Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

Antike Stoffe im deutschen Mittelalter. Die Neuakzentuierung der Sage von Pyramus und Thisbe

Title: Antike Stoffe im deutschen Mittelalter. Die Neuakzentuierung der Sage von Pyramus und Thisbe

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 29 Pages

Autor:in: Nadine Fischer (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die tragische Liebe von Pyramus und Thisbe gehört zu den beliebtesten Stoffen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Mehr noch als Übersetzungen finden sich zahlreiche Anspielungen und Motiventlehnungen aus der ovidischen Sage. Doch wie lässt sich der antike heidnische Stoff, insbesondere mit Blick auf den zweifachen Selbstmord am Ende der Geschichte, in das christliche Mittelalter überführen? Es ist davon auszugehen, dass die Überführung in einen so andersartigen kulturellen Kontext nicht gänzlich ohne Probleme vorgenommen werden kann. Die Verfasser werden den antiken Stoff vermutlich völlig neu akzentuieren und auslegen müssen, um den Bruch des Fünften Gebotes zu legitimieren.

Um diese Hypothese zu überprüfen, soll im Folgenden zunächst einmal die deutsche Übersetzung des Ausgangstextes von Ovid analysiert und anschließend komparatistisch mit einer mittelalterlichen Adaptation verglichen werden. Hierfür wird stellvertretend für die Abwandlungen im christlichen Mittelalter das Märe eines unbekannten Verfassers herangezogen, das deutliche Ähnlichkeiten mit dem zugrundeliegenden Text von Ovid aufweist, weshalb Unterschiede mehr ins Auge fallen und somit für eine vergleichende Interpretation fruchtbarer gemacht werden können, als bei einer bloßen Anspielung auf die Sage. Innerhalb eines knappen Exkurses soll anschließend noch die Verwendung des Stoffes in der Frühen Neuzeit beleuchtet werden, da sich der Fokus auf die Sage von Pyramus und Thisbe in dieser Periode erneut deutlich verschoben hat.

Aufgrund der interessanten Auslegung wurde für die kurze Analyse die Bearbeitung durch Johannes Spreng ausgewählt. Im Fazit sollen die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit schließlich noch einmal zusammengefasst und überprüft werden, inwiefern sich die Ausgangshypothese bewahrheitet hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ANTIKER STOFF: DIE SAGE BEI OVID

3. ABWANDLUNG DER SAGE IM SPÄTMITTELALTER: DAS MÄRE

4. EXKURS IN DIE FRÜHE NEUZEIT: ADAPTATION DER SAGE DURCH JOHANNES SPRENG

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die diachrone Transformation der antiken Pyramus-und-Thisbe-Sage von Ovid über das spätmittelalterliche Märe bis hin zur frühneuzeitlichen Adaptation von Johannes Spreng, wobei der Fokus auf der jeweils spezifischen kulturellen Neuakzentuierung und der Legitimierung des Liebestodes liegt.

  • Vergleichende Analyse der Rezeptionsgeschichte antiker Stoffe
  • Die Darstellung von Liebesverbot und Liebestod in verschiedenen Epochen
  • Einfluss christlicher Wertvorstellungen auf heidnische Erzählstoffe
  • Funktion von Erzählstrukturen und rhetorischen Mitteln (z.B. Parenthesen)
  • Die Rolle der Elternautorität und die Demonstration der Macht der Minne

Auszug aus dem Buch

2. Antiker Stoff: Die Sage bei Ovid

Bei Ovid umfasst die Sage von Pyramus und Thisbe 111 Hexameter. Sie wird in eine Rahmenerzählung eingebettet und somit auf der intradiegetischen Ebene präsentiert. Die Töchter des Minyas weigern sich, an den Festivitäten zu Ehren des Bacchus teilzunehmen und huldigen lieber Minerva, indem sie weben und einander dabei zum Zeitvertreib Geschichten erzählen. Eine der Schwestern überlegt, welche der zahlreichen ihr bekannten Mythen sie zum Besten geben soll, und entscheidet sich für die „wenig bekannt[e]“ Sage „von dem Baume, der weiße | Früchte getragen, doch schwarze jetzt trägt, von Blut übergossen“ (OM, 1971, S. 120, V. 51-52). Das Ende der Geschichte wird damit vorweggenommen und der Fokus nicht auf die Charaktere, sondern vielmehr auf die Metamorphose des Maulbeerbaumes gelegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie der antike, heidnische Stoff des zweifachen Selbstmords von Pyramus und Thisbe in den christlich geprägten Kontext des Mittelalters und der Frühen Neuzeit überführt und dabei neu akzentuiert wurde.

