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Passivität und Aktivität in Thüring von Ringoltingens Roman "Melusine"

Zustandswechsel der Figuren Reymund und Melusine

Titel: Passivität und Aktivität in Thüring von Ringoltingens Roman "Melusine"

Hausarbeit , 2015 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Niklas Plöger (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Melusine Thürings von Ringoltingen gilt noch heute als einer der ersten Prosaromane des deutschsprachigen Raums. In der mediävistischen Forschung wird der Melusinenroman oftmals als Beispiel für einen frühen Genderroman herangezogen. Andere Forscher, wie Drittenbass, oder Rohr gehen zwar auf die Liebesbeziehung zwischen Reymund und Melusine ein, fokussieren sich hier jedoch allzu sehr auf das Motiv der gestörten Mahrtenehe.

Die vorliegende Arbeit möchte sich von dieser Herangehensweise distanzieren und das Augenmerk auf ein Aktivität-Passivität-Schema auf Figurenebene richten. Zu diesem Zweck wird in einem ersten Schritt die Grundhaltung der Figuren Reymund und Melusine definiert, um dann anschließend dieses Schema anhand der Figuren anzuwenden und zu untersuchen. In einem letzten Schritt möchte diese Arbeit Deutungsansätze für das angewandte Schema liefern. Die Untersuchung des Wechsels der passiven oder aktiven Haltung Reymunds und Melusines, soll zeigen, dass Thüring schon in seiner Figurenkonstruktion den Grundstein für den Verlauf der Handlung gelegt hat.

Ähnlich wie Drittenbass hält sich diese Arbeit eng am Text auf, geht dabei jedoch über eine rein semantische Analyse des Dialoges in der Durstbrunnenszene zwischen Reymund und Melusine hinaus. Wenn bei Drittenbass oder Rohr die Brunnenszene als Schlüsselszene identifiziert wird, so kann das für diese Arbeit nicht gelten. Sie mag zwar eine Schlüsselszene zu Beginn der Handlung darstellen, spielt jedoch für den Gegenstand dieser Untersuchung keine große Rolle. Zentrale Szene dieser Arbeit stellt die Klostereintrittsszene dar, in der Melusine Reymund die Entscheidung über den Klostereintritt des Sohnes überträgt. Es soll untersucht werden, inwieweit diese Übertragung der Entscheidung und der damit einhergehende Wechsel von Aktivität der beiden Figuren, eine zentrale Funktion für das Aktivität-Passivität-Schema hat.

Da der Gegenstand dieser Arbeit noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht wurde, ist es erforderlich sich eng am Text zu halten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der passive und aktive Grundzustand Reymunds und Melusines

Wechsel des Grundzustands: Reymund

Wechsel des Grundzustands: Melusine

Deutungsansätze der Grundzustandswechsel auf Figurenebene

Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Aktivität-Passivität-Schema auf Figurenebene im Melusinenroman von Thüring von Ringoltingen, um zu zeigen, wie die wechselnden Grundhaltungen von Reymund und Melusine den Handlungsverlauf maßgeblich beeinflussen und motivieren.

  • Analyse der Grundhaltungen von Reymund und Melusine beim ersten Auftreten
  • Untersuchung der Zustandswechsel und deren Konsequenzen für die Handlung
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Klostereintrittsszene
  • Beziehung zwischen dem Rollenbild und der Intervention durch die Figur der Fortuna

Auszug aus dem Buch

Deutungsansätze der Grundzustandswechsel auf Figurenebene

Wie bereits eingangs erwähnt, handelt es sich bei Reymund um einen von Grund auf passiven Charakter, wohingegen es sich bei Melusine um eine aktive Figur handelt. Beide Charaktere wechseln ihren Grundzustand im Laufe der Handlung mehrmals. Interessanterweise sind beide Charaktere nie gemeinsam aktiv oder passiv. Immer wenn die eine Figur aktiv am Handlungsgeschehen eingreift, verbleibt die andere passiv. Besonders gut ist dies an der Klostereintrittsszene Freymunds zu erkennen. Die bisher aktive Melusine gibt ihre aktive Haltung auf und der bis dahin passiv im Hintergrund verbliebene Reymund nimmt in der Folge eine aktive Haltung ein. Passivität und Aktivität der beiden Figuren bedingen sich gegenseitig und wechseln sich im fortschreitenden Handlungsverlauf immer wieder ab.

