Virtuelles Wasser. Inwiefern beeinflusst der indirekte Wasserverbrauch die Wasserknappheit in Exportländern?


Hausarbeit, 2014

14 Seiten, Note: Bestanden

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Bedeutung des Wassers als Ressource
2.1. Weltweite Wasservorkommen
2.2. Wasserbedarf weltweit
2.3. Wasserverbrauch in Deutschland

3. Virtuelles Wasser und Wasser-Fußabdruck Deutschlands
3.1. Definition „Virtuelles Wasser“
3.2. Das Konzept
3.3. Definition Wasser-Fußabdruck
3.3.1. Wasser-Fußabdruck Deutschlands
3.4. Auswirkungen auf Exportländer am Beispiel Brasilien

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Jeden Morgen nach dem Aufstehen putzen wir uns die Zähne. Wir waschen unser Gesicht, gehen unter die Dusche, benutzen mehrmals am Tag die Toilettenspülung und waschen uns diverse Male die Hände. Alleine im Bad verbraucht der Deutsche jeden Tag ungefähr 90 Liter Wasser. Im Vergleich zu anderen Ländern ist dieser Wert nicht besonders hoch. Im Gegenteil: die Deutschen sind Wassersparer, zumindest, was den direkten Verbrauch von Trinkwasser anbelangt. Ganz anders verhält es sich mit dem Wasser, das verbraucht wird, um Produkte wie Lebensmittel, Kleidung oder Computer herzustellen – das sogenannte virtuelle Wasser.

Vielen Verbrauchern ist wahrscheinlich nicht bewusst, wie viel Wasser alleine für die Herstellung eines Stückes Fleisch oder einer Jeans gebraucht wird und was das für Auswirkungen auf die Länder hat, in denen derlei Güter produziert werden und die sowieso schon mit einer Wasserknappheit zu kämpfen haben. In der vorliegenden Hausarbeit soll genau dies thematisiert werden. Zunächst soll die Bedeutung des Wassers für den Menschen noch einmal erläutert werden, bevor auf die Konzepte des virtuellen Wasser und des Wasser-Fußabdrucks eingegangen wird. Im Anschluss werden die Probleme, die der weltweite Handel mit Wasser birgt, verdeutlicht und Maßnahmen zur Konfliktlösung diskutiert. Ziel ist es im Laufe der Arbeit folgende Fragen zu beantworten:

Inwiefern beeinflusst der indirekte Wasserverbrauch die Wasserknappheit in Exportländern? Welche Maßnahmen können auf Seiten der Politik und auf Seiten von Unternehmen getroffen werden, um der zunehmenden Wasserknappheit in wasserarmen Ländern entgegenzuwirken und das Bewusstsein für den indirekten Wasserverbrauch in der eigenen Bevölkerung zu stärken?

2. Bedeutung des Wassers als Ressource

Wasser ist die Grundvoraussetzung für unsere Existenz oder kurz gesagt: Ohne Wasser gibt es kein Leben. Das betrifft Menschen, Pflanzen sowie Tiere. Es ist wissenschaftlich belegt, dass jeder Mensch zu 50 bis 80 Prozent aus Wasser besteht. Wird ihm die Flüssigkeitszufuhr verwehrt, überlebt er gerade einmal vier Tage. Zum Vergleich: Ein Mensch kommt je nach Körpergewicht und Gesundheitszustand ungefähr 40 Tage ohne Nahrung aus. Täglich benötigt der Mensch mindestens 1,5 Liter Wasser, einen Verlust von mehr als einem Fünftel des Körpergewichts ist tödlich. Wasser ist aber nicht gleich Wasser. Man unterscheidet hierbei zwischen verschiedenen Arten:

- Salzwasser
- Süßwasser
- Oberflächenwasser
- Grundwasser
- Trinkwasser
- Brauchwasser
- verunreinigtes Wasser

2.1. Weltweite Wasservorkommen

71% unseres Planeten werden von Wasser bedeckt, das sind 1,65 Trilliarden Liter. Allerdings besteht 97,5 Prozent des weltweiten Wasservorkommens aus Salzwasser in den Meeren, welches als Trinkwasser und Bewässerungswasser nicht nutzbar ist. Bei den restlichen 2,5 Prozent handelt es sich Süßwasser, das in den Eisschichten von Nord- und Südpol und in den Gletschern gebunden ist. Die verbleibenden 30% befinden sich als großflächig verteilte Feuchte oder als Grundwasser im Boden bzw. liegen im Seen und Flüssen vor.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nur ein Prozent des Süßwassers und damit nur 0,007 Prozent des sich auf der Erde befindenden Wassers unmittelbar für Menschen nutzbar ist. (Vgl. Haas, Maria, 2005, „Mensch und Umwelt“).

