Die SPD in der Weimarer Republik


Seminararbeit, 2003

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kurzbiographie der SPD

3. Die SPD unter dem Gesichtspunkt der Klassenpartei

4 Die SPD unter dem Gesichtspunkt der Volkspartei

5 Das Wählerpotential unter
5.1 den Angestellten
5.2 den Beamten
5.3 den Intellektuellen
5.4 den Bauern
5.5 den Professoren
5.6 den Unpolitischen
5.7 dem selbständigen Mittelstand
5.8 den Jugendlichen
5.9 Frauen

6 Das Wählerpotential in der Weimarer Republik im Überblick

7 Eine kurze Schilderung der Weiterentwicklung der SPD nach der Weimarer Republik

8 Zusammenfassung

Literatur- und Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Diese Hausarbeit befasst sich mit den Sozialdemokraten in der Weimarer Republik.

Am Anfang dieser Arbeit muss ich sagen, dass es mir zuerst sehr schwer gefallen ist Prioritäten zu setzten. Das Thema ist so umfassend, dass nicht alle Aspekte und Teilgebiete der Sozialdemokraten aufzuzeigen waren.

In der zweiten Fassung der Hausarbeit habe ich mich auf folgende zwei Themenkomplexe spezialisiert: die SPD als Klassen- und/oder Volkspartei; Hat die SPD den Wandel von der Klassen- zur Volkspartei wirklich geschafft? und das Wählerpotential der SPD; Welche Schichten wählen die SPD? Welche Interessen vertritt sie am meisten? Mit welchen Versprechen versucht sie andere Wählerschichten anzusprechen?. Ich habe mich für diese beiden Aspekte entschieden, da sie erstens meiner Meinung nach eine wichtige Bedeutung haben und mich zweitens auch persönlich sehr interessieren. Des weiteren schließen diese beiden Themenkomplexe auch die ins gesamte Entwicklung politischer Parteien mit ein und zeigen, in welche Richtung sich die Weimarer Republik entwickeln wird.

Zuerst gibt diese Arbeit einen kurzen Überblick über die Entstehung der SPD, damit der Ursprung der Sozialdemokraten deutlich wird.

Anschließend wende ich die beiden zuvor definierten Termini Klassen- und Volkspartei auf die Sozialdemokraten an, denn diese beiden Begriffe spielen in der SPD eine bedeutende Rolle.

Nun werde ich das Wählerpotential der SPD in verschiedene Gruppen aufsplitten und näher betrachten. Besonderen Wert lege ich dabei auf die Entwicklung in den einzelnen Wählerschichten während der Weimarer Republik. Mit einer kurzen Schilderung der Weiterentwicklung der SPD nach der Weimarer Republik endet diese Hausarbeit.

Der Forschungsstand über die SPD ist als relativ gut zu bewerten. Dies ist daran zu erkennen, dass es viele Bücher über diese Partei gibt, vor allem auch welche neueren Datums. Die Auslese jedoch ist mir nicht so leicht gefallen, aber am meisten habe mit den Monographien von Günter Könke und Benno Fischer, sowie mit dem Sammelband von Peter Lösche und Franz Walter, da sie gut strukturiert, verständlich und am besten zu meinem Themengebiet passten. Meine Quellenliteratur ist ein Teil eines Referates von Siegfried Anhäuser.

2 Kurzbiographie der SPD

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, deren Abkürzung SPD lautet, ist die älteste der bestehenden deutschen Parteien. Sie ist 1890 aus der Nachfolgeorganisation der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands, SAP, hervorgegangen. Diese wiederum hat ihren Ursprung in der 1875 vollzogenen Vereinigung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (Abk. ADAV), der 1863 von Ferdinand Lassalle, einem deutschen Politiker und Publizisten, gegründet wurde mit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (Abk. SDAP), die 1869 von Wilhelm Liebknecht und August Bebel gegründet wurde.[1]

3. Die SPD unter dem Gesichtspunkt der Klassenpartei

Allgemein bezeichnet dieser Begriff Klassenpartei, eine Partei, die aus Mitgliedern mit gleichen Merkmalen zusammengesetzt ist. Karl Marx entwickelte als erster eine Klassentheorie, die er zur Kennzeichnung jeder geschichtlichen Gesellschaftsform verwendete. Jede Gesellschaft ist für Marx, und für alle die, die auf seine Theorie aufbauen, wie Lenin, eine Klassengesellschaft und jeder Staat ein Klassenstaat. Gleichzeitig damit verbunden herrschte der Klassenkampf. Dieser war die unversöhnliche Auseinandersetzung zwischen einer jeweils „herrschenden“ Klasse und der von ihr „unterdrückten“ und „ausgebeuteten“ Klasse. Im Zuge dieser sich zur Revolution steigernden Auseinandersetzung übernimmt die gerade aufsteigende Klasse die Herrschaft im Staat und Gesellschaft.[2]

In der Vorgeschichte und der Anfangsphase der Weimarer Republik war die ausgebeutete Klasse, die der Arbeiterschaft und die herrschende Klasse war die der Wohlhabenden und Besitzenden.

