"Biographische Nachrichten und Bemerkungen über sich selbst“. Eine syntaktische Fallstudie zu Autobiographien aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts


Masterarbeit, 2015

55 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Zielsetzung

2 Theoretische und methodische Grundlagen
2.1 Die schriftsprachliche Situation im 17. und 18. Jahrhundert auf syntaktischer Ebene
2.1.1 Das 17. Jahrhundert
2.1.2 Das 18. Jahrhundert
2.1.3 Zusammenfassung
2.2 Fragestellung
2.3 Methodik
2.4 Hypothesen
2.5 Erkenntnisinteresse und Erkenntniszuwachs

3 Zur Textsorte Autobiographie
3.1 Zur Definition und Gattung der Autobiographie
3.2 Autobiographisches Schreiben im 18. Jahrhundert

4 Korpus
4.1 Johann Jacob Moser (1768): Lebens=Geschichte Johann Jacob Mosers von ihme selbst beschriben
4.2 Johann Ernst Gotzkowsky (1768): Geschichte eines patriotischen Kaufmanns aus Berlin, Namens J. E. Gotzkofsky, von ihm selbst geschrieben
4.3 Johann Heinrich Jung-Stilling (1789): Henrich Stillings häusliches Leben. Eine wahrhafte Geschichte
4.4 Philipp Ernst Spieß (1794): Lebensumstände des weil. Wohlgebohrnen Herrn Philipp Ernst Spieß, Königl. Preußis. wirkl. von ihm eigenhändig verfaßt
4.5 Johann Samuel Fest (1797): Biographische Nachrichten und Bemerkungen über sich selbst
4.6 Zusammenfassung

5 Textanalyse
5.1 Der Ganzsatzumfang
5.2 Das Verhältnis von einfachen und zusammengesetzten Sätzen
5.3 Analyse der zusammengesetzten Sätze
5.3.1 Strukturelle Gliederung der Satzgefüge
5.3.2 Anzahl der Nebensätze
5.3.3 Abhängigkeitsgrade der Nebensätze
5.4 Textbeispiele
5.4.1 Das häufigste syntaktische Formulierungsmuster: Ein Hauptsatz mit ein bis zwei Nebensätzen
5.4.2 Einfachsätze
5.4.3 Besonders umfangreiche Satzgefüge
5.5 Zusammenfassung
5.6 Überprüfung der Hypothesen
5.7 Erklärungsansätze

6 Untersuchungsergebnis

7 Ausblick auf weitere Forschung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Differenzierung Autobiographie - Memoiren

Tabelle 2: Durchschnittliche Ganzsatzlänge

Tabelle 3: Verhältnis von einfachen und zusammengesetzten Sätzen

Tabelle 4: Strukturelle Gliederung der Satzgefüge

Tabelle 5: Anzahl der Nebensätze

Tabelle 6: Abhängigkeitsgrade der Nebensätze

Tabelle 7: Zusammenfassung der Ergebnisse

1 Einleitung

Der Titel dieser Arbeit impliziert zunächst zweierlei: Zum einen geht es um die Textsorte Autobiographie, zum anderen soll ebendiese anhand konkreter Einzeltexte auf bestimmte Phänomene in einem festgelegtem Zeitraum syntaktisch untersucht werden. Der folgende einleitende Teil bietet zunächst einen Überblick über Motivation, Aufbau und Zielsetzung dieser Arbeit.

1.1 Motivation

Durch eine im Bereich der Literaturwissenschaft angesiedelte Vorlesung zur Geschichte und Theorie der Autobiographie während meines Masterstudiums wurde mein Interesse für die Lebensbeschreibungen historischer Personen geweckt und die ersten Ideen für diese Arbeit geboren.

„Die eigene Lebensbeschreibung ist vielfach als geschichtliche Quelle angezweifelt worden, ihr Wert mag denn auch wirklich in Hinsicht auf die Tatsachen, welche sie übermittelt, zweifelhaft sein; unbezweifelbar ist ihr Wert als Zeugnis der Lebensstimmung einer Zeit, als Kundgabe der ungeschminkten Gefühle, Ansichten und Aussichten an einem bestimmten geschichtlichen Zeitpunkt. Die Selbstbiographie ist in dem, was sie sagt, wie in dem, was sie verschweigt, die deutlichste Spiegelung der letzten Einstellungen des Menschen zu seiner Umgebung, zu seiner Zeit, zu den sie beherrschenden Gedanken und Gefühlen.“1

