitha und Marchegg.[8] Dabei wird höchste Präzision attestiert, was die Umfassungsmauern und die Aussteckung der Plätze betrifft. Auf naturgeographische Gegebenheiten nahm man bei hochmittelalterlichen Gründungen wenig Rücksicht. Auch nicht bei Stadterweiterungen.[9]

Die Vorgabe der Größe des Marktes war für die Geometer entscheidend. Genormte Zisterzienserdörfer hatten beispielsweise 24 Häuser, je 12 einen Anger umschließend. Diese Dörfer und Weiler waren von wenigen Menschen bewohnt. Im Hochmittelalter wurde es dann üblich, mindestens hundert Bewohner in einer Siedlung zusammenzuziehen. Mit den im 13. Jahrhundert verbesserten Befestigungsanlagen wurden die ersten Städte zum militärischen Faktor und für die Ritterheere uneinnehmbar. Die Tore waren die eigentlichen Schwachstellen und mussten besonders geschützt und baulich gestaltet werden.

Die Besiedelung der Städte war nicht immer einfach. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts wurden neue Siedler mit den Privilegien des Straßenzwanges und des Stapelrechtes –legitimiert durch Kaiser oder Landesfürst – neben der garantierten Sicherheit in die Stadt gelockt. Die in die Stadt gezogenen Bauern bekamen Krautäcker vor den Stadtmauern zugeteilt, hatten das Vieh aber für den Fall der Belagerung in der Stadt. Sie durften ihre eigenen Produkte der Landwirtschaft oder des Handwerks auch direkt vor ihren Häusern vermarkten.

Grundsätzlich verschieden von der Situation am Land und in den Hofmarken war die ökonomische Lage der Stadtbewohner. Ob hörig oder frei, sie waren wirtschaftlich selbständig und betrieben neben dem Gewerbe auch ihre Landwirtschaft, allerdings in einem, durch die städtischen Verhältnisse bedingten, eingeengten Umfang.[10]

Trotz dieser Verlockung und sicher auch dann und wann trotz dem Druck der Stadtgründer blieben oft große Flächen innerhalb der Mauern unbebaut. Auch die Idealstadt Palmanova, die von Venedig als Wehrstadt konzipiert war, konnte nicht besiedelt werden. 1622 verfügte Venedig, dass Kriminellen zugleich Straferlass, Baugrundstücke und Material angeboten werden sollten, wann immer sie bereit wären, sich an den vorgezeichneten Straßenachsen anzusiedeln. Doch freiwillig kamen auch Sträflinge nicht.[11]

Unabdingbar für die Besiedelung war eine Parzelleneinteilung mit exakten Maßen der Gebäudebreiten. Meist sind schon aus Gründen der Ökonomie die Parzellen schmalseitig zum Marktplatz aneinandergereiht. Im hinteren Grundstücksteil der fahnenartigen Parzellen war Platz für Nebengebäude, die von einer hinteren Wirtschaftsstraße aufgeschlossen waren. Bei größeren Stadtgründungen hat man vorne und hinten Häuser errichtet. Für Wiener Neustadt ergab sich dadurch eine regelmäßige Tiefe von 40 Klaftern (70,8 m).[12]

Diese Parzellenaufteilung hatte aber auch das Areal für die Kirche, den Pfarrhof und den Friedhof zu berücksichtigen. Im Allgemeinen vom Marktplatz abgeschieden.

Alle diese Vermessungen zusammengenommen ergäben theoretisch ein klares Rechtecksystem, es sind aber in den Altstädten gerade diese Fluchten und der rechte Winkel im Straßennetz kaum zu finden.

Diese Verwindungen, dieses Abgehen von der geraden Flucht, diese Vor- und Rücksprünge machen neben der Geschlossenheit und Gestaltungsdichte den Reiz der Altstadt aus, und da die Gestalt zur Zeit der Stadtgründung meist im Dunkeln liegt, könnte das gegenwärtige Ergebnis auch als die Summe der Entstellungen des Originals verstanden werden.[13] Dem ist aber nicht so. Die krumme Straße war durchaus nicht Unvermögen, historische Wegführung oder topographische Rücksichtnahme. Sie war Absicht, sie war gewollt und geplant.

