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Freiwillige Selbstausbeutung? Arbeiten bis zum Burnout

Eine Analyse der modernen Arbeitswelt. Das Arbeitskraftunternehmermodell und die Individualisierungsthese

Title: Freiwillige Selbstausbeutung? Arbeiten bis zum Burnout

Term Paper , 2016 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Arne Guttmann (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Burnout ist ein Thema, dem in den letzten Jahren eine große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu Teil wurde. Zahlreiche Medien berichteten über die Krankheit, die eine scheinbar immer größere Anzahl von Menschen betraf und an zunehmender gesellschaftlicher Bedeutung gewann.

Die Popularität wurde so groß, dass das Burnout-Syndrom als neue Modekrankheit gilt – und gesellschaftlich akzeptierter zu sein scheint, als so manch andere psychische Krankheit.
Denn Burnout gilt als ein Ausdruck der Überarbeitung, der übermäßigen Beschäftigung und somit des Fleißes, der in der Regel positiv von anderen Menschen bewertet wird. Die Assoziation der Erkrankung mit der Erwerbsarbeitswelt ist insofern nicht von der Hand zu weisen, dass das Burnout-Syndrom nach der Mehrheit der Definitionen ein Zustand ist, der u.a. von physischer und psychischer Erschöpfung als Folge von beanspruchenden Tätigkeiten geprägt ist. In unserer heutigen, modernen westlichen Welt kommt die Erwerbsarbeit als eine solche krankheitsauslösende Tätigkeit in der Regel schnell in Betracht. Doch wenn es stimmen sollte, dass die Erkrankungen an Burnout in unserer Gesellschaft zunehmen, und diese Krankheit in einer nicht vernachlässigbaren Anzahl von Fällen auf das Erwerbsarbeitsleben der betroffenen Individuen zurückzuführen ist, könnte dies im Umkehrschluss bedeuten, dass Veränderungen in der Arbeitswelt innerhalb der letzten Jahre oder Jahrzehnte einen beträchtlichen Einfluss auf diesen Umstand haben.

Es wäre ein bedeutender Hinweis darauf, dass sich die Anforderungen an den Einzelnen eventuell insofern geändert haben, dass sie einer Erkrankung am Burnout-Syndrom Vorschub leisten. Diese Hausarbeit nimmt sich dieses Themas an und geht der Frage nach, in welcher Art und Weise die Wandlung der Arbeitswelt möglicherweise Einfluss auf die Zunahme von Burnout-Erkrankungen hat.

Als theoretische Ansatzpunkte für die soziologische Betrachtung dieser Fragestellung wurden hierfür die These des Arbeitskraftunternehmers nach Voß und Pongratz sowie die Individualisierungstheorie nach Beck ausgewählt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Theoretische Ansätze

1.1 Individualisierungstheorie

1.2 Arbeitskraftunternehmer

II. Burnout

2.1 Die Krankheit

2.2 Gesundheitslage

III. Analyse

3.1 Gesundheitslage

3.2 Arbeitskraftunternehmer

3.3 Individualisierungsthese

IV. Konklusion

V. Kritik

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss des Strukturwandels der modernen Arbeitswelt auf die Zunahme von Burnout-Erkrankungen. Dabei wird analysiert, inwieweit veränderte berufliche Anforderungen und die zunehmende Subjektivierung der Arbeit als Auslöser für psychische Erschöpfungszustände fungieren können.

  • Soziologische Analyse der modernen Arbeitswelt
  • Burnout-Syndrom als Reaktion auf veränderte Belastungsformen
  • Das Modell des Arbeitskraftunternehmers nach Voß und Pongratz
  • Die Individualisierungstheorie nach Beck als theoretischer Rahmen
  • Zusammenhang zwischen Selbstausbeutung und psychischer Gesundheit

Auszug aus dem Buch

1.2 Arbeitskraftunternehmer

Voß und Pongratz gehen von einem neuen Leitbild des Individuums als Unternehmer seiner Arbeitskraft und seiner Daseinsvorsorge aus. Das von ihnen erstellte Modell des sogenannten Arbeitskraftunternehmers ist stark persönlichkeitsbezogen und grundsätzlich als strukturelles Modell zu verstehen, dass aufgrund der zwingenden Subjektbezogenheit nur auf ebendieser Ebene und in der Empirie nicht ohne weitere Operationalisierung erfasst werden kann. Im arbeitssoziologischen Kontext verbindet sich die Theorie mit den Annahmen Voß und Pongratz‘, einen Vorgang betrieblicher Reorganisationsprozesse konstatieren zu können, die in einer „bisher unbekannten Qualität und Reichweite“ stattfänden. Hierbei würden zuvor übliche betriebliche Strategien zur Arbeitsorganisation „durch rigide Detailsteuerung des Arbeitshandelns (…) zunehmend als Hindernis“ bewertet werden. An ihre Stelle treten daher vermehrt Strategien, die die Subjektivität des Arbeitenden stärker mit einbezieht. Ausschlaggebend sind bei dieser neuen Form der Arbeitsorganisation vor allem die Entgrenzung von Arbeit sowie die Subjektivierung der Arbeit.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik des Burnout-Syndroms und Vorstellung der theoretischen Grundlagen (Arbeitskraftunternehmer und Individualisierungstheorie).