Am Anfang stand die Suche nach geeigneten autobiographischen Texten. Dabei fiel auf, dass sich in der Forschungsliteratur - sowohl in der Theorie der Autobiographie als auch in konkreten Analysen zu einzelnen Werken - hauptsächlich mit den bekanntesten Autobiographien beschäftigt wird; dazu zählen in erster Linie Rousseaus Confessions (1782/89), Karl Philipp Moritz‘ Anton Reiser (1785-1790) und Goethes Dichtung und Wahrheit (1808-1831). Daher wurde sich in dieser Arbeit bewusst für heute weitestgehend unbekannte und wenig bis gar nicht behandelte Autoren von Autobiographien, die bis auf eine Ausnahme auch keine Schriftsteller waren, entschieden. Die Wahl fiel auf Johann Jacob Mosers Lebens=Geschichte Johann Jacob Mosers von ihme selbst beschriben (1768), Johann Ernst Gotzkowskys Geschichte eines patriotischen Kaufmanns aus Berlin, Namens J. E. Gotzkofsky, von ihm selbst geschrieben (1768), Johann Heinrich Jung-Stillings Henrich Stillings häusliches Leben. Eine wahrhafte Geschichte (1789), Philipp Ernst Spieß‘ Lebensumstände des weil. Wohlgebohrnen Herrn Philipp Ernst Spieß, Königl.

Preußis. wirkl. von ihm eigenhändig verfaßt (1794) und Johann Samuel Fests Biographische Nachrichten und Bemerkungenüber sich selbst (1797). Da sich mit Autobiographien vornehmlich literaturwissenschaftlich beschäftigt wurde, ist es interessant, auch den sprachwissenschaftlichen und -geschichtlichen Aspekt in den Fokus zu rücken, wozu diese Arbeit einen Beitrag leisten kann. Das 18. Jahrhundert ist dabei besonders von Interesse, weil es

„die Epoche [ist], in der das deutsche Schrifttum seine Reife erlangt und die die Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Sprache auf allen Gebieten des Denkens und des Schaffens ungewöhnlich steigert. Es entsteht die klassische deutsche Literatur und die klassische deutsche Philosophie. […]

Dies bedeutet, daß die Sprache jetzt über ein hochdifferenziertes System von Wörtern und von syntaktischen Formen verfügt. Aber diese Formen […] werden nicht neu geschaffen. Es ist vielmehr so, daß das 18. Jahrhundert eigentlich strukturell keine neue [sic] grammatischen Erscheinungen schafft. Aber die im Laufe von Jahrhunderten entwickelten Formen werden geordnet und vervollkommnet und die ihnen innewohnenden Potenzen zur vollen Entfaltung gebracht. In diesem Sinne kann man sagen, daß das 18. Jahrhundert nicht nur die deutsche klassische Literatur und Philosophie geschaffen hat, sondern auch die klassische deutsche Sprache."2

1.2 Aufbau der Arbeit

Vor der eigentlichen Textanalyse sind einige Vorüberlegungen und -arbeiten notwendig.

Daher wird zunächst mit einem theoretischen Kapitel begonnen, indem ein Überblick über die schriftsprachliche Situation im 17. Und 18. Jahrhundert gegeben wird. Dies stellt gleichzeitig einen Forschungsüberblick über die wichtigsten Arbeiten zur Syntaxgeschichte und -theorie sowie zu syntaktischen Einzelanalysen des betreffenden Zeitraums dar. Ebenso wird aus diesem Abschnitt hervorgehen, warum es zum Verständnis notwendig ist, das 17. Jahrhundert hier ebenfalls zu betrachten. Hieraus werden sich die konkreten Fragestellungen und Hypothesen für die syntaktische Analyse ergeben. Unter Syntax wird hier „ein Teilbereich der Grammatik [verstanden]. […] in den Bereich der Syntax [fällt] die Verbindung von Wörtern zu größeren Einheiten (griech. s ý ntaxis bedeutet wörtlich unter anderem ‚Zusammenstellung, (An-)Ordnung‘). Die Syntax befasst sich also mit der Beschreibung und Erklärung grammatischer Strukturen, die oberhalb der Wortebene liegen.“3

Daran anschließend folgt ein weiteres Theoriekapitel zur Textsorte Autobiographie. Da es wie bereits erwähnt vornehmlich literaturwissenschaftliche denn sprachwissen- schaftliche Forschungsliteratur zu diesem Thema gibt, muss in diesem Fall daran eine erste Orientierung stattfinden. Hierbei geht es darum, die Textsorte Autobiographie zu definieren (und gleichzeitig definitorische Probleme aufzuzeigen), sodass gesagt werden kann, dass es sich bei den ausgewählten Texten um Autobiographien handelt. Außerdem wird auf das autobiographische Schreiben speziell im 18. Jahrhundert eingegangen, da die Textsorte Autobiographie wie andere Textsorten auch stets einem geschichtlichen Wandel unterliegen und immer im Kontext der jeweiligen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Umstände betrachtet werden müssen. Im Anschluss daran wird das eigentliche Korpus beschrieben. Das heißt, für alle fünf Autobiographen wird ein biographischer Abriss gegeben, bei dem insbesondere auf den soziokulturellen- und Bildungshintergrund, den Beruf und die religiöse Einstellung eingegangen wird. Außerdem wird die jeweilige Autobiographie vorgestellt und thematisiert.