Schon Alberti (1404-72) hat in seinen Zehn Bücher über die Baukunst die krumme Straße gelobt und führt Gründe dafür an: Die Stadt werde größer scheinen, die Häuser sich allmählich und abwechselnd dem Auge darbieten, der Schatten nie ganz fehlen, der Wind gebrochen, die Verteidigung der Feinde leichter sein. [14] Neuerdings wird sogar nachgewiesen, dass diese Großformen von geschwungenen Plätzen, Straßen und Stadtmauern, großen Kreisbögen von mehreren hundert Metern Radius folgen. Auch die S-förmigen Bogen erfreuten sich großer Beliebtheit und dienten ganz offensichtlich der Aufwertung eines Standortes, da er mit Vorliebe in den Hauptstraßen Verwendung fand.[15] Damit ist das Ende der Vorstellung von der organisch gewachsenen Stadt besiegelt.

Der Grund, warum diese Vermessungsfiguren erst kürzlich entdeckt wurden, ist der Umstand, dass sie in der Klarheit des Grundrisses in der Stadt nicht erlebt werden können. Gerade die Brechung der Geometrie und ihrer Langeweile war eine weitere darübergelegte, dazukomponierte Absicht. Es wird dies auch als Demutsgeste gegenüber Gott verstanden, der allein der legitime Schöpfer einer „vollkommenen Geometrie“ sein kann. Das Abgehen des Menschen von derselben wird als gestus humilitatis bezeichnet und bringt Leben in die Einfalt von Geometrie, Symmetrie und gleichförmigen Abfolgen.

Der geometrischen Großform, ob gerade oder weitschwingender Bogen, wird mit Abweichungen geantwortet. Vor- und Rücksprünge, Verschwenkungen, Abweichungen von der Lotrechten – alles das wird vom uninformierten Betrachter als Unvermögen der Bauausführenden oder spätere Verformung gedeutet, ist aber Absicht wie auch der Geiger durch das vibrato dem theoretischen Ton erst Fülle verleiht. Diese Abweichungen von der blanken Geometrie sind auch im Städtebau Gestaltgebung und Binnenstruktur.

Diese Brechungen im Stadtgrundriss werden besonders in den Holzmodellen von Jakob Sandtner (16. Jh.) für Ingolstadt, Straubing, Burghausen und München deutlich (Bayerisches Nationalmuseum, München).[16]

Dem gestus humilitatis entsprechend haben sich auch die Hausbreiten zu unterscheiden (mindestens 2 Schuh), Eckhäuser zirka 1/3 breiter zu sein. Auch die Gebäudehöhe muss zum Nachbarn mindestens um 1 Schuh höher oder bis 6 Schuh niedriger sein. Fenster dürfen nicht auf gleicher Höhe durchlaufen, sondern in der Horizontalen um eine Handbreit variieren. Auch die Hausmittelachse ist nicht in der Mitte. Selbstredend sind die Fassaden auch nicht im Lot und die Sockelfluchtlinie schwingt gegen die Flucht des Firstes.

Alle diese Maßabweichungen sind im homöopathischen Bereich und werden bei der Betrachtung nicht gesehen, aber gespürt. Ein klassisches Beispiel ist eines der besterhaltenen Bürgerhäuser aus dem Jahr 1497: das Bummerlhaus in Steyr. Einer Symmetrie im Erdgeschoss steht eine geradezu beliebig erscheinende Fensteraufteilung im ersten Obergeschoss gegenüber – und auch der First ist aus der Mitte verschoben.[17]

