Smart Home. Ein Überblick über Markt, Technik, Chancen und Risiken


Studienarbeit, 2016
14 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Gliederung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einführung

2 Der Smart Home Markt
2.1 Innovationsmangement im Zeitalter des Internet der Dinge
2.2 Aktuelle Marktsituation des Smart Homes
2.2.1 Kundenbedürfnisse
2.2.2 Technologische Möglichkeiten

3 Technische Beispiele
3.1 Heizungssteuerung
3.2 Smart Metering und Haushaltsgeräteautomation
3.3 Vernetzte Elektronik und Personalagents
3.4 Drohnen Belieferungsservice

4 Technologiestandards

5 Chancen und Risiken

6 Resümee und Ausblick

Quellenverzeichnis

Bezug von Quellen via Internet

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Smart Home Markt 2016

Abbildung 2 Der Ursprung von Innovation

Abbildung 3 Industrie 4.0 – Der Aachener Ansatz

Abbildung 4 Smart Home Technologiestandards

1 Einführung

Ein Smartphone ist allgegenwärtig, denn nahezu jeder besitzt ein oder mehrere Geräte dieser Art. Hingegen weiß der Durchschnittsverbraucher nicht was sich hinter dem Begriff Smart Home verbirgt.[1]

Der Begriff Smart Home beschreibt technische Prozesse und Systeme die in Wohnräumen zur automatisierten Wohn- und Lebensqualität, ebenso wie zu Sicherheit und zu effizienter Energienutzung beitragen. Das technische Verfahren umfasst weiterhin Haustechnik und Haushaltsgeräte, wie z.B. Lampen, Jalousien, Heizung, Herd, Kühlschrank und Waschmaschine, als auch die Vernetzung von Komponenten der Unterhaltungselektronik. Ein Haushalt wird als Smart Home bezeichnet, wenn weitestgehend alle Geräte, wie z.B. Leuchten, Taster, Heizungssteuerung miteinander vernetzt sind und diese nach Aspekten der Industrie 4.0 Modelle miteinander agieren. Die zentrale Steuereinheit wird als Programmschnittstelle definiert und übernimmt eine gebündelte Kommunikation mit dem Internet.[2]

Die Smart Home Systeme erleichtern dem Menschen somit die Steuerung der Geräte mithilfe der Cyperwelt des Internet der Dinge. Ein Ableger von Smart Home ist das Smart Metering, welches sich schwerpunktmäßig auf das Messen und die intelligente Regulierung des Energieverbrauchs konzentriert.[3] Wissenschaftlich betrachtet setzt sich der Oberbegriff Smart Home aus den beiden Wörtern „Smart“ und „Home“ zusammen. Der Begriff SMART stammt von einer Definition der Zielformulierung ab, um eine exakte Messbarkeit eines Zieles zu ermöglichen. Hier steht das Akronym SMART für; S = spezifisch, M = messbar, A = attraktiv, R = realistisch und T = terminiert.[4] Das Wort „Home“ ist aus dem Englischen herzuleiten und bedeutet Zuhause.

Somit ist unter dem Begriff Smart Home ein spezifisches, messbares, attraktives, realistisches und terminiertes Zuhause zu verstehen.

2 Der Smart Home Markt

Die aktuelle deutschsprachige Studie bzgl. Smart Home wurde auf Basis einer Metarecherche durch die Marktforschung Dr. Gieger & Cie durchgeführt. In der Studie wurde der Status Quo sowie das Marktpotenzial für Smart Home Geschäfte dargestellt. Die Studie repräsentiert eine Stichprobe von 1017 in Deutschland lebenden Personen im Alter zwischen 18-69 Jahren und ermöglicht es Firmen ihr Angebot auf Basis dieser Fakten auszurichten.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1, Smart Home Markt 2016, Quelle: https://www.grieger-cie.de/smarthome: Dr. Gieger & Cie Marktforschung, (2016)

