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Textlose Bilderbücher als Erzählanlass für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache

Titel: Textlose Bilderbücher als Erzählanlass für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache

Examensarbeit , 2016 , 64 Seiten

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Gegenstand des Bilderbuches bildet in seinen vielschichtigen Erscheinungsformen das Fundament dieser Arbeit und führt den Leser in den Themenkomplex dieser Arbeit ein. Darauf aufbauend folgt eine Einführung zum Erwerb narrativer Strukturen anhand verschiedener Ansätze, die folglich im Kapitel des kontextuellen Erzählens ihre Berechtigung finden. Die Thematik der Text-Bild-Interpendenz wird im Verlauf dieser Arbeit immer wieder Gegenstand sein und vergleichend beleuchtet werden. Anknüpfend geht die Arbeit der Frage nach, inwiefern das Medium „Bilderbuch“ auch ohne Text erzählerische Fähigkeit vorweisen kann, indem es sogar zum Erzählen einladen und motivieren kann. Der Bezug zum Zweitspracherwerb, der bereits innerhalb des Titels dieser Arbeit aufgeführt ist, wird im Kapitel der Mehrsprachigkeit im unterrichtlichen Kontext genauer untersucht.

Um versprachlichte Gespräche überhaupt evaluieren zu können, bedarf es objektiver Messkriterien, die das sprachliche Niveau des Kindes, mit- und ohne Migrationshintergrund, zum Zeitpunkt des Schulantritts systematisch erfassen können. Hierzu werden weiteren Verlauf der Arbeit einige Verfahren aufgeführt, die sich mit dem Konsens der Sprachstandserhebung und der Narrationsfähigkeit von Kindern auseinandersetzen. Abschließend folgen einige Überlegungen zur Förderung von Erzählfähigkeit auf theoretischer und praktischer Ebene unter Berücksichtigung des Bildungsplanes, wodurch die Realisierbarkeit meiner Überlegungen innerhalb des schulischen Kontextes überprüft werden soll.

Damit verfolgt die vorliegende Arbeit das Ziel, eigene, aus der Alltagspraxis gewonnene Erfahrungen in einen wissenschaftlichen Kontext zu stellen. Durch die Frage nach dem Potential von Bilderbüchern für den Spracherwerb von Kindern mit Migrationshintergrund soll zudem eine aktualitätsbezogene, zukunftsorientierte Überprüfung der Anwendbarkeit aktueller Forschungsergebnisse stattfinden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Bilderbuch

1.1 Das textlose Bilderbuch

1.2 Erscheinungsformen/Genres

1.2.1 Das Wimmelbilderbuch

1.2.1.1 Rotraut Susanne Berner

1.2.1.2 Ali Mitgutsch

1.2.1.3 Thé Tjong Khing

1.2.2 Das Spielbilderbuch

2. Zum Erwerb narrativer Strukturen

2.1 Zur narrativen Entwicklung von Kindern

2.2 Der entwicklungspsychologische Ansatz

2.3 Die high-point Analyse

2.4 Der Story-Grammar-Ansatz

2.5 Die schematheoretische Methode

3. Erzählen im Kontext

3.1 Zum Begriff des Erzählens

3.2 Erzählformen und ihre Definitionen

3.2.1. Nonfiktive Erzählungen

3.2.2 Fiktive Erzählungen

3.2.3 Visuelle Vorlage

3.2.4 Sprachliche Vorlage

3.3 Textstimulus und Erzählanlass

4. Mehrsprachigkeit als Gegenstand des Deutschunterrichtes

4.0.1 Deutsch als Muttersprache (DaM)

4.0.2 Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

4.0.3 Deutsch als Fremdsprache (DaF)

4.1 Erfassung sprachlicher Qualifizierung

4.1.1 LiSe-DaZ

4.1.2 HAVAS

4.2 Vergleichbare Instrumente zur Erfassung von Erzählfähigkeit

4.2.1 DO-BINE

4.2.2 DO-FINE

4.3 Narration im Fremdsprachenunterricht: Annäherungen an das Bildverstehen

5. Theoretische und praktische Überlegungen zur Erzählförderung: Praxis- und Bildungsplanbezug

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potential von textlosen Bilderbüchern, insbesondere von Wimmelbilderbüchern, als zentrales Medium zur Förderung der Erzählentwicklung bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache. Das Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Erzählforschung mit Erfahrungen aus der Alltagspraxis zu verknüpfen, um didaktische Ansätze für den Schulalltag abzuleiten.

  • Bilderbuchtheorie und Erscheinungsformen des textlosen Bilderbuchs
  • Entwicklung narrativer Strukturen bei Kindern (high-point, Story-Grammar, schematheoretische Ansätze)
  • Kontextuelles Erzählen und die Rolle von Textstimuli
  • Mehrsprachigkeit und Spracherwerb im schulischen Kontext
  • Methoden zur Erfassung von Erzählfähigkeit und Sprachstandserhebung

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Das Wimmelbilderbuch

Das Wimmelbilderbuch, eine Form des textlosen Bilderbuches besteht aus vielen verschiedenen Einzelszenen und ist somit durch einen pluriszenischen Bildaufbau geprägt (vgl. 1.). „Alles ist in ständiger Bewegung, jeder tut etwas, das man benennen und deuten kann“. (Peetz/Liesenhoff 1996: 46) Das „klassische“ Bilderbuch hingegen, wird vom monoszenischen Bildaufbau bestimmt, das heißt es wird lediglich eine Momentaufnahme eines Augenblicks festgehalten.