Zu dieser Raffinesse kommt noch die Binnenstruktur der Fassaden mit Putz und Farbe, wobei bei letzterer die Palette verfügbarer Pigmente die Farbmelodie der Stadt bestimmte. Dass der Nachbar eines kalt gefärbten Hauses sein eigenes mit einer warmen Farbe gestalten wird, liegt auf der Hand. Dies war nicht auf Empfinden, sondern auf Wissen gegründet.[18]

Ergänzt wird das Ensemble durch raumbildende Elemente wie Schwibbögen, die in den seltensten Fällen statische Funktion haben, sondern den Wind brechen und engen Gassen die Schluchtwirkung nehmen. Enge Gassen werden an ihren Einmündungen in Hauptstraßen auch gerne überbaut und bilden Torsituationen.

Sonderbauten wie Rathäuser und Kirchen prägen als Dominanten das Bild der Stadt. Dabei sind besonders bei letzteren mythologische und astronomische Veranlassungen wirksam. Schräg auf den Plätzen stehende Kirchen sind, wie für Wiener Neustadt nachgewiesen, nach dem Sonnenaufgang an bestimmten in der Religion festgelegten bedeutsamen Tagen ausgerichtet (am Tage des Kirchenpatrons).

Diese Besonderheiten der Altstädte setzen sich natürlich auch im Inneren der Gebäude fort.

Schließlich wird klar, dass es die natürlich gewachsene Stadt gar nicht geben kann, denn auch Stadterweiterungen wurden in gleichem Sinne geplant und gestaltet. Jedenfalls ist die Altstadt von heute das Ergebnis einer großen und bis ins Detail gehenden Planung und künstlerischen Absicht.

Wenn uns heute Altstädte ansprechen verstehen wir zwar ihre Sprache nicht, empfinden aber die Melodie durchaus als Schönheit. Die Rätselhaftigkeit die dahintersteckt erhöht zusätzlich den Reiz.

Die Forschung über das Geheimnis Altstadt steht in vielen Bereichen erst am Anfang. Schon aus dieser Sicht wird deutlich wie dringend ein behutsamer Umgang mit diesem historischen Erbe gefordert werden muss.

Die rätselhafte Gestaltung mittelalterlicher Städte

Kunsthistoriker und Professoren der Baukunst haben dicke Bücher über die Architektur verfasst. Alle bedeutenden Bauwerke der Welt fanden Beachtung – Tempel, Burgen, Schlösser, Kirchen, Moscheen und Grabdenkmäler. Alles Einzelmonumente. Kaum Bedeutung beigemessen wurde von der Architekturwissenschaft den in deren Schatten entstandenen Hofmarken, Dörfern und Märkten, bei welchen keine große gestalterische Idee oder gar Geometrie zu erkennen war. Sogar bedeutende Architekten und anerkannte Architekturtheoretiker sahen und sehen in den mittelalterlichen Stadtkonfigurationen nur eine Ausformung von Zufall und Unfähigkeit.

Da waren auf der einen Seite die Bauhütten für die Sakralbauten mit ihren gehüteten Geheimnissen der Baugestaltung und ihrer europaweiten Vernetzung, auf der anderen Seite Bauleute, die es als blasphemisch erachtet hätten, die sakrale Geometrie im Dorf oder der Bürgerstadt zu verwenden.

In den Hofmarken und Märkten ging es melodischer zu: statt Geometrie bauten sie Poesie, statt der geistlichen Intelligenz bedienten sie sich einer Methode, die dem heutigen Feng-Shui verwandt erscheint. Im Gegensatz zu den Bauten von Kirche und Adel mieden sie den rechten Winkel und den Kreis, wichen von der Senkrechten ab und gestalteten mit Absicht gegen die Symmetrie. Das Ergebnis lässt sich sehen und ist noch geheimnisvoller als das der großen Baumeister.

Vergessen sind die orthogonalen Städte der Griechen und ihre weitläufigen Palastanlagen im rechten Winkel. Auch die Römerstädte mit ihren Hauptstraßen in die vier Himmelsrichtungen waren für die nachfolgenden Kelten in ihren Holzhäusern kein Vorbild. Nur Steinbruch, um daraus Kalk zu brennen. Nirgends kam es zu Nachnutzungen.

