Verbale und nonverbale Kommunikationsstrategien in den Golfstaaten

Interkulturelle Kommunikation


Hausarbeit, 2013
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition
2.1 Was ist „Kultur“?
2.2 Kommunikation
2.3 Verbale und nonverbale Kommunikation
2.4 Die „Araber“

3 Die Golfstaaten
3.1 Stereotypen: Typisch Deutsch! Typisch arabisch!
3.2 Kulturstandards
3.2.1 Frauen- /Männer
3.2.2 Personen und Gruppenorientierung
3.2.3 Hierarchieorientierung
3.2.4 Direkte/ indirekte Kommunikation
3.2.5 Zeitorientierung
3.2.6 Nonverbale Kommunikation

4 Do’s and Don’ts
4.1 Do´s
4.2 Don´ts

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Interview

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wem Araber vertrauen

Abbildung 2: Typische Gesten im arabischen Raum

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Typisch deutsch! Typisch arabisch!

Tabelle 2: Kommunikationsformen

1 Einleitung

Zusammentreffen zwischen Menschen verschiedener Kulturen hat es schon immer gegeben. Während in der Vergangenheit die Begegnungen eher seltener waren, hat es sich durch die Entwicklung moderner Verkehrs- und Kommunikationsmittel zu etwas Alltäglichen entwickelt. Dieser Fortschritt in der globalen Vernetzung führt zu weitgreifenden Veränderungen in den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur. So entstehen beispielsweise im wirtschaftlichen neue Organisationsformen. Es wird zunehmend grenzüberschreitend kooperiert, folglich entwickeln sich internationale und somit interkulturelle Geschäftsbeziehungen.1

Wegen kultureller Unterschiede verlaufen jedoch nicht alle Aufeinandertreffen positiv. Um aufgrund mangelndem Wissen, über fremde Kulturen, Missverständnisse oder sogar Konflikte zu vermeiden, wird das Thema der Interkulturellen Kommunikation immer bedeutsamer.2

„Das beste Wissen ist das, was du kennst, wenn du es Brauchst!“3 Diese Volksweisheit stammt aus der arabischen Welt.

Nur die wenigsten in Deutschland wussten noch vor einigen Jahren, an welcher Stelle des Globus sich die arabischen Golfstaaten befinden. Die Zeiten haben sich jedoch geändert, es vergeht kaum eine Woche in der nicht über die rasante Entwicklung dieser Region berichtet wird. In atemberaubender Geschwindigkeit entstehen in diesen Ländern, die höchsten Gebäude, die größten Einkaufszentren, riesige Skihallen in mitten der Wüste oder es werden ganze Inseln auf dem Meer künstlich aufgeschüttet.4 Um erfolgreich an der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Region teilnehmen zu können, sind nicht nur Wirtschaftsdaten entscheidend. Wer In den arabischen Golfstaaten langfristig geschäftlich erfolgreich sein will, muss sich mit der arabischen Geschäftskultur und mit den kulturellen Besonderheiten dieser Länder befassen.5

2 Definition

2.1 Was ist „Kultur“?

Das Wort „Kultur“ hat bereits viele nennenswerte Persönlichkeiten beschäftigt. Bekannte Namen wie: Leibniz, Voltaire, Kant und Freud sind nur ein Auszug daraus. Trotzdem existiert keine einheitlich anerkannte, allgemeine Definition von Kultur.6 Im folgenden Text wird das Wort Kultur im Sinne der modernen Kulturanthropologie behandelt.7 „In der Kulturanthropologie ist Kultur im wesentlichen zu verstehen als System von Konzepten, Überzeugungen, Einstellungen, Wertorientierungen, die sowohl im Verhalten und Handeln der Menschen als auch in ihrer geistigen und materiellen Produkten sichtbar werden. Ganz vereinfacht kann man sagen: Kultur ist die Art und Weise, wie die Menschen leben und was sie aus sich selbst und ihrer Welt machen.“8

2.2 Kommunikation

Das Wort „Kommunikation“ hat seinen Ursprung vom lateinischen Wort „communicatio“ und bedeutet Verbindung/ Mitteilung. Unter Kommunikation versteht man den gemeinsamen Austausch von Informationen. Dies kann direkt durch die Sprache (verbale Kommunikation) und/ oder indirekt körperlich (nonverbale Kommunikation) stattfinden. Eine Kommunikation hat in der Regel folgenden Ablauf: Ein Sender sagt oder teilt etwas mit und ein Empfänger nimmt dann den Sachverhalt auf.9

