Die textgebundene Erörterung in Vorbereitung auf das Abitur

Für eine 11. Klasse, Gymnasium


Unterrichtsentwurf, 2017
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Unterrichtsvoraussetzungen

2. Unterrichtszusammenhang

3. Sachanalyse

4. Didaktische Analyse

5. Methodische Konsequenzen

6. Hauptkompetenzen

7. Verlaufsskizze

8. Literaturverzeichnis

9. Materialien

1. Unterrichtsvoraussetzungen

Die SuS besuchen die elfte Klasse eines Gymnasiums in Baden-Württemberg. Die Klasse besteht aus 30 SuS im Alter von 16 bis 19. Die Arbeitsatmosphäre in der Klasse ist sehr harmonisch. Es gibt selten Streitigkeiten oder Unruhe im Unterricht. Das Leistungsniveau der Klasse ist generell sehr hoch. Die SuS besitzen eine sehr schnelle Auffassungsgabe. Im Bereich der Erörterung und der Struktur von Argumenten besitzt die Klasse die Vorkenntnisse aus der Mittelstufe.

2. Unterrichtszusammenhang

Das Thema textgebundene Erörterung soll wiederholt werden. Da die SuS das Thema in der Mittelstufe bereits ausreichend durchgegangen sind, werde ich mit ihnen hauptsächlich ehemalige Abituraufgaben wiederholen. Dazu habe ich neun Unterrichtsstunden eingeplant. In der ersten Unterrichtsstunde werde ich mit den SuS die wesentlichen Merkmale einer textgebundenen Erörterung wiederholen, d.h.wie ein schlüssiges Argument aufgebaut ist und wie man dieses als Pro und Contra Argument einordnet. Ich werde mit ihnen einen ehemaligen Abiturtext von Evelyn Finger erarbeiten. In der zweiten Stunde möchte ich den SuS mit Hilfe eines Arbeitsblattes Hilfestellungen geben, welche Formulierungen man unterstützend für eine gute Erörterung verwenden kann und sie in einer Doppelstunde selbst eine Erörterung schreiben lassen und sie anschließend einsammeln. In der vierten Stunde werde ich die Erörterungen, die die SuS zuvor geschrieben haben besprechen und mit ihnen ihre Schwierigkeiten und häufigsten Fehler durchgehen und erklären, wie man diese Vermeiden kann. In der Folgestunde werden die SuS in einer Doppelstunde einen neuen Erörterungstext bekommen und diesen in Gruppenarbeit erarbeiten und die wesentlichen Merkmale der Argumentationsstruktur der Autorin vorstellen. In der siebten und achten Stunde werden die SuS noch einmal die Möglichkeit bekommen, hauptsächlich das Schreiben von Erörterungen üben, um ihr Wissen zu festigen. Ich werde die Texte einsammeln, um ihnen konstruktives Feedback geben zu können. Zum Abschluss unserer Unterrichtseinheit freie Erörterung sollen die SuS jeweils in der neunten Stunde in Gruppenarbeit ein kurzes Plakat für ihre Mitschüler/innen entwerfen, mit DO's und DONT's für eine textgebundene Erörterung. Die Plakate werden anschließend im Klassenzimmer aufgehängt, um das gewonnene Wissen visuell abzuspeichern.

3. Sachanalyse

Es gibt zwei Arten von Erörterungen, die freie und die textgebundene. Beide verfolgen das Ziel sich mit einem bestimmten Sachverhalt kritisch auseinanderzusetzen. Man lernt seine eigene Position zu stärken und andere Meinungen kritisch zu hinterfragen und darüber zu reflektieren. Dies kann im realen Leben von großer Bedeutung sein, denn nur so lernt man, für sich selbst einzustehen.

Der wesentliche Unterschied zwischen einer freien und einer textgebundenen Erörterung besteht darin, dass sich die textgebundene Erörterung, wie der Name schon impliziert, auf einen Text bezieht. Dies kann entweder ein literarischer Text oder ein Sachtext sein. Freie Erörterungen werden entweder linear oder dialektisch geschrieben. Linear bedeutet, dass sowohl die pro als auch die contra Seite beleuchtet wird. Bei der dialektischen Erörterung wird entweder die pro oder die contra Seite dargestellt. Bei textgebundenen Erörterungen hingegen, wird kritisch Stellung bezogen, also nur eine Position dargestellt.

