Die vorliegende Bachelor-Thesis beschäftigt sich mit dem Thema Experimentierkompetenz von Schülerinnen und Schülern der Grundschule. Dazu wurde eine qualitative Untersuchung an einer Grundschule durchgeführt und überprüft, inwieweit Experimentierkompetenz bei Grundschülerinnen und -schülern bereits entwickelt ist. Basis dieser Thesis sind neben der Erhebung das Kompetenzmodell von Hammann und der Forschungskreislauf von Marquardt-Mau.
Bei der Untersuchung führten die Schülerinnen und Schüler einen Versuch durch, wobei mit Hilfe der Methode des Lauten Denkens die Introperspektive der Befragten deutlich gemacht wurde. Abschließend wurde die Erhebung mit Hilfe eines Erwartungshorizontes, der auf Grundlage des Kompetenzmodells von Hammann und des Forschungskreislaufs von Marquardt-Mau entwickelt wurde, ausgewertet. Es lässt sich zusammenfassen, dass die befragten Schülerinnen und Schüler bereits trotz ihres jungen Alters gute Ansätze zur Entwicklung von Experimentierkompetenz zeigten und diese Leistung nicht unterschätzt werden darf.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung
2. Einleitung
2.1 Überblick über das Thema
2.2 Erläuterung der Fragestellung und Zielsetzung
3. Experimente und Experimentierkompetenz
3.1. Definition Experimentierkompetenz
3.2. Definition Kompetenz und Kompetenzmodelle
3.3. Experimentieren im naturwissenschaftlichen Unterricht
3.4. Kompetenzmodell nach Hammann
3.5. Forschungskreislauf von Marquardt-Mau
4. Methode des Lauten Denkens
4.1 Beschreibung der Methode
4.2. Schlussfolgerungen für die Analyse verbaler Daten nach Ericsson / Simon
5. Die schulische Untersuchung
5.1. Hypothesen für die schulische Untersuchung
5.2. Kurzcharakteristik des Versuchs
5.3. Bedingungsanalyse
5.4. Methoden der Datenerhebung
5.5. Auswertungsverfahren
6. Ergebnisse
7. Diskussion und Schlussfolgerungen
10. Anhang
10.1. Transkription der Tonaufnahmen
10.2. Arbeitsblatt zum Versuch
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Experimentierkompetenz von Grundschulkindern der dritten Jahrgangsstufe. Ziel ist es, mithilfe einer qualitativen Erhebung und unter Anwendung der Methode des Lauten Denkens herauszufinden, welche Kompetenzen Kinder in diesem Alter bereits beim Durchführen von physikalischen Versuchen vorweisen können und wie diese im Vergleich zum aktuellen Forschungsstand einzuordnen sind.
- Entwicklung und Messung der Experimentierkompetenz bei Grundschulkindern.
- Anwendung des Forschungskreislaufs nach Marquardt-Mau im Sachunterricht.
- Einsatz der Methode des Lauten Denkens zur Analyse kognitiver Prozesse.
- Vergleich der Ergebnisse mit dem Kompetenzentwicklungsmodell von Hammann.
Auszug aus dem Buch
Die schulische Untersuchung
Für die schulische Untersuchung wurden mit Hilfe der oben beschriebenen Grundlagen Hypothesen gebildet, die die Frage nach der Experimentierkompetenz der Schülerinnen und Schüler beantworten könnten.
Aus dem Entwicklungsmodell von Hammann lassen sich folgende Hypothesen ableiten: Die Schülerinnen und Schüler sind in Bezug auf den Umgang mit Variablen, die Auswertung der Daten und auf die Findung von Hypothesen noch auf dem ersten Kompetenzniveau. Es ist zu erwarten, dass sie mit den Variablen unsystematisch umgehen werden und ihre gewonnenen Daten nicht auf die aufgestellte Hypothese beziehen können, da sie noch nicht in der Lage sind, Hypothesen zu bilden.
Der Forschungskreislauf von Marquardt-Mau legt folgende Hypothesen nah: Die Schülerinnen und Schüler sollen am Ende der Grundschulzeit in der Lage sein, die oben beschriebenen acht Schritte durchzuführen und sich ihrer Bedeutung bewusst sein. Die Schülerinnen und Schüler besuchen die dritte Klasse und sind deshalb wahrscheinlich noch nicht in der Lage, alle acht Schritte vollständig auszuführen. Der Forschungskreislauf muss also eventuell an das Alter und an das Vorwissen der Kinder angepasst werden (Marquardt-Mau, 2011, S.32).