2. ANTIKER STOFF: DIE SAGE BEI OVID: Dieses Kapitel analysiert das Original bei Ovid, wobei insbesondere die rhetorische Gestaltung, die Rolle der Väter und die humorvollen Aspekte im Kontext der antiken Metamorphosendichtung beleuchtet werden.

3. ABWANDLUNG DER SAGE IM SPÄTMITTELALTER: DAS MÄRE: Es wird untersucht, wie der anonyme Autor des Märe den Stoff auf 488 Verse ausdehnt und durch Motive wie Kinderminne und höfische Tugenden eine „Demonstration der Macht der Liebe“ erschafft.

4. EXKURS IN DIE FRÜHE NEUZEIT: ADAPTATION DER SAGE DURCH JOHANNES SPRENG: Das Kapitel betrachtet die frühneuzeitliche Bearbeitung durch Johannes Spreng, die den Stoff vornehmlich moralisiert, allegorisiert und die Beziehung der Liebenden negativ gegenüber einer christlichen Ehe bewertet.

5. FAZIT: Das Fazit fasst die Transformationen zusammen und stellt fest, dass sich der Fokus der Erzählung im Laufe der Zeit durch die Anpassung an jeweils andersartige kulturelle Systeme drastisch verschoben hat.

Schlüsselwörter

Pyramus und Thisbe, Ovid, Metamorphosen, Mittelalter, Märe, Frühe Neuzeit, Johannes Spreng, Minne, Liebestod, Rezeptionsgeschichte, Antikerezeption, Literaturwissenschaft, Allegorese, Motivgeschichte, Kulturtransfer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die literarische Adaption der antiken Sage von Pyramus und Thisbe durch verschiedene Epochen hindurch.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Themen sind die Veränderung moralischer Wertungen, die Darstellung höfischer und christlicher Ideale sowie die Interpretation von Liebesverboten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es zu zeigen, wie ein heidnischer Stoff durch kulturelle Transformationen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit jeweils neu legitimiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine komparatistische Textanalyse angewandt, die den antiken Ausgangstext mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Adaptionen vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Ovids Metamorphosen, das spätmittelalterliche Märe und die moralisierende Bearbeitung durch Johannes Spreng analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Pyramus und Thisbe, Rezeptionsgeschichte, Liebestod, Minne und kultureller Wandel.

Wie unterscheidet sich die mittelalterliche Sicht auf den Liebestod von der antiken?

Während bei Ovid der Fokus auf der Metamorphose liegt, stilisieren mittelalterliche Autoren das Geschehen zur höfischen Passionsgeschichte, um den Bruch des Fünften Gebotes durch Mitleid und göttliche Gnade zu legitimieren.

Warum spielt der Teufel bei Johannes Spreng eine so zentrale Rolle?

Spreng nutzt die Figur des Teufels im Rahmen seiner allegorisierenden Auslegung, um vor Abweichungen vom christlichen Ehestand zu warnen und die Liebesbeziehung der beiden Protagonisten als sündhaft darzustellen.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Antike Stoffe im deutschen Mittelalter. Die Neuakzentuierung der Sage von Pyramus und Thisbe
College
LMU Munich
Author
Nadine Fischer (Author)
Publication Year
2017
Pages
29
Catalog Number
V358948
ISBN (eBook)
9783668433458
ISBN (Book)
9783668433465
Language
German
Tags
Ovid Metamorphosen Pyramus Thisbe Mittelalter Antike Mediäviatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Fischer (Author), 2017, Antike Stoffe im deutschen Mittelalter. Die Neuakzentuierung der Sage von Pyramus und Thisbe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358948
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint