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Shalom Salam - Ein Versuch der Rekonstruktion des Friedensbegriffs im Alten Orient und seine Veränderungen

Titel: Shalom Salam - Ein Versuch der Rekonstruktion des Friedensbegriffs im Alten Orient und seine Veränderungen

Seminararbeit , 2005 , 25 Seiten , Note: 1

Autor:in: Sabine Putzgruber (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Arbeit handelt über einen Friedensbegriff der in unserer heutigen Zeit als Šalôm bekannt ist. Ich möchte auf seine Ursprünge zurückgehen und Šalôm in seiner Zeit und seinem Kontext behandeln um dann wieder ins Heute zurückzugehen und seine Bedeutung herauszufiltern. Als eine in einem christlichen Umfeld aufgewachsenen und lebenden Sozialwissenschaftlerin des 21. Jahrhunderts fällt es mir nicht immer leicht auf die Gegebenheiten eines Landes bzw. einer Kultur in der eine fremde Religion entsteht einzugehen. Mit größtmöglicher Objektivität werde ich versuchen die bestehende Literatur zu überprüfen um daraus Schlüsse für die heutige Friedensforschung ziehen zu können. Wissenschaftler und Autoren, die sich mit Themen um Šalôm beschäftigen kommen vorwiegend aus den Religionswissenschaften. Šalôm als Begriff soll bearbeitet werden und in seinem Kontext erklärt, anderen Friedensansätzen nebeneinander gestellt werden und erst in einem eigenen Punkt in die heutige christlich-westlich dominierte Friedensforschung kontextualisiert werden. Es stellt sich für mich die Frage ob Šalôm noch heute ein eigener Ansatz in der Friedensforschung ist oder sein kann, wenn ja wie es möglich war diesen aufrechtzuerhalten und zu verfestigen bzw. wenn nein wann er als eigene Richtung aufgehört hat zu bestehen und wie er und aus welchen Gründen er mit einer anderen Denkrichtung fusioniert hat. Ist Šalôm eine eigene Denkrichtung? Ich werde diese Frage nicht vollständig beantworten können da in dieser Arbeit 2000 Jahre fehlen würden, demnach sei mein Zugang ein anderer, der direkt von den Anfängen des Begriffs auf heute zu schließen versucht, seine Entwicklung inzwischen ausgrenzt und so versucht die ursprünglichen Gedanken des Šalôm Begriffs in der heutigen Friedensforschung wieder zu finden. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorstellungen und Glaube im Alten Orient und seiner Zeit

2.1. Ägyptische und Mesopotamische Vorstellungen von Frieden

2.1.1. Die Friedensvorstellungen der Ägypter

2.1.2. Die Friedensvorstellungen in Mesopotamien

2.2. Der Friede in der Antike und im Römischen Reich

2.2.1. Die Friedensvorstellungen in der Griechen

2.2.2. Die Friedensvorstellungen der Römer

2.3. Der Friede in Assyrien und dem vorisraelischen Gebiet

3. Šalôm und die Friedensvorstellungen im Alten (und Neuen) Testament

3.1. Die Friedensvorstellungen im Alten Testament

3.1.1. Der Begriff Šalôm und Salam

3.1.2. Šalôm und seine Anwendung

3.2. Die Friedensvorstellungen im Neuen Testament

4. Šalôm in der Vorstaatlichen Zeit

4.1. Die israelischen Stämme

5. Šalôm im Wandel

5.1. Prophetie in der vorexilische Zeit

5.2. Der antike Staat Israel – die Königszeit

5.2.1. Das Deuteronomium entsteht

5.2.1. Interpretation des Šalôm-Gedanken in der Königszeit

5.3. Die Prophetie in der nachexilischen Zeit – Jesaja

6. Veränderungen des Begriffs Šalôm

7. Šalôm heute?!

8. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Ursprung und die Wandlung des Friedensbegriffs „Šalôm“ im Kontext des Alten Orients und des antiken Israels zu rekonstruieren, um daraus Erkenntnisse für die heutige Friedensforschung zu gewinnen.

  • Historische Herleitung des Friedensbegriffs im Alten Orient und in der Antike
  • Analyse der Bedeutung von Šalôm im Alten und Neuen Testament
  • Untersuchung der Rolle von Religion, Politik und Krieg in der vorexilischen und Königszeit Israels
  • Kritische Reflexion der Bedeutung des Begriffs in der modernen, westlich geprägten Friedensforschung

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Der Begriff Šalôm und Salam

Šalôm, das hebräische Wort für Frieden ist von einem Verb gebildet, das die Wurzel šlm hat. Šlm heißt etwas vollständig machen, etwas ganz oder heil machen oder auch genug haben. Damit bedeutet Šalôm soviel wie Vollständig sein, Ganz oder Heil sein, es ist Ausdruck für ein umfassendes, den ganzen Menschen, seinen Leib, seine Seele, die Gemeinschaft, die Gruppe, die natürliche Mitwelt, ja alle Beziehungen, in denen er lebt, umgreifendes Heilsein und Wohlergehen. Die Wortwurzel šlm ist auch in dem arabischen Wort Salam vorhanden.

