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Die Kinder-KZs Uckermark und Moringen

Title: Die Kinder-KZs Uckermark und Moringen

Seminar Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: A

Autor:in: Elisabeth Luger (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Jugendschutzlager waren diejenigen Konzentrationslager, welche die Nationalsozialisten zur Internierung widerständiger oder auffälliger Jugendlicher und auch Kinder nutzten. Nicht die Jugendlichen im Lager sollten geschützt werden, sondern die Jugendlichen der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft sollten vor den Inhaftierten geschützt werden. Es gab insgesamt drei Lager dieser Kategorie und fünf Außenlager. Die drei Hauptlager waren Uckermark für weibliche Jugendliche, Moringen für männliche Jugendliche und Lodz Das so genannte Polen-Jugendverwahrlager Litzmannstadt für polnische Kinder und Jugendliche. Um die Einrichtung der Lager Moringen (1940) und Uckermark (1942) zu ermöglichen, schuf man sich ein Instrumentarium an Gesetzen, Verordnungen und Erlassen, das die willkürliche Einweisung von Jugendlichen in diese Lager ermöglicht hat. Wichtigster Erlass in diesem Zusammenhang war der Grunderlass zur vorbeugenden Verbrechensbekämpfung von 1937: "Als asozial gilt, wer durch gemeinschaftswidriges, wenn auch nicht verbrecherisches Verhalten zeigt, dass er sich nicht in die Gemeinschaft einfügen, [...] sich der in einem nationalsozialistischen Staate selbstverständlichen Ordnung nicht fügen will." 2 Die Zusammenarbeit von Kriminalpolizei, Fürsorgesystem und SS machten die Stigmatisierung der Mädchen und jungen Frauen als Asoziale und Kriminelle und ihre Einweisung ins Lager möglich. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Jugendschutzlager Uckermark

2.1 KZ Ravensbrück

2.2 Jugendschutzlager Uckermark

2.2.1 Mädchenkonzentrationslager Uckermark (1942-1945)

2.2.2 Vernichtungslager Uckermark (1945)

2.3 Häftlinge in Ravensbrück

2.4 Aufarbeitung

3 Jugendschutzlager Moringen

3.1 Werkhaus Moringen

3.2 Jugendschutzlager Moringen

3.2.1 Tagesablauf in Moringen

3.3 Aufarbeitung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschichte und Funktionsweise der nationalsozialistischen Jugendschutzlager, wobei der Fokus insbesondere auf den Lagern in Uckermark und Moringen liegt. Ziel ist es, die systematische Internierung, Ausbeutung und Verfolgung Jugendlicher und Kinder durch das NS-Regime aufzuzeigen und die Rolle dieser Einrichtungen innerhalb des KZ-Systems zu beleuchten.

  • Struktureller Aufbau und Einweisungskriterien für Jugendschutzlager
  • Die enge Verflechtung des Lagers Uckermark mit dem KZ Ravensbrück
  • Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Jugendlichen in Moringen
  • Die gesellschaftliche Stigmatisierung und der Prozess der historischen Aufarbeitung

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Tagesablauf in Moringen

Der Tagesablauf der Moringer Häftlinge war normiert und präzise geregelt: Im Mittelpunkt stand eine straffe und militärisch ausgerichtete »Erziehungsbewahrung«. Arbeit, Sauberkeit, Ordnung, Pünktlichkeit und Disziplin waren die zentralen Werte, die durch Anordnungen, Appelle und Strafen brutal und erbarmungslos durchgesetzt wurden. Neben dem Entzug von Vergünstigungen (zum Beispiel Postsperre) und Ordnungsstrafen, wie das Essen stehend einnehmen zu müssen, wurden vor allem der Essensentzug, das »harte Lager« (Entfernung des Strohsacks), das Strafstehen, der Dauer- und Bunkerarrest (nur alle drei Tage volle Beköstigung, ansonsten Wasser und Brot), die Stockhiebe und das Strafexerzieren von den Häftlingen als besonders schmerzlich empfunden. Es verging kein arbeitsfreier Tag, an dem sich die Häftlinge nicht ›sportlich‹ betätigten, ohne Rücksicht auf die Witterung. Abends, nach Einschluss, blieb der Blockführer noch im Block, und dann ging es weiter bis teilweise zwei Uhr in der Nacht. Bestrafungen wurde schon für geringfügige Sachen, für die es sonst nur ein paar Faustschläge gab, ausgesprochen. Appelle wurden durchgeführt, darunter der menschlich so entwürdigende ›Gesundheitsappell‹, bei dem der Blockführer die Geschlechtsteile der Häftlinge inspizierte. Es gab keinen Sonntag und keinen Feiertag.

