Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit Autoritarismus im Allgemeinen und im Speziellen. Diese von mir eingeführte Gliederung in Allgemein und Speziell wird in diesem Abschnitt erklärt. Autoritarismus soll vor allem als gesellschaftliches Phänomen betrachtet werden. Verschiedene Betrachtungsweisen, Definitionen und Erklärungsmöglichkeiten werden dargestellt. Es wird zudem versucht Autoritarismus von anderen Begriffen wie Autorität und Totalitarismus zu unterscheiden. Wichtig dafür ist, dass Autoritarismus mit diesen Typen in Verbindung gesetzt wird, um eine vergleichende analytische Betrachtung durchführen zu können. Hauptaufgabe dieser Arbeit soll es sein, eine allgemeine Betrachtungsweise von Autoritarismus zu verdeutlichen und abzurunden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Forschungsgegenstand und Forschungsinteresse
1.2 Zentrale Fragestellungen
1.3 Methode
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Begriffserklärungen
2.1 Autorität
2.1.1 Allgemeine Definition
2.1.2 Autoritätsformen und Abrenzungen
2.2 Autoritarismus
2.2.1 Allgemeine Definition
2.2.2 Politikwissenschaftliche Betrachtungsweise
2.2.3 Psychologische Betrachtungsweise
2.2.4 Autoritarismus-Theorie (Geschichte der Autoritarismus-Forschung)
2.3 Totalitarismus
2.3.1 Allgemeine Definition
3 Autoritarismus im Speziellen
3.1 Definitorische Einleitung
3.1.1 Rechtsextremismus als autoritäre Gesellschaftsform
3.1.1.1 Ein ideologisches Erscheinungsbild
3.2 Autoritarismus-Skala
3.3 Erklärungsansätze der Entstehung von Autoritarismus
3.3.1 Autoritäre Agression
3.3.2 Autoritäres Verhalten
3.3.3 Die autoritäre Persönlichkeit
3.3.4 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
3.3.5 Autoritarismus und Religion (Religiosität )
3.4 Autoritarismus (und) in der Politik
5 Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Seminararbeit zielt darauf ab, den Autoritarismus als gesellschaftliches Phänomen zu durchleuchten und theoretisch zu fundieren. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Autoritarismus definiert ist, wie er sich von Autorität und Totalitarismus abgrenzt und welche psychologischen sowie gesellschaftlichen Faktoren seine Entstehung begünstigen.
- Begriffliche Differenzierung zwischen Autorität, Autoritarismus und Totalitarismus.
- Analyse psychologischer Erklärungsmodelle zur Entstehung autoritärer Persönlichkeiten.
- Untersuchung der Verbindung zwischen Autoritarismus und rechtsextremen Ideologien.
- Darstellung der Autoritarismus-Skala als wissenschaftliches Messinstrument.
- Reflektion über die Präsenz von Autoritarismus in demokratischen Systemen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Allgemeine Definition
In der Literatur gibt es eine Vielzahl von Definitionen des Begriffs „Autorität“. Um auf eine genauere Definition einzugehen, wird der geschichtliche Hintergrund des Autoritätsbegriffs in kurzer Darstellung vorgenommen.
Der sprachliche Ursprung des Wortes liegt im Lateinischen „auctoritas“ bzw. „augere“, welches mit Ansehen, Geltung oder Würde bzw. fördern und sich bereichern übersetzt werden kann. Ein rechtmäßig akzeptierter Einfluss einer Person oder einer kleinen Gruppe geht mit dem lateinischen Begriff einher. Autorität stellt also eine auf legitimierter Basis vorhandene Wechselbeziehung zwischen den Trägern der Autorität und denjenigen, welche diese als legitim ansehen. Charakteristisch ist diese Beziehung vor allem geschichtlich betrachtet durch Verhaltensweisen wie Loyalität, Vertrauen oder auch Gehorsam.
Die ursprüngliche Auffassung dieses Autoritätsbegriffs liegt im römischen Recht bis ca. 40 vor Christus. Die Vollmacht des Senats, später aber auch des Kaisers, Gesetze der Volksversammlung vorzutragen, aber auch nachträglich wirkend geltend zu machen, wurde unter Auctoritas verstanden.
Max Webers Definition der Herrschaft, welcher dieser synonym zu dem Begriff der Autorität verwendet, ist ein wichtiger Punkt der Darstellung von Autorität als Machtbegriff. Macht nach Weber ist: „jede Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden“. Gehorsam spielt bei Weber eine wichtige Rolle. Autorität in ihren verschiedenen Formen, welche noch dargestellt werden, ist auch bei Weber als Herrschafts- und Machtbegriff unweigerlich mit dem Prinzip der Legitimität zu verknüpfen. Legitimität und Autorität schließen sich miteinander ein und sind gegenseitig abhängig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik des Autoritarismus ein, definiert die Forschungsgegenstände und erläutert die literaturbasierte methodische Vorgehensweise.
2 Begriffserklärungen: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Unterbau durch die Definition und Abgrenzung von Autorität, Autoritarismus und Totalitarismus.
3 Autoritarismus im Speziellen: Hier erfolgt eine vertiefte Analyse, die rechtsextreme Tendenzen, die Autoritarismus-Skala und verschiedene psychologische sowie gesellschaftliche Erklärungsansätze behandelt.
5 Schluss: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Komplexität des Autoritarismus, der als vielschichtiges gesellschaftliches Phänomen zu verstehen ist.
Schlüsselwörter
Autoritarismus, Autorität, Totalitarismus, Politische Theorie, Rechtsextremismus, Autoritäre Persönlichkeit, Ideologie, Herrschaft, Macht, Sozialisation, Psychologie, Gesellschaftsordnung, Konventionalismus, Gehorsam, Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Untersuchung des Autoritarismus als gesellschaftliches Phänomen, wobei besonderer Wert auf Begriffsdefinitionen und die Abgrenzung zu ähnlichen Konzepten gelegt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Autorität, die Untersuchung von Autoritarismus-Theorien, die Rolle der autoritären Persönlichkeit sowie die Verbindung zu rechtsextremen Strömungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, eine klare begriffstheoretische Abgrenzung der genannten Phänomene vorzunehmen und ein wissenschaftliches Verständnis für die Entstehung und Ausprägung von Autoritarismus zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine rein theoretische Seminararbeit, die auf einer literaturbezogenen Vorgehensweise basiert, um das Thema umfassend zu erschließen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen begrifflichen Teil, der Grundlagen wie Autorität und Totalitarismus klärt, und einen speziellen Teil, der die psychologischen Hintergründe, die Autoritarismus-Skala und gesellschaftliche Rahmenbedingungen beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Autoritarismus, Autorität, Totalitarismus, autoritäre Persönlichkeit und politische Ideologie charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor ein autoritäres von einem totalitären Regime?
Die Unterscheidung basiert auf Merkmalen wie der Begrenzung des Pluralismus, der ideologischen Verfestigung und dem Grad der politischen Mobilisierung oder Apathie der Bevölkerung.
Welche Rolle spielt die "Feldwebelnatur" in der Forschung?
Der Begriff bezieht sich auf die Analyse von Wilhelm Reich und beschreibt das Wesensmerkmal des Autoritarismus: die Kombination aus Unterwürfigkeit nach oben und Aggressivität oder Stärke gegenüber Schwächeren nach unten.
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- Harald Löberbauer (Author), 2004, Autoritarismus als gesellschaftliches Phänomen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35813