Nach dieser Vorarbeit kann die eigentliche Syntaxanalyse erfolgen. Hierbei werden alle ausgewählten Textabschnitte nach den aus Kapitel 2 ermittelten Fragestellungen hin untersucht, dargestellt und erläutert. Anschließend müssen dem Ergebnis entsprechend die aufgestellten Hypothesen überprüft und eine Erklärung hierfür gefunden werden.

1.3 Zielsetzung

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zunächst allgemeinsprachliche, textsorten- übergreifende Tendenzen der Syntax des 18. Jahrhunderts herauszuarbeiten und die Autobiographien anschließend auf diese ermittelten Tendenzen hin zu untersuchen.

„‘Unter Tendenzen sind allgemein zu beobachtende Veränderungen zu verstehen, die den Gegenstand der Veränderung direkt benennen, also die Richtung angeben, in der sich Sprachen gewöhnlich in Einzelbereichen oder insgesamt bewegen.‘ Bestimmende Merkmale des Tendenz-Begriffs sind Beobachtbarkeit, die Häufigkeit des Vorkommens und die Angabe einer zumeist globalen ‚Wandelrichtung‘. Verzichtet wird dabei auf die Formulierung von notwendig und immer geltenden Gesetzmäßigkeiten[.]“4

Dabei kann herausgefunden werden, ob die syntaktischen Muster in Autobiographien den allgemeinen Tendenzen der Zeit entsprechen oder ob sie spezifische, eigene Merkmale aufweisen. Außerdem ist zu schauen, wie sich die einzelnen Lebensbeschreibungen im Vergleich verhalten. Da es bisher keine vergleichbare Arbeit gibt, die Autobiographien in dieser Form untersucht hat, kann diese Arbeit hierzu einen Beitrag leisten. Sie schließt sich damit einer ganzen Reihe syntaktischer Einzelfallstudien aus dem 18. Jahrhundert an, die zusammengenommen ein Bild des damals vorherrschenden syntaktischen Schriftsprachgebrauchs geben.

2 Theoretische und methodische Grundlagen

Das folgende Kapitel bietet zunächst einen Überblick über die Forschungslage zur Syntax im 17. und 18. Jahrhundert, um damit einhergehend allgemeine Tendenzen und Phänomene jener Zeit herauszuarbeiten. Dabei werden die für diese Arbeit relevanten Ergebnisse anderer Analysen zusammenfassend dargestellt. Diese dienen dann im weiteren Verlauf als Basis und Vergleichsgrundlage meiner Analyse. Hierbei wird auf verschiedene Phänomene der Syntax eingegangen, die allerdings nicht im kompletten Umfang in der Analyse berücksichtigt werden können5. In einem Überblick über die Entwicklungstendenzen jener Zeit dürfen sie jedoch nicht fehlen. Daraus folgernd kann die für diese Arbeit leitende Fragestellung samt Methodik, Hypothesen und Erkenntnisinteresse herausgearbeitet werden.

2.1 Die schriftsprachliche Situation im 17. und 18. Jahrhundert auf syntaktischer Ebene

Das 17. und 18. Jahrhundert stellt in der Sprachgeschichte des Deutschen, besonders was die Schriftsprache betrifft, einen sehr wichtigen Zeitraum dar. Es fanden diverse Umbrüche und Veränderungen statt, sodass man feststellen kann, dass sich am Ende des 18. Jahrhunderts das, was wir heute als Literatursprache oder Standardsprache bezeichnen, etabliert hat.6

Dementsprechend gibt es eine ganze Reihe linguistischer Beschreibungen und Unter- suchungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Zielsetzungen zu diesem Zeitraum. Im Teilgebiet der Syntax haben sich insbesondere folgende Forschungen als richtungweisend herausgestellt: Die Arbeiten von WLADIMIR ADMONI7, RAINER HÜNECKE8, MAREK KONOPKA9 und ANNE BETTEN10, außerdem die zusammen- fassenden und einen Überblick bietenden Werke von PETER VON POLENZ11 und ROBERT PETER EBERT12.