Zu Beginn der chronologischen Handlung kann auf Figurenebene von einem Zustand der Balance ausgegangen werden. Für Reymund und Melusine sind die jeweiligen Grundzustände definiert. Als bei Reymund der erste Wechsel der Grundhaltung stattfindet, tötet er ohne es zu wollen seinen Onkel. Diese Szene setzt eine Kausalkette in Gang, die Reymund schließlich in die Arme Melusines führt. Nachdem er in seiner Ehe abermals eine passive Haltung einnimmt, verläuft sein Leben wieder bestens. Unter Melusines Aufsicht gedeihen seine Ländereien prächtig und sie schenkt ihm viele Söhne. Sein Leben ändert sich erst wieder als er von seiner Frau erneut in eine aktive Haltung gedrängt wird. Reymunds Entscheidung seinen Sohn Freymund ins Kloster eintreten zu lassen hat weitreichende Konsequenzen für die Handlung. In seiner neuen aktiven Haltung begeht Reymund beide Tabubrüche, welche in letzter Konsequenz zu der Trennung des Paares führen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Figurenkonstellation ein und distanziert sich von existierenden Ansätzen, um das Aktivität-Passivität-Schema als zentrale Analyseebene zu etablieren.

Der passive und aktive Grundzustand Reymunds und Melusines: Hier werden die methodischen Grundlagen gelegt, indem für beide Protagonisten ein spezifischer Grundzustand definiert wird, der für die weiteren Analysen als Referenzpunkt dient.

Wechsel des Grundzustands: Reymund: Dieser Abschnitt analysiert die Transformation Reymunds von einer passiven zu einer aktiven Figur und zeigt die daraus resultierenden dramatischen Folgen für die Handlung auf.

Wechsel des Grundzustands: Melusine: Das Kapitel beleuchtet die Ambivalenz der Figur Melusine, deren aktiver Charakter durch den Fluch der Mutter eine passive Komponente erhält, und untersucht den Wendepunkt ihrer Haltung.

Deutungsansätze der Grundzustandswechsel auf Figurenebene: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei insbesondere die gegenseitige Abhängigkeit der Haltungen und die Rolle der Fortuna im Kontext der Zustandswechsel interpretiert werden.

Schluss: Der Autor resümiert die Ergebnisse und schlägt weiterführende Forschungsfragen vor, insbesondere im Hinblick auf die Einbeziehung der Söhne und die gender-spezifische Lesart des Romans.

Schlüsselwörter

Melusinenroman, Thüring von Ringoltingen, Aktivität-Passivität-Schema, Figurenkonstellation, Reymund, Melusine, Genderroman, Fortuna, Grundzustand, Tabubruch, Handlungsverlauf, Klostereintrittsszene, mittelalterliche Literatur, Figurencharakterisierung, Narrativik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Aktivität-Passivität-Schema bei den Hauptfiguren Reymund und Melusine im Roman von Thüring von Ringoltingen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Definition der Grundzustände der Figuren, die Analyse von Zustandswechseln im Handlungsverlauf und deren kausale Auswirkungen auf die Romanhandlung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass Thüring von Ringoltingen bereits in der Figurenkonstruktion den Grundstein für den Handlungsverlauf gelegt hat und dass Fortuna als Instanz untrennbar mit diesen Zustandswechseln verbunden ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung basiert auf einer textnahen Analyse der Figurenkonstellation und einer Untersuchung des Wechsels zwischen aktiven und passiven Rollenmustern unter Berücksichtigung der Forschungsgeschichte.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Schlüsselszenen, wie die Quellenszene und die Klostereintrittsszene, um die Dynamik zwischen den Figuren zu beleuchten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Melusinenroman, Aktivität-Passivität-Schema, Grundzustand, Tabubruch, Fortuna und Genderroman.

Welche besondere Bedeutung hat die Klostereintrittsszene?

Die Szene stellt einen entscheidenden Wendepunkt dar, an dem Melusine ihre aktive Haltung aufgibt und Reymund in eine aktive Rolle drängt, was die nachfolgenden Katastrophen einleitet.

Warum spielt Fortuna eine Rolle für die Grundzustände?

Der Autor argumentiert, dass Fortuna den Figuren nur dann wohlgesonnen ist, wenn sie sich in ihrem definierten Grundzustand befinden; ein Ausbrechen aus diesem führt zum Unglück.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Passivität und Aktivität in Thüring von Ringoltingens Roman "Melusine"
Untertitel
Zustandswechsel der Figuren Reymund und Melusine
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Lehrstuhl für Germanistische Mediävistik)
Veranstaltung
PS "Melusine und Fortunatus"
Note
1,3
Autor
Niklas Plöger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V357290
ISBN (eBook)
9783668429475
ISBN (Buch)
9783668429482
Sprache
Deutsch
Schlagworte
passivität aktivität thüring ringoltingens roman melusine zustandswechsel figuren reymund
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Niklas Plöger (Autor:in), 2015, Passivität und Aktivität in Thüring von Ringoltingens Roman "Melusine", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/357290
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Leseprobe aus  14  Seiten
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