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Deontologische und teleologische Ethik

Title: Deontologische und teleologische Ethik

Presentation (Elaboration) , 2004 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sonja Filip (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Ausgearbeitetes, gründliches Referat über Deontologische und Teleologische Theorien. Ich beginne mein Referat mit der Frage, wann Menschen beginnen, über Moral zu philosophieren. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sie unzufrieden mit dem herrschenden Verhaltenskodex sind oder wenn sie an eben diesem zweifeln. In solchen Situationen beginnen sie, ihn zu hinterfragen. Hieraus ergibt sich direkt die Problemstellung, die ich als Ausgangsfrage für mein Referat ansetzen möchte: Dienen herrschende Normen als Verhaltensmaßstab? Und können sie als Maßstab für „moralisch richtig“ und „moralisch falsch“ fungieren? Moralphilosophien betrachten diese Thematik sehr kritisch. Für sie gibt es eine Vielzahl von Einwänden, die schließlich dafür sorgen, dass – zumindest aus ihrer Sicht - die Antwort klar „nein“ heißen muss. Einige dieser Einwände will ich kurz nennen und erläutern. Die tatsächlichen Normen einer Gesellschaft sind nie sehr präzise und lassen Ausnahmen zu – sie können demnach nicht allgemeingültig sein. Eine gute Beispielsituation hierfür ist vielleicht, dass es Konsens ist, das Töten von Menschen als moralisch schlecht anzusehen. Wie passt das aber zu der Situation eines Soldaten im Krieg, der angewiesen wird, auch den Tod vieler Gegner in Kauf zu nehmen? Oder: Wie passt unsere Norm, nicht zu töten, zu Staaten, in denen die Todesstrafe praktiziert wird? Diese Ausnahmen werden zwar zugelassen, sind aber nicht ausreichend in das Normensystem integriert.

Ein anderer Einwand der Moralphilosophen ist, dass Normen in einer konkreten Situation in Konflikt miteinander geraten können. Hierzu wird im Text Sokrates’ Beispiel aus dem 1. Buch von Platons „Staat“1 angeführt. Dort findet sich folgende Situation: Person A hat Person B versprochen, ihr die Waffen zurückzugeben, die diese ihr geliehen hat. Nun ist Person A aber in dem Wissen, dass Person B mit den Waffen Schaden anrichten will – und befindet sich demnach in einem Konflikt: Welche Norm ist nun höher zu achten – die Norm, welche besagt, dass Versprechen gehalten werden müssen, oder aber die, dass man, soweit es in der eigenen Macht steht, andere vor möglichem Schaden schützen soll? Das Problem, das ersichtlich wird, ist das der fehlenden Rangfolge, der fehlenden Hierarchie im Normensystem. Des weiteren führen die Moralphilosophen an, Normen seien im Allgemeinen konservativ und negativ, „nicht bejahend und konstruktiv, nicht schöpferisch und anpassungsfähig an neue Situationen“2.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Ausgangsfrage

2. Teleologische Theorien

2.1. „Wessen Wohl soll man fördern?“

3. Deontologische Theorien

4. Ethischer Egoismus

Zielsetzung und Themen

Das Referat untersucht die Grundlagen der moralphilosophischen Theoriebildung, indem es die Auseinandersetzung zwischen teleologischen und deontologischen Ethikkonzepten basierend auf William K. Frankenas "Analytischer Ethik" analysiert. Im Zentrum steht die kritische Hinterfragung herrschender Normen als moralische Maßstäbe sowie die Untersuchung des ethischen Egoismus.

  • Kritik an herrschenden gesellschaftlichen Normen
  • Grundlagen und Zielorientierung teleologischer Ethik
  • Charakterisierung und Abgrenzung deontologischer Theorien
  • Psychologische Fundierung und Probleme des ethischen Egoismus

Auszug aus dem Buch

2. Teleologische Theorien

Beginnen möchte ich zunächst mit den Grundzügen der teleologischen Theorien. „to telos“ ist griechisch und bedeutet „Ziel, Zweck“. Eine teleologische Ethik ist also eine Ethik der Ziele; sie ist zielorientiert. Das Ziel, nach dem sie sich ausrichtet, ist ein außermoralischer Wert. Um es mit Aristoteles zu sagen: Das angestrebte Ziel ist das Glück (eudaimonia) oder das gelingende Leben.

Dieser außermoralische Wert ist als Vorraussetzung der Theorie gesetzt. Ein Teleologe zweifelt diesen außermoralischen Wert nicht an, denn er ist nicht Teil der Theorie, sondern das Begründende, das als solches auch nicht in Frage gestellt wird.