Der Studie ist klar zu entnehmen das ein hohes Marktpotenzial von 30,2 Mrd. Euro besteht und weiterhin die Anwendergruppen positiv an dem Smart Home interessiert sind. Die aktuelle Nutzung ist im Bereich Energiemanagement mit 91,6% am höchsten, gefolgt von Entertainment & Kommunikation mit 89,6%, Gebäude und Wohnungssicherheit mit 52,8%, Hausautomation und Komfort mit 44,1% und Schlusslicht bildet derzeit der Bereich Gesundheit mit 15,4%.[6]

2.1 Innovationsmangement im Zeitalter des Internet der Dinge

Innovationen entstehen immer wenn die Barriere der technologischen Komplexität und die Barriere der Kundeninteraktion überwunden wird. Dies ist der Zeitpunkt zu dem sich Techniken am Markt zu einer Innovation durchsetzen können, wie die folgende Abbildung verdeutlicht.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2, Der Ursprung von Innovation, Quelle: in Anlehnung an: Sparth D., (2015), S. 78

Im Zeitalter des Internet der Dinge sind zahlreiche Innovationen möglich. Wie die Studie verdeutlicht sind fast 80% der Nutzer an einem Smart Home System interessiert oder besitzen sogar eines, sodass die Technik allgegenwärtig ist.

Das Industrie 4.0 Modell von Prof. Günther Schuh, welches ein Bestandteil des Internet der Dinge ist, kann zur Erläuterung der Funktionsweise von Smart Home Systemen dienen. Hierauf wird im 3. Kapitel „technische Beispiele“ nochmals näher eingegangen.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3, Industrie 4.0, Der Aachener Ansatz, Quelle: an: Schuh G., Copyright RWTHAACHEN, Fraunhofer., (2014), S. 11

2.2 Aktuelle Marktsituation des Smart Homes

2.2.1 Kundenbedürfnisse

Auf das hohe Potenzial für den Smart Home Markt wurde eingangs hingewiesen. In diesem Kapitel werden nochmals detailliert die Beweggründe für die potenziellen Nachfrager dargestellt. Die größte Sorge für alle Smart Home Nutzer ist der Verlust ihrer Privatsphäre. Hierzu stimmten 3 von 5 Nutzern zu. Mit einem Größeren Abstand gefolgt befürchten 44% der Befragten eine Inkompatibilität der unterschiedlichen Hersteller. 38% der Befragten finden die Anschaffung zu teuer und 34% sehen die Technik als nicht ausgereift an. Zwei von drei Ablehnern ist die erhöhte Automatisierung durch die Smart Home Systeme in Ihrem Zuhause unheimlich und über 80% haben Angst vor Hackerangriffen. 14% der Deutschen nutzten bewusst eine Smart Home Anwendungen, wobei die tatsächliche Nutzung doppelt so hoch ist. Das liegt daran, dass nicht bekannt ist, was alles unter das Smart Home Business fällt und die Verbraucher somit diese Technik nutzen, obwohl ihnen nicht bewusst ist welche Technologien dahinterstehen. Abschließend stellte die Studie von Dr. Gieger & Cievon fest, dass sich der Kauf- und Informationskanal bei der Anschaffung von Smart Home häufig unterscheidet.[9]

2.2.2 Technologische Möglichkeiten

Technologisch sind dem Smart Home derzeit keine Grenzen gesetzt. Das ist u.a. einem Bericht des britischen PC Magazine aus dem letzten Jahr zu entnehmen, dass die Technologie als soweit ausgereift gilt das unzählige Produkte auf dem Markt sind und monatlich viele weitere auf den Markt gebracht werden.[10]

Das Produktportfolio umfasst bereits Anwendungsmöglichkeiten im Badezimmer, der Küche, dem Schlafzimmer, dem Wohnzimmer und den Gartenbereich. Das Angebot besteht von Smart Home Universalfernbedienungen bis hin zu Staubsaugerrobotern bei welchen sich automatische Routen mit individuellen Frequenzen einrichten lassen können,[11] weiterhin hat Amazon hat gerade, vor einem Monat, den Privatagent Alexa in Kombination mit dem Mensch Maschine Interface Amazon Echo in Deutschland auf den Markt gebracht.[12]