Auch die mittelalterliche Stadt Europas entstand aus gegenseitiger Information und Beeinflussung. Was in Italien und Spanien geschah, wusste man auch im hohen Norden und umgekehrt. Die freie Gestaltung und die Freude am poetischen Gestalten ließen das entstehen was wir als mittelalterliche Stadt empfinden – und wir empfinden es als ansprechend und schön.

Gerade die Kleinstädte Europas sind sprechende Beispiele für die angewandte Partitur gegen die Eintönigkeit. Es ist eine der monastischen Bauweise entgegengesetzte „Harmonie der Vielfalt“, der Harmonie des Kaleidoskops: geschwungene Straßen, Plätze, die das simple Rechteck meiden und in der nächsten Stadt schon wieder gänzlich anders gestaltet sind, malerische Firstlinien und rhythmisch gestaltete Fassaden.

Da man gegen die Monotonie gebaut hat ist es verständlich, dass auch bei den geschlossenen Hausreihen kein Haus die gleiche Breite haben durfte wie der Nachbar. Der Mindestunterschied waren zwei Schuh.

Auch dass in der Fassade selbst jede Art von Symmetrie zur Langeweile geführt hätte liegt auf der Hand und zwingt zu melodischen Lösungen. Nie war der Hauseingang in der Fassadenmitte, nie die Fenster genau übereinander. Das Bummerlhaus in Steyr, das beim ersten Hinschauen symmetrisch auf den mittigen Spitz des Giebels ausgerichtet erscheint, zeigt alle Symptome der mittelalterlichen Partitur. Sogar ein Renaissancebau wie das Maison des Têtes in Colmar vermittelt das Tanzen der Fenster rund um einen Erker, der naturgemäß nicht in der Mitte sitzt.

Damit nicht genug – die ganze Fassade neigt sich ein bis zwei Handbreit aus der Senkrechten entweder nach hinten oder nach vorne. Und da die Menschen vor etwa fünfhundert Jahren langsamer und empfindsamer lebten, hatten sie auch ein Herz für das Laufen der Schatten in den Gassen und auf jeder einzelnen Fassade. Das ging so weit, dass sogar die Dicke der Fenster umgebenden Putzfaschen variiert wurden, um ein monoton gleiches Schattenbild zu umgehen.

Auch was die Farbgebung anlangt haben heutige Malermeister ihre Meisterschaft eingebüßt. Sie können nicht einmal die kleine Anzahl traditionell verwendeter mineralischer Pigmente benennen oder gar die Partitur der Farbabfolge nachempfinden. Statt die Melodie historischer Farbgebung wiederherzustellen bedienen sie sich geschmäcklerisch des Angebots heutiger Farbindustrie, die tausende Farben und Materialien anbieten kann.

Es mag dies alles einem wirren Kopf entsprungen sein, als aber 1986 noch Forschungsprojekte gefördert wurden, hat Architekt Gerhard Schwack die künstlerischen und physiologischen Gesichtspunkte in einer Publikation deutlich gemacht.

Mittelalterliche Stadtgestaltung war demzufolge nicht vom Unvermögen der Ausführenden geleitet, sondern sehr deutlich von der Partitur gegen die Eintönigkeit. Was heute Besucher der alten Städte als Schönheit empfinden ist Ergebnis eines raffinierten Designs, und wenn sie aufmerksam gemacht werden, dass die Fenster nie auf derselben Höhe wie beim Nachbarn zu finden sind, erkennen sie den Unterschied zu heutigen Wohnkisten, die die Monotonie zum Gestaltprinzip erhoben haben.

Die Frage die schließlich im Raum steht: was können Architekten von heute aus den historischen Altstädten lernen? Eine Fassade aus der Vertikalen zu neigen ist ein kümmerlicher Versuch sich gegen die gängige Monotonie aufzulehnen und das tanzende Haus von Architekt Gehry in Prag schießt wiederum weit über die Subtilität alter Städte hinaus.

