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"Damit ich dich besser fressen kann". Der Wolf in den Volksmärchen der Gebrüder Grimm

Titel: "Damit ich dich besser fressen kann". Der Wolf in den Volksmärchen der Gebrüder Grimm

Hausarbeit , 2013 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jasmin Dahler (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wird sich gezielt mit dem Wolf in den Märchen der Gebrüder Grimm befassen, um zu zeigen, dass es in den Märchen nicht nur den bösen Wolf gibt, sondern dass der Wolf auch anders dargestellt wird. Das Augenmerk soll dabei auf den Kinder- und Hausmärchen liegen, in denen der Wolf eine größere Rolle einnimmt und das Geschehen mit beeinflusst. Märchen, in denen der Wolf nur eine kurze Erwähnung findet und Lügenmärchen werden nicht mit einbezogen

Der Wolf kommt in vielen Märchen der Welt vor und nimmt bei den meisten, in denen er eine Erwähnung findet, eine zentrale Rolle ein. Auch in den deutschen Märchen und besonders bei den Brüdern Grimm tritt der Wolf oft in Erscheinung. Dennoch hat er in der Forschung, wie die meisten Tiere in Märchen, noch keine große Beachtung gefunden. Zwar wird er bei Interpretationen von Märchen, wie Rotkäppchen mit einbezogen, wird dabei aber nur als Nebenrolle betrachtet und rückt nicht in den Mittelpunkt. Er wird als unterstützendes Interpretationsmittel verwendet, um andere Aspekte in den Märchen besser zu verstehen. Dabei wird der Wolf oft als das Böse angesehen, dass den Protagonisten Schaden zufügen will.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Das Volksmärchen – Aufbau und Struktur

2.Die Arten des Wolfes

2.1. Der große böse Wolf

2.2. Der dumme gierige Wolf

2.3. Der neutrale Wolf

3.Rotkäppchen und die Interpretationsmöglichkeiten des Wolfes

Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die vielschichtige Darstellung und Rolle des Wolfes in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm. Ziel ist es, das einseitige Klischee des „bösen Wolfes“ zu hinterfragen und anhand ausgewählter Textbeispiele eine differenzierte Typologie (der große böse Wolf, der dumme gierige Wolf, der neutrale Wolf) zu erarbeiten sowie interpretatorische Deutungsmuster aufzuzeigen.

  • Analyse der narrativen Funktion des Wolfes in den Märchen der Gebrüder Grimm.
  • Erstellung einer Typologie zur Darstellung des Wolfes in Volksmärchen.
  • Untersuchung des psychologischen und mythologischen Kontextes der Wolfsfigur.
  • Eingehende Interpretation des Märchens „Rotkäppchen“ im Hinblick auf den Wolf als Verführer und Symbolträger.
  • Gegenüberstellung von Verhaltensweisen des Wolfes und deren moralischer Bewertung.

Auszug aus dem Buch

2.1. Der große böse Wolf

Der große böse Wolf, der meist in heuchlerischer Liebenswürdigkeit auftritt, um kleine Kinder zu verführen, ist oft die erste Bekanntschaft von Kindern mit dem Bösen. Er tritt in Verkleidung auf, um seine Opfer zu täuschen, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie dann gierig zu verschlingen.

In KHM 5 treffen wir auf so einen Wolf. Die sieben Geißlein werden von ihrer Mutter in dem Wissen erzogen, dass draußen die Gefahr in der Gestalt des Wolfes lauert, und sie warnt sie davor nicht die Tür zu öffnen. Auch warnt sie davor, dass er sich verstellen könnte, um in das Haus zu gelangen.

„[…] ich will hinaus in den Wald, seid auf eurer Hut vor dem Wolf, wenn er herein kommt, so frisst er Euch alle mit Haut und Haar. Der Bösewicht verstellt sich oft, aber an seiner rauhen Stimme und an seinen schwarzen Füßen werdet ihr ihn gleich erkennen.“14

Der Wolf wird von der Mutter klar als Bösewicht charakterisiert. Die raue Stimme steht im Kontrast zu der lieblichen Stimme der Mutter, die ihre Kinder behütet. Sie ist ein Zeichen für den wahren Charakter des Wolfes und verleiht ihm bereits ohne seine äußerliche Erscheinung etwas Furchteinflößendes. Die schwarzen Füße des Wolfes symbolisieren dessen Bösartigkeit und Schuld. Das Erkennen des Wolfes durch den schwarzen Fuß erinnert an den Teufel, der in Sagen oft in Verkleidung auftritt und an seinem Pferdefuß erkannt wird. Erst als er seine Füße durch Mehl unschuldig weiß färbt, gelangt der Wolf in das sichere Heim der Geißlein. Trotz aller Warnungen der besorgten Mutter und des Gehorsams der Geißlein gelingt es dem Wolf, das personifizierte Böse, ins Haus zu gelangen, um dort alle Geißlein, bis auf das Jüngste zu verschlingen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Wolfsdarstellung in den Märchen der Gebrüder Grimm und Vorstellung der Forschungsabsicht sowie der gewählten Vorgehensweise.

