Besonders lohnenswert für eine nähere Betrachtung in Goethes Römischen Elegien ist das Verhältnis von Kunst und Natur, von Liebesakt und Inspiration und die daraus resultierende dichterische Produktivität, kurzum das Verhältnis von Amor und den Musen.
Besonders ergiebig für die Untersuchung sind dabei die Römischen Elegien V, XIII, XV und XX. In ihnen kommen diese Relationen besonders gut zum Ausdruck. Doch wann hat die sexuelle Erfüllung Auswirkungen auf die Dichtung? Sind diese positiv oder negativ? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um eine begünstigende Wirkung zu gewährleisten?
Diese Fragen sollen im Folgenden mit Hilfe einer genauen Betrachtung der einzelnen Elegien beantwortet werden. Die Fünfte Römische Elegie veranschaulicht dabei insbesondere das Verhältnis von Tag und Nacht, von Bildung und sexueller Erfüllung, von Sehen und Fühlen und inwiefern das Verständnis theoretischer Werke durch das praktische Studium an der Geliebten beeinflusst wird. In der Dreizehnten Römischen Elegie haben Amor und die Musen ein sehr konträres Verhältnis, und obwohl Amor reichlich Inspiration liefert, ist Dichtung trotzdem nicht möglich. Die Fünfzehnte Römische Elegie gestaltet sich als äußerst produktiver Zeitvertreib während des Wartens auf die gemeinsame Liebesnacht. Die Zwanzigste Römische Elegie bringt schließlich erstmals die Verschwiegenheit ins Spiel und thematisiert deren Verhältnis zu Amor und den Musen. Und obwohl diese vier Elegien auf den ersten Blick recht unterschiedlich scheinen, haben sie doch alle etwas gemeinsam.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Römische Elegie V
- Römische Elegie XIII
- Römische Elegie XV
- Römische Elegie XX
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht das Verhältnis von Amor und den Musen in Goethes Römischen Elegien. Der Fokus liegt dabei auf den Elegien V, XIII, XV und XX, in denen die Wechselwirkung von Liebe, Inspiration und dichterischer Produktivität besonders deutlich wird. Die Arbeit analysiert, wie sich sexuelle Erfüllung auf die Dichtung auswirkt, ob diese Auswirkungen positiv oder negativ sind und welche Voraussetzungen für eine positive Wirkung gegeben sein müssen.
- Die Beziehung zwischen Kunst und Natur
- Die Rolle von Liebesakt und Inspiration
- Die Verbindung von sexueller Erfüllung und dichterischer Produktivität
- Die Bedeutung von Tag und Nacht für die Inspiration
- Die Bedeutung von Sehen und Fühlen für die künstlerische Inspiration
Zusammenfassung der Kapitel
Die fünfte Römische Elegie schildert die Beziehung zwischen der sinnlichen Inspiration durch die Geliebte und dem Studium alter Werke. Die Elegie zeichnet ein Bild von der Einheit von Tag und Nacht, Bildung und sexueller Erfüllung sowie Sehen und Fühlen. Es wird gezeigt, wie die praktische Erfahrung mit der Geliebten das Verständnis theoretischer Werke beeinflusst. Die dreizehnte Elegie hingegen zeigt ein konträres Verhältnis zwischen Amor und den Musen, wobei die Liebe reichlich Inspiration liefert, aber die Dichtung trotzdem nicht möglich ist. Die fünfzehnte Elegie erweist sich als ein äußerst produktiver Zeitvertreib während des Wartens auf die gemeinsame Liebesnacht. In der zwanzigsten Elegie wird schließlich das Thema der Verschwiegenheit in Bezug auf Amor und die Musen erörtert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den zentralen Themen der Römischen Elegien, insbesondere mit der Wechselwirkung von Liebe, Kunst, Inspiration und dichterischer Produktivität. Wichtige Begriffe sind Amor, Musen, sexuelle Erfüllung, Inspiration, Dichtung, Tag und Nacht, Sehen und Fühlen, Bildung, Kunst und Natur.
Häufig gestellte Fragen
Worauf fokussiert sich die Analyse von Goethes „Römischen Elegien“?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Kunst und Natur sowie die Wechselwirkung zwischen Liebeserfahrung (Amor) und dichterischer Inspiration (Musen).
Wie beeinflusst die sexuelle Erfüllung Goethes Dichtung in der 5. Elegie?
Goethe beschreibt hier, wie das „praktische Studium“ am Körper der Geliebten das Verständnis für die antike Kunst und Theorie vertieft – Sehen und Fühlen werden eins.
Was ist das Problem in der 13. Römischen Elegie?
In dieser Elegie stehen Amor und die Musen in einem konträren Verhältnis: Obwohl die Liebe Inspiration liefert, ist das eigentliche Dichten aufgrund der überwältigenden Leidenschaft kaum möglich.
Welche Rolle spielt die Verschwiegenheit in der 20. Elegie?
Die Verschwiegenheit wird als notwendige Bedingung für das Verhältnis zwischen Amor und den Musen eingeführt, um das intime Erleben vor der profanen Außenwelt zu schützen.
Sind die Auswirkungen der Liebe auf die Dichtung immer positiv?
Nicht zwingend. Die Arbeit zeigt, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die sexuelle Erfüllung die Produktivität begünstigt, statt sie durch reine Ablenkung zu hemmen.
- Arbeit zitieren
- Nadine Fischer (Autor:in), 2015, Das Verhältnis von Amor und den Musen in Goethes "Römischen Elegien", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358950