Das 17. und 18. Jahrhundert wird jeweils einzeln behandelt. Das hat den Grund, dass entweder gegensätzliche Tendenzen bzw. Entwicklungen anzutreffen sind oder dass Phänomene des 17. Jahrhunderts im 18. Jahrhundert weiterentwickelt, ausgebaut oder etabliert werden. Dies ist auch gleichzeitig die Begründung dafür, warum das 17. Jahrhundert in einer Arbeit zu Texten aus der Zeit von 1750-1800 Berücksichtigung finden muss: Bestimmte Erscheinungen sind nur aus dem sprachgeschichtlichen Kontext vorheriger Entwicklungen nachzuvollziehen.

Im Forschungsüberblick wird sich zeigen, dass einzelne Analysen mitunter zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen. In den Unterkapiteln zum 17. und 18. Jahrhundert werden die Ergebnisse zunächst dargestellt, eine mögliche Erklärung zu divergierenden Ergebnissen erfolgt im zusammenfassenden Kapitel.

Im Folgenden werden die Ergebnisse einzelner Analysen teilweise eingeteilt in die soziofunktionalen Gruppen Berufsschreiber, Berufsbegleitende Schreiber und Gelegenheitsschreiber, welche wie folgt definiert sind:

„Berufsschreiber sind jene, deren berufliche Tätigkeit fast ausschließlich oder doch überwiegend mit Hilfe schriftlicher Kommunikationsformen erfolgt. Diese Gruppe umfasst sowohl die Berufsgruppe der Schreiber / scriptori als auch solche Berufsgruppen, deren Berufsausübung überwiegend mit dem Medium der Schriftlichkeit, nicht aber mit körperlicher Arbeit verbunden ist. Berufsbegleitende Schreiber sind jene, deren körperliche berufliche Tätigkeit durch schriftliche Kommunikation ergänzt bzw. begleitet wird. […] Die dritte Gruppe bilden die Gelegenheitsschreiber. Das sind Personen, die nur selten schriftlich kommunizieren. Sie wählen Schriftlichkeit nur, wenn mündliche Kommunikationsformen situativ nicht möglich sind.“13

2.1.1 Das 17. Jahrhundert

Auf syntaktischer Ebene fanden im 17. Jahrhundert die wichtigsten Veränderungen statt im Bereich des Gebrauchs von Satzgefügen und Nebensätzen, im Ausbau der Substantivgruppe, damit einhergehend ein Wachstum der Ganzsatzlänge und nicht zuletzt in der Ausbildung des so genannten Satzrahmens, welcher durch die Stellung der finiten Verbform (Zweitstellung bei Hauptsätzen und Endstellung bei Nebensätzen) gebildet wird.

Im 17. Jahrhundert lässt sich eine enorme Zunahme in der durchschnittlichen Länge des Ganzsatzes und des Elementarsatzes beobachten. ADMONI sieht diese Entwicklung als eine „Notwendigkeit, in einigen Gattungen der Literatursprache dieser Zeit (Urkunden, theologisch-philosophische Prosa usw.) in immer größeren Ausmaßen einen komplizierten und mannigfach gegliederten Denkinhalt wiederzugeben. […] Diese Aufgabe kann aber auf verschiedene Weise gelöst werden. Es besteht die Möglichkeit, die Form des zusammengesetzten Satzes mächtig auszubauen, vor allem die Hypotaxe. Aber es besteht auch die Möglichkeit, die Aufnahmefähigkeit der allen parataktischen und hypotaktischen Konstruktionen zugrundeliegenden Satzform zu erhöhen, die in ihren wesentlichen Zügen mit dem einfachen, alleinstehenden, selbstständigen Satz zusammenfällt und die ich mit dem Ausdruck ‚Elementarsatz’ bezeichne.“14

Der Elementarsatz ist bei ADMONI ein wichtiger und immer wieder anzutreffender Terminus15. Jedem Elementarsatz liegt einer der von ADMONI aufgestellten 12 logisch- grammatischen Satztypen zugrunde16 und muss mindestens aus einem Subjekt und einem Prädikat bestehen. Dieser obligatorische Kern des Elementarsatzes kann durch fakultative Glieder - z.B. Ausbau der Substantivgruppe - erweitert werden und so zu einem Wachstum des Ganzsatzes führen. Neben dem Ausbau des einzelnen Elementarsatzes kann auch die Anzahl der Elementarsätze insgesamt in einem Satz erhöht werden.

