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Paul Churchlands 'Eliminativer Materialismus' und seine Kritiker

Titel: Paul Churchlands 'Eliminativer Materialismus' und seine Kritiker

Masterarbeit , 2016 , 95 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Bernd Schreiber (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Paul Churchland ist einer der Hauptvertreter des 'Eliminativen Materialismus'. Im Rahmen der Masterarbeit wird seine Sichtweise diskutiert und der vielfältigen Kritik daran gegenübergestellt. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die kontroversen Fragestellungen, ob es sich bei der Alltagspsychologie um eine Theorie handelt, für die eine Reduktion möglich oder eine Elimination nötig ist und ob die Neurowissenschaften einen konstruktiven Beitrag zur Lösung des Problems beitragen können. Die Auseinandersetzung mit den Thesen von Paul Churchland erfolgt insbesondere anhand der Argumentationen von Thomas Nagel und Frank Jackson sowie aus 'wittgensteinianischer' Richtung von Peter Hacker, Oswald Hanfling und Severin Schroeder.

Geistige (mentale) Zustände wie Emotionen, Überzeugungen und Empfindungen gibt es genauso wenig wie es Hexen, Dämonen oder eine Zahnfee gibt. Diese kontraintuitive, radikale Sichtweise wird von einer Reihe von Philosophen unter dem Begriff 'Eliminativer Materialismus' vertreten. Der 'Eliminative Materialismus' ist damit eine Lösungsvariante des Körper-Geist-Problems (Leib-Seele-Problems), dem zentralen Thema der Philosophie des Geistes. Vereinfacht ausgedrückt wird beim Körper-Geist-Problem gefragt, wo Mentales stattfindet, was die 'wahre Natur' von geistigen Zuständen sowie Ereignissen ist und wie eine Verbindung mit der physischen Körperwelt gestaltet sein könnte? Wenn nun mentale Zustände überhaupt nicht existieren, sondern alles körperlich/materiell ist, wird die Fragestellung nach der Interaktion zwischen Körper und Geist obsolet und entpuppt sich als Scheinproblem.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Eliminative Materialismus (EM)

1.1 Die Grundlagen des EM

1.1.1 Das Körper-Geist-Problem

1.1.2 Lösungsansätze für das Körper-Geist-Problem.

1.1.3 Der Einfluss von Hanson, Feyerabend und Sellars

1.2 Die Thesen Paul Churchlands

1.2.1 Der Theoriecharakter der Alltagspsychologie (AP)

1.2.2 Die AP ist eine falsche Theorie

1.2.3 Reduktion, Elimination oder Revision

1.3 Konsequenzen der Elimination mentaler Zustände

1.3.1 Positive Auswirkungen

1.3.2 Negative Auswirkungen

1.4 Zusammenfassung von Kapitel 1

2. Argumente gegen den EM

2.1 Einwände gegen die Defizite der AP

2.2 Einwände gegen den Reduktionsansatz

2.2.1 Das Primat der Physik

2.2.2 Die AP ist keine empirische Theorie

2.2.3 Eine Reduktion der AP ist prinzipiell nicht möglich

2.3 Das Inkohärenzargument

2.4 Zusammenfassung von Kapitel 2

3. Eliminiert der EM sich selbst?

3.1 Gibt es Ansatzpunkte für eine zukünftige Bedeutung?

3.2 Warum der EM (voraussichtlich) scheitern wird?

4. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Paul Churchlands 'Eliminativen Materialismus' (EM), welcher die Existenz mentaler Zustände (wie Überzeugungen oder Wünsche) bestreitet und eine Ersetzung durch eine neurowissenschaftliche Sprache fordert. Das Ziel ist es, diese radikale Position zu beschreiben, kritisch zu analysieren und sie mit den profunden Einwänden ihrer Kritiker zu konfrontieren, um die Haltbarkeit der Theorie zu bewerten.

  • Grundlagen des Körper-Geist-Problems und des Eliminativen Materialismus
  • Analyse der Thesen von Paul Churchland zur Alltagspsychologie
  • Kritische Diskussion der Einwände gegen den EM (Reduktionsansatz, Inkohärenz)
  • Einfluss von Sellars, Hanson und Feyerabend auf die Theoriebildung
  • Zukunftsaussichten und Zukunftsfähigkeit des Eliminativen Materialismus

Auszug aus dem Buch

1. Der Eliminative Materialismus (EM)

Wer in der Nähe des Äquators steht, dreht sich auf der Erde mit einer Geschwindigkeit von ca. 1670 km pro Stunde und trotzdem: die Frisur sitzt! Gleichzeitig rotieren wir um die Sonne mit rd. 100000 km/Stunde und unser Sonnensystem rast mit fast 900000 km/Stunde um das Zentrum der Milchstraße, ohne dass uns schwindlig wird. Diese Bewegungen zu glauben fällt schwer, weil sie mit unseren Sinnen nicht wahrnehmbar und damit kontraintuitiv sind. Ebenso kontraintuitiv ist die Behauptung, dass es keine mentalen Zustände wie Empfindungen, propositionale Einstellungen und Emotionen geben soll. Aber es gibt eine Reihe von Philosophen, die genau das behaupten:

Mentale Zustände gibt es ebenso wenig wie es Dämonen und Hexen oder einen Wärmestoff oder Phlogiston gibt. (Beckermann 2008: 273)

Beide Arten von Aussagen erscheinen unglaubwürdig und eher absurd, aber bzgl. der Erdbewegung haben physikalische Experimente deren Gültigkeit belegt. Gilt die Widerlegung eines kontraintuitiven Verständnisses nun auch eines Tages aufgrund des wissenschaftlichen Fortschritts für mentale Zustände, nämlich dass sie nicht existieren? Die Vertreter des EM behaupten dies und würden bei einer Bestätigung das Körper-Geist-Problem eher beseitigen als es lösen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das zentrale Körper-Geist-Problem ein und stellt den Eliminativen Materialismus (EM) sowie das Ziel der Untersuchung dar, PMCs Position kritisch zu beleuchten.

1. Der Eliminative Materialismus (EM): Dieses Kapitel ordnet den EM in die Philosophie des Geistes ein, erläutert die Thesen von Paul Churchland und diskutiert die Konsequenzen einer Elimination mentaler Zustände.

2. Argumente gegen den EM: Hier werden die vielfältigen Einwände gegen den EM systematisch behandelt, darunter die Verteidigung der Alltagspsychologie, antireduktionistische Ansätze und das Inkohärenzargument.

3. Eliminiert der EM sich selbst?: Das Kapitel untersucht die Zukunftsfähigkeit des EM im Lichte neuerer neurowissenschaftlicher Erkenntnisse und diskutiert, warum der EM voraussichtlich scheitern wird.

4. Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtungen fassen die Argumentation zusammen und stellen fest, dass der EM in seiner radikalen Form kaum haltbar ist und bei der Lösung des Körper-Geist-Problems eher eine Pattsituation hinterlässt.

Schlüsselwörter

Eliminativer Materialismus, Paul Churchland, Alltagspsychologie, Körper-Geist-Problem, Qualia, Propositionale Einstellungen, Reduktion, Revision, Neurowissenschaft, Intentionalität, Inkohärenzargument, Mentaler Zustand, Physikalismus, Dualismus, Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit befasst sich mit der philosophischen Position des 'Eliminativen Materialismus' von Paul Churchland, der die Existenz mentaler Zustände leugnet und durch neurowissenschaftliche Konzepte ersetzen möchte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Feldern gehören die Grundlagen der Philosophie des Geistes, das Verständnis von Alltagssprache gegenüber wissenschaftlicher Sprache sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Möglichkeit, mentale Zustände auf neuronale Prozesse zu reduzieren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Churchlands EM-Ansatz detailliert zu beschreiben, die immense Kritik anderer Philosophen daran darzulegen und am Ende zu bewerten, ob diese Theorie plausibel oder haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Analyse- und Diskursmethode, indem sie Churchlands Thesen und Argumentationen systematisch analysiert und der Kritik prominenter Gegenpositionen gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des EM erläutert, dann die Thesen Churchlands detailliert vorgestellt, gefolgt von einer breiten, thematisch geordneten Kritik, die von explanatorischen Defiziten bis hin zum Inkohärenzvorwurf reicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Eliminativer Materialismus, Alltagspsychologie, Qualia, Physikalismus, Reduktion und Introspektion.

Wie bewertet der Autor die Zukunftsfähigkeit des EM?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der EM in seiner radikalen Form voraussichtlich scheitern wird, da er keine überzeugenden Lösungen für moralische und soziale Interaktionen bietet, die auf intentionalen Zuständen beruhen.

Warum wird der Begriff 'Revisionary Materialism' als Alternative diskutiert?

Beide Churchlands räumen ein, dass der Begriff 'Eliminativer Materialismus' unglücklich gewählt war; 'Revisionary Materialism' würde ihre Zielsetzung einer Anpassung und Weiterentwicklung des Vokabulars statt einer radikalen Auslöschung besser treffen.

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Paul Churchlands 'Eliminativer Materialismus' und seine Kritiker
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Philosophie)
Note
1,3
Autor
Bernd Schreiber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
95
Katalognummer
V356924
ISBN (eBook)
9783668419896
ISBN (Buch)
9783668419902
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eliminativer Materialismus paul Churchland Körper-Geist-Problem Thomas nagel Frank Jackson Oswald Hanfling Severin Schroeder Peter Hacker Leib-Seele-Problem
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bernd Schreiber (Autor:in), 2016, Paul Churchlands 'Eliminativer Materialismus' und seine Kritiker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356924
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Leseprobe aus  95  Seiten
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