Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist, zu erkennen, ob akademisierte Pflegefachkräfte im ambulanten Pflegesetting einen zukünftigen Arbeitsbereich für sich sehen. Die Erwartungen, die sie mitbringen, und Chancen, die sich in Zukunft daraus ergeben können, vervollständigen die Zielerwartung an diese Arbeit.
Um dieses Ziel zu erreichen, unternimmt die Verfasserin zunächst einen Ausflug in das Qualitätsmanagement. Im Besonderen hier die Geschichte des Qualitätsmanagements, um aufzuzeigen, wie wichtig eine Qualitätsentwicklung ist, um sich im weiteren Verlauf überhaupt mit Akademisierung zu befassen. Methodisch bedient sich die Verfasserin der Literaturanalyse sowie der Forschungsmethode des Experteninterviews. Hier wurden sechs Studierende aus dem dualen Studiengang Pflege mit neun Fragen bezüglich des ambulanten Pflegesettings befragt, nachdem die Studierenden dort jeweils ein mehrwöchiges Praktikum absolviert hatten. Die Ergebnisse der Experteninterviews wurden mithilfe der Auswertungsmethode nach Meuser und Nagel durchgeführt.
Im weiteren Verlauf der Arbeit wird erkennbar, wie groß der Einfluss der Rahmenbedingungen ist, dem das ambulante Pflegesetting unterliegt. Die Entwicklung der Pflegeakademisierung in Deutschland und der ambulanten Pflege selbst schaffen Grundlagen, die es der Akademisierung in der ambulanten Pflege nicht besonders einfach machen. Dass es trotzdem Möglichkeiten gibt und die Akademisierung der ambulanten Pflege unabdingbar notwendig ist, kann in dieser Arbeit gezeigt werden. Mit Ideen zur Umsetzung schließt diese Arbeit im Ausblick ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Geschichte der Qualitätsentwicklung
3. Theoretische Perspektiven zur Profession der Pflege nach Ulrich Oevermann
4. Professionalisierung und Akademisierung der Pflege in Deutschland
4.1 Der duale Studiengang Pflege
5. Rahmenbedingungen im ambulanten Setting
5.1 Rahmenverträge und Zulassung
5.2 Finanzierung
6. Methode
6.1 Literaturanalyse
6.2 Forschungsmethode: Experteninterviews
6.2.1 Hauptfrage
6.2.2 Methodisches Design und Forschungsprozess und Sample
6.2.3 Fragen des Interviews und Leitfaden
6.2.4 Auswertungsmethode und Analyse
6.2.5 Methoden Kritik
7. Ergebnisse
7.1 Auswertung der Experteninterviews – Kategorienübersicht
7.2 Beschreibung der Ergebnisse
7.2.1 Interpretation der Ergebnisse
7.3 Stressoren unter dem Blickwinkel der Salutogenese
7.4 Diskussion
8. Fazit und Handlungsempfehlungen
9. Ausblick
10. Literatur
10.1 Abbildungen, Tabellenverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Bachelorarbeit untersucht, ob akademisierte Pflegefachkräfte das ambulante Pflegesetting als zukünftiges Arbeitsfeld in Betracht ziehen, welche Erwartungen sie mitbringen und welche Herausforderungen die aktuelle Struktur für eine erfolgreiche Akademisierung bietet.
- Analyse der historischen Entwicklung des Qualitätsmanagements in der Pflege.
- Theoretische Auseinandersetzung mit Professionalisierung nach Ulrich Oevermann.
- Untersuchung der strukturellen Rahmenbedingungen und Finanzierung im ambulanten Setting.
- Empirische Erhebung durch Experteninterviews mit dual Studierenden.
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die Integration akademisierter Pflegefachkräfte.
Auszug aus dem Buch
3. Theoretische Perspektiven zur Profession der Pflege nach Ulrich Oevermann
In der Entwicklung einer Pflegeprofession sind wir heute in der Erkenntnis angekommen, dass pflegetheoretische Aspekte grundsätzlich und stets wesentliche Voraussetzungen für die Gestaltung einer professionellen Pflege sind. Individuelles Fallverstehen und evidence-based nursing sind hier nur zwei Schlagworte, die diese Wissensrealität beschreiben. So spiegelt sich in der „Pflegewelt“ eine Notwendigkeit wieder, die in der praktischen Umsetzung schnell ihre Grenzen findet. Beispielhaft können hier die nationalen Expertenstandards genannt werden, die grundsätzlich nur einen Rahmen geben, um individuelle Standards zu entwickeln. Genau diese Entwicklungsarbeit macht jedoch den Pflegekräften große Probleme. Solch handlungstheoretische Fertigkeiten werden den Pflegefachpersonen abverlangt, wobei derlei Kenntnisvermittlung im derzeitigen Ausbildungscurriculum zur Pflegefachperson kaum zu finden ist.
