Entstehung und Kennzeichen des Theravada-Buddhismus


Referat (Ausarbeitung), 2017

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Entstehung
1.1 Zur Ausbreitung des Buddhismus im Allgemeinen
1.2 Ab wann ist erstmals von Theravada-Buddhismus die Rede?

2 Kennzeichen
2.1 Allgemeine Kennzeichen
2.2 Der Pali-Kanon
2.2.1 Vinaya Pitaka
2.2.2 Suttanta Pitaka
2.2.3 Abhidhamma Pitaka

Schlussbetrachtung

Quellenverzeichnis

Einleitung

Theravada-Buddhismus, Zen-Buddhismus, Reines-Land-Buddhismus, Tibetischer Buddhismus - möchte man einen Überblick über die verschiedenen buddhistischen Schulen gewinnen, stellt man ob der Verschiedenheit dieser Ausrichtungen recht schnell fest: Buddhismus ist nicht gleich Buddhismus. Auch wenn alle genannten Schulen in gewissen Grundelementen identisch sind, findet man bei der Beschäftigung mit diesem Thema etliche Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen, beispielsweise in Entstehung, Kennzeichen, Lehren und Praktiken. Ziel der vorliegenden Ausarbeitung soll es jedoch sein, sich auf zwei Aspekte einer ganz bestimmten Schule zu konzentrieren, nämlich auf Entstehung und Kennzeichen des Theravada-Buddhismus.

1 Entstehung

Der Theravada-Buddhismus wird zum Hinayana gezählt. Doch was bedeutet das überhaupt? Manche Anhänger des Mahayana-Buddhismus verwenden den Begriff „Hinayana“ als einen abschätzigen Ausdruck gegenüber den Schulen des ursprünglichen Buddhismus. Der Theravada-Buddhismus ist die letzte heute noch verbliebene dieser Schulen.[1] Aus diesem Umstand kann man also das Wissen gewinnen, dass es sich bei der Schule des Theravada um eine ursprüngliche Form des buddhistischen Glaubens handelt. Insofern ist es nützlich, dass man, wenn man etwas über die Entstehung des Theravada lernen möchte, auf die „allgemeine“, ursprüngliche buddhistische Geschichte und den zugehörigen Ausbreitungsverlauf eingeht. Dies soll nun erfolgen.

1.1 Zur Ausbreitung des Buddhismus im Allgemeinen

Nach dem Tod des historischen Buddha verbreiteten sich seine Lehren innerhalb von 150 Jahren schon ziemlich weit im Norden Indiens.[2] 262 vor Christus konvertierte Asoka Mauriya, der damalige Herrscher Indiens, zum Buddhismus und verbreitete die Lehre in seinem gesamten Reich.[3] Asoka Mauriya berief außerdem ein großes Konzil ein und entsandte Mönche zur Mission in benachbarte Staaten und sogar bis nach Europa aus. Jene nach Sri Lanka war die erfolgreichste dieser Missionsreisen. So wurde diese Insel buddhistisch und ist es auch bis heute geblieben.[4]

Die von Asoka Mauriya ausgehenden Missionen brachten den Buddhismus auch beispielsweise in die Regionen, die heute als das südliche Burma und als die thailändische Halbinsel bekannt sind.[5] Durch Bemühungen der Mönche aus Sri Lanka war der Buddhismus im 12. Jahrhundert schließlich in Burma, Thailand, Laos und Kambodscha zur jeweiligen Hauptreligion geworden.[6] Diese Länder sind, gemeinsam mit Sri Lanka, auch genau die Länder, in denen der Theravada-Buddhismus heute noch hauptsächlich praktiziert wird.[7]