In ADMONIS Analysen finden sich folgende durchschnittliche Elementarsatzlängen:17 Im Roman ist der geringste Wert bei Weise mit 8,43 Wortformen zu finden, der höchste bei Lohenstein mit 13,82, wobei der Durchschnitt ungefähr bei 8,5 bis 9 liegt. Die Traktate liegen bei 9,9 (Wolf) bis 12,21 (Schottel), mit einer Durchschnittslänge von 10,8. In den Reisebeschreibungen liegt der Wert zwischen 9,38 (Kiechel) und 11,28 (Olearius). Alle analysierten Textsorten zusammengenommen kann man also von einer durchschnittlichen Elementarsatzlänge von 9,96 Wortformen sprechen.

ADMONIS Analysen ergeben, dass ein Ganzsatz in den von ihm untersuchten Traktaten durchschnittlich 5 Elementarsätze enthält18. Kritisch wäre hier anzumerken, dass ADMONI in seiner Beschreibung zwischen der Länge des Ganzsatzes und des Elementarsatzes hin und her springt und für einige Textsorten diese, für andere jene Werte angibt. So fehlt auch hier die durchschnittliche Anzahl der Elementarsätze in anderen Textsorten. Da in dieser Analyse aber der Ganzsatz und nicht der Elementarsatz im Vordergrund steht, sollen diese Werte hier genügen.

Das Satzgefüge wird im 17. Jahrhundert zum Ausdruck komplexer Gedankeninhalte stark ausgebaut. Es finden sich mitunter Ganzsätze riesigen Umfangs, deren Länge vornehmlich auf dem Gebrauch vieler verschachtelter, voneinander in verschiedenen Abhängigkeitsverhältnissen stehenden Nebensätzen basiert.19

Der Gebrauch und das Verhältnis hypotaktischer und parataktischer Konstruktionen variiert je nach Textsorte, Autor, Bildungsstand etc. Im Allgemeinen lässt sich jedoch eine deutliche Zunahme hypotaktischer Konstruktionen erkennen.20 Bei HÜNECKE stehen Einfach- und zusammengesetzter Satz beispielsweise im Verhältnis 1 zu 7; ein Satz enthält sogar 15 Nebensätze, am häufigsten treten jedoch 2 oder 3 Nebensätze auf.21

Das Substantiv wird im 17. Jahrhundert vermehrt durch kongruierende, oft mehrgliederige Attribute erweitert. Dies stellt eine weitere Möglichkeit dar, komplizierte syntaktische Beziehungen auszudrücken. Außerdem ist es ein Mittel zur Verhinderung der Bildung von noch mehr - der ohnehin schon zahlreich vorhandenen

- hypotaktischen Konstruktionen.22 „Hauptmittel für den Ausdruck eines komplizierten Gedankengehalts in der strukturell eng zusammenhängenden Form [bleibt im 17. Jahrhundert jedoch] das Satzgefüge.“23 Die Substantivgruppe enthält in ADMONIS analysierten Texten 3,34 bis 4,09 Wortformen24.

ADMONI stellt bezüglich der Länge des Ganzsatzes erhebliche Schwankungen fest; sie liegt bei 24,69 (Schupp) bis 117,85 (Ehri) Wortformen. Diese Schwankungen sind einerseits in gattungsspezifischen Merkmalen begründet; andererseits finden sich aber auch innerhalb einer literarischen Gattung merkliche Unterschiede, was ADMONI in den unterschiedlichen individuellen Stilen der jeweiligen Autoren begründet.

Allgemein lässt sich die Tendenz feststellen, dass Texte, die eher nähesprachlich konzipiert sind, kürzere Ganzsätze aufweisen.25

2.1.2 Das 18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert spielen auf syntaktischer Ebene jene Komponenten eine Rolle, wie sie bereits für das 17. Jahrhundert beschrieben wurden; im Folgenden werden sie ebenso dargestellt und verglichen.

ADMONI sieht als Ergebnis der Entwicklungen am Ende des 18. Jahrhunderts „die Schaffung eines ausgewogenen Ganzsatzes, der nicht nur intonationsmäßig harmonisch wirkt, sondern auch strukturell-syntaktisch, durch die Beziehungen des Ganzsatzes zu den Elementarsätzen, eine harmonische und dabei biegsame Einheit bildet.“26

Vor allem ist dies in der Abschwächung extremer Erscheinungen (das betrifft vornehmlich den Gebrauch hypotaktischer Konstruktionen und die Verminderung der Ganzsatzlänge) begründet27. Dabei ist jedoch zu betonen, dass im 18. Jahrhundert keine neuen grammatischen Phänomene geschaffen werden, sondern dass Entwicklungen vorheriger Jahrhunderte hier ihren Abschluss finden28.

