Diese Querschnittsstudie untersucht den Zusammenhang zwischen Kohärenzgefühl, Stressempfinden und Coping bei Studierenden. Die empirische Forschung der Arbeit basiert dabei auf der Grundannahme, dass ein stark ausgeprägtes Kohärenzgefühl zu geringem Stressempfinden führt und einzelne Coping-Strategien diesen Zusammenhang moderieren.
Die Stichprobe basiert auf einer einmaligen Befragung und besteht aus 443 Studierenden im Alter von 18-33 Jahren. Die Rekrutierung erfolgte ausschließlich online über das soziale Netzwerk Facebook. Für die Datenerhebung werden zwei validierte Messinstrumente verwendet: der Fragebogen zur Lebensorientierung von Antonovsky (1987) und das Stress- und Coping-Inventar von Satow (2012). Sie erheben das Kohärenzgefühl, das aktuelle Stressempfinden und verwendete Coping-Strategien (Positives Denken, Aktive Stressbewältigung, Soziale Unterstützung, Halt im Glauben und Alkohol- und Zigarettenkonsum).
Für die Prüfung der genannten Hypothesen werden eine Korrelation, eine Moderatoranalyse und eine multiple Regression durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Kohärenzgefühl stark negativ mit Stressempfinden zusammenhängt, sich keine der erhobenen Coping-Strategien signifikant auf den Zusammenhang zwischen dem Kohärenzgefühl und dem Stressempfinden auswirkt und Coping durch soziale Unterstützung von allen Coping-Strategien am besten zur Vorhersage des Stressempfindens geeignet ist. Aus den Ergebnissen lässt sich ableiten, dass ein hohes Kohärenzgefühl bei Studierenden für eine gering empfundene Stressbelastung entscheidend ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das Kohärenzgefühl
2.1.1 Das Modell der Salutogenese
2.1.2 Die Differenzierung der Salutogenese zur Pathogenese
2.1.3 Begriffsbestimmung und Definition des Kohärenzgefühls
2.2 Stress
2.2.1 Begriffsbestimmung und Definition von Stress
2.2.2 Das Transaktionale Stressmodell nach Lazarus
2.3 Coping – der Umgang mit Stress
2.3.1 Begriffsbestimmung und Definition von Coping
2.3.2 Arten von Coping
2.3.3 Coping-Strategien
2.4 Theoretische Grundlagen der Moderatorvariable
2.4.1 Arten von Variablen
2.4.2 Mediation
2.4.3 Moderation
2.5 Bisherige Forschung
2.6 Forschungsfragen und Hypothesen
3 Methodik
3.1 Durchführung der Datenerhebung
3.2 Stichprobe
3.3 Erhebungsinstrumente
3.3.1 Fragebogen zur Lebensorientierung (SOC-29)
3.3.2 Das Stress- und Coping-Inventar (SCI)
3.4 Untersuchungsdesign
3.5 Datenanalyse
3.5.1 Testung der ersten Hypothese
3.5.2 Testung der zweiten Hypothese
3.5.3 Testung der dritten Hypothese
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistiken
4.2 Beantwortung der Forschungshypothesen
4.2.1 Ergebnisse der ersten Hypothese
4.2.2 Ergebnisse der zweiten Hypothese
4.2.3 Ergebnisse der dritten Hypothese
4.2.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
5.2 Limitationen der Studie
5.3 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Kohärenzgefühl (nach Antonovsky) und dem subjektiven Stressempfinden bei Studierenden, wobei Coping-Strategien als mögliche Moderatorvariablen analysiert werden, um zu klären, welche Faktoren das Stresserleben in dieser spezifischen Gruppe beeinflussen.
