In ihrem Selbstverständnis als Menschenrechtsprofession nimmt die Soziale Arbeit eine aktive Rolle in der Realisierung von Menschenrechten ein. Doch was genau bedeutet es für die Soziale Arbeit, Menschenrechtsprofession zu sein? Und wie kann sie diesen Anspruch umsetzen?
Anhand des Konzeptes der Gemeinwesenarbeit soll dargestellt werden, was es bedeuten könnte, Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession für die Arbeit im Gemeinwesen auszuformulieren und in der alltäglichen Praxis umzusetzen. Welche Implikationen ergeben sich aus der Perspektive der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession für das Konzept der Gemeinwesenarbeit? Und kann diese Perspektive dazu beitragen, dass Menschenrechte im direkten Umfeld der Menschen eine Bedeutung entfalten? Diese Arbeit versucht auf diese Fragen Antworten zu finden.
Inhaltsverzeichnis
A. EINLEITUNG
A.1. Relevanz des Themas
A.2. Materiallage
A.3. Motivation
A.4 Aufbau
B. MENSCHENRECHTE
B1. Der Ausgangspunkt: Die Würde des Menschen
B2. Eine Annäherung an den Begriff der „Rechte“
B3. Menschenrechtsdokumente
B4. Kritische Gedanken
B5. Definitionsversuch Menschenrechte
B6. Menschenrechte und Soziale Arbeit
C. SOZIALE ARBEIT ALS MENSCHENRECHTS-PROFESSION
C1. Begriffliche Auseinandersetzung
C2. Geschichte
C3. Menschenrechtsprofession – befürwortende Positionen
C3.1 Silvia Staub-Bernasconi
C3.2. Andere deutschsprachige Befürworter_innen
C3.3 Jim Ife
C3.4 Die weitere internationale Szene
C4. Menschenrechtsprofession - Kritische Stimmen
C4.1 Im deutschsprachigen Raum
C4.2 International
C5. Exkurs: Der Capability Approach
C6. Diskussion und persönliche Stellungnahme
D. GEMEINWESENARBEIT
D1. GWA - Eine Einführung
D2. Gemeinwesenarbeit und Community Development. Eine Verhältnisbestimmung.
D3. Aktuelle Herausforderungen
D4. Gemeinwesenarbeit und Menschenrechte
E. SOZIALE ARBEIT ALS MENSCHENRECHTS-PROFESSION IM KONZEPT GEMEINWESENARBEIT
E.1 Zur Relevanz Sozialer Arbeit als Menschenrechts-profession für die Gemeinwesenarbeit
E.2. Implikationen des Selbstverständnisses Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession für die Gemeinwesenarbeit
E.2.1 Bedeutung der Perspektive Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession für Fachkräfte der Sozialen Arbeit in der GWA
E.2.2. MR als Gegenstand der Arbeit im Gemeinwesen
E.2.3. GWA aus der Perspektive der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession als Brücke zum globalen Zusammenhang
E.3. Zusammenfassung und persönliche Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, welche Implikationen sich aus der Perspektive der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession für das Konzept der Gemeinwesenarbeit (GWA) ergeben und wie dieses Verständnis die alltägliche Praxis beeinflussen kann. Die Forschungsfrage leitet sich aus dem Anspruch ab, Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession zu begreifen und diesen Anspruch auf die Arbeit im Gemeinwesen zu übertragen, um Menschenrechte vor Ort greifbar und wirksam zu machen.
- Verhältnisbestimmung von Sozialer Arbeit und Menschenrechten
- Die Rolle der Menschenrechte als normativer Rahmen für die Gemeinwesenarbeit
- Analyse aktueller Herausforderungen in der Gemeinwesenarbeit unter Menschenrechtsperspektive
- Befähigung von Individuen und Gruppen zur Artikulation und Einforderung ihrer Rechte
- Bedeutung lokaler Alltagskämpfe im globalen Kontext der Menschenrechte
Auszug aus dem Buch
C3.1 Silvia Staub-Bernasconi
Silvia Staub-Bernasconi ist wohl die bekannteste deutschsprachige Vertreterin der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession. Kaum ein Lehrbuch der Sozialen Arbeit, welches Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession thematisiert, existiert, welches sie nicht direkt oder indirekt zu Wort kommen lässt. Ihre Überlegungen gaben den Anstoß für viele weitere Wissenschaftler_innen, sich mit dieser Perspektive auf Soziale Arbeit auseinander zu setzen. Ihre Überlegungen sollen daher in diesem Unterkapitel ausführlicher dargestellt werden.