Der Aufbau einer textgebundenen Erörterung unterscheidet sich nicht wesentlich von dem einer freien Erörterung. In der Einleitung gilt es jedoch zu beachten, den Titel des Textes, den Autor, das Veröffentlichungsdatum sowie die Textart einzuführen. Auch ist es sinnvoll, die Intention des Autors darzustellen, damit der Leser schon einen ersten Einblick in dessen Argumentationsstruktur bekommt.

Im Hauptteil sollte man sich auf eine position festlegen und Argumente für seine eigene Position anführen. Ein gutes Argument besteht aus einer Behauptung, einer Begründung und einem Beweis für die Behauptung. Ein Beispiel für ein schlüssiges Argument wäre:

Behauptung: Rauchen sollte verboten werden.

Begründung:Rauchen ist ungesund.

Beweis: Viele Menschen sterben jährlich an Lungenkrebs.

Die ist ein typisches Pro Argument. Das stärkste Argument für den eigenen Standpunkt sollte immer am Ende stehen. Dies basiert auf dem Prinzip des menschlichen Erinnerungsvermögens. Das letzte Ereignis bleibt einem besonders gut im Gedächtnis, während die Erinnerung an das Erste mit der Zeit schwächer wird.

Am Schluss fasst man die Ergebnisse noch einmal kurz zusammen und zieht ein Fazit. Wenn möglich, kann man zusätzlich einen Ausblick geben. Der Einfachheit halber, kann man bestimmte Formulierungen wie beispielsweiseabschließend, zu Beginn, weiterhinverwenden, um einzelne Abschnitte hervorzuheben oder näher zu erläutern.

Man kann die einzelnen Abschnitte durch bestimmte Formulierungen wie beispielsweiseabschließend, zu Beginn, weiterhinhervorheben.

Es gilt zu beachten, dass man den Text, auf den sich die Erörterung stützt gründlich lesen sollte und die wichtigsten Elemente unterstreichen soll. Es bietet sich an, den Text mehrmals zu lesen, ähnlich wie beim hermeneutischen Zirkel, um ein fundiertes Vorwissen zu erhalten. Bevor man persönlich Stellung bezieht, kann man sich mittels einer Mind Map Gedanken zu dem Thema machen, um so seine Position zu finden und leichter Argumente zu sammeln.

4. Didaktische Analyse

Ich habe mich für das Thema textgebundene Erörterung entschieden, da die SuS viele neue Sachverhalte lernen können. Die Sus lernen sich mit einer Problemstellung auseinander zu setzen und ihren eigenen Standpunkt zu vertreten und gleichzeitig offen für andere Sichtweisen zu sein. Die textgebundene Erörterung hilft ihnen dabei ein gutes und schlüssiges Argument formulieren zu können, welches ihre These unterstützt. Dies ist eine notwendige Voraussetzung für strukturiertes Arbeiten, da sie nun in der Lage sind, logisch an eine Problemstellung heranzutreten.

Aus meiner persönlichen Erfahrung, welche ich mir in vielen Nachhilfestunden angeeignet habe, weiß ich, dass es den SuS besonders schwerfällt, die Texte zu verstehen und ihre persönliche Erörterung zu strukurieren. Oftmals schneiden sie das Thema nur oberflächlich an und gehen dann sofort zum nächsten Punkt über. Es kann aber auch passieren, dass die SuS in ihren Texten springen und an späterer Stelle einen Gedanken wieder aufgreifen. Dies führt leider zur sehr unübersichtlichen Texten. Ein weiteres Problem im Umgang mit der Thematik textgebundene Erörterung ist es, ein aussagekräftiges Argument zu formulieren, vor allem, wenn man nicht der Meinung des Autors ist. Oftmals sind die Einwände zu schwach und in sich nicht schlüssig.

Als Lehrer muss man diesen Problemen und Schwierigkeiten entgegenkommen. Dazu ist es wichtig, mit den SuS viele Erörterungen zu schreiben, um so ihre Fehler erkennen zu können. Um ihnen das Textverständnis zu erleichtern, kann man sie mit dem hermeneutischen Zirkel vertraut machen, hierbei lernen sie, ihr Vorwissen durch neues Wissen über den Text zu erweitern. Bildliche Veranschaulichungen und Beispiele erleichtern es den SuS einen Text zu verstehen. Ebenso helfen verschiedene Methoden den SuS das Gelernte besser zu verinnerlichen. Auch wenn es sich um eine Oberstufe handelt, ist es wichtig, das Thema so einfach wie möglich zu gestalten und die SuS nicht mit Komplexitäten zu überfordern.

Am Ende dieser Unterrichtsstunde sollen die SuS in der Lage sein, eigene Argumente zu formulieren und kritisch Stellung zu nehmen.