Das Denkmalamt hat einige Altstädte schon zu Denkmalensembles erklärt. Die kleinen historischen Städte Österreichs haben sich unabhängig davon zur gemeinsamen Werbung im Fremdenverkehr jüngst zusammengetan (www.khs.info). Sie werben mit dem Stadtbild als Rahmen für qualitative Beherbergung, Kulinarik, Kultur und Veranstaltungen.

Es ist anzunehmen, dass so auch der Respekt vor dem historischen Erbe als Dokument gekonnter und feinnerviger Gestaltung weiter vertieft werden wird.

Gestaltung gegen die Eintönigkeit (Ein Vortrag)

Ich ersuche gleich am Anfang meiner Ausführungen zum Thema der Altstadt und Altstadterhaltung um Nachsicht zu einem Rückblick in die frühe und tiefe Vergangenheit. Damit will ich erst den Beweis antreten, dass der Mensch schon vor Tausenden von Jahren was das Messen anlangt, höchste Präzision zu erreichen imstande war – das, um später darzulegen, dass all das Ungenaue, das Unregelmäßige in den Altstädten nicht ohne Absicht gestaltet wurde, sondern durchaus kompositorische Absicht war.

*

Rückblickend ist Kulturelles meist rätselhaft. Beispielsweise die Leistungen der Ägypter vor 5000 Jahren, ihre Tempel, ihre Plastiken, ihre Wandbemalungen in den Grabkammern – alles Zeichen höchster Kultur.

Denken wir nur daran, uns heute einen einzigen Obelisken anbieten zu lassen. Aus härtestem Granit. Hergestellt mit den damaligen Werkzeugen, transportiert mit den damaligen Mitteln und aufgestellt, ohne dass er zerbricht. Was das kosten würde?

Oder Stonehenge in England 2500 vor Christi Geburt. Mit 5 Tonnen schweren Säulen, auf welchen 7 Tonnen schwere Balken liegen mit Löchern und herausgemeißelten Bolzen verbunden. 1600 Jahre haben sie daran gearbeitet, aber von allem Anfang war klar, dass alles millimetergenau nach dem Gang des Mondes und der anderen Himmelskörper ausgerichtet sein muss.

Die Messgenauigkeit vor tausenden von Jahren lässt sich rund um die Welt beweisen und feststellen. Nichts war zufällig. Alles hatte Bezug zu Sonne, Mond und den Sternen. Auch die exakte Stadtvermessung von Wiener Neustadt beweist diese Bezüge für die Türme und Tore. Die Kirche wurde nicht nur dort genau nach dem Sonnenaufgang am Tag des Kirchenheiligen ausgerichtet. Ohne Abweichung exakt. Gültig bis heute.

Nichts war Zufall, nicht die Tage der Feste, nicht der Beginn eines Krieges, kein Tag einer Hochzeit. Nicht der Neigungswinkel der Pyramiden, nicht ein Straßenverlauf, keine Stadtgründung, keine Platzgestaltung, nicht die Anzahl der Häuser und ihre Gestaltung. Zufall gab es nicht – alles hatte seinen Grund und seine Ursache.

Auch bei den gotischen Kirchen war die Steinmetzarbeit auf den Millimeter genau. Das ganze Gebäude vorher geplant und über Generationen hinweg ins kleinste Detail vorherbestimmt.

Dieses Wissen wurde zwar in den Bauhütten geheim gehalten, war aber in ganz Europa verbreitet. In den großen Bauhütten von Straßburg, Bern und Wien, aber natürlich auch in Köln, in Paris und London. Die Gesellen zogen von Bauhütte zu Bauhütte, um sich heranzubilden, um schließlich selbst zum Meister zu werden (wie Meister Krumenauer, der Erbauer der St. Stephans-Kirche von Braunau, in der Wiener Bauhütte zum Meister wurde).

