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Justinian und die (Rück-) Eroberung Afrikas

Titel: Justinian und die (Rück-) Eroberung Afrikas

Hausarbeit , 2014 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Johannes Konrad (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Eroberung Afrikas und Italiens gilt oft als bedeutendste Leistung während der Regierung Justinians I. Schließlich handelte es sich um Gebiete, die Rom für über ein Jahrhundert verloren gegangen waren. Dabei wird oft davon ausgegangen, dass der Kaiser von Beginn seiner Herrschaft an ein umfassendes Restaurationsprogramm verfolgte. Walter Pohl meint zur Beseitigung der vandalischen Herrschaft gar: „[...] Justinian simply intended to remove what Romans of his day considered an anomaly: barbarian rule over the heartlands of the Roman state.“ Tatsächlich fasste er seine Baupolitik, seine gesetzgeberischen Tätigkeiten und die Religionspolitik als Teil eines politischen-gesellschaftlichen Reformwerks auf. Dass aber die praktischen Pläne zur Rückeroberung verloren gegangener Territorien erst nach dem Sieg über das Vandalenreich Teil dieser „renovatio imperii“ wurden, ist vor allem durch die Arbeit Mischa Meiers herausgearbeitet worden.
Dennoch verstanden sich sowohl Justinian, als auch die romanische Bevölkerung Afrikas als Römer. Daher stellt sich die Frage in wieweit Justinians „Reconquista“ als solche wahrgenommen wurde.

Ich werde mich in dieser Arbeit auf den Krieg gegen das Vandalenreich, bzw. dessen Eingliederung in den oströmischen Machtbereich beschränken, da sich hier entscheidende Probleme an Justinians Restaurationspolitik verdeutlichen lassen und der Resataurationsgedanke als solcher hier erstmals greifbar wird. Dabei möchte ich zunächst kurz auf die Umstände des Krieges eingehen, um anschließend die Maßnahmen der römischen Verwaltung vor Ort und deren Probleme darzulegen. Exemplarisch sollen hier der Maurenaufstand und die Meuterei des Stozas behandelt werden.
Schließlich möchte ich die religiösen und ideologischen Aspekte der Wiedergewinnung Afrikas darlegen und wie sich diese auf Justinians politische Agenda auswirkten.
Dabei werde ich mich vor allem auf Prokops Bella stützen. Die Quelle hat wegen der persönlichen Beteiligung des Autors an Belisars Feldzug einen hohen Informationsgehalt. Problematisch ist jedoch seine Neigung Belisar zu heroisieren und seine teils harsche Kritik an Justinian in den Anekdota, die jedoch in den Bella nur abgeschwächt enthalten ist. Als weitere Quelle dient der Codex Justinianus, der durch seinen offiziellen Charakter ein gutes Zeugnis über Justinians Selbstbild gibt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kriegsursachen

3. Die Nachkriegsordnung

3.1 Administrative Reorganisation Afrikas

3.2 Die Maurenaufstände

3.3. Die Meuterei des Stozas

4. Konsequenzen und Deutung des Sieges

4.1 Religiöse Aspekte des Vandalenkriegs

4.2 Ideologische Auswirkungen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Eingliederung des Vandalenreichs in das oströmische Reich unter Kaiser Justinian I. und analysiert, inwieweit das Konzept der "Reconquista" als tatsächliche Wiedereingliederung oder als konstruierte ideologische Inszenierung zu verstehen ist.

  • Motive und Kriegsursachen für den Feldzug gegen das Vandalenreich
  • Administrative und kirchliche Neuordnung der afrikanischen Provinzen
  • Konfliktpotenziale durch Maurenaufstände und Soldatenmeutereien
  • Religiöse Rechtfertigung und imperiale Selbstdarstellung Justinians

Auszug aus dem Buch

3.3. Die Meuterei des Stozas

Als sich 536 circa 9000 Soldaten in Libyen unter ihrem Anführer Stozas offen gegen Solomon wandten, war dies nicht zuletzt eine Folge der Restaurationspolitik Justinians. Denn ein großer Teil der Truppen waren Arianer, die nun von Justinians religionspolitischer Reaktion auf die Restitutionsforderungen der afrikanischen Bischöfe betroffen waren. Nach der Synode von Karthago wechselte der Kaiser von seinem anfangs toleranten zu einem äußerst restriktiven Kurs gegenüber allen nicht chalkedonensischen Konfessionen. So schreibt Prokop:

“For it was not possible for them to worship God in their accustomed way, but they were excluded both from all sacraments and from all sacred rites. For the Emperor Justinian did not allow any Christian who did not espouse the orthodox faith to receive baptism or any other sacrament.”