I. Theoretische Ansätze: Detaillierte Erläuterung von Becks Individualisierungstheorie sowie des Konzepts des Arbeitskraftunternehmers nach Voß und Pongratz.

II. Burnout: Definition des Burnout-Syndroms als psychologisches Phänomen und Darstellung der statistischen Gesundheitslage in Deutschland.

III. Analyse: Untersuchung des Risikopotenzials für psychische Erkrankungen im Kontext der Arbeitsweltveränderungen und der verschiedenen Dimensionen des Arbeitskraftunternehmers.

IV. Konklusion: Zusammenfassung der Ergebnisse, die den Zusammenhang zwischen der Subjektivierung der Arbeit und dem Burnout-Syndrom als Folge von Selbstausbeutung verdeutlicht.

V. Kritik: Kritische Reflexion der empirischen Datenlage und der theoretischen Schwachstellen der gewählten Modelle.

Schlüsselwörter

Burnout-Syndrom, Arbeitskraftunternehmer, Individualisierung, Subjektivierung, Entgrenzung der Arbeit, Leistungsoptimierung, Selbstausbeutung, Risikogesellschaft, psychische Gesundheit, Arbeitsweltwandel, Erschöpfung, Selbststeuerung, Arbeitssoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Wandel der modernen Arbeitswelt und der signifikanten Zunahme von Burnout-Erkrankungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Arbeitssoziologie, die Theorie der Individualisierung, betriebliche Reorganisationsprozesse und die psychische Belastung des Individuums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie neue Anforderungen an Arbeitnehmer (z. B. unternehmerisches Handeln) zu einer freiwilligen Selbstausbeutung und letztlich zu Burnout führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse soziologischer Modelle (Voß/Pongratz und Beck), die mit empirischen Daten zur Gesundheitslage verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Dimensionen des Arbeitskraftunternehmers (Selbst-Kontrolle, Selbst-Ökonomisierung, Selbst-Rationalisierung) und deren psychische Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Burnout, Arbeitskraftunternehmer, Individualisierung, Subjektivierung und Entgrenzung der Arbeit charakterisiert.

Wie definiert die Arbeit den „Arbeitskraftunternehmer“?

Er wird als Individuum definiert, das zum Unternehmer der eigenen Arbeitskraft wird, was mit einer starken Selbststeuerung und einer Entgrenzung der Arbeitszeit einhergeht.

Warum wird das Burnout-Syndrom als „Modekrankheit“ thematisiert?

Die Arbeit greift diese mediale Bezeichnung auf, um zu hinterfragen, warum Burnout gesellschaftlich akzeptierter ist als andere psychische Erkrankungen und wie dies mit der Leistungsgesellschaft korreliert.

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Details

Title
Freiwillige Selbstausbeutung? Arbeiten bis zum Burnout
Subtitle
Eine Analyse der modernen Arbeitswelt. Das Arbeitskraftunternehmermodell und die Individualisierungsthese
College
Bielefeld University
Grade
1,0
Author
Arne Guttmann (Author)
Publication Year
2016
Pages
23
Catalog Number
V356954
ISBN (eBook)
9783668428331
ISBN (Book)
9783668428348
Language
German
Tags
Burnout Arbeitskraftunternehmer Individualisierungsthese Freiwillige Selbstausbeutung Arbeit Gesundheit Krankheit psychische Erschöpfung Erwerbsarbeit Burnout-Syndrom Erkrankung Arbeitssoziologie Entgrenzung Subjektivierung Entfremdung Arbeitsmarkt Selbstkontrolle Selbstökonomisierung Selbstrationalisierung Privatleben Arbeitsunfähigkeit Krankschreibungen Dienstleistung Leistungsoptimierung Leistungsorientierung Arbeitsorganisation Leistung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arne Guttmann (Author), 2016, Freiwillige Selbstausbeutung? Arbeiten bis zum Burnout, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356954
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