Die Länge der Elementarsätze hat ADMONI in Reisebeschreibungen und Romanen untersucht.29 In den Reisebeschreibungen liegt sie bei 8,45 bis 9,7 Wortformen, bei Romanen schwankt sie stärker und liegt zwischen 8,07 (Gellert) und 13,62 (Goethe). Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Elementarsatzlänge von 9,96, was exakt dem Wert des 17. Jahrhunderts entspricht.

HÜNECKES Analyse von Reiseberichten aus dem Bereich Bergbau (1785/86) ergab durchschnittlich 11,0 (Bericht) bis 11,1 (Tagebuch) Wortformen pro Elementarsatz.30 Bei ADMONIS Analysen aus dem 17. Und 18. Jahrhundert tritt insgesamt also keine signifikante Veränderung auf; HÜNECKES Wert liegt etwas darüber und deutet eine leichte Steigerung der Elementarsatzlänge an.

Bei ADMONI liegt die Anzahl der Elementarsätze zwischen 1,88 (Gellert) und 3,41 (Kant), was einem Durchschnitt von 2,65 entspricht. Die durchschnittliche Anzahl der Elementarsätze nimmt im Vergleich zum 17. Jahrhundert (hier lag sie bei 5) also deutlich ab.31

Ebenjene Analyse von HÜNECKE ergab eine durchschnittliche Anzahl von 1,1 bis 1,2 Elementarsätzen (Tagebücher) und 1,7 (Berichte) pro Ganzsatz.32

Tendenziell wird nach ADMONI mit Ausnahme der Kanzleisprache das Satzgefüge im Vergleich zum 17. Jahrhundert gemäßigter gebraucht33. Es werden weniger hypotaktische Konstruktionen verwendet, sodass z.B. in ADMONIS Analysen die Nebensätze 1. Grades mehr als zwei Drittel aller Nebensätze ausmachen34. In den analysierten Tagebucheinträgen von HÜNECKE sind Einfachsätze vorherrschend, in den Berichten halten sich Einfachsatz und Satzgefüge ungefähr die Waage. Dabei gibt es höchstens 5 Nebensätze mit einer Abhängigkeit 5. Grades, am häufigsten treten jedoch 1 bis 2 Nebensätze mit ebendiesem Abhängigkeitsgrad auf.35 Eine weitere Analyse von HÜNECKE aus dem Bereich des Bergbaus ergibt jedoch ein anderes Ergebnis:36 Die analysierten Texte bestehen Anfang des 18. Jahrhunderts zu 80,2% aus Einfachsätzen, in der Mitte des Jahrhunderts zu 56,6% und am Ende zu 63,5%; dementsprechend sind Satzgefüge zu 19,8%, 43,4% und 36,5% vorhanden. Die untersuchten Texte stammen von Berufsschreibern und Berufsbegleitenden Schreibern, diese verhalten sich jedoch völlig unterschiedlich: Bei den Berufsschreibern sinkt der Gebrauch von Satzgefügen von 78,9% Anfang des Jahrhunderts über 69,5% (Mitte) auf 41,0% am Ende des Jahrhunderts, was der gängigen Forschungsmeinung entspricht. Die Berufsbegleitenden Schreiber jedoch gebrauchen Satzgefüge zu 14,8% (Anfang), über 42,4% (Mitte) bis zu 35,0% (Ende des Jahrhunderts); der Wert wird also mehr als verdoppelt. Erkennen lässt sich hier, dass sich die Unterschiede zwischen Berufs- und Berufsbegleitenden Schreibern zum Ende des Jahrhunderts angleichen, was in diesem Fall in Bezug auf den Gebrauch syntaktischer Formulierungsmuster für eine Annäherung der soziofunktionalen Gruppen spricht.

Die Substantivgruppe wächst im 18. Jahrhundert tendenziell noch weiter an, was eine Entlastung der Hypotaxe darstellt. In den meisten Fällen übersteigt sie 4 Wortformen; der niedrigste Wert findet sich bei Schreiben mit 2,37, der höchste bei Goethe mit 5,46.37

Wie bereits im 17. Jahrhundert gibt es auch im 18. Jahrhundert erhebliche Schwankungen in der Ganzsatzlänge, dennoch nimmt die Durchschnittslänge erheblich ab: Sie schwankt zwischen 15,18 und 58,83 Wortformen (beide Werte von Gellert) und liegt bei ADMONI bei durchschnittlich 30 Wortformen pro Ganzsatz.38 In HÜNECKES Analyse enthält ein Ganzsatz durchschnittlich 13,0 Wörter (Tagebuch) bzw. 18,9 in den Berichten.39

