Als Octavian im Jahr 27 v. Chr. sämtliche Sondervollmachten an den Senat zurückgab, geschah dies unter dem Motto der Res Publica restituta. Tatsächlich sah sich die römische Gesellschaft jedoch mit grundlegenden Veränderungen konfrontiert. So war die agonal geprägte Aristokratie einer Ordnung gewichen, die auf die zentrale Figur des Princeps ausgerichtet war. Die Schwierigkeit bestand nun darin diesen Umstand innerhalb der traditionellen Parameter und Werteordnung der Republik zu legitimieren und abzusichern.
So trat zur materiellen Machtsicherung durch Militär und finanzielle Mittel ein Geflecht an Ehrungen sowie religiösen Ämtern und Weihen, welches Octavian mit einer sakralen Aura umgab und ihn innerhalb des römischen Wertekanons über die alten Eliten erhob. Diese Überhöhung des Herrschers macht nach Jochen Bleicken den eigentlichen monarchischen Charakter des Principats aus.
In dieser Arbeit möchte ich einige der wichtigsten Faktoren der sakralen Überhöhung beschreiben, wobei ich mich auf die Ehrungen die Augustus vom Senat zukamen und seine Annäherung an verschiedene Götter beschränken werde, da sich hier zahlreiche Aspekte der Sakralisierung verdeutlichen lassen, um so zu einer Einschätzung zu gelangen, welche Bedeutung die Sakralisierung für die Legitimierung und Stabilisierung des Principats hatte. Um dies in einem dem Umfang der Arbeit angemessenen Rahmen zu tun, werde ich dabei exemplarisch vorgehen und auf andere wichtige Aspekte der enthobenen Stellung des Princeps, wie dem beginnenden Kaiserkult und den messianischen Erwartungen der Zeitgenossen nicht oder nur verkürzt eingehen.
Dabei werde ich mich vor allem auf die Res Gestae sowie numismatische Quellen stützen, da beide ein treffliches Bild von Octavians Selbstverständnis und Programmatik geben. Als weiter Quelle dient mir Suetons De vita Caesarum, die aufgrund des zeitlichen Abstands zu den Geschehnissen einen gewissen Eindruck der Wirkungsgeschichte der Bilder einer sakralen Überhöhung gibt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Ehrungen durch den Senat
- Die Lorbeerbäume
- Die Corona Civica
- Tempelbauten
- Der Tempel des Mars Ultor und das Augustusforum
- Der Apollotempel und die Residenz des Augustus
- Fazit
- Literatur und Quellenverzeichnis
- Literarische Quellen
- Numismatische Quellen
- Literatur
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Sakralisierung des Princeps Augustus. Ziel ist es, die wichtigsten Faktoren dieser Überhöhung zu beleuchten und ihre Bedeutung für die Legitimierung und Stabilisierung des Principats zu analysieren. Der Fokus liegt dabei auf den Ehrungen, die Augustus vom Senat verliehen wurden, und seiner Annäherung an verschiedene Götter.
- Sakrale Überhöhung des Princeps Augustus
- Legitimation und Stabilisierung des Principats
- Ehren durch den Senat und ihre Bedeutung
- Annäherung an verschiedene Götter und die damit verbundene Sakralisierung
- Zusammenwirken von Senatsehrungen und Tempelbauten
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Einleitung und stellt die Thematik der Sakralisierung des Princeps Augustus vor. Es beschreibt die Herausforderungen der Legitimierung des Principats innerhalb der traditionellen Werteordnung der Republik und führt die wichtigsten Quellen für die Analyse ein.
Das zweite Kapitel analysiert die Ehrungen, die Octavian im Jahr 27 v. Chr. vom Senat verliehen wurden, insbesondere die Lorbeerbäume und die Corona Civica. Es werden die religiösen und politischen Hintergründe dieser Ehrungen sowie deren Bedeutung für die Überhöhung des Princeps erläutert.
Das dritte Kapitel untersucht die Tempelbauten des Augustus, insbesondere den Tempel des Mars Ultor und den Apollotempel. Es wird gezeigt, wie diese Bauprojekte zur Sakralisierung des Princeps beitrugen und seine Verbindung zu verschiedenen Göttern unterstrichen.
Das vierte Kapitel beinhaltet die Schlussfolgerungen der Arbeit.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Sakralisierung des Princeps Augustus, der Legitimation und Stabilisierung des Principats, Senatsehrungen, Tempelbauten, religiösen Überhöhung, und der Verbindung des Princeps zu verschiedenen Göttern.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Res Publica restituta“?
Es bedeutet „wiederhergestellte Republik“; unter diesem Motto gab Octavian 27 v. Chr. seine Sondervollmachten zurück, während er faktisch den Principat begründete.
Wie wurde Augustus sakral überhöht?
Durch ein Geflecht aus religiösen Ämtern, Weihen und Senatsehrungen (wie die Lorbeerbäume und die Corona Civica), die ihn über die alte Aristokratie erhoben.
Welche Rolle spielten Tempelbauten für seine Legitimation?
Bauten wie der Mars-Ultor-Tempel oder der Apollotempel unterstrichen seine enge Verbindung zu den Göttern und stabilisierten seine monarchische Stellung.
Welche Quellen werden in der Arbeit genutzt?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Res Gestae, numismatische Quellen (Münzen) und Suetons Kaiserbiographien.
Was ist der eigentliche monarchische Charakter des Principats?
Nach Jochen Bleicken liegt dieser in der religiösen und sakralen Überhöhung des Herrschers, die ihn unantastbar machte.
- Quote paper
- Johannes Konrad (Author), 2015, Augustus Octavian. Sakralisierung des Principats, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358771