5. Methodische Konsequenzen

Um die SuS nicht mit zu vielen Methoden zu überfordern, habe ich mich auf zwei Methoden beschränkt. Die von mir ausgewählten Methoden sind die Einpunktfrage und das Schreibgespräch. In der Einstiegsphase habe ich mich dazu entschlossen, die Hauptaussage Evelyn Fingers an die Tafel zu schreiben: „Arbeit kann auch Spaß machen.“[1]Die SuS sollen nun mit Hilfe der Einpunktfrage dazu Stellung beziehen. Diese Methode habe ich ausgewählt, um ein Meinungsbild zu diesem Thema zu erheben und in das Kernproblem des Textes einzuführen. Der Ablauf ist wie folgt: Zunächst wird die Tafel skaliert. Jeder SuS erhält einen Punkt und soll sich zuvor entscheiden ob er Fingers Aussage eher zustimmt oder sie ablehnt. Anschließend soll jeder SuS seinen Punkt setzen. Die Häufungen liefern ein aktuelles Stimmungsbild, mit dem man gut arbeiten kann. Beispielsweise kann man die SuS fragen, weshalb sie der Aussage zustimmen oder auch nicht und somit die SuS gut an den Text heranführen.

In der Erarbeitungsphase 2 lasse ich die SuS ein Placemat entwickeln. Diese Methode erlaubt es den SuS zum einen ihren Gedankengang zu entwickeln und ihn anschließend mit Hilfe der Gruppe weiterzuführen.. Nachdem die SuS nun die Kernaussagen der Autorin herausgearbeitet haben, sollen sie kritisch darüber reflektieren. Die SuS bekommen sie ein Papier, auf dem für jeden SuS eine Spalte ist, um seine Meinung aufzuschreiben. Anschließend diskutieren die Mitglieder der Gruppe ihre Meinungen und entscheiden gemeinsam, ob sie den Argumenten der Autorin zustimmen oder ablehnen. Ihre Erkenntnisse schreiben sie in die Mitte des Blattes und stellen es anschließend im Plenum vor.

Ich habe ausschließlich kooperative Lernmethoden verwendet, da ich es wichtig finden, das gegenseitige Miteinander zu fördern. Zudem kann sich jeder SuS individuell in die Gruppe miteinbringen und ihnen eröffnen sich neue Perspektiven.

6. Hauptkompetenzen

Die SuS können „komplexe Fragestellungen erfassen und Problemfelder erschließen“[2]

Die SuS sollen in der Lage sein, „Norm- und Wertvorstellungen reflektieren und sich ein begründetes Urteil bilden.[3]

Die Sus sollen lernen, „mit Techniken und Formen des Argumentierens und Erörterns selbstständig umgehen“.[4]

Zudem sollen sie „erörternde Schreibformen verwenden (die nicht textgebundene Erörterung, die textgebundene Erörterung, auch produktionsorientiert, die literarische Erörterung)..“[5]

Die SuS können „eine präzise und adäquate Begrifflichkeit verwenden.“[6]

Teilkompetenzen

Die Sus sollen lernen, sachlich zu argumentieren. Zudem sollen sie in der Lage sein sich kritisch mit einem Standpunkt auseinanderzusetzen.

7. Verlaufsskizze

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

8. Literaturverzeichnis

Finger, Evely: Ich habe auch Spaß! Elektronische Ressource: http://www.zeit.de/2012/45/arbeit-freizeit-spass (22.10.16).

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Bildungsstandards für Deutsch Gymnasium Klassen 6,8,10, Kursstufe. 2004.

[...]


[1]Finger, Evely: Ich habe auch Spaß! Elektronische Ressource: http://www.zeit.de/2012/45/arbeit-freizeit-spass (22.10.16).

[2]Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Bildungsstandards für Deutsch Gymnasium Klassen 6,8,10, Kursstufe. 2004. S.88.

[3]Ebd.

[4]Ebd.

[5]Ebd.

[6]Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Bildungsstandards für Deutsch Gymnasium Klassen 6,8,10, Kursstufe. 2004. S.83.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die textgebundene Erörterung in Vorbereitung auf das Abitur
Untertitel
Für eine 11. Klasse, Gymnasium
Hochschule
Universität Mannheim  (Germanistik)
Veranstaltung
Fachdidaktik
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V359212
ISBN (eBook)
9783668438774
ISBN (Buch)
9783668438781
Dateigröße
830 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsentwurf
Arbeit zitieren
Jennifer Stano (Autor), 2017, Die textgebundene Erörterung in Vorbereitung auf das Abitur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359212

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