- Salutogenetisches Modell und das Konzept des Kohärenzgefühls
- Transaktionales Stressmodell nach Lazarus
- Kategorisierung und Anwendung von Coping-Strategien
- Empirische Analyse des Stressempfindens mittels Moderatoranalyse und Regression
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Die Differenzierung der Salutogenese zur Pathogenese
Mit seinem Modell stellt Antonovsky einige Grundannahmen der bisherigen Betrachtung von Krankheit und Gesundheit in Frage. Im Gegensatz zur Pathogenese, dem traditionellen Krankheitsmodell, beschäftigt sich die Salutogenese nicht mit der Entstehung von Krankheiten, sondern mit der Entstehung und Erhaltung von Gesundheit (Jork & Peseschkian, 2006). Die Pathogenese gilt als Wissenschaft zur Erklärung von Krankheitsentstehung (Lorenz, 2005). Der persönliche Gesundheitszustand wird hierbei dichotom als krank oder gesund betrachtet, ein Zustand dazwischen existiert nicht. Das Ziel des bisher gültigen Krankheitsmodells besteht im Sieg über die Krankheit durch die Behandlung der Kranken. Dabei gilt es, Tod und einem andauernden Leidensdruck vorzubeugen, sowie bestenfalls den ursprünglichen Gesundheitszustand wiederherzustellen.
Dem gegenüber sieht der salutogenetische Ansatz vor, Menschen gesund zu erhalten und vor Krankheiten zu schützen (Antonovsky, 1997; Lorenz, 2005). Der wichtigste Unterschied zur Pathogenese entspringt Antonovskys Vorstellung, dass krank oder gesund sein keine dichotomen Merkmale sind. Denn seiner Meinung nach ist Gesundheit kein statischer Zustand, sondern ein dynamischer Prozess, bei dem Menschen zu unterschiedlichen Lebenszeitpunkten mal mehr und mal weniger gesund sind und sich somit zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens auf einem Kontinuum bewegen (Antonovsky, 1979). Dieses Kontinuum nannte Antonovsky das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des universitätsbedingten Stresses ein und leitet das Konzept des Kohärenzgefühls als relevanten Untersuchungsgegenstand ab.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Salutogenese, das transaktionale Stressmodell, Coping-Strategien sowie die mathematisch-statistischen Grundlagen der Moderatorvariablen.
3 Methodik: Hier werden die Durchführung der Online-Umfrage, die Zusammensetzung der Stichprobe (N=443) und die verwendeten Messinstrumente (SOC-29, SCI) detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Statistiken sowie die Ergebnisse der Hypothesenprüfung mittels Korrelation und multipler Regression.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, die Grenzen der Studie aufgezeigt und ein Fazit sowie Ausblick für zukünftige Forschung gegeben.
Schlüsselwörter
Kohärenzgefühl, Salutogenese, Stress, Coping, Moderatoranalyse, Stressempfinden, Studierende, Stressbewältigung, Gesundheitsforschung, Psychologie, Fragebogen, Korrelation, Regression, Wohlbefinden, psychische Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Kohärenzgefühl (die innere Einstellung) das Stressempfinden von Studierenden beeinflusst und inwiefern verschiedene Bewältigungsstrategien (Coping) diesen Zusammenhang moderieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit verknüpft das salutogenetische Modell nach Antonovsky mit dem transaktionalen Stressmodell von Lazarus und analysiert verschiedene adaptive sowie maladaptive Coping-Strategien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob eine innere Grundeinstellung (Kohärenzgefühl) Studierende davor schützt, Stress als belastend zu empfinden, und welche Rolle spezifische Coping-Strategien dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Querschnittsstudie, die mittels Online-Fragebögen Daten von 443 Studierenden erhob und diese durch Korrelations- und Regressionsanalysen statistisch auswertete.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung der Variablen, die methodische Vorgehensweise der Datenerhebung sowie die detaillierte Ergebnispräsentation und Diskussion der Hypothesentests.
Welche Schlagwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Kohärenzgefühl, Salutogenese, Stress, Coping-Strategien und Moderatoranalyse.
Welche Rolle spielt die Moderatorvariable Coping laut den Ergebnissen?
Die durchgeführten Analysen konnten keine signifikante Moderation durch Coping-Strategien nachweisen, weshalb die entsprechende Hypothese verworfen werden musste.
Welche Rolle spielt soziale Unterstützung für das Stresserleben der Studierenden?
Die Ergebnisse zeigen, dass Coping durch soziale Unterstützung der stärkste Prädiktor für die Vorhersage des Stressempfindens ist, was die Bedeutung sozialer Kontakte unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- Fabio Zander (Autor:in), 2016, Die Auswirkung des Kohärenzgefühls auf das Stressempfinden bei Studierenden. Coping als Moderatorvariable, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359229