Das einzige Kriterium dafür, was moralisch richtig oder moralisch falsch ist, ist der außermoralische Wert, den ein Handelnder durch die Ausführung seiner Handlung schafft. Der moralische Wert der Handlung hängt demnach von dem vergleichsweise außermoralischen Wert ab.

Teleologen berufen sich auf die Summe guter Konsequenzen, die eine Tat hervorbringt. Eine Handlung ist also dann – und zwar ausschließlich dann – moralisch gut und richtig, wenn sie ein mindestens ebenso großes Übergewicht von guten gegenüber schlechten Folgen hervorbringt (tatsächlich, wahrscheinlich oder nach Absicht des Handelnden) wie jede Handlungsalternative, die dem Handelnden in dem Moment seiner Handlung offen steht. Sie ist folglich sittlich richtig, wenn sie das außermoralisch Gute maximiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Ausgangsfrage: Dieses Kapitel hinterfragt, ob herrschende gesellschaftliche Normen als verlässlicher Maßstab für moralisch richtiges Handeln dienen können und identifiziert deren Grenzen.

2. Teleologische Theorien: Hier werden die Grundlagen zielorientierter Ethikkonzepte erläutert, bei denen der moralische Wert einer Handlung ausschließlich durch deren Folgen und den erzielten außermoralischen Wert bestimmt wird.

2.1. „Wessen Wohl soll man fördern?“: In diesem Unterkapitel werden die zwei teleologischen Strömungen des ethischen Egoismus (Wohl des Einzelnen) und des Universalismus bzw. Utilitarismus (allgemeines Wohl) gegenübergestellt.

3. Deontologische Theorien: Das Kapitel führt die Pflichtethik als Gegenentwurf zur Teleologie ein, bei der Handlungen unabhängig von ihren Konsequenzen auf Basis intrinsischer Eigenschaften als richtig oder falsch bewertet werden.

4. Ethischer Egoismus: Hier wird die Theorie untersucht, nach der das eigene Wohl das höchste moralische Prinzip darstellt, wobei insbesondere der psychologische Egoismus als Begründungsversuch kritisch reflektiert wird.

Schlüsselwörter

Moralphilosophie, Teleologische Theorien, Deontologische Theorien, Ethischer Egoismus, Utilitarismus, Normen, Außermoralische Werte, Handlungsfolgen, Pflichtethik, Selbstliebe, Psychologischer Egoismus, Moralische Richtigkeit, William K. Frankena, Glück, Konsequenzialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die ethischen Grundlagentheorien und untersucht, wie moralische Richtigkeit bestimmt werden kann – sei es durch die Folgen von Handlungen oder durch ethische Prinzipien und Pflichten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die teleologische Ethik, die deontologische Ethik sowie den ethischen und psychologischen Egoismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Konzepte von Frankena zu erläutern, die Kritik an gesellschaftlichen Normen zu verdeutlichen und die Unterschiede zwischen zielorientierten und pflichtorientierten moralischen Ansätzen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die textbasierte Analyse und Interpretation der philosophischen Fachliteratur von William K. Frankena sowie ergänzende Sekundärquellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Definition und Kritik von teleologischen Theorien, führt in die Deontologie ein und analysiert den ethischen Egoismus hinsichtlich seiner theoretischen Konsistenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Moral, Teleologie, Deontologie, Utilitarismus, Eigenwohl, Normativität und Frankena charakterisieren.

Inwiefern unterscheiden sich teleologische und deontologische Theorien?

Während teleologische Theorien Handlungen nach ihrem Nutzen und dem erzielten außermoralischen Wert (Ergebnis) beurteilen, bewerten deontologische Theorien Handlungen nach inneren moralischen Regeln oder Pflichten, unabhängig von den Konsequenzen.

Warum wird der psychologische Egoismus als problematisch angesehen?

Der psychologische Egoismus unterstellt, dass Menschen naturgegeben immer nur ihren eigenen Vorteil suchen, was jedoch von vielen Kritikern als wissenschaftlich unzureichend belegt und zu stark vereinfachend empfunden wird.

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Details

Title
Deontologische und teleologische Ethik
College
University of Heidelberg
Course
Einführung in die philosophische Ethik
Grade
1,0
Author
Sonja Filip (Author)
Publication Year
2004
Pages
10
Catalog Number
V35745
ISBN (eBook)
9783638355681
ISBN (Book)
9783640325276
Language
German
Tags
Einführung Ethik Deontologisch Teleologisch Utilitarismus Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Filip (Author), 2004, Deontologische und teleologische Ethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35745
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