Folgende Grafik verdeutlicht das Verhältnis zwischen Meerwasser und Süßwasser:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Wasser der Erde, Quelle: http//www.hydrogeografie.de/wasserkreislauf.html

2.2. Wasserbedarf weltweit

Sehr viele Regionen dieser Welt leiden unter massivem Wassermangel und eine Lösung dieses Problems ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: In vielen Ländern wird die Lage immer kritischer: „Die Konflikte um Wasserressourcen nehmen zu und zwar auch durch die wachsende Nachfrage nach Trinkwasser, aber auch durch die Nutzungsansprüche von Industrie und Landwirtschaft.“ (Vgl. S. Malz/ U. Scheele, 2011, S. 91).

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Weltbevölkerung verdoppelt, der Wasserverbrauch vervierfacht. Diese Entwicklung ist problematisch. Die Gründe hierfür beruhen in erster in der ungleichmäßigen regionalen Verteilung der nutzbaren Wasservorkommen. Laut des Weltwasserentwicklungsberichtes der Vereinten Nationen, haben derzeit etwa 1,2 Milliarden keinen Zugang zu einer adäquaten Wasserversorgung. (Vgl. S. Malz/ U. Scheele, 2011, S. 91).

Der Wasserverbrauch ist in den Haushalten der Nord- und Mittelamerikas mit 300 Litern täglich doppelt so hoch wie in Europa mit etwa 150 Litern. Doch am krassesten ist der Vergleich zu Entwicklungsländern, wie zum Beispiel Afrika - dort verbraucht ein Mensch nur 20 Liter pro Tag. Weltweit leiden derzeit etwa 30 Länder unter Wassermangel. In den nächsten drei Jahrzenten werden noch 40 weitere Länder dazu kommen. Eine dramatische Entwicklung. (Alles über Wasser, www.wasserwerk.at).

Der Trinkwasserbedarf eines Menschen liegt bei etwa mindestens 50 Litern pro Tag. Dieser Wert wurde von der Weltbank festgelegt. Per Definition leiden die Länder, die diesen Mindestwert nicht erreichen, unter chronischem Wassermangel. Davon betroffen sind vor allem Länder mit einem hohen Bevölkerungswachstum. (Vgl. Müller, Mario, 2007, S. 6-7).

Ein weiterer Aspekt verschärft die eben beschriebene Wasserproblematik: Neben einer Steigerung des direkten Wasserbedarfs werden zusätzlich Nahrungsmittel benötigt, für dessen Herstellung wiederrum Wasser verwendet wird und somit der Wasserverbrauch indirekt steigt. Hierbei handelt es sich um das sogenannte virtuelle Wasser, was im weiteren Verlauf der Arbeit noch ausführlich betrachtet werden soll. (Vgl. Müller, Mario, 2007, S. 6-7).

2.3. Wasserverbrauch in Deutschland

Im internationalen Vergleich gehört Deutschland neben Großbritannien und Dänemark zu den wassersparsamen Industrienationen. Seit 1990 ist eine ununterbrochene Abnahme des Trinkwasserverbrauchs in Deutschland festzustellen. Diese Entwicklung ist neben der zunehmenden Sensibilisierung, Wasser zu sparen, auch durch technische Neuerungen im Haushalt möglich geworden: Laut Statistischem Bundesamt lag der Tagesverbrauch im Jahr 2012 in Deutschland bei 122 Litern pro Person und war damit so niedrig wie noch nie. (www.nachhaltig-sein.info). Die Nationen mit dem höchsten Trinkwasserverbrauch pro Einwohner sind Australien mit ca. 500 Litern und die USA mit ca. 570 Litern am Tag.