Eine andere Analyse von HÜNECKE ergab, dass ADMONIS ermittelter Durchschnitts- wert von 30 Wortformen pro Ganzsatz nicht uneingeschränkt gilt40: Es wurde zwar im Durchschnitt ein Ganzsatzumfang von 32,17 Wörtern ermittelt, bei näherer Betrachtung ergibt sich jedoch, dass dieser nur - alle Schreibergruppen zusammengenommen - Mitte des 18. Jahrhunderts zutrifft, bzw. bei Einteilung in die einzelnen Schreibergruppen auf Berufsbegleitende Schreiber Ende des 18. Jahrhunderts zutrifft. HÜNECKE teilt seine Ergebnisse in Anfang, Mitte und Ende des 18. Jahrhunderts ein, dabei stellt sich heraus, dass die durchschnittliche Ganzsatzlänge nicht - wie sonst in der Forschung mehrheitlich dargestellt - im Laufe des 18. Jahrhunderts abnimmt, sondern zunimmt, in diesem Fall von 22,85 zu 42,80 Wortformen.41

2.1.3 Zusammenfassung

Im Vorherigen wurde auf die durchschnittliche Länge und die Anzahl der Elementarsätze, den Gebrauch hypotaktischer Konstruktionen, die Substantivgruppe und die durchschnittliche Ganzsatzlänge eingegangen. Zusammenfassend lassen sich folgende Ergebnisse festhalten:

Der Elementarsatz bleibt bei ADMONI ungefähr gleich lang, bei HÜNECKE liegt die Durchschnittslänge im 18. Jahrhundert etwas darüber. Die Anzahl der Elementarsätze nimmt deutlich ab. Der Umfang der Substantivgruppe nimmt im Durchschnitt ein wenig zu.

Im Bereich des Gebrauchs von Satzgefügen und der durchschnittlichen Ganzsatzlänge führen die Analysen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Generell lässt sich im 18. Jahrhundert eine Abnahme hypotaktischer Konstruktionen beobachten, sodass im Durchschnitt 1 bis 2 Nebensätze pro Ganzsatz auftreten, die im Abhängigkeitsverhältnis 1. oder 2. Grades stehen. Es zeigte sich aber auch, dass diese Tendenz vornehmlich auf die Gruppe der Berufsschreiber zutrifft. Die Berufsbegleitenden Schreiber benutzen Anfang des 18. Jahrhunderts noch vorwiegend Einfachsätze und verdoppelten im Laufe des Jahrhunderts den Gebrauch von Satzgefügen. Zu Anfang des Jahrhunderts unterscheiden sich beide Schreibergruppen in der Wahl ihrer syntaktischen Mittel relativ stark voneinander, am Ende des Jahrhunderts haben sie sich angenähert.

Die durchschnittliche Ganzsatzlänge variierte sowohl im 17. als auch im 18. Jahrhundert je nach Autor, Textsorte, Kommunikationssituation etc. stark, im Durchschnitt nimmt sie aber ab. ADMONI ermittelte für das 18. Jahrhundert einen Wert von rund 30 Wortformen pro Ganzsatz. Auch hier divergieren die Analyseergebnisse von HÜNECKE: In den untersuchten Berichten und Tagebüchern ist der Ganzsatz im Durchschnitt wesentlich kürzer. In einer anderen Analyse stimmt zwar der Durchschnittswert von 30 überein, jedoch nicht bei näherer Betrachtung (Differenzierung in Schreibergruppen und Einteilung in Anfang, Mitte und Ende des 18. Jahrhunderts). Interessant ist hier, dass der Umfang des Ganzsatzes im Laufe des Jahrhunderts sogar zunimmt.

Erklären lassen sich diese Unterschiede auf unterschiedlichen Ebenen: Zum einen wurden von ADMONI weitestgehend Wortkunstwerke untersucht, die Texte von HÜNECKE stammen aus dem Bereich Bergbau und Verwaltung.42 Die Differenz ist also funktional-kommunikativ der jeweiligen Textsorte entsprechend zu begründen. Zum anderen ergab sich, dass die verschiedenen Schreibegruppen sich mitunter gegensätzlich verhalten.

[...]


1 Mahrholz, Werner (1919): Der Wert der Selbstbiographie als geschichtliche Quelle. In: Niggl (Hg.): Die Autobiographie. Zu Form und Geschichte einer literarischen Gattung. S. 72.

2 Admoni, Wladimir (1990): Historische Syntax des Deutschen. S. 202.

3 Fleischer, Jürg; Schallert, Oliver (2011): Historische Syntax des Deutschen. Eine Einführung. S. 21; vgl. Dürscheid, Christa (2012): Syntax. Grundlagen und Theorien. S. 11.

