Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf das Projekt Business Combinations und insbesondere auf die Durchführung der Kapitalkonsolidierung beim sukzessiven Beteiligungserwerb. Das vom Autor verfolgte Ziel ist die Darstellung von Unternehmenserwerben in mehreren Stufen anhand eines Beispiels. Diese Arbeit stellt auf Basis des aktuellen Diskussionsstandes dar, in welchem Umfang die Änderungen tatsächlich zu abweichenden Konsolidierungsergebnissen führen. Anschließend erfolgt eine kritische Betrachtung der geplanten Vorschriften. Die Beurteilung der diesbezüglich geplanten Standards erfolgt an der Aufgabe des Konzernabschlusses. In Kapitel 2 „Grundlagen“ werden im ersten Abschnitt zunächst die Bilanzierungsgrundsätze und die Basisannahmen gem. IAS/IFRS vorgestellt. Anschließend werden die damit verbundenen qualitativen Anforderungen und die Aufgabe des Konzernabschlusses erläutert. Der zweite Abschnitt enthält eine Übersicht über die Abgrenzung des Konsolidierungskreises und die Formen der Einbeziehung von Beteiligungen in den Konzernabschluss. Das Projekt Business Combinations wird in Kapitel 3 „Das Projekt Business Combinations des IASB“ vorgestellt. Zunächst werden im ersten Abschnitt die wesentlichsten Neuerungen durch die Veröffentlichung von IFRS 3 dargestellt. Der folgende Abschnitt beschäftigt sich mit den wichtigsten Änderungen gegenüber den aktuellen Standards. Hauptaugenmerk sind dabei Änderungen die beim sukzessiven Beteiligungserwerb durch die Diskussionsvorschläge nach Phase II relevant sind. Die Full Goodwill Methode ist ebenfalls Bestandteil von Phase II des Projekts Business Combinations. Diese wird aber aufgrund der maßgeblichen Auswirkungen beim Unternehmenserwerb explizit in Kapitel 4 „Full Goodwill Methode“ ausführlich erläutert. Bestandteil dieses Kapitels ist ein Vergleich zwischen der Kapitalkonsolidierung nach IFRS 3 und Phase II anhand eines einführenden Beispiels. In Kapitel 5 „Sukzessiver Beteiligungserwerb mit Statuswechsel“ wird die Bilanzierung nach IFRS 3 und Phase II an einem Beispiel ausführlich dargestellt und erläutert. Anschließend werden die Annahmen bei der Vorstellung des Beispieles teilweise variiert und die Kapitalkonsolidierung erneut durchgeführt. Das Beispiel aus Kapitel 5 wird in Kapitel 6 „Anteilserwerbe an bereits vollkonsolidierten Unternehmen“ erweitert. In diesem Kapitel wird an dem bekannten Unternehmen eine weitere Anteilstranche erworben. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau
2 Grundlagen
2.1 Rechnungslegung nach IFRS
2.1.1 Bilanzierungsgrundsätze
2.1.2 Qualitative Anforderungen
2.1.3 Aufgabe des Konzernabschlusses
2.2 Konzernabschluss
2.2.1 Abgrenzung des Konsolidierungskreises
2.2.2 Vollkonsolidierung
2.2.3 Equity-Methode
2.2.4 Bilanzierung von Beteiligungsunternehmen
3 Das Projekt Business Combinations des IASB
3.1 IFRS 3
3.1.1 Anwendungsbereich
3.1.2 Methoden der Kapitalkonsolidierung
3.1.3 Vorgehensweise bei einem Unternehmenszusammenschluss
3.1.4 Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten und Schulden
3.1.5 Ermittlung und Folgebewertung des Goodwill
3.2 Phase II
3.2.1 Anwendungsbereich
3.2.2 Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten und Schulden
3.2.3 Ermittlung der Anschaffungskosten
4 Full Goodwill Methode
4.1 Definition und Bestandteile des Goodwill
4.2 Bilanzierung des Goodwills
4.2.1 Bilanzierung nach IFRS 3
4.2.2 Bilanzierung nach Phase II
4.2.2.1 Direkte Methode
4.2.2.2 Indirekte Methode
5 Sukzessiver Beteiligungserwerb mit Statuswechsel
5.1 Vorstellung des Beispiels
5.2 Bilanzierung nach IFRS 3
5.2.1 Vorgehensweise beim sukzessiven Beteiligungserwerb
5.2.2 Ermittlung der Neubewertungsbilanz
5.2.3 Ermittlung des Goodwill
5.2.4 Kapitalkonsolidierung
5.2.5 Aufteilung des Eigenkapitals und Erläuterung der Differenzen
5.2.6 Variationen bei der Bilanzierung der ersten Tranche
5.2.6.1 Bilanzierung der ersten Tranche zum Fair Value
5.2.6.2 Bilanzierung der ersten Tranche At-Equity
5.3 Bilanzierung nach Phase II
5.3.1 Vorgehensweise beim sukzessiven Beteiligungserwerb
5.3.2 Unternehmenswertermittlung
5.3.3 Ermittlung des Full Goodwill
5.3.4 Bewertung der Alttranchen zum Fair Value