Das Wissen der Meister war von höchster Qualität: Statik und Ästhetik, Baustoffkunde, Geometrie und Mathematik, daneben die Kenntnis der Religion, der Heiligen und ihrer Lebensgeschichte. Schließlich auch die Kenntnis der sozialen Struktur der eigenen Zunft, deren Rechte, Pflichten, Finanzen, Altersversorgung und Fürsorge für Kinder, die am Bau ihren Vater verloren hatten. All das machte einen Meister aus. So war Zufall am Bau ausgeschlossen. Beim Bau einer Brücke, einer Kathedrale oder dem Bau einer Stadt.

Am Firmament herrscht Ordnung und diese Ordnung war ihr Anhaltspunkt – seit tausenden von Jahren.

*

[...]


[1] Klaus Humpert, Martin Schenk, „Entdeckung der mittelalterlichen Stadtplanung“, Theiss Verlag, Stuttgart, 2001.

[2] Wolfgang Rauda, „Raumprobleme im europäischen Städtebau“, Callway, München, 1956.

[3] Louis Carpentier, „Die Geheimnisse der Kathedrale von Chartres“, Gaia Verlag Köln, 1972.

[4] Wolfgang Braunfels, „Abendländische Stadtbaukunst“, Du Mont, Köln, 1977.

[5] Otto Borst, „Alltagsleben im Mittelalter“, Insel Verlag, 1983.

[6] Heinrich Koller, „Hochmittelalterliche Siedlungsplanungen und Stadtgründungen im Ostalpenraum“, in: Forschung zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs, Band 1, Linz, 1978.

[7] Willibald Katzinger, „Die Märkte Oberösterreichs“, in: Forschung zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs, Band 1, Linz, 1978.

[8] Erwin Reidinger, „Planung oder Zufall“, Wiener Neustadt 1992.

[9] Heinrich Koller, „Hochmittelalterliche Siedlungsplanungen und Stadtgründungen im Ostalpenraum“, in: Forschung zur Geschichte der Städte und Märkte Oesterreichs, Band 1, Linz, 1978.

[10] Artur Waltl, „Braunau am Inn – Ein Denkmal mittelalterlichen Städtebaues“, Linz, 1948.

[11] Wolfgang Braunfels, „Abendländische Stadtbaukunst“, Du Mont, Köln 1977.

[12] Erwin Reidinger, „Planung oder Zufall“, Wiener Neustadt 1192.

[13] Rainer Reinisch, „Altstadtensemble“, Bundesministerium für Bauten und Technik, 1984.

[14] Georg Germann, „Krumme Straßen“, in: Zeitschrift für Stadtgeschichte, Stadtsoziologie und Denkmalpflege, 1/76, Verlag Kohlhammer.

[15] Klaus Humpert, Martin Schenk, „Entdeckung der mittelalterlichen Stadtplanung – Das Ende vom Mythos der gewachsenen Stadt“, München, 1967.

[16] A. Reitzenstein, „Die alte bayerische Stadt in den Modellen des Drechslermeisters Jakob Sandtner“, München, 1967.

[17] Gerhard Schwack, „Marktplätze – Künstlerische und physiologische Gesichtspunkte bei der Gründung und Planung am Beispiel Altheim“ Roderer, Regensburg, 1986.

[18] Rainer Reinisch, „Die Farbgebung der Altstadt“, in: Die alte Stadt 2/80, Kohlhammer, Stuttgart.

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten

Details

Titel
Die alte Stadt. Erhaltung und Pflege
Autor
Jahr
2017
Seiten
60
Katalognummer
V356640
ISBN (eBook)
9783668430617
ISBN (Buch)
9783668430624
Dateigröße
818 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stadt, erhaltung, pflege, denkmalpflege, alte stadt
Arbeit zitieren
Rainer Reinisch (Autor), 2017, Die alte Stadt. Erhaltung und Pflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356640

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