Am meisten Wasser verbrauchen die Menschen im Bad beim Duschen, Waschen und durch das Nutzen der Toilettenspülung. Insgesamt handelt es sich hierbei um knapp 90 Liter, die im Badezimmer verbraucht werden. Dass sind knapp 70% des gesamten Trinkwasserverbrauchs eines Deutschen. Das Kochen, Essen und Trinken nimmt mit nur zwei Prozent eine vergleichsweise geringe Rolle ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Trinkwasserverwendung in Deutschen Privathaushalten 2012

Quelle: http://nachhaltig-sein.info/privatpersonen-nachhaltigkeit/der-pro-kopf-wasserverbrauch-in-deutschland-eine-ubersicht

„Soll die Entwicklung zur Schonung der Ressource „Wasser“ in Deutschland weiter vorangetrieben werden, müssen die verbrauchsintensiven Bereiche Körperpflege und Toilettenspüllung sparsamer werden. Insbesondere die Toilettenspülung ist für qualitativ hochwertiges Trinkwasser eine Verschwendung.“ (Oelmann, Mark, 2005, S. 13-14)

Das meiste Wasser wird jedoch nicht im Haushalt, sondern in unsichtbarer Form verbraucht, dem sogenannten „Virtuellen Wasser“.

3. Virtuelles Wasser und Wasser-Fußabdruck Deutschlands

3.1. Definition „Virtuelles Wasser“

„Unter virtuellem Wasser versteht man die Gesamtmenge an Wasser, die während des Herstellungsprozesses eines Produktes, Lebensmittels oder einer Dienstleistung verbraucht oder verschmutzt wird, oder die dabei verdunstet. Bei der Berechnung des virtuellen Wassergehaltes eines Produktes wird dabei jeder einzelne Schritt im Herstellungsprozess einbezogen.“ (Sonneberg, Chapagain, Geiger and August, 2009, S. 7).

Im Folgenden sollen verschiedene Beispiele den virtuellen Wasserverbrauch veranschaulichen. Hinter einem Kilogramm Rindfleisch verbergen sich durchschnittlich 15.500 Liter virtuelles Wasser. Dieser Wert kommt wie folgt zustande: Es dauert drei Jahre bis ein Rind schlachtreif ist und etwa 200 Kilogramm Fleisch liefert. Bis dahin hat es fast 1.300 Kilogramm Getreide und 7.200 Kilogramm Raufutter gefressen. Hinzu kommen ungefähr 24 Kubikmeter an Trinkwasser und 7 Kubikmeter Wasser für die Reinigung der Ställe und sonstige Dinge. Fasst man all dies zusammen, kommt folgendes dabei heraus: In jedem Kilogramm Rindfleisch stecken 6,5 Kilogramm Getreide, 36 Kilogramm Raufutter und 155 Liter Wasser. Nur für die Produktion der Futtermengen werden bereits 15.300 Liter Wasser verwendet. (Vgl. Sonneberg, Chapagain, Geiger and August, 2009, S. 7).

3.2. Das Konzept

Das Konzept des virtuellen Wassers lässt sich auf den britischen Wissenschaftler Jonh Antony Allan zurückführen. In den 1990ern Jahren entwickelte Anthony es als Hilfsmittel, um neue Lösungen für die zunehmende Wasserknappheit auf Erden und die damit eihergehenden drohenden Konflikte im Mittleren Osten zu finden. (Ebd.)

Im Folgenden soll dieses Konzept genauer erläutert werden. Im Allgemeinen lässt sich sagen, das Virtuelles Wasser aus drei Komponenten besteht: grünem, blauem und grauem Wasser.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Virtuelles Wasser. Inwiefern beeinflusst der indirekte Wasserverbrauch die Wasserknappheit in Exportländern?
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Interdisziplinärer Grundkurs (IGK) Kompakt
Note
Bestanden
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V358882
ISBN (eBook)
9783668439191
ISBN (Buch)
9783668439207
Dateigröße
1170 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Virtuelles Wasser. Inwiefern beeinflusst der indirekte Wasserverbrauch die Wasserknappheit in Exportländern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358882

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