Die Tatsache, dass Pflegekräfte genauso wie die Ärzte ein Mandat der Patienten erhalten, darf bedeuten, dass die Parteien, wie Oevermann es im therapeutischen Bündnis zwischen Arzt und Patient beschreibt, ein Arbeitsbündnis im pflegerischen Bereich eingehen. Hier ist die Profession der Pflegefachkraft gefragt, um den Patienten eine professionelle Pflege angedeihen lassen zu können. So erklärt Oevermann: „Denn es ist ja im therapeutischen Arbeitsbündnis unabdingbare Voraussetzung für dessen praktische Autonomie und damit für die die Autonomie stützende Selbstverantwortlichkeit des Patienten in der helfenden und zugleich Hilflosigkeit erzeugenden Behandlung, daß der Kranke auf eigenen Entschluß hin in Anerkennung seines Leidens sich in Behandlung begibt, also sich selbst zum Patienten macht“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der ambulanten Pflege im Kontext des demographischen Wandels ein und begründet die Notwendigkeit der Akademisierung für eine evidenzbasierte Versorgung.
2. Die Geschichte der Qualitätsentwicklung: Dieses Kapitel beleuchtet historische Perspektiven und die Evolution des Qualitätsmanagements, um die Grundlage für moderne Qualitätsanforderungen zu legen.
3. Theoretische Perspektiven zur Profession der Pflege nach Ulrich Oevermann: Hier wird anhand von Oevermanns Theorie die Notwendigkeit professionellen Handelns in der Pflege sowie die Bedeutung des therapeutischen Arbeitsbündnisses erörtert.
4. Professionalisierung und Akademisierung der Pflege in Deutschland: Dieser Abschnitt beschreibt den historischen Weg der Pflegeakademisierung, die Rolle von Pionierinnen und die Etablierung dualer Studiengänge.
5. Rahmenbedingungen im ambulanten Setting: Dieses Kapitel analysiert die gesetzlichen und ökonomischen Bedingungen, insbesondere Rahmenverträge, Zulassungsrichtlinien und die Vergütungssysteme der ambulanten Pflege.
6. Methode: Die Verfasserin legt hier ihr methodisches Vorgehen dar, welches eine Literaturanalyse sowie eine qualitative Forschung mittels Experteninterviews umfasst.
7. Ergebnisse: Dies ist der empirische Hauptteil, in dem die Ergebnisse der Experteninterviews kategorisiert, interpretiert und unter Einbezug der Salutogenese diskutiert werden.
8. Fazit und Handlungsempfehlungen: Hier werden die Forschungsergebnisse synthetisiert und konkrete Vorschläge zur strukturellen Weiterentwicklung und Spezialisierung ambulanter Dienste formuliert.
9. Ausblick: Der Ausblick thematisiert zukünftige Herausforderungen für ambulante Pflegedienste und notwendige Anpassungen in der Organisationsstruktur für akademisiertes Personal.
10. Literatur: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen und die ergänzenden Abbildungs- und Tabellennachweise auf.
Schlüsselwörter
Ambulante Pflege, Akademisierung, Pflegeprofession, Qualitätsmanagement, Experteninterview, Salutogenese, Pflegemanagement, Duales Studium, Fachkraftquote, Pflegepolitik, Arbeitsbündnis, Evidence Based Nursing, Patientenversorgung, Strukturveränderung, Professionalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle akademisierter Pflegefachkräfte in der ambulanten Pflege und untersucht, wie das Arbeitssetting für diese Fachgruppe attraktiv gestaltet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Qualitätssicherung, die Professionalisierung der Pflege durch Akademisierung, die aktuellen Rahmenbedingungen der ambulanten Versorgung sowie die Erwartungen von Pflegestudierenden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist herauszufinden, ob akademisierte Pflegefachkräfte die ambulante Pflege als zukünftiges Arbeitsfeld wahrnehmen und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um diesen Übergang erfolgreich zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Verfasserin?
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer qualitativen empirischen Studie in Form von Experteninterviews mit sechs Studierenden des dualen Studiengangs Pflege.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Pflegetheorien, die Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und die detaillierte Auswertung der Experteninterviews anhand von Kategorien wie Zeitdruck, Fachkraftquote und Zukunftsperspektiven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Akademisierung, ambulante Pflege, Pflegemanagement, Salutogenese und Professionalisierung definiert.
Wie bewerten die befragten Studierenden die aktuelle Situation in der ambulanten Pflege?
Die Studierenden erleben das Setting als von Zeitdruck geprägt und bemängeln häufig eine geringe Fachkraftquote, berichten jedoch gleichzeitig sehr positiv über den intensiven Kontakt und das Feedback der Patienten.
Warum erscheint die ambulante Pflege für akademisierte Fachkräfte derzeit eher unattraktiv?
Als Gründe werden die hohe Arbeitsbelastung, starre Zeitkorridore, mangelnde Weiterentwicklungsmöglichkeiten und das Fehlen von Strukturen zur Umsetzung wissenschaftlich fundierter Pflegepraxis genannt.
- Arbeit zitieren
- Birgitta Hüßelmann (Autor:in), 2017, Ambulante Pflege. Der Einzug der Akademisierung in das ambulante Pflegesetting, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356726