Genau diese Vielfalt und Diversität an verschiedenen Szenerien weckt die Lust am Entdecken. Das Auge schweift von der einen zur nächsten Szene und tastet die Bildoberfläche Stück für Stück ab. Der Betrachter ist somit im Stande eigene Verknüpfungen und Beziehungen herzustellen und dadurch eigene Erzählstränge zu konstruieren. Da die Bilder mehr Fragen aufwerfen, als Antworten zu geben, (bspw.: Wohin fährt die Frau mit dem Fahrrad, was verkauft der Mann auf dem Markt?) ist der Leser voll und ganz auf sich gestellt, um diese aufkommenden Fragen mit Kreativität beantworten zu können. Der eigenen Kreativität wird hierbei also viel Spielraum gelassen (Oetken 2008: 59).

Diese Vielfalt von Begebenheiten, die von dauerndem Rhythmus und Dynamik geprägt sind, erfordern gleichzeitig sehr viel Geduld und Zeit, um mit dem Buch voll und ganz verschmelzen zu können. Man könnte fast sagen, dass nach gewisser Zeit der Auseinandersetzung ein „sich Versenken“ stattfindet (vgl. ebd.: 60). Nicht ohne Grund hat Ali Mitgutsch (vgl. Kap. 1.2.1.2). in seinen Werken oftmals ein Format größer als DIN A4 gewählt. Denn die narrative Fülle, die ein solches Werk mit sich bringt, erfordert ausreichend Platz um sich in seiner ganzen Pracht präsentieren zu können. Die Kinder sollten sich mit dem Buch so vereinen können, dass es Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes möglich wird, ins Geschehen eintauchen zu können. (Oetken 2008: 59)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Bilderbuch: Definiert das Bilderbuch als spezielle Literaturgattung und untersucht die Wechselwirkung zwischen Text und Bild, insbesondere bei textlosen Bilderbüchern.

2. Zum Erwerb narrativer Strukturen: Analysiert verschiedene psychologische und linguistische Ansätze, um zu erklären, wie Kinder narrative Strukturen erlernen und anwenden.

3. Erzählen im Kontext: Beleuchtet den Begriff des Erzählens und die verschiedenen Formen der Reproduktion und Produktion in Abhängigkeit von verschiedenen Stimuli.

4. Mehrsprachigkeit als Gegenstand des Deutschunterrichtes: Untersucht die Herausforderungen und Chancen der Mehrsprachigkeit im Unterricht und diskutiert Instrumente zur Erfassung von Erzählfähigkeiten.

5. Theoretische und praktische Überlegungen zur Erzählförderung: Praxis- und Bildungsplanbezug: Leitet aus den vorangegangenen Kapiteln praxisnahe Überlegungen ab, wie Bilderbücher gezielt zur Erzählförderung im Schulkontext eingesetzt werden können.

Schlüsselwörter

Bilderbuch, Wimmelbilderbuch, Erzählentwicklung, Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache, Erzählfähigkeit, Narrationsentwicklung, Sprachstandserhebung, Sprachförderung, Text-Bild-Interdependenz, kindliche Sprachproduktion, Erzählanlass, Didaktik, Migrationshintergrund, Sprachaneignung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzung von textlosen Bilderbüchern, speziell Wimmelbilderbüchern, als Werkzeug zur Förderung der sprachlichen Entwicklung und der Erzählfähigkeit bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Theorie des Bilderbuchs, entwicklungspsychologische und linguistische Modelle des Erzählens, Herausforderungen der Mehrsprachigkeit sowie didaktische Strategien zur Sprachförderung im schulischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, zu evaluieren, ob und wie Bilderbücher ein zielführendes Medium für Kinder mit Migrationshintergrund sein können, um sie spielerisch und ohne Überforderung mit der deutschen Sprache in Kontakt zu bringen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender Forschungsansätze (u.a. von Piaget, Labov, Quasthoff) und verbindet diese mit eigenen Erfahrungen aus der Praxis im Betreuungskonzept "Schülerzeit Plus".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen des Erzählerwerbs, definiert verschiedene Erzählformen (fiktiv/nonfiktiv, Primärproduktion/Reproduktion) und untersucht diagnostische Instrumente zur Sprachstanderhebung wie LiSe-DaZ oder HAVAS.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Bilderbuch, Erzählentwicklung, Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Narrationsfähigkeit und Sprachstandserhebung.

Welche Rolle spielt die "doppelte Halbsprachigkeit" in diesem Kontext?

Die Arbeit greift dieses Phänomen auf, um die Sichtweise von Heidi Rösch zu stützen, dass Sprachmischungen (Code-Switching/Mixing) keine Defizite darstellen, sondern oft strategische, interaktive Leistungen sind, die im Unterricht als Ressource geschätzt werden sollten.

Was unterscheidet das Wimmelbilderbuch von klassischen Bilderbüchern?

Wimmelbilderbücher zeichnen sich durch einen pluriszenischen Bildaufbau aus, der keine feste Erzählstruktur vorgibt, sondern den Betrachter zur aktiven Konstruktion eigener Erzählstränge einlädt, was sie besonders sprachanregend macht.

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Textlose Bilderbücher als Erzählanlass für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau  (Deutsche Sprache und Literatur)
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
64
Katalognummer
V356840
ISBN (eBook)
9783668464018
ISBN (Buch)
9783668464025
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erzählen DaZ Bilderbücher Erzählanlass
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2016, Textlose Bilderbücher als Erzählanlass für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356840
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Leseprobe aus  64  Seiten
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