Die Literaturarbeit zielt darauf ab, dass die SuS im kommenden Schuljahr der Klassenstufe neun, ein selbst gewähltes und gelesenes Buch möglichst ansprechend und interessant der Klasse präsentieren. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die gelesene Literatur vertieft werden kann, werden im Unterricht einige Arbeitsweise, die literarische Texte eröffnen, erprobt.
Die gemeinsame Literaturarbeit orientiert sich an einigen Textausschnitten des im Jahr 2011 erschienene Jugendromans „Asphalt Tribute“, welche im Deutschschulbuch Doppelklick 4 zu finden sind. Es erzählt die Geschichte von einer Gruppe von acht Jugendlichen, welche auf der Straße von New York City täglich um das Überleben kämpfen. Jeder der acht hat sein eigenes hartes Schicksal zu tragen, dass von Drogenkonsum und Prostitution geprägt ist. Die Gruppe sieht sich selbst als kleine Familie und es herrscht eine gewisse Fürsorge um einander. Im täglichen Kampf um ein besseres Leben und der Konfrontation mit dem Gesetz rutschen die acht immerweiter ab. Lediglich eine der acht schafft es, sich eine Option zu eröffnen, welche sie von der Straße holen könnte. Wie die Geschichte ausgeht, bleibt ein Geheimnis.
Die packende, schockierende Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und kann in vergleichbarer Weise täglich in vielen Städten miterlebt werden. Es handelt sich hierbei um ungefähr die selbe Altersgruppe, wie die der SuS aus der 8. Klasse. Dadurch kann eine erste Betroffenheit erzeugt werden. Außerdem behandelt der Roman Themen, wie sie in der Jugend aufkommen. Das selbstständig Sein wollen und das Treffen eigener Entscheidungen schafft eine gute Korrelation und einen Lebensweltbezug. Des weiteren können sich die Jugendlichen mit den verschiedenen Charakteren der Figuren des Buchen identifizieren, da sich diese auch in der Identitätsfindung befinden und damit beschäftigt sind, ein eigenes Leben,
weitestgehend unabhängig von den Eltern zu führen. Hierbei werden die daraus resultierenden Schwierigkeiten dargestellt und viele negativ Beispiele angeführt.
Inhaltsverzeichnis
Ausgangslage des Unterrichts
Sachanalyse
Literatur
Literarische Sozialisation
Didaktische Analyse
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
Didaktische Reduktion
Kreative Literaturarbeit
Bildungsplanbezug
Methodische Analyse
Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Unterrichtssequenz zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler durch handlungs- und produktionsorientierte Verfahren dazu zu befähigen, sich intensiv mit literarischen Figuren und deren Lebenswelten auseinanderzusetzen, um so die Lesemotivation zu steigern und ein vertieftes Textverständnis zu fördern.
- Vermittlung von Methoden zur produktiven Textarbeit
- Vertiefung der Empathiefähigkeit durch Perspektivwechsel
- Förderung der Identitätsfindung durch Identifikation mit Romanfiguren
- Kreative Auseinandersetzung mit der Lektüre durch Tagebuchschreiben
- Anbindung an den Bildungsplan im Bereich der kreativen Schreibkompetenz
Auszug aus dem Buch
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
Ein handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht unterscheidet sich von traditionellen analytischen Verfahren dadurch, dass das Umgestalten, Ergänzen oder Umsetzen von Texten in andere Medien, eine umfangreiche Erweiterung des Unterrichts stattfindet.
Seit den 80er Jahren werden folgende Begriffe, auf Unterrichtsmethoden bezogen, angesprochen und definiert:
handlungsorientiert: durch praktisches, selbsttätiges Handeln und aktiven Gebrauch der Sinne, bestimmter Umgang mit Texten (z. B. bildlich-illustrativ, musikalisch, darstellend, spielerisch), kognitive, sinnhafte und affektive Zugänge sollen miteinander verknüpft werden (ganzheitlicher Ansatz).
produktionsorientiert: produktives Erzeugen von Texten, Textteilen oder -varianten.