1.Das Volksmärchen – Aufbau und Struktur: Darstellung der Entstehungsgeschichte und strukturellen Merkmale der Märchen der Brüder Grimm als Grundlage für die Untersuchung.

2.Die Arten des Wolfes: Einteilung des Wolfes in drei Kategorien, um seine unterschiedlichen Rollen und Charakterisierungen innerhalb des Märchenkanons zu analysieren.

2.1. Der große böse Wolf: Untersuchung des Wolfes als täuschenden Verführer und personifiziertes Böses in Märchen wie „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“.

2.2. Der dumme gierige Wolf: Analyse des Wolfes als triebgesteuerte Figur, die oft durch Klugheit anderer Tiere, insbesondere des Fuchses, in ihre Schranken gewiesen wird.

2.3. Der neutrale Wolf: Betrachtung von Wolfsfiguren, die weder rein gut noch rein böse sind, sondern soziale oder hilfsbereite Züge zeigen, wie in „Der alte Sultan“.

3.Rotkäppchen und die Interpretationsmöglichkeiten des Wolfes: Detaillierte Auseinandersetzung mit der Symbolik und den verschiedenen Interpretationsansätzen der Wolfsfigur im Rotkäppchen-Märchen.

Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Wolfsdarstellung als Symbolfigur, die Kindern als Warnung dient und eine vielschichtige Deutung zulässt.

Schlüsselwörter

Wolf, Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen, Rotkäppchen, Volksmärchen, Märchenanalyse, Symbolik, Gier, Verführer, Gut und Böse, Literaturwissenschaft, Interpretation, Mythologie, Psychologie, Märchenfiguren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung des Wolfes in den Märchen der Gebrüder Grimm, um die Vielfalt der Wolfscharakterisierungen aufzuzeigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben der literarischen Analyse der Märchentexte werden mythologische Hintergründe, die historische Wahrnehmung des Wolfes und psychologische Interpretationsmöglichkeiten untersucht.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Wolf nicht nur als das „böse“ Tier dargestellt wird, sondern eine komplexe, symbolische Funktion einnimmt, die über das Klischee hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, ergänzt durch historische und mythologische Kontexte sowie psychologische Deutungsmuster.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturale Betrachtung der Volksmärchen sowie eine detaillierte Typologie des Wolfes (böse, gierig, neutral) anhand konkreter Märchenbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Symbolik, Märchenanalyse, Gier, Verführer und die spezifische Grimm-Märchen-Exegese charakterisieren.

Wie unterscheidet sich der Wolf in „Der alte Sultan“ vom „bösen Wolf“ in „Rotkäppchen“?

In „Der alte Sultan“ tritt der Wolf als helfender Freund auf, der einen Plan schmiedet, während er in „Rotkäppchen“ als heimtückischer und gefährlicher Verführer agiert.

Warum wird der Wolf in der Arbeit als Symbolfigur betrachtet?

Der Wolf fungiert als Projektionsfläche für menschliche Eigenschaften und Verfehlungen, wobei die Figur dazu dient, komplexe moralische Lehren oder Ängste zu transportieren.

Welche Rolle spielt die Interpretation als „sexueller Verführer“ im Märchen Rotkäppchen?

Dieser Deutungsansatz sieht im Wolf einen männlichen Verführer, wobei das Verschlingen als Metapher für den Verlust der Jungfräulichkeit oder eine traumatische sexuelle Erfahrung interpretiert wird.

Was macht den Wolf im Märchen „Der Wolf und der Fuchs“ so ungeschickt?

Seine Ungeschicklichkeit resultiert aus seiner Unfähigkeit, seine Gier zu kontrollieren, was ihn im Gegensatz zum klugen Fuchs immer wieder in ausweglose oder lebensgefährliche Situationen bringt.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Damit ich dich besser fressen kann". Der Wolf in den Volksmärchen der Gebrüder Grimm
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Autor
Jasmin Dahler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V358806
ISBN (eBook)
9783668434127
ISBN (Buch)
9783668434134
Sprache
Deutsch
Schlagworte
damit wolf volksmärchen gebrüder grimm rotkäppchen böse tierfiguren märchenfiguren
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jasmin Dahler (Autor:in), 2013, "Damit ich dich besser fressen kann". Der Wolf in den Volksmärchen der Gebrüder Grimm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358806
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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