Staub-Bernasconi bietet ein umfassendes theoretisches Konstrukt, welches begründet, warum Soziale Arbeit eine Menschenrechtsprofession ist. Ausgehend von dem Menschenbild einer systemischen Ethik, welches den Menschen als Mensch-in-Gesellschaft begreift, stellt sie die These von allen Menschen gemeinsamen Bedürfnissen auf. Diese sieht sie als Voraussetzung für die Formulierung von Menschenrechten (vgl. Staub-Bernasconi 2006, S.281). Bedürfnisse werden damit zur erfahrungswissenschaftlichen Begründungsbasis der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession (vgl. ebd. 2007a, S.62). Damit folgt Staub-Bernasconi einerseits dem UN-Manual, welche Bedürfnisbefriedigung und Menschenrechte als die zwei zentralen Organisationsprinzipien Sozialer Arbeit beschreibt (vgl. UN/IFSW/IASSW 1994, S.5). Andererseits knüpft sie damit an eine bestehende Theorietradition menschlicher Bedürfnisse in der Soziale Arbeit an. Hierzu gehört Ilse Arlts Theorie menschlicher Bedürfnisse, die sie bereits vor den Bedürfnistheorien Maslows und Rogers‘ formulierte (vgl. Staub-Bernasconi 2003², S.310).
Zusammenfassung der Kapitel
A. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Relevanz des Themas Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession ein und verknüpft die Menschenrechte mit der täglichen Arbeit im Gemeinwesen, wobei die Forschungsfrage nach den Implikationen für die GWA gestellt wird.
B. MENSCHENRECHTE: Dieses Kapitel betrachtet die Idee der Menschenrechte, ihre verschiedenen Begründungen und Dokumente sowie eine kritische Auseinandersetzung, um eine für die Soziale Arbeit nutzbare Definition zu entwickeln.
C. SOZIALE ARBEIT ALS MENSCHENRECHTS-PROFESSION: Hier erfolgt eine tiefe Auseinandersetzung mit der Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession, unterteilt in befürwortende Positionen prominenter Vertreter und kritische Stimmen aus dem Fachdiskurs.
D. GEMEINWESENARBEIT: Das Kapitel definiert die Gemeinwesenarbeit, diskutiert verschiedene historische Zugänge sowie das Community Development nach Ife und analysiert aktuelle Herausforderungen in der GWA.
E. SOZIALE ARBEIT ALS MENSCHENRECHTS-PROFESSION IM KONZEPT GEMEINWESENARBEIT: Das Kernkapitel arbeitet die Implikationen der Menschenrechtsperspektive für die praktische Arbeit von Fachkräften in der Gemeinwesenarbeit heraus und zeigt am Beispiel der Bürgerinitiative „Wohnen ist Menschenrecht“ Anwendungsmöglichkeiten auf.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Menschenrechtsprofession, Gemeinwesenarbeit, Menschenrechte, Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit, Empowerment, WSK-Rechte, Community Development, Partizipation, Ethik, Menschenrechtskultur, politische Handlungsfähigkeit, Bedürfnisbefriedigung, soziale Probleme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession und leitet daraus Implikationen für die praktische Anwendung in der Gemeinwesenarbeit ab.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft theoretische Diskurse über Menschenrechte mit dem professionellen Selbstverständnis Sozialer Arbeit und überträgt diese Erkenntnisse auf das Arbeitsfeld der Gemeinwesenarbeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, wie Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession konkret im Konzept der Gemeinwesenarbeit verankert und in der alltäglichen Praxis von Fachkräften umgesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender theoretischer Diskurse und verbindet diese mit einer fallbezogenen Betrachtung, um die theoretische Perspektive für die GWA-Praxis zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung der Menschenrechte, die Diskussion um die Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession (mit verschiedenen Fachpositionen) und die Zusammenführung dieser Aspekte mit dem Konzept der Gemeinwesenarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Soziale Arbeit, Menschenrechtsprofession, Gemeinwesenarbeit, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Empowerment und WSK-Rechte.
Wie wird das Verhältnis von „Bedürfnissen“ und „Menschenrechten“ in der Arbeit bewertet?
Die Arbeit stellt dar, dass Bedürfnisse eine Grundlage für die Formulierung von Menschenrechten bilden können, reflektiert jedoch kritisch, dass diese durch die Menschen selbst artikuliert werden müssen, um Fremdbestimmung durch Professionelle zu vermeiden.
Welchen Stellenwert nimmt das Beispiel der Bürgerinitiative „Wohnen ist Menschenrecht“ ein?
Das Beispiel dient als praxisnahe Illustration dafür, wie die theoretische Perspektive der Menschenrechtsprofession dazu beitragen kann, lokale Anliegen – wie den Erhalt von bezahlbarem Wohnraum – politisch zu artikulieren und wirksam im Gemeinwesen umzusetzen.
- Arbeit zitieren
- Sophie Brandes (Autor:in), 2015, Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession. Implikationen für das Konzept der Gemeinwesenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358360