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Historisch-etymologische Analyse des Wortes "Mädel"

Title: Historisch-etymologische Analyse des Wortes "Mädel"

Research Paper (undergraduate) , 2005 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ina Hämmerling (Author)

German Studies - Linguistics
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Etymologie und Sprachgeschichte stellen einen wichtigen Teil der Sprachwissenschaft dar. Da sie sich mit der Herkunft von Wörtern, deren verschiedenartigen Bedeutungen beschäftigen und zudem verwandte Wörter und Wortbildungen erforschen, bieten sie die Möglichkeit Veränderungen der Wörter bis hin zu ihrer Entstehung zurückverfolgen zu können.
Inwiefern sich ein Wort im Laufe der Jahrhunderte verändern kann, unter anderem in seiner Lautung und Schreibung, soll hier am Beispiel des Wortes Mädel genauer erläutert werden. Zunächst wird also auf den Gebrauch, das System und das Diasystem, mit Schwerpunkt auf dem auftauchenden Pluralproblem, in der Gegenwartssprache eingegangen. Anschließend wird mit Blick auf den Lautwandel, die Entstehung des Wortes Mädel geklärt und anhand von ersten Erwähnungen belegt. Wichtig ist hierbei vor allen Dingen, in welcher Zeit die erste Erwähnung des Wortes Mädel stattfand, da somit fest gestellt werden kann, wie alt es bereits ist. Obwohl Lautung und Schreibung Teil der Grammatik sind, stellen sie hier ein eigenes Kapitel dar, da besonders die Grapheme und Morpheme in den jeweiligen Epochen eine große Rolle spielen. Abschließend werden die unterschiedlichen Bedeutungen und die Verwendung des Wortes Mädel anhand von Textauszügen belegt und abschließend noch genauer erläutert. Der Schwerpunkt soll hier in der Bedeutungsgeschichte des Wortes Mädel liegen, mit speziellem Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus und der Bezeichnung: „Bund Deutscher Mädel“. Ein abschließendes Resümee soll eine kurze Wiederholung und Zusammenfassung geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Heutiger Gebrauch

2.1 System und Wortbildung

2.2 Diasystem und Pluralproblem in regionalen Sprachvarianten

2.3 Verwandte Wortformen

3. Ursprung des Wortes Mädel

3.1 Erste Erwähnungen

3.2 Entlehnung und Lautwandel

4. Bedeutungsgeschichte und Inhalt

4.1 Verwendung vom Althochdeutschen zum Neuhochdeutschen

4.2 Verwendung im Nationalsozialismus

4.3 Verwendung vom Neuhochdeutschen bis zur Gegenwart

5. Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit widmet sich der historisch-etymologischen Analyse des Wortes "Mädel". Das primäre Ziel ist es, den Gebrauch, die Systematik, den Ursprung sowie die Bedeutungsgeschichte des Begriffs unter Berücksichtigung sprachgeschichtlicher und soziolinguistischer Aspekte zu untersuchen und nachzuvollziehen, wie sich das Wort von der Herkunft aus "Magd" bis zur heutigen Verwendung in der Gegenwartssprache gewandelt hat.

  • Analyse des aktuellen Gebrauchs und der Wortbildung
  • Untersuchung des Pluralproblems in regionalen Sprachvarianten
  • Etymologische Herleitung und Lautwandel
  • Bedeutungsgeschichte vom Althochdeutschen bis zur Gegenwart
  • Rolle des Begriffs im Nationalsozialismus

Auszug aus dem Buch

3.2 Entlehnung und Lautwandel

Mädel ist ein dialektisches Wort, das aus dem schwäbisch, bayerisch-österreichischen und fränkischen Sprachraum kommt, wie auch das Grimmsche Wörterbuch belegt: „es [das Wort Mädel] erscheint bei süddeutschen schriftstellern [sic! Im Grimmschen Wörterbuch ist alles klein geschrieben] des 17. jh. [sic!], die im banne ihrer mundart stehen [...] und dringt (ähnlich wie maidel) im 18. jh. auch in norddeutschen quellen vor; während aber mädchen der edeln sprache zufällt, bleibt mädel überall auf die trauliche und niedrige rede beschränkt.“

„Traulich“ wird hier als „vertraulich“ im heutigen Sinne auch als umgangssprachlich verstanden und „edeln sprache“ meint die höfliche Anrede. Auch der Plural Mädels, obwohl es sich hierbei um eine diastratische Variation handelt, taucht schon im 18. Jahrhundert bei Goethe und Schiller auf, wie ein Beispiel aus Schillers „Die Räuber zeigt“: „da er, noch ein knabe, den mädels so nachschlenderte [...] eine so bissige bestie, die dir die mädels wie der blitz am rockzipfel hatte“.

