Um zu verstehen, was genau bei der Parkinson-Krankheit mit unserem Körper geschieht, muss man die neuro-physiologischen Abläufe betrachten, die bei der Ausführung einer Bewegung innerhalb unseres Organismus ablaufen. Will der Mensch eine Körperbewegung ausführen, so erfolgt im Gehirn zunächst die Bildung eines Bewegungsimpulses bzw. einer Erregung. Nun wird dieser Impuls als elektrisches Signal über das Großhirn, Hirnstamm, Rückenmark und Nervenfasern zu den für die Bewegung benötigten Muskeln geleitet. Diese Leitung ist nicht wie bei z.B. einem elektrischen Kabel durchgehend, sondern an bestimmten Stellen der Nervenfasern unterbrochen. An diesen Unterbrechungen, auch Synapsen genannt, wird der Bewegungsimpuls dann nicht elektrisch, sondern mit chemischen Substanzen über den synaptischen Spalt zwischen den Nervenzellen übertragen. [...]
Inhaltsverzeichnis
Epidemiologie
Ätiologie
Pathologie
Klinik
Kardinalsymptome
Begleitsymptome
Diagnose
Klinische Untersuchung
Stadien
Therapie
Medikamentöse Behandlung
Bewegungstherapeutische Behandlung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die neurologische Erkrankung Morbus Parkinson. Dabei liegt der Fokus auf der medizinischen Einordnung der Symptomatik, den diagnostischen Verfahren sowie den aktuellen therapeutischen Möglichkeiten, insbesondere der medikamentösen und bewegungstherapeutischen Ansätze, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.
- Epidemiologische Verbreitung und demografische Relevanz
- Neurophysiologische Grundlagen und Pathologie
- Klinische Symptombeschreibung und Klassifikation in Stadien
- Diagnostische Kriterien und klinische Untersuchungsverfahren
- Pharmakologische Behandlungsoptionen und deren Langzeitfolgen
- Relevanz und methodische Gestaltung sporttherapeutischer Rehabilitation
Auszug aus dem Buch
Pathologie
Um zu verstehen, was genau bei der Parkinson-Krankheit mit unserem Körper geschieht, muss man die neuro- physiologischen Abläufe betrachten, die bei der Ausführung einer Bewegung innerhalb unseres Organismus ablaufen. Will der Mensch eine Körperbewegung ausführen, so erfolgt im Gehirn zunächst die Bildung eines Bewegungsimpulses bzw. einer Erregung. Nun wird dieser Impuls als elektrisches Signal über das Großhirn, Hirnstamm, Rückenmark und Nervenfasern zu den für die Bewegung benötigten Muskeln geleitet. Diese Leitung ist nicht wie bei z.B. einem elektrischen Kabel durchgehend, sondern an bestimmten Stellen der Nervenfasern unterbrochen. An diesen Unterbrechungen, auch Synapsen genannt, wird der Bewegungsimpuls dann nicht elektrisch, sondern mit chemischen Substanzen über den synaptischen Spalt zwischen den Nervenzellen übertragen.
Die für die Übertragung der Reize benötigten chemischen Stoffe werden als Überträgerstoffe (Neurotransmitter) bezeichnet. Beispiele hierfür wären Acetylcholin, Glutamat, Dopamin und Serotonin. Der Neurotransmitter, der bei Parkinson eine Rolle spielt ist Dopamin. Im Gehirn von Parkinson- Patienten liegt eine Verminderung dieses Neurotransmitters vor. Dies führt dazu, dass Bewegungsimpulse ungenügend weitergeleitet werden und es somit zu Bewegungsstörungen kommt. Dieser Mangel an Dopamin entsteht durch den Untergang von Zellen in bestimmten Bereichen des Gehirns, vorwiegend aber in der Substantia nigra (vgl. Thümler, 2001). In den abgestorbenen Zellen der Substantia nigra findet normalerweise die Produktion von Enzymen statt, die zur Bildung der Transmitterstoffe benötigt werden. Mit dem Absterben der Nervenzellen in diesem Bereich verliert die Substantia nigra zudem ihre normalerweise typische dunkle Verfärbung (vgl. Peters & Raabe-Oetker, 1997).
Zusammenfassung der Kapitel
Epidemiologie: Dieses Kapitel erläutert die Häufigkeit und Verbreitung der Parkinson-Krankheit in Deutschland sowie die demografische Entwicklung und das damit verbundene Mortalitätsrisiko.
Ätiologie: Hier wird zwischen dem idiopathischen Parkinson-Syndrom und sekundären Formen unterschieden, während die bis heute weitgehend unbekannten Ursachen der Erkrankung diskutiert werden.
Pathologie: Dieses Kapitel beschreibt die neurophysiologischen Vorgänge bei der Bewegungsausführung und den durch Dopaminmangel verursachten Prozess des Zelluntergangs in der Substantia nigra.
Klinik: Der Abschnitt gliedert sich in die Kardinalsymptome (Akinese, Rigor, Tremor, posturale Instabilität), Begleitsymptome, diagnostische Kriterien, klinische Untersuchungsverfahren und die Einteilung in Krankheitsstadien.
Therapie: Hier wird der Fokus auf die medikamentöse Behandlung zur Kompensation des Dopamin-Defizits sowie die komplementäre sporttherapeutische Rehabilitation zur Erhaltung der Selbstständigkeit gelegt.
Schlüsselwörter
Morbus Parkinson, Neurologie, Dopamin, Substantia nigra, Akinese, Rigor, Tremor, L-Dopa, Bewegungstherapie, Rehabilitation, Neurotransmitter, Krankheitsstadien, Diagnose, Lebensqualität, motorische Störungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die neurologische Erkrankung Morbus Parkinson von den anatomischen und physiologischen Grundlagen bis hin zu den praktischen therapeutischen Ansätzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Krankheitsentstehung, der klinischen Symptomatik, den diagnostischen Standards sowie der medikamentösen und bewegungstherapeutischen Behandlung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung der Krankheitsmerkmale und die Aufzeigung, wie durch geeignete Therapieformen die Lebensqualität der Patienten verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die auf einschlägigen medizinischen Fachquellen und neurologischen Standardwerken basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die pathologischen Prozesse im Gehirn, die Klassifikation der Symptome in Stadien sowie die Vor- und Nachteile aktueller Therapiemethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Morbus Parkinson, Dopamin-Defizit, motorische Symptomatik, L-Dopa-Therapie und sporttherapeutische Rehabilitation.
Was unterscheidet das idiopathische vom sekundären Parkinson-Syndrom?
Beim idiopathischen Parkinson-Syndrom ist die Ursache unbekannt, während bei sekundären Formen die Genese (z.B. durch Medikamente oder Verletzungen) bekannt ist.
Warum spielt die sporttherapeutische Behandlung eine so große Rolle?
Sie dient dazu, die durch die Erkrankung eingeschränkten motorischen Funktionen zu erhalten, Sekundärschäden zu vermeiden und die Selbstständigkeit der Patienten zu fördern.
Welche Rolle spielt die „Deep Brain Stimulation“?
Sie ist eine chirurgische Option bei Patienten, bei denen konventionelle medikamentöse Therapien keine ausreichende Symptombesserung mehr bewirken.
- Quote paper
- Jana Heuring (Author), 2016, Bewegung bei neurologischen Erkrankungen am Beispiel Morbus-Parkinson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/357882