2.3 Verbale und nonverbale Kommunikation

In den Bereich der verbalen Kommunikation fällt nicht alleine die Sprache, sondern beispielsweise auch Tonfall, Redetempo, Pausen, Lachen und Seufzen.10 Bei der Interaktion mit anderen Menschen ist die nonverbale Kommunikation sehr bedeutend. Sie kann die verbale Kommunikation stark beeinflussen oder sogar komplett ersetzen. Zu den wichtigsten Formen der nonverbalen Kommunikation gehören beispielweise Gestik, Mimik, Berührungen und die Nutzung des Raumes, d.h. Abstand und Nähe der Kommunikationspartner.11

2.4 Die „Araber“

In der Literatur werden oft die Begriffe „arabische Welt“ und der „Orient“ für die Vielfalt der Staaten Nordafrikas und des Nahen und Mittleren Ostens verwendet.12 Obwohl diese Länder mehrere tausend Kilometer von einander entfernt liegen. Bei einer Zusammenkunft arabischer Staatsmänner vor vielen Jahren wurde der Begriff „Araber“ folgendermaßen beschrieben: Araber sind all die, die in diesen Ländern leben, die Sprache sprechen, in der Kultur aufgewachsen und auf die ruhmreiche Vergangenheit stolz sind.13

Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde als Kriterium der Zugehörigkeit zu den „Arabern“ somit zu der „arabischen Welt“ die Sprache herangezogen. Die arabische Sprache hat für die Muslime eine starke sakrale Bedeutung, sie ist die Sprache, in welcher der Koran geschrieben ist.14

3 Die Golfstaaten

Die öl- und gasreichen Golfstaaten befinden sich an der Spitze wirtschaftlichen Reichtums und sind die wichtigsten arabischen Handelspartner Deutschlands im Orient.15 Die Bezeichnung „Golfstaaten“ kommt bedingt der geografischen Lage.16 Die Länder der Golfstaaten bilden weder eine politische noch eine ökonomische Einheit.17 Im Jahre 1981 wurde nach dem Vorbild der EU ein gemeinsamer Wirtschaftsraum, der so genannte Golf- Kooperationsrat geschaffen (Gulf Cooperation Council, GCC). Zu den Golfstaaten gehören: das Königreich Saudi-Arabien, das Sultanat Oman sowie Kuwait, Katar, Bahrain, und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Der Jemen ist kein Vollmitglied, jedoch in einigen Gremien vertreten.18 Die GCC-Mitglieder weisen trotz Unterschiede in der Wirtschaftspolitik, im volkswirtschaftlichen Entwicklungstempo sowie in der Bevölkerungsstruktur viele verbindendende Elemente - wie die islamische Religion als wesentliches Element der kulturellen Einheit.19

3.1 Stereotypen: Typisch Deutsch! Typisch arabisch!

Erzählungen aus tausendundeine Nacht und die aktuelle Nachrichtenlage sorgen dafür, dass kaum eine andere Kultur der Welt, wie die der arabischen bei uns in Europa entweder als romantisch verklärt wird oder mit bedrohlichen Stereotypen besetzt ist.20 Ob wir es möchten oder nicht, unsere menschliche Wahrnehmung ist geprägt von Stereotypen und Klischees. Stereotypen helfen uns dabei in der komplexen Realität sich und andere einzuordnen. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sie in unreflektierte Vorurteile münden.21

Umfragen die im deutschsprachigen-, sowie im arabischen Raum in dem Zeitraum von 1992 bis heute quer durch verschiedene Alters-, Berufs-, und Bevölkerungsschichten erfolgten, wurde jeweils den gegenläufigen Parteien die Frage gestellt, was für sie typisch deutsch bzw. typisch arabisch sei. Auch wenn diese Studie keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit hat, so zeigt sie eine interessante Tendenz der jeweiligen Fremdsicht.22 Auf den folgenden Tabellen sehen Sie die am häufigsten genannten Zuschreibungskriterien.