4 Wolff, Gerhart (2009): Deutsche Sprachgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. S. 136. Binnenzitat aus Boretzky, Norbert (1977): Einführung in die historische Linguistik. S. 181; Fett- und Kursivdruck im Original.

5 Das betrifft die Substantivgruppe, den Elementarsatz und den Satzrahmen.

6 Vgl. Admoni (1990): S. 202.

7 Vgl. Admoni, Wladimir (1967): Der Umfang und die Gestaltungsmittel des Satzes in der deutschen Literatursprache bis zum Ende des 18. Jhs.; - (1970): Der deutsche Sprachbau; - (1972): Die Entwicklung des Ganzsatzes und seines Wortbestandes in der deutschen Literatursprache bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts; - (1990): Historische Syntax des Deutschen.

8 Vgl. Hünecke (1997): Der auf den Hartz abgeschickten Kunst=Steiger Seyfert und Bergarbeiter Dietrich eingesendete Tagebücher undübrigen Aufsätze (1785). Eine syntaktische Fallstudie; - (2004): Syntax; - (2006): Soziofunktionale Variation in der Syntax des 18. Jahrhunderts; - (2010): Möglichkeiten und Grenzen einer diskursbasierten Syntaxforschung - dargestellt an einer Studie zur Syntax des 18. Jahrhunderts.

9 Vgl. Konopka, Marek (1996): Strittige Erscheinungen der deutschen Syntax im 18. Jahrhundert.

10 Vgl. Betten, Anne (1987): Grundzüge der Prosasyntax. Stilprägende Entwicklungen vom Althochdeutschen zum Neuhochdeutschen.

11 Vgl. von Polenz, Peter (1994): Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Band II: 17. und 18. Jahrhundert.

12 Vgl. Ebert, Robert Peter (1978): Historische Syntax des Deutschen.

13 Hünecke (2006): S. 150.

14 Admoni (1967): S. 149.

15 Vgl. zur Definition: Admoni (1967): S. 149/150; Admoni (1972): S. 243/244; Admoni (1990): S. 4/5; Ebert: S. 33/34.

16 Vgl. Admoni (1970): S. 230-242.

17 Vgl. Admoni (1967): S. 162-164.

18 Vgl. Admoni (1990): S. 198-200.

19 Vgl. Admoni (1967): S. 168/169.

20 Vgl. Frühneuhochdeutsche Grammatik: S. 483/484; Hünecke (2004): S. 118/119.

21 Vgl. Hünecke (2004): S. 130/131 und 133.

22 Vgl. Admoni (1990): S. 189/190; Ebert: S. 49/50.

23 Admoni (1990): S. 193; Vgl. Hünecke (2004): S. 121/122.

24 Vgl. Admoni (1967): S. 172/173.

25 Vgl. Admoni (1972): S. 246-248; Konopka: S. 18.

26 Admoni (1990): S. 204.

27 Vgl. ebenda.

28 Vgl. Admoni (1990): S. 202 und 204.

29 Vgl. Admoni (1967): S. 164/165.

30 Vgl. Hünecke (1997): 196/197.

31 Vgl. Admoni (1990): S. 211/212.

32 Vgl. Hünecke (1997): 196/197.

33 Vgl. Admoni (1990): S. 211/212.

34 Vgl. Admoni (1967): S. 169.

35 Vgl. Hünecke (1997): S. 191-193.

36 Vgl. Hünecke (2010): S 996-998.

37 Vgl. Admoni (1967): S. 173/174 und Admoni (1990): S. 210/211.

38 Vgl. Admoni (1972): S. 248/249; Admoni (1990): S. 212; Konopka: S. 18/19.

39 Vgl. Hünecke (1997): S. 196/197.

40 Vgl. Hünecke (2006).

41 Dabei verhalten sich die einzelnen Schreibergruppen jedoch völlig unterschiedlich, vgl. ebenda. 11

42 Vgl. Hünecke (2006): S. 149.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
"Biographische Nachrichten und Bemerkungen über sich selbst“. Eine syntaktische Fallstudie zu Autobiographien aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
55
Katalognummer
V358896
ISBN (eBook)
9783668435810
ISBN (Buch)
9783668435827
Dateigröße
721 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Autobiographie, Sprachgeschichte, Germanistik, Deutsch, Syntax
Arbeit zitieren
M.A. Marina Bierbrauer (Autor), 2015, "Biographische Nachrichten und Bemerkungen über sich selbst“. Eine syntaktische Fallstudie zu Autobiographien aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358896

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