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Die Warenverkehrsfreiheit. Ein historischer Einblick in die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs

Titel: Die Warenverkehrsfreiheit. Ein historischer Einblick in die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs

Hausarbeit , 2016 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Paul Frommholz (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit gibt einen rechtlichen und zugleich zeitlich-gegliederten Einblick in die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zur Warenverkehrsfreiheit.

Dabei wird u.a. auf Leitentscheidungen wie das "Dassonville-Urteil", die "Keck-Entscheidung" und den berühmten "Cassis de Dijon"-Fall eingegangen.

Die Warenverkehrsfreiheit gehört neben der Personenfreizügigkeit, der Dienstleistungsfreiheit und der Freiheit zum freien Kapital- und Zahlungsverkehr zu den vier “klassischen“ Grundfreiheiten der EU, welche als die tragenden Säulen zur Verwirklichung des Binnenmarktziels gelten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Warenverkehrsfreiheit

2. Die “Dassonville-Formel“

3. Die Entscheidung “Cassis-de-Dijon“

4. Versuch der Eingrenzung – die “Keck-Entscheidung“

5. Der Fall “Doc Morris“

6. Rechtfertigung von Eingriffen über Art. 36 AEUV

7. Die Entscheidung “Ker-Optika“

8. Der Fall “Scotch Whisky Association”

9. Fazit & Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Warenverkehrsfreiheit. Dabei wird untersucht, wie der Gerichtshof den Begriff der "Maßnahme gleicher Wirkung" definierte, stetig anpasste und durch verschiedene Fallentscheidungen abgrenzte, um ein Gleichgewicht zwischen Handelsliberalisierung und nationalen Schutzinteressen zu finden.

  • Historische Entwicklung der Auslegung von Art. 34 AEUV
  • Entwicklung und Abgrenzung der "Maßnahmen gleicher Wirkung"
  • Die Rolle der "Keck-Formel" und deren Einschränkungen
  • Anwendung von Rechtfertigungsgründen gemäß Art. 36 AEUV
  • Aktuelle Rechtsprechung zum Marktzugang

Auszug aus dem Buch

2. Die “Dassonville-Formel“

In diesem berühmten Urteil beschäftigte sich der EuGH mit der Beschränkung der Warenverkehrsfreiheit aus Art. 34 AEUV und trug damit maßgeblich zur Liberalisierung des innereuropäischen Handels bei. Hintergrund des Urteils ist, dass sich der EuGH zuvor und infolge der Entwicklung des Art. 34 AEUV zunehmend mit Fällen befassen musste, in denen nationale Regelungen beanstandet wurden, die zwar die wirtschaftliche Freiheit beschränkten und somit zu einer Reduktion des Absatzvolumens führten, aber eben den Marktzugang nicht behinderten. Statt mengenmäßiger Beschränkungen handelte es sich dabei häufig um Maßnahmen, die zwar selbst keine Quoten darstellten, jedoch die gleiche Wirkung entfalteten und somit ebenfalls den heimischen Markt eines Mitgliedsstaates schützten.

Im Fall selbst geht es um ein Strafverfahren gegen zwei belgische Händler, welche nach den belgischen Rechtsvorschriften eine amtliche Bescheinigung für einen in Frankreich gekauften, jedoch in Schottland produzierten Scotch Whiskey für die Einfuhr nach Belgien benötigt hätten. Die Händler, die für die Großhandelsfirma Dassonville arbeiteten, konnten zwar eine französische Urkunde vorweisen, jedoch musste nach der nationalen Vorschrift eine Bescheinigung des Herkunftslandes für das Produkt bei der Zollbehörde vorgelegt werden, welche die Händler nicht besaßen. Daraufhin legte das belgische Gericht im Vorabentscheidungsverfahren dem EuGH die Frage vor, ob es eine “Maßnahme mit gleicher Wirkung“ wie eine mengenmäßige Beschränkung im Sinne von Art. 34 AEUV darstellt, wenn eine Bestimmung des nationalen Rechts die Einfuhr einer Ware für den Fall untersagt, dass für diese Ware keine vom Exportland ausgestellte amtliche Urkunde vorliegt. In der Entscheidung war der EuGH nun also bemüht, den Begriff der „Maßnahmen gleicher Wirkung“ aus Art. 34 und 35 AEUV genauer zu beleuchten, woraufhin sich der Leitsatz des Urteils im Volksmund zur “Dassonville-Formel“ entwickelte. Darin heißt es:

„Jede Handelsregelung der Mitgliedstaaten, die geeignet ist, den gemeinschaftlichen Handelsverkehr mittelbar oder unmittelbar, tatsächlich oder potentiell zu behindern, ist als Maßnahme gleicher Wirkung wie eine mengenmäßige Beschränkung anzusehen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Warenverkehrsfreiheit: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Warenverkehrsfreiheit als eine der vier Grundfreiheiten des EU-Binnenmarktes und führt in die rechtlichen Grundlagen der Art. 28 bis 37 AEUV ein.

