Die Einführung des IFRS 15 regelt die Gewinnrealisierung von Kundenverträgen. Der Standard umfasst alle Regelungen mit Verträgen die mit Kunden über den Verkauf von Gütern oder das Erbringen von Dienstleistungen vereinbart werden. Während grundsätzlich eine Anwendung auf einzelne Verträge unvermeidlich ist, kann auch das Zusammenführen von Verträgen zu Portfolios als Anwendungserleichterung erlaubt sein. Der IFRS 15 sieht ein Fünf – Schritte Modell vor, mit dem die Höhe der Umsätze und der Zeitpunkt bzw. Zeitraum der Realisierung bestimmt werden sollen.
In dieser Hausarbeit widmen wir uns dem IFRS 15, der vom IASB 2016 angepassten Version. Die Richtigstellung betreffen die individuellen und der unterscheidbaren Leistungsverpflichtungen eines Vertrags, die Beurteilung darüber, ob ein Unternehmen Prinzipal oder Agent einer Transaktion ist, die Bestimmung, ob Erlöse aus der Lizenzgewährung Zeitraum oder Zeitpunktbezogen zu vereinnahmen sind sowie Übergangsregelungen.
Der Standard ist – die noch ausstehende Übernahme in EURecht vorausgesetzt. Der IFRS 15 ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.
Inhaltsverzeichnis
3. EINLEITUNG
4. PROBLEMSTELLUNG / HINTERGRUND
5. UMSATZREALISIERUNG
5.1 UMSATZREALISIERUNG NACH HGB
5.2 UMSATZREALISIERUNG NACH IAS 18
5.2.1. ZIELSETZUNG DES IAS 18
5.2.2. GRUNDLEGENDE DEFINITIONEN
5.2.3. ANWENDUNGSBEREICH
5.3. UMSATZREALISIERUNG NACH IFRS 15
5.3.1 ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES IFRS 15
5.3.2 ZIELSETZUNG
5.3.3 ANWENDUNGSBEREICH
5.3.4 DEFINITIONEN
5.3.5 UMSATZREALISIERUNG ANHAND DES FÜNF SCHRITTE-MODELLS
5.3.6. VERTRAGSÄNDERUNGEN
5.3.7. DARSTELLUNG UND ANGABEN
5.3.8. ANGABEPFLICHTEN
5.3.9. VERGLEICH HGB VS. IFRS 15
6. KRITIK AUS SICHT DER DEUTSCHEN TELEKOM
7. FAZIT UND EIGENE ANSICHT ZUR BILANZIERUNG NACH IFRS 15
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die grundlegenden Konzepte und Anforderungen des IFRS 15 zur Umsatzrealisierung darzustellen. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie der Übergang vom bisherigen Rechnungslegungsstandard (IAS 18) zum IFRS 15 die Bilanzierung von Kundenverträgen verändert, welche Herausforderungen sich daraus für Unternehmen ergeben und welche spezifischen Auswirkungen dies insbesondere auf die Telekommunikationsbranche hat.
- Grundlagen der Umsatzrealisierung nach HGB und IAS 18
- Methodik des fünfstufigen Modells nach IFRS 15
- Identifizierung von Leistungsverpflichtungen und Transaktionspreisen
- Kritische Analyse der Auswirkungen auf die Deutsche Telekom
Auszug aus dem Buch
Schritt 3. Bestimmung des Transaktionspreises/ Gegenleistung
Der Transaktionspreis ist die im Vertrag vereinbarte Gegenleistung (IFRS 15.47). Bei Vertragsgestaltungen können auch variable Gegenleistungen vereinbart werden, bei denen ein erwartungsgemäßer Betrag durch das Unternehmen geschätzt werden muss. Variable Gegenleistungen können aufgrund von Nachlässen, Rabatten, Skonti etc. entstehen. Bei der Schätzung der variablen Kaufpreisbestandteile werden der Erwartungswert oder ein wahrscheinlicher Betrag als Grundlage herangezogen. Der Schätzungswert muss einen hohen Grad an Wahrscheinlichkeit beinhalten, so dass im späteren Verlauf keine wesentlichen Reduktionen der Umsatzerlöse eintreten werden (IFRS 15.56).