Die SPD, die selbst aus der Vereinigung des „Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins“ mit der „Sozialdemokratischen Arbeiterpartei“ im Jahre 1876 hervorgegangen war, setzte sich in den folgenden Jahren in Aufbau und Programmatik richtungsweisend nicht nur für die deutschen Arbeiterparteien, sondern auch für die sozialistischen Arbeiterparteien in Österreich- Ungarn, Polen, Skandinavien, den Niederlanden und Belgien ein. Die Arbeiterschaft, nun vertreten durch die Sozialdemokraten, wollte die Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern. Aber gleichzeitig verbanden sie dieses Ziel damit, dieser gesellschaftlichen Gruppe mehr politische Rechte in Staat und Gesellschaft zu verschaffen. Richtete sich die Arbeiterbewegung zunächst nur auf die Beseitigung einzelner sozialer Missstände, so entwickelten sich schon früh Forderungen nach Umgestaltung der auf freier Nutzung des Kapitals beruhenden Wirtschafts- und Sozialordnung.[3]

Mitte der zwanziger Jahre versuchte der Nationalökonom und späterer Leiter der Statistischen Abteilung des ADGB Wladimir Woytinski die SPD vor einem fatalen Fehler zu bewahren. Woytinski meinte, dass die klassische sozialistische Erwartung von der stets wachsenden Industriearbeiterschaft, der unaufhörlich schrumpfenden Bourgeoisie und den verschwindenden Zwischenschichten von keinem Sozialdemokraten noch ernsthaft geglaubt wird; dennoch würde dieses Selbstverständnis in vielen Reden von Sozialdemokraten auftauchen. Diesen Irrglauben von der Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft und das Kräfteverhältnis der industriellen Arbeiter wollte er durch Statistiken beheben. So belegte er, dass der gesamte Anteil der Arbeiterschaft an der Bevölkerung nur etwa ein Fünftel ausmache. Dagegen wuchs jedoch der Anteil der Angestellten rapide an und die Zwischenschichten existierten weiterhin. Selbst einige Politiker aus dem linken Parteiflügel sprachen sich nicht mehr nur für die „rücksichtslose Vertretung proletarischer Interessen“ aus. Es wurde nun über Differenzierungs- und Ausdehnungsmöglichkeiten nachgedacht.[4]

An der Absicht, neue Schichten in die sozialdemokratischen Reihen zu führen, hielten die verantwortlichen Programmatiker unbeirrt fest. Auf dem Görlitzer Parteitag von 1921 argumentierten sie, dass man in einer Demokratie lebe, in der es um Mehrheiten gehe und die seien allein mit den Lohnarbeitern nicht herzustellen. Das Görlitzer Programm, dass von 1921- 1925 Bestand hatte und in Görlitz beschlossen worden war, enthielt die Revidierung des Erfurter Programms. Dieses Programm wies nun in der Tat über die industrielle Arbeiterschaft hinaus. Die Sozialdemokraten definierten sich nun als eine Partei des „arbeitenden Volkes in Stadt und Land“, welche die Zusammenfassung aller körperlich und geistig Schaffenden anstrebe. Es wurde nun an andere Schichten appelliert: diese waren die „kleinen und mittleren Besitzer“, die „Scharen geistiger Arbeiter, Beamter, Angestellter, Schriftsteller, Lehrer, Angehörige aller freien Berufe“.[5] Jedoch konnte sich die Partei von dem alten Programm nicht ganz lösen und sprach ebenfalls von proletarischem „Klassenkampf“ und wollte für die proletarischen Lebensbedingungen weiterkämpfen. Dies jedoch wollte sich die Mittelschicht nicht gefallen lassen. Somit fiel das schon bald erweitertet Programm nur etwas halbherzig aus, denn es reichte nicht aus nur die ideologischen Absperrungen einer Industriearbeiterbewegung aufzuheben.[6]

[...]


[1] Brockhaus- Enzyklopädie: in 24 Bd. -19., völlig neubearb. Auflage, Mannheim, 1993

[2] Encarta `1997 Enzyklopädie

[3] Kastning, Alfred: Die deutsche Sozialdemokratie zwischen Koalition und Opposition 1919- 1923, Paderborn 1970, Seite 69 f.

[4] Könke, Günter: Organisierter Kapitalismus, Sozialdemokratie und Staat. Eine Studie zur Ideologie der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik, Stuttgart 1987, Seite 211- 217

[5] Fischer, Benno: Theoriediskussion der SPD in der Weimarer Republik, Frankfurt am Main/ Bern, 1987, Seite 54- 68

[6] Könke,, Seite 42 ff.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die SPD in der Weimarer Republik
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Seminar
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V35889
ISBN (eBook)
9783638356749
ISBN (Buch)
9783640330294
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weimarer, Republik, Seminar
Arbeit zitieren
Merle Umnirski (Autor), 2003, Die SPD in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35889

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