Das Ziel aller Exegese ist das Wort Gottes für die Errettung des Menschen nutzbar zu machen, das Wort und den Geist zu ihrem Gegenstand zu machen und sie zu erforschen. Jede Exegese ist darauf angewiesen, dass sie dem Wort und dem Geist als einer Richtschnur folgt. Seit einiger Zeit faszinierte mich die Eingangseulogie des Epheserbriefes. Innerlich spürte ich den Reichtum der in ihr verborgenen Gedanken. Von besonderem Interesse waren für mich der Gebrauch und die theologische Bedeutung der Verben proti, qemai, proori, zw und ev kle, gomai, die in die Berührung mit den Prädestinationsgedanken kommen. Ich wählte die Eulogie als den Text für Exegese, weil die bloße Faszination ohne grundlegende Untersuchung mir nichts Geistbildendes brachte. Das einfache Vorlesen des Abschnittes ist sicher eher abschreckend als erbauend. Um des Geistes des Textes innezuwerden habe ich die Forschung nach dem Worte unternommen. Während der Untersuchung kamen mir Bedenken, dass die Prädestinationsgedanken ein zentrales Thema der Eulogie seien. Für Ernst besitze der Textabschnitt im Epheserbrief keinen speziellen theologischen Aussagewert 1 , obwohl jeder Vers der Eulogie etwas in sich hat. Meiner Meinung nach könnte fast jeder einzelne Vers oder Nebensatz des Textes zum Gegenstand der Arbeit werden. Nach der eingehenden Textforschung blieb noch vieles für mich verborgen und unklar. Die Aufgabe der Exegese wird schwer ausführbar wegen der hymnisch überladenen Sprache, wodurch der Text kompliziert und unverständlich wirkt. Die Eulogie komprimiert in einem Satz die zentralen Heilsbotschaften der ganzen paulinischen Tradition. Als einen möglichen Vorgang habe ich die einzelnen Nebensätze der Eulogie herausgenommen und jeden für sich auf die Heilszusage Gottes an uns untersucht. Bedauerlicherweise umfasst die Arbeit nicht die Tiefe des Hineinschauens, die ich erwartet habe, denn das erscheint unmöglich im Rahmen einer Proseminararbeit. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Kontext und literarische Struktur
- 1.1. Brief an die Epheser
- 1.1.1. Verfasser des Briefes an die Epheser
- 1.1.2. Adressaten
- 1.1.3. Literarischer Charakter
- 1.1.4. Kirchlicher Zweck, historischer Ort
- 1.2. Die Eulogie in Epheser 1,3-14
- 1.2.1. Abgrenzung des Abschnittes
- 1.2.2. Stil, Form und Gattung
- 1.2.3. Sprachliche Besonderheiten
- 1.1. Brief an die Epheser
- 2. Der Text der Eulogie
- 2.1. Textkritik und Einzelexegese
- 2.2. Gliederung des Abschnittes
- 2.2.1. Analyse nach den äußeren Signalen
- 2.2.2. Inhaltliche Analyse
- 2.2.3. Gliederungsergebnis
- 3. Die Übersetzung
- 4. Grundgedanke und Mitte des Textes
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Proseminararbeit befasst sich mit der exegetischen Analyse der Eulogie in Epheser 1,3-14. Sie verfolgt das Ziel, die Bedeutung des Textes im Kontext des Epheserbriefes zu erschließen und die darin enthaltenen theologischen Aussagen zu untersuchen. Die Arbeit konzentriert sich insbesondere auf den Gebrauch der Verben προτίθεμαι, προορίζω und ἐκλέγομαι und deren Verbindung zu den Prädestinationsgedanken.
- Kontext und literarische Struktur des Epheserbriefes
- Stil, Form und Gattung der Eulogie
- Textkritik und Einzelexegese des Eulogie-Abschnitts
- Gliederung und Inhaltliche Analyse der Eulogie
- Grundgedanke und zentrale Aussage des Textes
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Analyse des Kontextes des Epheserbriefes, wobei die Verfasserschaft, die Adressaten, der literarische Charakter und der historische Kontext beleuchtet werden. Anschließend wird die Eulogie in Epheser 1,3-14 genauer betrachtet, wobei ihr Stil, ihre Form und ihre gattungsspezifische Besonderheiten im Mittelpunkt stehen. Im zweiten Kapitel erfolgt eine detaillierte Textanalyse, inklusive Textkritik und Einzelexegese sowie einer Gliederung des Abschnittes. Das dritte Kapitel widmet sich der Übersetzung des Textes, während im vierten Kapitel der Grundgedanke und die zentrale Aussage der Eulogie untersucht werden.
Schlüsselwörter
Epheserbrief, Eulogie, Exegese, Prädestination, προτίθεμαι, προορίζω, ἐκλέγομαι, Textkritik, Einzelexegese, Gliederung, Übersetzung, Grundgedanke, Heilsbotschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine „Eulogie“ im biblischen Kontext?
Eine Eulogie ist eine feierliche Lobpreisung oder Segensrede, wie sie in Epheser 1,3-14 als hymnische Einleitung des Briefes vorkommt.
Welche theologischen Begriffe werden in Epheser 1 untersucht?
Die Arbeit analysiert zentrale Verben wie προτίθεμαι (sich vornehmen), προορίζω (vorherbestimmen) und ἐκλέγομαι (erwählen) im Hinblick auf die Prädestinationslehre.
Wer ist der Verfasser des Epheserbriefes?
Die Arbeit setzt sich mit der Verfasserschaft auseinander, die traditionell dem Apostel Paulus zugeschrieben wird, in der Forschung jedoch differenziert betrachtet wird.
Warum gilt die Sprache der Eulogie als „kompliziert“?
Der Text besteht im Griechischen aus einem einzigen, hymnisch überladenen Satz mit vielen Nebensätzen, was die exgetische Analyse und Übersetzung erschwert.
Was ist das Ziel der biblischen Exegese?
Ziel ist es, den ursprünglichen Sinn des Wortes Gottes zu erforschen und die Heilsbotschaft für den Menschen verständlich und nutzbar zu machen.
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- Dimitry Husarov (Author), 2003, Die Exegese der Hymnus-Eulogie aus Epheser 1,3 - 14, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35839