Das Internet ist aus unserem Alltag mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Es besteht die Möglichkeit, sich überall und zu jeder Zeit mittels weniger Clicks über das aktuelle Geschehen zu informieren. Jeder kann selbst Beiträge ins Netz stellen und für die Allgemeinheit zugänglich machen. Diese technischen Innovationen sind natürlich auch an den deutschen Politikern nicht spurlos vorbeigegangen und werden auch innerhalb von Parteien vielseitig verwendet. Doch was hat das eigentlich für eine Auswirkung auf die politische Öffentlichkeit und letztlich auch auf unsere Demokratie?
Um diese Frage zu beantworten, wird einerseits die Sichtweise derer dargestellt, die im Internet eine neue Agora der politischen Öffentlichkeit sehen und andererseits die Argumente derer aufgeführt, die eine Apokalypse unserer Demokratie durch das World Wide Web prophezeien. Hierfür soll zunächst einmal die herkömmliche Definition beider Begriffe geklärt und anschließend ihre Bedeutung auf das Internet übertragen werden. Im dritten Kapitel sollen dann zum einen begünstigende Faktoren des Internets für die politische Willensbildung der Bürger genannt werden, wie auch problematische Eigenschaften, die eine Politikverdrossenheit hervorrufen können. Darauf folgen dann konkrete Ansichten, die eine Agora der politischen Öffentlichkeit favorisieren, aufgeteilt auf die Nutzerebene einerseits und die Politikerebene andererseits. Nach demselben Prinzip werden dann auch Argumente folgen, die für eine Apokalypse durch das Internet sprechen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ursprüngliche Begriffsdefinition
2.1 Agora
2.2 Apokalypse
3 Übertragung der Begriffe auf das Internet
3.1 Agora
3.2 Apokalypse
4 Allgemeine Eigenschaften des Internets
4.1 Begünstigende Faktoren für die politische Öffentlichkeit
4.1.1 Aktivität
4.1.2 Publizität
4.1.3 Aktualität
4.1.4 Authentizität
4.1.5 Multimedialität
4.1.6 Transparenz (und Originalität)
4.1.7 Vielfalt
4.1.8 Zugänglichkeit
4.2 Benachteiligende Faktoren für die politische Öffentlichkeit
4.2.1 Sorgfaltspflicht
4.2.2 Journalistische Unabhängigkeit
4.2.3 Beziehung zu Onlinenutzern
4.2.4 Transparenzregel
5 Das Internet als Agora der politischen Öffentlichkeit
5.1 Nutzerebene
5.2 Politikerebene
6 Das Internet als Apokalypse der politischen Öffentlichkeit
6.1 Nutzerebene
6.2 Politikerebene
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Internets auf die politische Öffentlichkeit und die Demokratie. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob das Internet als neue Agora (demokratischer Diskursraum) fungiert oder als Apokalypse (Fragmentierung und Destabilisierung) zu betrachten ist.
- Gegenüberstellung von Chancen und Risiken digitaler Partizipation.
- Analyse der Eigenschaften des Internets (z.B. Interaktivität, Transparenz, Aktualität).
- Differenzierung der Auswirkungen auf Nutzer- und Politikerebene.
- Bewertung von E-Demokratie-Konzepten und Politik 2.0.
- Diskussion über journalistische Qualität, Sorgfaltspflicht und Filterproblematiken.
Auszug aus dem Buch
3.2 Apokalypse
„Auf der anderen Seite stehen die pessimistischen Warner, die im Internet nicht die Agora, sondern die Apokalypse der politischen Öffentlichkeit sehen. Sie sagen voraus, dass im Internet der Medienkonsum übermäßig individualisiert wird. Ein Verlust an kollektiver Orientierung im Informations-Dschungel, so argumentieren sie, werde der politischen Diskussion die wichtige Basis eines geteilten Grundwissens entziehen. Nicht eine Stärkung der Demokratie, sondern eine Fragmentierung der Öffentlichkeit in voneinander isolierte und kaum noch kooperationsfähige Segmente werde die Folge sein“ (Friedrichsen und Kohn, 2013, 2015, S.4).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage hinsichtlich der Auswirkungen des Internets auf die politische Öffentlichkeit und die Demokratie.
2 Ursprüngliche Begriffsdefinition: Definition der historischen Agora und des Begriffs Apokalypse zur theoretischen Fundierung.
3 Übertragung der Begriffe auf das Internet: Anwendung der beiden gegensätzlichen Metaphern auf den digitalen Raum.
4 Allgemeine Eigenschaften des Internets: Analyse sowohl begünstigender als auch benachteiligender Faktoren für die politische Kommunikation.
5 Das Internet als Agora der politischen Öffentlichkeit: Detaillierte Betrachtung der Potenziale für Partizipation auf Nutzer- und Politikerebene.
6 Das Internet als Apokalypse der politischen Öffentlichkeit: Untersuchung der Gefahren, wie Polarisierung, Desinformation und Rufschädigung.
7 Fazit: Synthese der Argumente mit dem Ergebnis, dass das Internet als Tendenzverstärker wirkt, der bestehende demokratische Herausforderungen eher verschärft.
Schlüsselwörter
Internet, politische Öffentlichkeit, Demokratie, E-Demokratie, Agora, Apokalypse, Partizipation, Politik 2.0, Onlinejournalismus, Interaktivität, Transparenz, Sorgfaltspflicht, Meinungsbildung, Digitalisierung, Nutzerbeteiligung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Rolle des Internets im Kontext der politischen Öffentlichkeit und hinterfragt dessen Einfluss auf die demokratische Kultur.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Chancen digitaler Teilhabe, die Qualität von Online-Informationen, die veränderten Bedingungen für Politiker sowie die Risiken durch Filterblasen und mangelnde Selektion.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob das Internet die Demokratie stärkt (Agora) oder durch Fragmentierung und Destabilisierung gefährdet (Apokalypse).
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien zur digitalen Politikvermittlung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Interneteigenschaften sowie die spezifische Betrachtung der Agora- und Apokalypse-Perspektiven, jeweils getrennt nach Nutzer- und Politikerebene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Partizipation, Demokratie, Internet, öffentliche Meinung und politische Kommunikation.
Wie bewertet die Autorin die Rolle von „Shitstorms“?
Die Arbeit betrachtet diese als Symptom für die Degeneration der politischen Öffentlichkeit, da sie die sachliche Auseinandersetzung durch Aggressivität und Beleidigungen ersetzen.
Welche Rolle spielt die „Sorgfaltspflicht“ für Online-Journalisten?
Aufgrund der Beständigkeit und Flüchtigkeit digitaler Informationen wird die Sorgfaltspflicht als entscheidendes, aber oft unzureichend umgesetztes Qualitätsmerkmal identifiziert.
- Quote paper
- Nadine Fischer (Author), 2015, Internet. Agora oder Apokalypse der politischen Öffentlichkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/358960