Wertekollisionen in internationalen Unternehmen. Deutsch-türkische Wirtschaftsbeziehungen


Seminararbeit, 2007
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

I. Grundbezeichnung des internationalen Management und Marketing.
1. Unternehmenskultur.
2. Wissens- und Wertemanagement.
- Wirtschaftsethik nach der Theorie von Ulrich

II. Deutsch-türkische Wirtschaftsbeziehungen.
1. Investitionsformen: Joint-ventures - Interkulturelle Besonderheiten, Interesse, Anforderungen
2. Interkulturelle Wertetheorie von Hofstede am Bespiel Deutschland-Türkei
3. Geschäftsverhandlungen
4. Rolle des Islam in internationaltätigen Unternehmen.

Zusammenfassung.

Quellen

Einführung

Auf welche Weise soll das Management bzw. Marketing in den internationalen Unternehmen funktionieren, damit die Leistungen des Stamm - und Gastlandes gut im Geschäft waren? Welche Voraussetzungen dienen dem Unternehmenserfolg? Wie wichtig ist der kulturelle Unterschied in dem internationaltätigen Unternehmen, am Beispiel deutsch-türkischer Verhandlungen? Soll die kulturelle Umwelt des Gastlandes berücksichtigt werden, und was wird darunter im internationalen Management bzw. Marketing verstanden?

Für ausführliche Antworten auf diese Fragen reicht nicht ein paar Bücher zum internationalen Management und Marketing zu bearbeiten, da es in dieser Arbeit nicht um die Grundlagen der Unternehmungsgründung und - Führung geht, sondern um den Einfluss der kulturell bedingten Wertvorstellungen auf das Unternehmen, auf seine Mitarbeiter, Leiter, und entsprechend deren Beziehungen und Leistungen auf die Kunden und den Markt. Deswegen , erstens lässt es uns einen Überblick auf die Bezeichnung vom internationalen Management und Marketing verschaffen , zweitens - uns auf die unterschiedliche Wertesysteme, -verbindungen, -kollisionen, -vorstellungen, am Beispiel deutsch-türkische Joint Ventures konzentrieren .

I. Grundbezeichnung des internationalen Management und Marketing.

Internationales Management liegt vor, wenn das Operationsgebiet der Unternehmung oder der vergleichbaren Institution über die Grenze des eigenen Staatsgebietes, also des Stammlandes, hinausreicht. Wenn man davon ausgeht , dass Managementtätigkeiten nicht nur den Einsatz sachlicher Ressourcen, sondern auch die Koordination menschlicher Aktivitäten betreffen, die hier grenzüberschreitend (international) erfolgen muss, bedeutet internationales Management insofern auch zielbezogene Kommunikation mit ausländischen Interaktionspartnern.[1]

Internationales Marketing ist marktgerichtete und damit marktgerechte Unternehmenspolitik. Internationales Marketing beinhaltet den Aufbau und Ausbau von Auslandsmärkten unter Berücksichtigung landesspezifischer und länderübergreifender Eigenheiten.[2] Bei den internationalen Marketingkonzepten sind folgende Faktoren zu beachten:

- soziokulturelle Faktoren
- soziodemografische Faktoren
- Produkt- und Geschmackspräferenzen
- Klima
- rechtliche Rahmenbedingungen
- Medienstrukturen

Diese Faktoren sind in einzelnen Ländern unterschiedlich. Als Beispiele könnte man nennen:

- soziokulturell bzw.

- demografische :

- große Kaufkraft der Schweizer

- große Anzahl Single-Haushalte in Deutschland

- großer Anteil an erwerbstätigen Frauen in Holland

- religionsbedingte Alkoholabstinenz der Araber

- der spezielle Humor der Briten

- Sprachenvielfalt der Schweizer

- Umweltbewusstsein der Deutschen

- als Produkt- und Geschmackspräferenzen:
- hohe Fischverzehr der Dänen
- große Lust der Briten auf Süßwaren
- beinahe kohlensäurelose Coca-Cola der Ägypter
- Wurstvielfalt in Deutschland

- die Rechtsnormen sind zu berücksichtigen, wie:
- Wettbewerbsgesetze
- Umweltschutzverordnungen
- Datenschutzgesetze
- Produkthaftpflichtgesetze

Sowie die Ziele der Umsetzung der Konzepte bzw. Strategien ( Export, Lizenzvergabe, Franchising, Joint Venture, Auslandsinvestitionen (z.B. Niederlassung, Tochtergesellschaft), sind auch die Risiken beim Aufbau und Ausbau von Auslandmärkten zu berücksichtigen[3], wie z.B.:

- Verschuldung einzelner Länder
- instabile politische Lage (Reformen u.a.)
- instabile Wechselkurse (Schwankungen)
- Markteintrittsbarrieren (Auflagen, Zölle usw.)
- Korruption
- Investitionen in die Produkt- und Marktanpassungen

„Marketing ist eine bewusst marktorientierte Führung des gesamten Unternehmens oder marktorientiertes Entscheidungsverhalten in der Unternehmung"[4]. Dieser grundlegenden Aussage nach ist der Kernpunkt des Marketings die Fokussierung auf den Markt und damit auf seine Eigenheiten, seine Bedürfnisse und seine Anforderungen. Dementsprechend ist das Unternehmen eine wichtige Institution in einer Marktwirtschaft.

1. Unternehmenskultur.

In unserer Zeit sind die Führungsgrundsätze des Unternehmens in eine andere Richtung gewandelt, als vor 10 Jahren. Nimmt die Bedeutung der globalen Orientierung des Unternehmens zu, entsteht die Diskussion des ethnischen Verhaltens von Unternehmen.[5] Diese Arbeit aber bezieht sich auf Unternehmensethik und -Kultur. Kultur beinhaltet: Werte, Normen, Regeln, Rituale; sie bilden den Rahmen , setzen Standards, geben Verhalten vor, generieren gemeinsame Praxis.[6] Diese Elemente bedürfen der schriftlichen Darlegung, damit alle an ihnen und mit ihnen arbeiten können und ihr Handeln an ihnen ausrichten können, solche wie:

Werte => Unternehmungsgrundsätze

Normen und Standards => in Form von Führungsprinzipien

Regeln und Rituale => ein grundsätzlicher Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter des Unternehmens.

Auch aus diesen Elementen wird Corporate Identity geschaffen, was bedeutet: die Kultur des Unternehmens. Corporate Identity ist ein System, indem viele Komponenten eingebunden sind, wie: Vision, Werte, Unternehmensleitbild, Mission Statement, Strategie, Interne Richtlinien, Verhaltensvorschriften, Führungsgrundsätze, Methoden und Instrumente der Umsetzung, u.a.[7]

Als eine wichtige Institution in der Gesellschaft ist das Unternehmen dem Wandel der gesellschaftlichen Werte ausgesetzt. Das Unternehmen trägt auch dazu bei, Werte in einer Gesellschaft hervorzubringen (Werbungen u.a.) und muss versuchen, sich an wandelnde Werte anzupassen, um als eine soziale Institution zu überleben.[8]