5.3.5 Kapitalkonsolidierung
5.3.6 Variationen bei der Bilanzierung der ersten Tranche
5.3.6.1 Bilanzierung der ersten Tranche zum Fair Value
5.3.6.2 Bilanzierung der ersten Tranche At-Equity
6 Anteilserwerbe an bereits vollkonsolidierten Unternehmen
6.1 Erweiterung des Beispiels
6.2 Bilanzierung nach IFRS 3
6.2.1 Vorgehensweise bei Anteilserwerb an vollkonsolidierten Unternehmen
6.2.2 Ermittlung der Neubewertungsbilanz
6.2.3 Kapitalkonsolidierung
6.3 Bilanzierung nach Phase II
6.3.1 Vorgehensweise bei Anteilserwerb an vollkonsolidierten Unternehmen
6.3.2 Kapitalkonsolidierung
7 Kritische Betrachtung
7.1 Sukzessiver Beteiligungserwerb
7.1.1 Informationstauglichkeit der Bilanzposten
7.1.2 Informationstauglichkeit der Gewinngröße
7.1.3 Wirtschaftlichkeit
7.1.4 Gesamtbeurteilung
7.2 Full Goodwill Methode
7.2.1 Full Goodwill als Informationsinstrument
7.2.2 Probleme bei der Goodwillbewertung
7.2.3 Minderheitenproblematik beim Impairment Test
7.2.4 Gesamtbeurteilung
8 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, inwieweit die geplanten Änderungen durch das IASB-Projekt "Business Combinations Phase II" die Informationssituation für Bilanzadressaten verbessern können, insbesondere bei sukzessiven Beteiligungserwerben und der Anwendung der Full Goodwill Methode. Die Arbeit analysiert die Auswirkungen auf Konsolidierungsergebnisse und beurteilt diese kritisch anhand der Aufgaben des Konzernabschlusses.
- Analyse der Kapitalkonsolidierung bei sukzessiven Beteiligungserwerben nach IFRS 3 und Phase II.
- Untersuchung der Bilanzierung und Bewertung des Goodwills sowie Einführung der Full Goodwill Methode.
- Vergleich der Vorgehensweisen anhand praktischer Beispiele (step acquisitions).
- Kritische Würdigung der Informationsqualität (Relevanz, Verlässlichkeit, Vergleichbarkeit) unter den neuen Regelungen.
- Bewertung der Wirtschaftlichkeit der vorgeschlagenen Änderungen in der Konzernrechnungslegung.
Auszug aus dem Buch
Vorgehensweise bei einem Unternehmenszusammenschluss
Die Vorgehensweise bei Anwendung der vollständigen Neubewertung ergibt sich aus IFRS 3. Zunächst werden der Erwerber, dann die Anschaffungskosten und der Erwerbszeitpunkt bestimmt.
Nach der Erwerbsmethode erfolgt eine Neubewertung der Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Unternehmens, dagegen wird die Bilanz des Käufers mit den bisherigen Buchwerten fortgeführt. Somit hat die Bestimmung des Erwerbers bei der Bilanzierung eine große Bedeutung. Bei allen Unternehmenszusammenschlüssen gem. IFRS 3 muss ein Erwerber identifiziert werden. Der Erwerber ist jenes Unternehmen, welches die Beherrschung (control) über ein anderes Unternehmen erlangt. Die Beherrschung wird erlangt, wenn ein Unternehmen die Möglichkeit erhält, die Finanz und Geschäftspolitik eines anderen Unternehmens zu bestimmen und aus dessen Tätigkeit Nutzen zu ziehen.
Bei der Bestimmung der Anschaffungskosten sind die Fair Values der für den Erwerb hingegebenen Vermögenswerte, der übernommenen Schulden und der vom Erwerber ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente zu berücksichtigen. Kosten die dem Erwerb direkt zurechenbar sind, z.B. Honorare für Wirtschaftsprüfer und Anwälte sind ebenfalls den Anschaffungskosten zuzurechnen.
Erwerbszeitpunkt ist der Zeitpunkt, in dem der Erwerber die Beherrschung über das erworbene Unternehmen erlangt. Der Tauschzeitpunkt ist der Zeitpunkt in dem lediglich ein bestimmter Anteil an einem Unternehmen erworben wird. Im Regelfall stimmen die beiden Zeitpunkte überein. Beim sukzessiven Beteiligungserwerb (step acquisition) werden Tochterunternehmen nicht in einem einheitlichen Vorgang, sondern über mehrere Teilschritte erworben. In einem solchen Fall sind die beiden Begriffe nicht deckungsgleich. Der Tauschzeitpunkt ist der Zeitpunkt jeder einzelnen Transaktion und der Erwerbszeitpunkt lediglich der Zeitpunkt, in dem die Kontrolle über das Unternehmen erlangt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Diese Einleitung erläutert den Reformprozess der internationalen Rechnungslegung im Bereich der Unternehmenszusammenschlüsse und definiert das Ziel der Arbeit sowie den methodischen Aufbau.