Zusammenfassung der Kapitel
Zusammenfassung: Bietet einen Überblick über das Ziel der Arbeit, die angewandten Methoden und die Kernbotschaft, dass Grundschulkinder bereits über erste Ansätze von Experimentierkompetenz verfügen.
Einleitung: Führt in das Thema Experimentieren in der Grundschule ein, erläutert die Relevanz für den Sachunterricht und definiert das Ziel der qualitativen Untersuchung.
Experimente und Experimentierkompetenz: Behandelt theoretische Grundlagen, definiert Experimentierkompetenz und stellt die Kompetenzmodelle von Hammann sowie den Forschungskreislauf von Marquardt-Mau vor.
Methode des Lauten Denkens: Erläutert die theoretischen Hintergründe und die praktische Anwendung der Methode des Lauten Denkens sowie spezifische Analyseschritte nach Ericsson und Simon.
Die schulische Untersuchung: Beschreibt das methodische Vorgehen, die aufgestellten Hypothesen, die Kurzcharakteristik des Wasserläufer-Versuchs sowie die Datenerhebung und Auswertungsverfahren.
Ergebnisse: Präsentiert die erhobenen Daten in tabellarischer und grafischer Form und analysiert die verschiedenen Kompetenzniveaus der teilnehmenden Kinder.
Diskussion und Schlussfolgerungen: Reflektiert die Ergebnisse im Hinblick auf die eingangs aufgestellten Hypothesen und diskutiert die Bedeutung für den naturwissenschaftlichen Unterricht.
Schlüsselwörter
Experimentierkompetenz, Grundschule, Sachunterricht, Lautes Denken, Kompetenzmodell, Hammann, Forschungskreislauf, Marquardt-Mau, Naturwissenschaften, Wasserläufer, Qualitative Untersuchung, Experiment, Schüler, Didaktik, Erkenntnisgewinnung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Ziel dieser Bachelor-Thesis?
Die Arbeit untersucht, inwieweit Grundschulkinder der dritten Klasse bereits erste Kompetenzen erworben haben, die für das wissenschaftliche Experimentieren erforderlich sind.
Welche zentralen theoretischen Modelle werden zur Analyse herangezogen?
Die Arbeit nutzt das Kompetenzentwicklungsmodell von Hammann sowie den Forschungskreislauf von Marquardt-Mau als Basis für die Einordnung der kindlichen Leistungen.
Wie wurde die Datenerhebung wissenschaftlich umgesetzt?
Es wurde die Methode des Lauten Denkens eingesetzt, wobei die Kinder während der Durchführung eines Versuchs zum Phänomen des Wasserläufers ihre Gedanken verbalisierten, was anschließend transkribiert und ausgewertet wurde.
Welcher methodische Ansatz liegt der Datenauswertung zugrunde?
Die Daten wurden anhand eines auf den theoretischen Modellen basierenden Erwartungshorizontes kodiert und anschließend in drei Kompetenzstufen eingeordnet.
Welches naturwissenschaftliche Phänomen wird im Versuch untersucht?
Die Schülerinnen und Schüler untersuchten das Phänomen des Wasserläufers, insbesondere unter dem Aspekt, wie unterschiedliche Gegenstände auf der Wasseroberfläche reagieren.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung?
Die Kinder zeigen trotz ihres jungen Alters bereits gute Ansätze zur Entwicklung von Experimentierkompetenz, auch wenn ihr Vorgehen bei der Variablenkontrolle und Hypothesenbildung noch oft unsystematisch ist.
Warum wird die Methode des Lauten Denkens als besonders geeignet betrachtet?
Sie ermöglicht einen Einblick in kognitive Prozesse und die Introspektion der Kinder während des Versuchs, was bei rein schriftlichen Aufgaben oft verborgen bleibt.
Welche Rolle spielt die Differenzierung der Kompetenzstufen in der Arbeit?
Die Stufeneinteilung erlaubt es, den individuellen Lernfortschritt der Kinder präzise abzubilden und aufzuzeigen, dass keine einheitliche Leistungsentwicklung vorliegt, sondern eine hohe Varianz existiert.
- Citar trabajo
- Clara Bracht (Autor), 2016, Qualitative Untersuchung der Experimentierkompetenz von Schülerinnen und Schülern der Grundschule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/357308