Zu überprüfen ist auch, ob die Gegenleistung eine wesentliche Finanzierungskomponente beinhaltet, bei der es zu einer Korrektur des vertraglich vereinbarten Betrages kommen kann. Diese Regelung verpflichtet die Unternehmen, Umsatzerlöse als marktgerechte Barverkaufspreise zu dem Vertragszeitpunkt bzw. Zeitpunkt der Warenkontrollübergabe zu erfassen. Ein Anzeichen für eine wesentliche Finanzierungskomponente kann bei einer Unternehmung eine zeitliche Verschiebung zwischen Kontrollübergang der Ware oder der Dienstleistung auf den Erwerber und der Zahlung des Kunden sein.
Zusammenfassung der Kapitel
3. EINLEITUNG: Es wird der Übergang zum neuen Standard IFRS 15 erläutert, der die Vergleichbarkeit internationaler Abschlüsse erhöhen soll und insbesondere Branchen mit komplexen Verträgen beeinflusst.
4. PROBLEMSTELLUNG / HINTERGRUND: Dieses Kapitel thematisiert die Schwachstellen der bisherigen Standards IAS 18 und IAS 11, die bei komplexen Geschäftsvorfällen zu inkonsistenten Bilanzierungsmethoden führten.
5. UMSATZREALISIERUNG: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Unterschiede zwischen HGB, IAS 18 und dem neuen IFRS 15, wobei insbesondere die fünf Schritte des neuen Erlösmodells tiefgehend erläutert werden.
6. KRITIK AUS SICHT DER DEUTSCHEN TELEKOM: Am Beispiel der Deutschen Telekom werden die praktischen Auswirkungen des IFRS 15, wie erhöhter administrativer Aufwand und Veränderungen von Finanzkennzahlen, kritisch beleuchtet.
7. FAZIT UND EIGENE ANSICHT ZUR BILANZIERUNG NACH IFRS 15: Die Autoren resümieren, dass der IFRS 15 zwar für eine höhere Transparenz sorgt, für Unternehmen jedoch mit erheblichen organisatorischen und monetären Herausforderungen verbunden ist.
Schlüsselwörter
Umsatzrealisierung, IFRS 15, IAS 18, HGB, Fünf-Schritte-Modell, Leistungsverpflichtung, Transaktionspreis, Bilanzierung, Deutsche Telekom, Vertragsänderungen, Erlöserfassung, Kapitalgesellschaften, Rechnungslegung, Kundenverträge, Finanzierungskomponente.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Einführung des Rechnungslegungsstandards IFRS 15 und dessen Auswirkungen auf die Erlöserfassung in Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind der Vergleich zwischen dem alten Standard (IAS 18) und dem neuen IFRS 15 sowie die detaillierte Darstellung des fünfstufigen Modells zur Umsatzrealisierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die neue Bilanzierungslogik nach IFRS 15 funktioniert und welche operativen sowie finanziellen Herausforderungen sich daraus für Unternehmen ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Anwendung der theoretischen Vorgaben auf Praxisbeispiele basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Umsatzrealisierung nach verschiedenen Regelwerken und die detaillierte Schritt-für-Schritt-Analyse des IFRS 15-Erlösmodells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Umsatzrealisierung, IFRS 15, Leistungsverpflichtung, Transaktionspreis und bilanzielle Auswirkungen.
Warum stellt IFRS 15 die Telekommunikationsbranche vor Probleme?
Aufgrund der hohen Anzahl individueller Mehrkomponentenverträge müssen Unternehmen wie die Deutsche Telekom ihre Erlöse komplex entflechten, was hohe IT- und Prozesskosten verursacht.
Welche Bedeutung haben die fünf Schritte im IFRS 15?
Sie dienen dazu, Umsatzerlöse systematisch, zeitpunkt- oder zeitraumbezogen korrekt zuzuordnen und so eine einheitliche und transparente Berichterstattung zu gewährleisten.
- Quote paper
- Daniel Reckordt (Author), Andre Gneipel (Author), 2017, Eine kritische Betrachtung der Umsatzrealisierung nach IFRS 15, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356878