2 Grundlagen: Das Kapitel legt die Basis der IAS/IFRS-Rechnungslegung dar, einschließlich Bilanzierungsgrundsätzen, der Aufgabe des Konzernabschlusses sowie der Abgrenzung des Konsolidierungskreises.
3 Das Projekt Business Combinations des IASB: Hier werden die Neuerungen durch IFRS 3 sowie die Zielsetzung und Struktur der zweiten Projektphase des IASB beschrieben.
4 Full Goodwill Methode: Das Kapitel definiert den Goodwill, erläutert dessen Bilanzierung nach IFRS 3 und Phase II und vergleicht diese anhand eines einführenden Beispiels.
5 Sukzessiver Beteiligungserwerb mit Statuswechsel: An einem ausführlichen Beispiel wird die Bilanzierung nach IFRS 3 und Phase II beim sukzessiven Erwerb der Kontrolle dargestellt und diskutiert.
6 Anteilserwerbe an bereits vollkonsolidierten Unternehmen: Das Kapitel erweitert das vorherige Beispiel um weitere Anteilsaufstockungen bei einem bereits vollkonsolidierten Unternehmen und analysiert die bilanziellen Folgen.
7 Kritische Betrachtung: Die geplante Vorgehensweise nach Phase II wird einer kritischen Analyse hinsichtlich Informationsgehalt, Relevanz, Verlässlichkeit und Wirtschaftlichkeit unterzogen.
8 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die erarbeiteten Ergebnisse zusammen und zieht ein Fazit bezüglich der Verbesserung der Informationssituation durch die geplanten Reformen.
Schlüsselwörter
Unternehmenszusammenschlüsse, IFRS 3, Phase II, Kapitalkonsolidierung, Sukzessiver Beteiligungserwerb, Full Goodwill Methode, Konzernabschluss, Impairment Test, Fair Value, Erstkonsolidierung, Minderheitenanteile, Kontrollübergang, Unternehmensbewertung, Informationsqualität, Goodwill.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der internationalen Rechnungslegung im Bereich der Unternehmenszusammenschlüsse, insbesondere mit den Reformen des IASB-Projekts "Business Combinations" (Phase I mit IFRS 3 und der laufenden Phase II).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Kapitalkonsolidierung beim sukzessiven Beteiligungserwerb sowie die Bilanzierung und Bewertung des Goodwills nach der geplanten Full Goodwill Methode.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu untersuchen, ob die geplanten Änderungen durch das Projekt "Business Combinations Phase II" die Informationssituation für die Bilanzadressaten verbessern und ob sie den qualitativen Anforderungen an die Rechnungslegung besser gerecht werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine praxisorientierte Analyse, bei der die theoretischen Konzepte anhand von detaillierten Zahlenbeispielen (sukzessiver Erwerb, Aufstockung von Anteilen) durchgerechnet, verglichen und kritisch interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen (IFRS/Konzernabschluss), die Erläuterung des IASB-Projekts, die detaillierte Behandlung der Full Goodwill Methode sowie die Durchführung von Konsolidierungsbeispielen beim sukzessiven Beteiligungserwerb und bei Anteilserwerben an bereits vollkonsolidierten Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Sukzessiver Beteiligungserwerb", "Full Goodwill Methode", "Kapitalkonsolidierung", "IFRS 3" und "Fair Value".
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen IFRS 3 und Phase II bei der Behandlung des Goodwills?
Während nach IFRS 3 der Goodwill lediglich als Differenzbetrag aus Anschaffungskosten und anteiligem Eigenkapital ermittelt wird, sieht die "Phase II"-Planung die Full Goodwill Methode vor, bei der zusätzlich ein Goodwill für Minderheitengesellschafter bilanziert wird, um den Gesamtwert der Unternehmenseinheit abzubilden.
Warum ist die Unterscheidung zwischen dem Tauschzeitpunkt und dem Erwerbszeitpunkt beim sukzessiven Erwerb relevant?
Beim sukzessiven Erwerb stimmen Tauschzeitpunkt (Datum einer einzelnen Transaktion) und Erwerbszeitpunkt (Erlangung der Kontrolle) meist nicht überein. Die Arbeit verdeutlicht, dass dies bei der Kapitalkonsolidierung entscheidend für die korrekte Ermittlung des Goodwills und die Fortschreibung von stillen Reserven ist.
- Quote paper
- Sven Erler (Author), 2005, Sukzessiver Beteiligungserwerb nach IFRS 3 nach Business Combinations Phase II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35739