Den Hauptgrund sieht Prokop jedoch in materiellen Anliegen der Soldaten. So hatten diejenigen, die vandalische Frauen geheiratet hatten kein Anrecht auf deren Erbe und Besitz, wenn sich ein Eigentümer aus vorvandalischer Zeit ausfindig machen ließ, wobei auch ausstehender Sold und Uneinigkeit bei der Verteilung von Beute eine Rolle spielten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der Justinianischen Restaurationspolitik und der Fragestellung zur Wahrnehmung der Rückeroberung Afrikas.

2. Die Kriegsursachen: Analyse der diplomatischen und machtpolitischen Hintergründe, die zum militärischen Eingreifen in Nordafrika führten.

3. Die Nachkriegsordnung: Untersuchung der praktischen administrativen und kirchlichen Umsetzung der Herrschaft sowie der auftretenden internen Konflikte.

3.1 Administrative Reorganisation Afrikas: Erörterung der zivilen und militärischen Verwaltungsstruktur sowie der Restitution von Landbesitz.

3.2 Die Maurenaufstände: Analyse der lokalen Widerstände und der Schwierigkeiten der byzantinischen Machthaber beim Umgang mit der einheimischen Bevölkerung.

3.3. Die Meuterei des Stozas: Darstellung der internen Soldatenrevolte als Folge religionspolitischer Restriktionen und materieller Unzufriedenheit.

4. Konsequenzen und Deutung des Sieges: Betrachtung der symbolischen und ideologischen Verwertung des militärischen Erfolgs.

4.1 Religiöse Aspekte des Vandalenkriegs: Untersuchung der religiösen Konnotationen der Eroberung als gottgewolltes Werk.

4.2 Ideologische Auswirkungen: Analyse des Triumphes als Instrument zur Selbstdarstellung des Kaisers und zur Untermauerung seiner Macht.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Widerspruchs zwischen Anspruch der Rückeroberung und der Realität der byzantinischen Herrschaft vor Ort.

Schlüsselwörter

Justinian I., Nordafrika, Vandalenkrieg, Reconquista, Renovatio imperii, Prokop, Belisar, Maurenaufstände, Stozas, byzantinische Verwaltung, religiöse Restriktionen, imperiale Selbstdarstellung, Vandalenreich, oströmische Herrschaft, Soldatenmeuterei

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rückeroberung Afrikas durch das oströmische Reich im 6. Jahrhundert und hinterfragt, ob Justinian I. damit tatsächlich eine "Wiedereingliederung" vollzog oder primär ein ideologisches Programm verfolgte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Kriegsursachen, der administrativen und kirchlichen Reorganisation, den militärischen Herausforderungen durch Aufstände und der religiösen sowie ideologischen Deutung des Sieges.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, inwieweit Justinians Politik der "Reconquista" als authentische Wiederherstellung römischer Verhältnisse wahrgenommen wurde und welche Diskrepanzen zwischen Anspruch und der Realität der Fremdherrschaft bestanden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich primär auf eine Quellenanalyse, insbesondere das Werk "Bella" von Prokop sowie den "Codex Justinianus", und vergleicht diese mit moderner geschichtswissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der administrativen Neuordnung, die Analyse konkreter Konfliktherde wie die Maurenaufstände und die Soldatenmeuterei unter Stozas sowie die ideologische Inszenierung des Triumphes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Justinian I., Reconquista, Vandalenkrieg, Renovatio imperii, byzantinische Verwaltung und die militärische Instabilität in den Provinzen.

Welche Rolle spielte der christliche Glaube bei der Rechtfertigung des Krieges?

Der Krieg wurde nicht nur als militärischer Akt, sondern als religiöse Befreiungstat gegen arianische "Tyrannen" inszeniert, wobei der Erfolg als unmittelbares Wirken Gottes dargestellt wurde.

Warum wird die byzantinische Herrschaft vor Ort bisweilen als Fremdherrschaft bezeichnet?

Aufgrund der Unfähigkeit, lokale Unruhen wie die Maurenaufstände politisch zu lösen, und der Exklusion der lokalen Eliten von der Macht, fühlte sich die Bevölkerung durch die kaiserlichen Truppen eher besetzt als befreit.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Justinian und die (Rück-) Eroberung Afrikas
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik)
Note
2,0
Autor
Johannes Konrad (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V357267
ISBN (eBook)
9783668426054
ISBN (Buch)
9783668426061
Sprache
Deutsch
Schlagworte
justinian eroberung Afrika Bellisar Procop Vandalen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Konrad (Autor:in), 2014, Justinian und die (Rück-) Eroberung Afrikas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/357267
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Leseprobe aus  11  Seiten
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