Entlehnt wurde das Wort Mädel von dem Wort Magd: „verkürzt aus Mägdlein, Verkleinerungsform zu Magd“. An der ähnlichen Schreibweise von Mäd-el und Mäd-chen (lediglich das Diminutiv-Suffix ist unterschiedlich: -el, -chen) erkennt man den gleichen Ursprung: „Das Wort, das vom Oberd. [Oberdeutschen] ausgehend gemeinsprachliche Geltung erlangte und die längere Form >Mägdlein< zurückgedrängt hat, ist – wie auch Mädchen – Verkleinerungsbildung zu Magd“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Etymologie und Zielsetzung der Analyse des Wortes "Mädel".

2. Heutiger Gebrauch: Betrachtung der gegenwärtigen Orthographie, Wortbildung und Flexionsformen.

2.1 System und Wortbildung: Analyse des Wortes als Simplex und Untersuchung von Determinativkomposita.

2.2 Diasystem und Pluralproblem in regionalen Sprachvarianten: Untersuchung der verschiedenen Pluralformen und ihrer regionalen sowie altersabhängigen Verbreitung.

2.3 Verwandte Wortformen: Auflistung und Einordnung von mit "Mädel" verwandten Wortformen und Diminutiven.

3. Ursprung des Wortes Mädel: Historische Herleitung und erste schriftliche Belege des Wortes.

3.1 Erste Erwähnungen: Nachweis früher Belege in verschiedenen historischen Schreibweisen ab dem 14. Jahrhundert.

3.2 Entlehnung und Lautwandel: Erläuterung der Herkunft von "Magd" und der sprachlichen Prozesse der Lautveränderung.

4. Bedeutungsgeschichte und Inhalt: Detaillierte Darstellung des Bedeutungswandels in verschiedenen Epochen.

4.1 Verwendung vom Althochdeutschen zum Neuhochdeutschen: Analyse der Ursprünge und Bedeutungen des Wortes "Magd" und des frühen Auftretens von "Mädel".

4.2 Verwendung im Nationalsozialismus: Untersuchung der spezifischen Verwendung des Begriffs in der NS-Zeit, insbesondere im Kontext des "Bundes Deutscher Mädel".

4.3 Verwendung vom Neuhochdeutschen bis zur Gegenwart: Dokumentation der Bedeutungserweiterung und des aktuellen Gebrauchs.

5. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung der Sprachwissenschaft.

Schlüsselwörter

Mädel, Etymologie, Sprachgeschichte, Wortbildung, Pluralproblem, Diasystem, Magd, Bedeutungswandel, Sprachwandel, Soziolinguistik, Dialekt, Nationalsozialismus, Gegenwartssprache, Flexionsformen, Diminutiv.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer historisch-etymologischen Untersuchung des Wortes "Mädel", um dessen Herkunft, Entwicklung und heutigen Gebrauch zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Wortgeschichte, die etymologische Herleitung, die Wortbildung, regionale Pluralvarianten sowie die Bedeutungsgeschichte über verschiedene Epochen hinweg.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Entwicklung des Wortes von seinen Vorläufern wie "Magd" bis zur modernen Verwendung in der Gegenwartssprache nachzuzeichnen und die verschiedenen Einflüsse auf diesen Prozess zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden historische und etymologische Analysen von Wörtern durchgeführt sowie eine eigene Umfrage zur aktuellen Pluralverwendung in Deutschland ausgewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den heutigen Gebrauch, die Systematik, den Ursprung, die Entlehnung/Lautwandel sowie die historische Bedeutungsentwicklung, inklusive einer speziellen Betrachtung der Zeit des Nationalsozialismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mädel, Etymologie, Wortbildung, Bedeutungswandel, Sprachgeschichte, Pluralbildung und Soziolinguistik.

Warum wurde im Nationalsozialismus die Bezeichnung "Bund Deutscher Mädel" gewählt?

Dem Text zufolge sorgten Vorstellungen von Urtümlichkeit, die mit dem Wort "Mädel" verbunden wurden, für dessen Aufnahme in die Jugendbewegung und in den Nationalsozialismus, um die weibliche Jugend effizienter anzusprechen.

Welche Erkenntnis lieferte die Umfrage zur Pluralbildung?

Die Umfrage ergab, dass die Verwendung des s-Plurals ("Mädels") heute weniger regional, sondern eher altersabhängig ist und vor allem im jugendsprachlichen Wortschatz fest verankert ist.

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Details

Title
Historisch-etymologische Analyse des Wortes "Mädel"
College
University of Bamberg
Course
Proseminar
Grade
2,0
Author
Ina Hämmerling (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V35691
ISBN (eBook)
9783638355247
Language
German
Tags
Historisch-etymologische Analyse Wortes Mädel Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ina Hämmerling (Author), 2005, Historisch-etymologische Analyse des Wortes "Mädel", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35691
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