Typisch deutsch! So sehen Araber Deutsche:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Typisch arabisch! So sehen Deutsche Araber:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Typisch deutsch! Typisch arabisch! 23

fanatisch, radikal, gefährlich, irrational, hinterhältig, intolerant, unberechenbar, gewalttätig ,frauenfeindlich, zu emotional, unehrlich, faul, undiszipliniert, chaotisch, hauen einen über das Ohr Wer sich von diesen negativen Bildern leiten lässt, tritt den Arabern voreingenommen entgegen und versäumt die Möglichkeit seinen Gegenüber kennen und verstehen zu lernen. Auch der wirtschaftliche Erfolg bleibt aus. Jedoch zu wissen, wie die andere Kultur von einem denkt, es akzeptieren und bewusst mit den Parametern umzugehen, ist das Ziel von interkulturell kompetentem Verhalten. Vereinfacht gesagt: Für ein besseres Verständnis.24

3.2 Kulturstandards

Nach Alexander Thomas und Thomas Reimer-Conrads sind Kulturstandards Verhaltensweisen, die von der Mehrheit der Menschen in bestimmten Kulturen als normal, typisch und selbstverständlich gesehen werden. Kulturstandards stehen in einem ständigen Zusammenspiel mit sich verändernden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren innerhalb eines Kulturraumes. Einige Kulturstandards können aus der Religion, Geschichte, Kunst und Philosophie einer Kultur ersichtlich werden.25 Sie dienen den Menschen als eine „Art ungeschriebenes Regelwerk“26 zur besseren Bewältigung des Alltags in der Gesellschaft.

Kulturstandards der arabischen Golfstaaten nach Reimer-Conrads und Thomas sind:

3.2.1 Frauen- /Männer

Heute noch existiert in den arabischen Golfstaaten eine räumliche Trennung von Frauen und Männer. So gibt es z.B. in Restaurants oder Behörden abgetrennte Bereiche nur für Frauen. Diese Trennung gilt in den arabischen Golfstaaten nicht als Diskriminierung, sondern dient dem Schutze der Frauen.27

3.2.2 Personen und Gruppenorientierung

Die Zugehörigkeit zur Großfamilie ist für die Menschen der arabischen Golfstaaten von zentraler Bedeutung. Dabei werden die Lebensbereiche von Frauen und Männer nach Vorbild des Islam zumeist getrennt. Die Sozialstruktur zur Bildung von familiären Clans hat seinen Ursprung zum einen in der islamischen Tradition, zum anderen in der beduinischen Vergangenheit dieser Region. Ein Überleben gegen den Feind Wüste war nur durch die Bildung von Großfamilien möglich. Obwohl nur 10% der Golfaraber direkte Nachfahren der Beduinen sind, hat sich dieses Prinzip durchsetzen können.

[...]


1 Vgl. Maletzke, 1996, S.9.

2 Vgl. ebenda, 1996, S.9.

3 Heinke, 2011, S.12.

4 Vgl. Reimer-Conrads/ Thomas, 2009, S.11-12.

5 Vgl. Heinke, 2011, S.12.; dazu Reimer-Conrads/ Thomas, 2009, S.13.

6 Vgl. Maletzke, 1996, S.15.

7 Vgl. ebenda, 1996, S.16.

8 Maletzke, 1996, S.16.

9 Vgl. Schulz von Thun, 1999, S. 25ff.

10 Vgl. ebenda, 1999, S. 22.

11 Vgl. Heringer, 2007, S. 81.

12 Vgl. Kratochwil, 2012, S.16.

13 Vgl. ebenda, 2012, S.16.

14 Vgl. ebenda, 2012, S.17.

15 Vgl. Ortlieb, 2010, S.25.

16 Vgl. Heinke, 2011, S.28.

17 Vgl. Ortlieb, 2010, S.25.

18 Vgl. ebenda, 2010, S.25.

19 Vgl. ebenda, 2010, S.26-36.

20 Vgl. Heinke, 2011, S.12.

21 Vgl. Kratochwil, 2012, S.61.

22 Vgl. ebenda, 2012, S.61.

23 ebenda, 2012, S.63-64.

24 Vgl. Kratochwil, 2012, S.64.

25 Vgl. Reimer-Conrads/ Thomas, 2009, S.15-16.

26 ebenda, 2009, S.16.

27 Vgl. ebenda, 2009, S.32ff.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Verbale und nonverbale Kommunikationsstrategien in den Golfstaaten
Untertitel
Interkulturelle Kommunikation
Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn  (Fakultät Management und Vertrieb: Handel)
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V357241
ISBN (eBook)
9783668429659
ISBN (Buch)
9783668429666
Dateigröße
567 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interkulturelle kommunikation, golfstaaten, verbale kommunikation, nonverbale kommunikation, arabien
Arbeit zitieren
Analize Rodrigues (Autor), 2013, Verbale und nonverbale Kommunikationsstrategien in den Golfstaaten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/357241

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