Bei einem Literaturunterricht geht es primär um das Textverstehen. Im Sinne des Handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts wird der Sinn des Textes vom Leser mitgeschaffen, was seinerseits durch das Sinnsystem des Lesenden, seine intellektuelle und emotionale Disposition und Imagination geprägt wird. Der Text wird dabei von manchen Didakten als dynamisches Gebilde verstanden, das von verschiedenen Bedeutungssträngen durchzogen ist, oder gar als Konstrukt des Lesers selbst.
Zusammenfassung der Kapitel
Ausgangslage des Unterrichts: Vorstellung des Rahmens und der Motivation für die Behandlung des Jugendromans in der 8. Klasse.
Sachanalyse: Theoretische Auseinandersetzung mit den Funktionen von Literatur und dem Prozess der literarischen Sozialisation.
Didaktische Analyse: Begründung des handlungs- und produktionsorientierten Ansatzes sowie Erläuterung der didaktischen Reduktion und des Bildungsplanbezugs.
Methodische Analyse: Detaillierte Beschreibung der geplanten Unterrichtsschritte und der methodischen Herangehensweise an die kreative Schreibaufgabe.
Reflexion: Kritische Nachbetrachtung des Unterrichtsverlaufs, der erzielten Ergebnisse und der Wirksamkeit der gewählten Methoden.
Schlüsselwörter
Literaturunterricht, Handlungs- und Produktionsorientierung, Kreatives Schreiben, Tagebuch, Lesemotivation, Textverstehen, Literaturdidaktik, Perspektivwechsel, Identitätsfindung, Jugendliche, Schülerselbsttätigkeit, Empathie, Bildungsplan, Textarbeit, Literarische Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem detaillierten Unterrichtsentwurf für den Deutschunterricht in Klasse 8, bei dem durch kreative Schreibaufgaben die Auseinandersetzung mit einem Jugendroman gefördert wird.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder sind die literarische Sozialisation, die methodische Vielfalt im Literaturunterricht und die Förderung von Empathie und Textverständnis durch schüleraktive Produktionen.
Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Unterrichtsreihe?
Das Hauptziel ist es, die Schülerinnen und Schüler zu motivieren, sich in literarische Figuren hineinzuversetzen und durch das eigene Verfassen von Texten, wie etwa Tagebucheinträgen, eine tiefere Beziehung zum Gelesenen aufzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird das Konzept des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts angewandt, welches Textverstehen als aktiven Konstruktionsprozess des Lesers begreift.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Ausarbeitung im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der literarischen Rezeption sowie die praktische Umsetzung kreativer Schreibmethoden, um Schülern den Zugang zu komplexen jugendthematischen Texten zu erleichtern.
Welche Schlüsselbegriffe definieren den Kern dieser Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Handlungs- und Produktionsorientierung, Kreatives Schreiben, Textverstehen und die Förderung der literarischen Kompetenz.
Warum wurde ausgerechnet die Form des Tagebuchschreibens als kreative Methode gewählt?
Die Autorin wählte das Tagebuch, weil es den Schülerinnen und Schülern erlaubt, ihre Empathie zu nutzen und sich in der Ich-Perspektive der Romanfigur mit deren Gefühlen und der Lebenssituation auseinanderzusetzen.
Welche Schwierigkeiten traten laut Reflexion bei der Durchführung auf?
In der Reflexion wird erwähnt, dass es zunächst Unklarheiten über das Genre gab – konkret über die Unterscheidung zwischen einem Tagebucheintrag und Memoiren –, die jedoch im Verlauf der Stunde geklärt werden konnten.
- Arbeit zitieren
- Ilona Goedel (Autor:in), 2015, Verfassen eines Tagebucheintrags anhand des Jugendromans "Asphalt Tribute". Literaturarbeit mit einer 8. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358955