2. Wissens- und Wertemanagement.

Wissens- und Wertemanagement sind die Ressourcen der Zukunft. Innovationszyklen, gesättigte Märkte plus eine weltweit anhaltende schwache Konjunktur fordern von Unternehmen fast aller Branchen neue Zukunftskonzepte. Niemals war unternehmensspezifische interdisziplinäre Förderung der Mitarbeiter so über Erfolg entscheidend wie heute. Die Werte repräsentieren die gemeinsame Basis des Unternehmens. Sie sind die Voraussetzung für Überzeugungen und damit für Verhaltensweisen, die Gültigkeit haben sollen. Werte wirken nur dann, wenn sie erfahrbar sind, wenn sie Sinn machen., d.h. dass sie durch nachvollziehbare Handlungen verstanden und erlebt werden können[9]. Das funktionale Ziel der Erlebbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Gestaltbarkeit von Werten durch eigene Handlungen ist das Herstellen von Prozesssicherheit, d.h. wenn Mitarbeiter nur ihren aktuellen Arbeitsprozess verstehen, dann haben sie in der Regel Angst vor Wandel, d.h. vor allem Fremden, vor neuen Prozessen. Bei der Gestaltung von Organisationen geht es demzufolge nicht nur um die zweckrationale Organisation von Prozessen und Strukturen, sondern immer auch um den, ihnen individuell zuordenbaren, Sinn.[10] Ob Dienstanweisungen, Richtlinien, Geschäftsordnung, Arbeitsplatzbeschreibung und -gestaltung, Kommunikationsinfrastruktur und -regelungen, organisatorische Leitlinien, Führungsinstrumente und - richtlinien, Kleidung und Habitus bis hin zur Spesen- und Reisekostenregelungen, organisieren berührt immer die materielle, die substanzielle Ebene und wirkt gleichzeitig auf der geistigsinnhaften Ebene.

Führungskräfte mit ethischer Kompetenz sind in der Lage, diese Komplexität zu erkennen und eine Managementphilosophie zu entwickeln. Ihr Ergebnis stellt eine Unternehmungs- und Managementphilosophie eine alle Dimensionen der Unternehmung durchdringende Werterhellung, Wertbekundung und Wertentwicklung dar.[11] In der Konsequenz führt das zu der Anforderung an alle Organisationsmitglieder, insbesondere an die Führungskräfte, jede Handlung auf ihren Bezug zu den Werten des Unternehmens zu reflektieren.[12] Das bedeutet für die Organisation und die Mitarbeiter:

-die Fähigkeit zur Arbeit im alltäglichen Spannungsfeld zwischen betriebswirtschaftlichen Komponenten (Ökonomie) und den latenten Wertedimensionen (Ethik) zu entwickeln,
- Entscheidungen mit dem Blick auf beide Aspekte in ihrer wechselseitigen Bedingtheit transparent und glaubwürdig zu kommunizieren,
- die Grenzen für wertorientiertes Handeln innerhalb des Unternehmens deutlich zu machen und zum Engagement für die Mitgestaltung förderlicher Rahmenbedingungen durch Politik und Gesellschaft einzuladen.

- Wirtschaftsethik nach der Theorie von Ulrich

Es wurde das Konzept der Integrativen Wirtschaftsethik von Professor P. Ulrich der Universität St. Gallen entwickelt. Demnach ist die Ökonomie nicht Selbstzweck, sondern eingebunden in ethisch-praktische Legitimationsanforderungen unterschiedlich betroffener Gruppen und Personen innerhalb und außerhalb des Unternehmens, der so genannten Stakeholder.[13] Damit erkennt die strategische Unternehmensführung drei Ebenen und Ansatzpunkte für die erfolgreiche Arbeit:

[...]


[1] Dülfer. S: 5

[2] Dülfer. S 170-174

[3] ebnd: S 195-228

[4] Meffert, H „Lexikon der aktuellen Marketing-Begriffe“. Wien ,1994

[5] Dettmann , S. 16

[6] Dettmann S:17

[7] ebnd. S :32

[8] Albach , S: 7

[9] ebnd S: 26

[10] Bohlander, S:167-172

[11] Bleicher S:172

[12] Bohlander, S:169

[13] P. Ulrich "Integrative Wirtschaftsethik"

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Wertekollisionen in internationalen Unternehmen. Deutsch-türkische Wirtschaftsbeziehungen
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V358606
ISBN (eBook)
9783668432192
ISBN (Buch)
9783668432208
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Autorin ist „Nicht-Muttersprachler“. Dieser Text enthält einige Rechtschreib- und Grammatikfehler, was die Qualität des Inhalts kaum beeinflusst. Wir bitten dennoch, dies zu entschuldigen.
Schlagworte
wertekollisionen, unternehmen, deutsch-türkische, wirtschaftsbeziehungen
Arbeit zitieren
Elena Reznik (Autor), 2007, Wertekollisionen in internationalen Unternehmen. Deutsch-türkische Wirtschaftsbeziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358606

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