3 Technische Beispiele

Alle Smart Home Systeme basieren auf Regelkreisen, die ihren Ursprung in der Steuerungs- und Regelungstechnik besitzen.[13] Die Systeme verfügen über eine zentrale Steuerungseinheit, meist als Hub bezeichnet, welche die Steuerungs- und Regelungstechnik vornehmen und im Industrie 4.0 Modell dem IT-Softwaresystem einzuordnen sind.[14]

3.1 Heizungssteuerung

Bei einer Heizungsteuerung ist es erforderlich den Hub durch ein Heizkörperthermostat und einen Temperaturthermostat zu erweitern. Über das Temperaturthermostat kann der Mensch seine gewünschte Zieltemperatur eingeben. Diese wird von dem physikalischen System, dem Heizkörperthermostat, ausgeregelt und mit der Zieltemperatur verglichen bis die gewünschte Temperatur eingestellt wurde.[15] Mithilfe des Hubs können derartigen Systemen Programmroutinen hinzugefügt werden, wie z.B. ein Wochenendmodus, sodass die Temperatur nicht unter 21°C abgesenkt wird, wie es beispielweise an einem Arbeitstag der Regelfall ist. An einem Werktag werden die Temperaturen meist auf 19°C reguliert um Heizkosten einzusparen und einen positiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Über Cloud Informationen können Positionsdaten von Fahrzeugen und Smartphones bestimmt werden, welche ebenfalls als Steuergröße für den Arbeitstag- bzw. Wochenendmodus genutzt werden können. Weiterhin ist es möglich Wetterdaten aus dem Internet abzurufen um eine dynamisch angepasste Regulierung des Heizsystems zu realisieren.[16]

3.2 Smart Metering und Haushaltsgeräteautomation

Durch die Energiewende wurden über eine Million dezentraler Energieerzeugungseinrichtungen in Deutschland installiert. Dies führte dazu, dass in Zeiten mit geringen Energiebedarf mehr Strom produziert wird als von den Verbrauchern benötigt. Durch die Evolution des Smart Metering verfügen die öffentlichen Strommetze über die Möglichkeit Informationen über Verbrauchsbedarf und Verfügbarkeit online zu kommunizieren.[17]

Das Smart Meter Hub ist hierbei als Energiemanagementkommunikationszentrale des Smart Home anzusehen und regelt den Verbrauchsbedarf entsprechend der Verfügbarkeit des Stromes aus. Somit kann beispielsweise die Waschmaschine oder der Kühlschrank in Betrieb genommen werden, wenn der Stromanbieter einen niedrigen Stromtarif anbietet. Als Ergebnis kann das Last Management der Stromnetzte optimiert werden und die Verbraucher werden durch angebots- und tageszeitabhängige dynamische Tarife animiert.[18]

3.3 Vernetzte Elektronik und Personalagents

Seit geraumer Zeit ist es möglich verschiedene Unterhaltungselektronik über eine Universalfernbedienung zu steuern. In der Fachliteratur wird seit geraumer Zeit die Weiterentwicklung zum Personalagent beabsichtigt. Patice Roy entwarf schon 2011 verschiede Algorithmen und Modelle, die für den Einsatz eines Agenten nötig sind.[19]

Amazon revolutionierte auch dieses Geschäft und ermöglichte unter dem Einsatz neuer Technologien eine zuvor nicht mögliche Vernetzung im Smart Home.[20] So wurde am 23. Juni 2015 der Privatagent Alexa in Kombination mit dem Mensch Maschine Interface Amazon Echo released. Das Amazon System ist ein Gerät das rund um die Stimme des Menschen konzipiert ist und Musik, Nachrichten, Wettervorhersagen und vieles mehr bereitstellen kann. Weiterhin übernimmt das System die Planung von Einkaufslisten oder die Steuerung des Lichtmanagements, sofern kompatible Geräte angeschlossen sind.[21]