Einen wesentlichen Bestandteil des Moringer Lageralltags bildete auch die Arbeit, die als Erziehungsmittel verbrämt wurde. Tatsächlich sollte die Arbeitskraft der Heranwachsenden rücksichtslos ausgebeutet werden: Bei unzureichender Ernährung und mangelnder Hygiene mussten die Jungen einen mehr als zehnstündigen täglichen Arbeitseinsatz in einer Vielzahl unterschiedlicher Kommandos leisten – beispielsweise in der betriebseigenen Landwirtschaft, in der betriebseigenen Schlosserei, in einer Strickerei, Sattlerei, Schneiderei sowie einer Weberei. Vor allem für die Wehrmacht wurde produziert. Auch Betriebe aus der Umgebung nutzten das Jugend-KZ als Arbeitskräftereservoir.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung definiert den Begriff der Jugendschutzlager und erläutert die gesetzlichen sowie ideologischen Rahmenbedingungen, die zur Internierung von Kindern und Jugendlichen durch das NS-Regime führten.

2 Jugendschutzlager Uckermark: Dieses Kapitel analysiert die Geschichte des Mädchenlagers Uckermark, dessen enge Verbindung zum Frauen-KZ Ravensbrück sowie die spätere Umgestaltung in ein Vernichtungslager.

3 Jugendschutzlager Moringen: Hier wird die Entwicklung des Lagers Moringen vom Werkhaus zum Jugend-KZ, der organisatorische Aufbau sowie der grausame Lageralltag der inhaftierten Jungen detailliert dargestellt.

Schlüsselwörter

Jugendschutzlager, Nationalsozialismus, Uckermark, Moringen, Konzentrationslager, Zwangsarbeit, Ravensbrück, Jugendfürsorge, Stigmatisierung, NS-Opfer, Mädchenlager, Jungenlager, Aufarbeitung, Verfolgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der nationalsozialistischen Jugendschutzlager, einer speziellen Kategorie von Konzentrationslagern, in denen Jugendliche und Kinder inhaftiert, ausgebeutet und misshandelt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Einweisungskriterien durch das NS-Regime, die Lebensbedingungen in den Lagern Uckermark und Moringen sowie die Rolle der beteiligten Behörden, wie der Kriminalpolizei und des Fürsorgesystems.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die wissenschaftliche Darstellung und Analyse der systematischen Verfolgung widerständiger oder als „asozial“ stigmatisierter Jugendlicher durch den nationalsozialistischen Staat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die relevante Quellen, Erlasse und Literatur zum Thema der Jugendschutzlager zusammenführt und die Geschichte der betroffenen Lager strukturell aufarbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Mädchenlagers Uckermark in Verbindung mit Ravensbrück sowie des Jungenlagers in Moringen, wobei jeweils auch auf die historische Aufarbeitung nach 1945 eingegangen wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Jugendschutzlager, Zwangsarbeit, NS-Verfolgung, Jugendfürsorge sowie die spezifischen Lagerstandorte Uckermark und Moringen.

Welche Rolle spielte die Institution des „Werkhauses“ bei der Entstehung des Lagers Moringen?

Das Werkhaus Moringen diente ursprünglich bereits als Arbeitshaus für „sozial missliebige“ Personen und bildete durch seine bestehende Infrastruktur die Grundlage für die Errichtung eines der ersten Konzentrationslager für Jugendliche.

Wie unterschied sich die Behandlung in Uckermark gegen Ende des Krieges?

Ab Januar 1945 wurde ein Teil des Mädchenlagers Uckermark in ein Vernichtungslager umgewandelt, in dem Häftlinge systematisch durch Hunger, Krankheit, medizinische Versuche oder Gaskammern ermordet wurden.

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Details

Title
Die Kinder-KZs Uckermark und Moringen
College
University of Linz  (Sozialgeschichte)
Course
Einführung in die Sozialgeschichte
Grade
A
Author
Elisabeth Luger (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V35873
ISBN (eBook)
9783638356633
Language
German
Tags
Kinder-KZs Uckermark Moringen Einführung Sozialgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisabeth Luger (Author), 2005, Die Kinder-KZs Uckermark und Moringen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35873
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