2. Die “Dassonville-Formel“: Hier wird der historische Ausgangspunkt der Rechtsprechung dargestellt, in dem der EuGH eine weitreichende Definition für Maßnahmen gleicher Wirkung etablierte, die den Handelsverkehr behindern können.

3. Die Entscheidung “Cassis-de-Dijon“: Das Kapitel behandelt die Einführung des "Cassis-de-Dijon-Prinzips" und der gegenseitigen Anerkennung, wodurch auch unterschiedslos anwendbare Handelsregelungen in den Fokus der Warenverkehrsfreiheit rückten.

4. Versuch der Eingrenzung – die “Keck-Entscheidung“: Es wird analysiert, wie der EuGH durch die "Keck-Formel" den Anwendungsbereich der Warenverkehrsfreiheit einschränkte, indem bestimmte Verkaufsmodalitäten davon ausgenommen wurden.

5. Der Fall “Doc Morris“: Die Entscheidung zum Versandhandel mit Medikamenten dient als Fallbeispiel für die Anwendung der Keck-Rechtsprechung und die Problematik von Marktzugangshindernissen.

6. Rechtfertigung von Eingriffen über Art. 36 AEUV: Hier wird untersucht, unter welchen Voraussetzungen nationale Maßnahmen zum Schutz des Allgemeinwohls oder der Gesundheit (Art. 36 AEUV) einen Eingriff in die Warenverkehrsfreiheit legitimieren können.

7. Die Entscheidung “Ker-Optika“: Das Kapitel betrachtet den Fall des Internetvertriebs von Kontaktlinsen und die Grenzen von nationalen Beschränkungen unter dem Aspekt der Verhältnismäßigkeit.

8. Der Fall “Scotch Whisky Association”: Anhand der Mindestpreisregelung für Alkohol wird die moderne Rechtsprechung diskutiert, die verstärkt auf die tatsächliche Erschwerung des Marktzugangs fokussiert.

9. Fazit & Zusammenfassung: Das letzte Kapitel resümiert die Entwicklung der EuGH-Rechtsprechung von der weiten Dassonville-Definition bis hin zum modernen, verhältnismäßigkeitsbasierten Prüfschema.

Schlüsselwörter

Warenverkehrsfreiheit, EuGH, AEUV, Dassonville-Formel, Cassis-de-Dijon-Prinzip, Keck-Formel, Maßnahmen gleicher Wirkung, Marktzugang, Art. 36 AEUV, Verkaufsmodalitäten, Arzneimittelversand, Rechtfertigung, Verhältnismäßigkeit, Binnenmarkt, Handelshemmnisse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Warenverkehrsfreiheit und der damit verbundenen Auslegung der europäischen Verträge.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Definition von Handelshemmnissen, die Entwicklung des "Cassis-de-Dijon-Prinzips", die "Keck-Formel" sowie die verschiedenen Möglichkeiten zur Rechtfertigung nationaler Eingriffe in den freien Warenverkehr.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der EuGH durch seine Urteile versucht hat, ein Gleichgewicht zwischen der Beseitigung von Handelshemmnissen und der Wahrung nationaler Regulierungsspielräume zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einem rechtswissenschaftlichen Ansatz, bei dem eine historische und analytische Aufarbeitung der maßgeblichen EuGH-Urteile zu den Art. 34 bis 36 AEUV vorgenommen wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Leitentscheidungen wie Dassonville, Cassis-de-Dijon, Keck, Doc Morris, Ker-Optika und Scotch Whisky Association.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen die Warenverkehrsfreiheit, Maßnahmen gleicher Wirkung, das Diskriminierungsverbot und die Verhältnismäßigkeitsprüfung im europäischen Wirtschaftsrecht.

Warum wurde die "Keck-Formel" von Kritikern als "Illusion der Rechtssicherheit" bezeichnet?

Kritiker sahen darin eine Leerformel, da die Abgrenzung zwischen produktbezogenen Regelungen und Verkaufsmodalitäten in der Praxis oft unscharf blieb und nicht klar vorhersehbar war.

Welche Bedeutung hatte das Urteil zum Fall "Doc Morris" für den deutschen Arzneimittelmarkt?

Das Urteil führte zu einer Verschärfung des Wettbewerbs, da es deutschen Apotheken erschwerte, sich durch ein absolutes Versandverbot gegen ausländische Versandapotheken zu schützen, und zwang den Gesetzgeber zur Anpassung der Rahmenbedingungen.

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Details

Titel
Die Warenverkehrsfreiheit. Ein historischer Einblick in die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs
Hochschule
Hochschule Wismar  (Wirtschaftsrecht)
Note
1,3
Autor
Paul Frommholz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V358470
ISBN (eBook)
9783668434394
ISBN (Buch)
9783668434400
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dassonville Cassis-de-Dijon Keck-Entscheidung Scotch Whisky Association Doc Morris Ker-Optika AEUV EuGH Maßnahmen gleicher Wirkung Handelsbeschränkung Rechtsprechung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paul Frommholz (Autor:in), 2016, Die Warenverkehrsfreiheit. Ein historischer Einblick in die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358470
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Leseprobe aus  15  Seiten
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