Šalôm ist eine Lebensform, in der alle Miteinanderlebenden „genug haben“, zunächst im materiellen Sinn der Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse, sodann aber auch in der weiten, unterschiedliche Kommunikationsebenen berührenden Bedeutung, die auch im Deutschen mit der „Genüge“ verbunden ist: jemanden Genüge tun, aber auch Genugtuung leisten, ja sogar: vergnügt sein ? Im hebräischen Šalôm greifen Gerechtigkeit und Frieden fast ununterscheidbar ineinander. Šalôm ist darum auch kein abstrakter Begriff der das „volle Genüge haben“ des ganzen Lebens bezeichnet. Šalôm ist ein Wort, das selber das stiftet, wofür es steht, als elementare Form der Begegnung zw. Menschen; als Gruß (Huber/Reuter 1990:35).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Ursprungssuche des Begriffs Šalôm und stellt die methodische Herausforderung einer objektiven religionswissenschaftlichen Analyse dar.

2. Vorstellungen und Glaube im Alten Orient und seiner Zeit: Dieses Kapitel vergleicht altägyptische, mesopotamische und antikeuropäische Friedenskonzepte, um eine Basis für das Verständnis von Šalôm zu schaffen.

3. Šalôm und die Friedensvorstellungen im Alten (und Neuen) Testament: Hier wird Šalôm als umfassendes Heilsein definiert und von den militärisch geprägten Friedensbegriffen der Antike sowie den eschatologischen Ansätzen des Neuen Testaments abgegrenzt.

4. Šalôm in der Vorstaatlichen Zeit: Das Kapitel beleuchtet die Rolle von Jahwe als Nationalgott und den Einfluss der Stammeskultur auf die Friedensvorstellung in der Frühzeit Israels.

5. Šalôm im Wandel: Dieses Kapitel analysiert den radikalen Wandel des Begriffs durch die Prophetie, die Staatsbildung in der Königszeit und die Krisenerfahrungen des Exils.

6. Veränderungen des Begriffs Šalôm: Zusammenfassung des transformativen Prozesses, bei dem Šalôm von einem politischen zu einem eschatologischen Begriff reift.

7. Šalôm heute?!: Eine kritische Reflexion darüber, ob und wie der antike, teils exklusive Begriff Šalôm für die heutige, grenzüberschreitende Friedensforschung nutzbar gemacht werden kann.

8. Conclusio: Die Conclusio bilanziert, dass Šalôm aufgrund seiner starken religiösen und grenzgebundenen Prägung nur in komparativer Weise für moderne Friedensdiskurse relevant ist.

Schlüsselwörter

Šalôm, Frieden, Altes Testament, Religionswissenschaft, Jahwe, Königszeit, Israel, Krieg, Gerechtigkeit, Eschatologie, Friedensforschung, Antike, Deuteronomium, Weltordnung, Prophetie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem hebräischen Friedensbegriff „Šalôm“ und dessen Ursprüngen, Entwicklung und Bedeutung im Kontext der jüdischen Religion und Geschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der Vergleich mit anderen altorientalischen Friedensvorstellungen, die Rolle des Gottesbildes im antiken Israel sowie der Wandel von Šalôm durch politische und religiöse Krisen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Rekonstruktion des ursprünglichen Šalôm-Gedankens und die kritische Untersuchung, inwieweit dieser als eigenständiger Ansatz für die moderne Friedensforschung dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen komparativen und literaturanalytischen Ansatz, der religionswissenschaftliche Quellen auswertet, um eine objektive historische Einordnung zu erreichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der vorexilischen Zeit, die Entwicklung während der Königszeit durch das Deuteronomium und die Umdeutung durch die nachexilische Prophetie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Šalôm, Frieden, Jahwe, Auserwähltheit, Israel, eschatologische Wandlung und interreligiöser Vergleich.

Inwiefern hat das Deuteronomium den Friedensbegriff beeinflusst?

Das Deuteronomium verband den Frieden mit einem exklusiven Vertreibungs- und Friedensverbot gegenüber anderen Völkern, um die Identität des israelischen Volkes zu sichern.

Warum ist eine Anwendung des Begriffs in der heutigen Friedensforschung laut Fazit schwierig?

Die Autorin argumentiert, dass Šalôm historisch stark an nationale Grenzen und göttliche Führung gebunden war, was im Widerspruch zu einem modernen, universellen und säkularen Friedensverständnis steht.

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Details

Titel
Shalom Salam - Ein Versuch der Rekonstruktion des Friedensbegriffs im Alten Orient und seine Veränderungen
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Politikwissenschaften)
Note
1
Autor
Sabine Putzgruber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
25
Katalognummer
V35764
ISBN (eBook)
9783638355858
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Shalom Salam Versuch Rekonstruktion Friedensbegriffs Alten Orient Veränderungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabine Putzgruber (Autor:in), 2005, Shalom Salam - Ein Versuch der Rekonstruktion des Friedensbegriffs im Alten Orient und seine Veränderungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35764
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Leseprobe aus  25  Seiten
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