3.4 Drohnen Belieferungsservice

Die Deutsche Post / DHL forscht und entwicklet an dem eingenst entwickelten Paketkopter, mit zugehöriger Packstation, dem sogenannten Parcelcopter SkyPort. Die Technik ist laut Manager-Aussagen, in der dritten Generation, bereits weit ausgereift und könnte kurzfristig in den Serieneinsatz gelangen, sofern die vielen rechtlichen Themen geregelt wären. Zur Erreichung dieses mittelfristigen Ziels ist DHL hierzu eine Kooperation mit der Deutschen Telekom eingegangen.[22]

4 Technologiestandards

Die Vielzahl der Technologiestandards für Hausautomatisierungssysteme ist riesig, den jeder Hersteller versucht derzeit sein System am Markt durchzusetzen. Die folgende Übersicht veranschaulicht die wichtigsten Technologiestandards:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4, Smart Home Technologiestandards, Quelle, in Anlehnung an: Redeker, H., (2016) S. 202 ff. und https://de.wikipedia.org/wiki/Smart_Home

Die dargestellte Übersicht der Technologiestandards basiert auf dem Buch ELV Kompetent in Elektronik und der Wikipedia Smart Home Übersicht. Privatagent- und Drohnentechnologien sind in der Übersicht exkludiert.

Die Vielzahl der Technologien überfordert viele Endnutzer, sodass ein flächendeckender Einsatz von Smart Home Systemen noch andauern wird.[23] Sinnvoll wäre eine Kooperation von verschiedenen Herstellern, welche einen gemeinsamen Schnittstellenstandard definieren. Denn einzig eine hohe Marktdurchdringung und Kompatibilität ermöglichen eine Konkurrenzfähigkeit.[24]

[...]


[1] Vgl. http://www.computerwoche.de/a/die-besten-smart-home-loesungen-fuer-einsteiger,2550730

[2] Vgl. Bin, Z., (2007) S. 1 ff.

[3] Vgl. Sendler, U., (2016) S. 56 ff.

[4] Vgl. Spath, D., (2011) S. 259

[5] Vgl. https://www.grieger-cie.de/smarthome

[6] Vgl. https://www.grieger-cie.de/smarthome

[7] Vgl. Hausschild, Z., (2011) S. 37 ff.

[8] Vgl. Sendler, U., (2016) S. 1 ff.

[9] Vgl. https://www.grieger-cie.de/smarthome

[10] Vgl. Colon, A., (2015) S. 12 ff.

[11] Vgl. Colon, A., (2015) S. 12 ff

[12] Vgl. https://www.amazon.de/Amazon-SK705DI-Echo-Schwarz/dp/B01GAGVCUY

[13] Vgl. Langari, R., (2010) S. 33 ff.

[14] Vgl. Broy, M., (2010) S. 19 ff.

[15] Vgl. Broy, M., (2010) S. 19 ff.

[16] Vgl. Redeker, H., (2016) S. 212 ff.

[17] Vgl. Schwalb, A., (2015) S. 570 ff.

[18] Vgl. Schwalb, A., (2015) S. 570 ff.

[19] Vgl. Roy, P., (2011) S. 884 ff.

[20] Vgl. Spath, D., (2011) S. 95 ff.

[21] Vgl. https://www.amazon.de/Amazon-SK705DI-Echo-Schwarz/dp/B01GAGVCUY

[22] Vgl. http://app.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/drohnen-in-der-logistik-mit-dem-fliegenden-mobiltelefon-zum-durchbruch/14848802.html

[23] Vgl. Colon, A., (2015) S. 12 ff.

[24] Vgl. Haas, J., (2016) S. 430 ff.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Smart Home. Ein Überblick über Markt, Technik, Chancen und Risiken
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Nürnberg früher Fachhochschule
Veranstaltung
Innovationsmanagement
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V356819
ISBN (eBook)
9783668422674
ISBN (Buch)
9783668422681
Dateigröße
872 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Smart Home, Innovationsmanagement, Personalagent, Drohnen, Industrie 4.0
Arbeit zitieren
Stephan Röß (Autor), 2016, Smart Home. Ein Überblick über Markt, Technik, Chancen und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356819

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