1.2 Ab wann ist erstmals von Theravada-Buddhismus die Rede?

Betrachtet man diesen kurzen Ausschnitt aus der Ausbreitungsgeschichte des Buddhismus, stellt sich die Frage, ab welchem Punkt in der Geschichte nun erstmals von Theravada-Buddhismus die Rede war. Ein Lösungsansatz dieser Frage findet sich in den buddhistischen Konzilen. Bei diesen treffen die zu der jeweiligen Zeit bedeutendsten Vertreter des Buddhismus zusammen, um die umfassenden authentischen Quellen der Buddhalehre zu sichten. Insgesamt gab es bis zum heutigen Zeitpunkt sechs solche Konzile.[8] Bei dem zweiten dieser Zusammentreffen, welches 383 vor Christus stattfand, ging es darum, die Ordensdisziplin und das exakte Festhalten an der Überlieferung der Lehre des Buddhas abzusichern und keine Neuerungen aufkommen zu lassen.[9] Ein solches Bestreben ist recht typisch für den Theravada-Buddhismus. Und siehe da: Die Teilnehmer dieses zweiten Konzils nannten sich zur besonderen Betonung ihrer Ziele „Theravadins“, zu Deutsch „Bekenner der alten Lehre“.[10] Somit kann dieses sieben Monate lang in Vesāli, Indien stattfindende Konzil[11] als Grundsteinlegung für den Begriff des Theravada-Buddhismus angesehen werden.

2 Kennzeichen

2.1 Allgemeine Kennzeichen

„Theravada“ bedeutet so viel wie „die Lehre der Älteren“.[12] Es handelt sich dabei um eine eher klösterliche und konservative Form des Buddhismus, bei der der Fokus auf die Grundlagen der Lehre gelegt wird. Der Theravada-Buddhismus neigt tendenziell eher zu einer einfachen und nüchternen Auffassung.[13]

Rezitationen erfolgen in der Schule des Theravada stets in der Sprache Pali. Ein weiteres typisches Kennzeichen dieser Strömung ist der Almosengang. Außerdem besitzt diese Schule das Merkmal, dass die Mönche nach der Mittagszeit keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen. Weiterhin gibt es im Theravada-Buddhismus das Arhat-Ideal.[14] Das Erlangen der Arhatschaft gilt demnach als eines der Erlösungsziele.[15] Ein Arhat (oder auch Arahat) hat „alle Befleckungen und Leidenschaften ausgelöscht, die Daseins-Fesseln überwunden, stirbt nur mehr einen letzten Tod und wird nicht mehr wiedergeboren.“[16] Jeder Buddha ist ein Arhat, aber nicht jeder Arhat ein Buddha, da zur Erlangung der Buddhaschaft noch weitere Qualitäten benötigt werden.[17]

2.2 Der Pali-Kanon

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist, dass Theravada-Buddhisten die Meinung vertreten und den Anspruch erheben, sie hätten die Lehre des Buddha über die Jahre unverändert überliefert.[18] Dabei ist der diesbezüglich wichtigste Rückbezug der Pali-Kanon, welcher in Pali geschrieben ist und auch als „Dreikorb“ oder Tripitaka bezeichnet wird.[19] Es handelt sich hierbei um die älteste und umfassendste Überlieferung der Lehrreden des Buddha.[20]

Die Reden des Buddha schließen ein weites Gebiet an Themen ein. Sie bestehen aus Ermahnungen, Darlegungen und Verfügungen. Schon früh wurde eine Klassifizierung und Systematisierung der Lehrreden vorgenommen.[21] Der Pali-Kanon wird als „Dreikorb“ bezeichnet, da man diesen in drei Abschnitte der Lehre des Buddha, welche Körbe genannt werden, unterteilt.[22] Die Metapher „Körbe“ bezieht sich hierbei vor allem darauf, dass ein Korb als Behältnis gebraucht wird, in welchem Dinge von einer Person zur nächsten weitergereicht werden können[23] - ebenso wie die Inhalte der Lehre des Buddha, welche durch den Pali-Kanon an die Mitmenschen und auch an kommende Generationen weitergegeben werden können. Die drei Körbe werden im Einzelnen als „Vinaya Pitaka“, „Suttanta Pitaka“ und „Abhidhamma Pitaka“ bezeichnet.[24]

[...]


[1] Vgl. www.theravadanetz.de/studium/?theravada_glossar.html. Stichwort: Hinayana.

[2] Vgl. Dhammika, 2010, S. 89.

[3] Vgl. ebd.

[4] Vgl. ebd.

[5] Vgl. ebd.

[6] Vgl. ebd., S. 90.

[7] Vgl. Baumann, 2002, S. 58.

[8] Vgl. www.theravadanetz.de/studium/?theravada_glossar.html. Stichwort: Konzile.

[9] Vgl. ebd.

[10] Vgl. ebd.

[11] Vgl. ebd.

[12] Vgl. Dhammika, 2010, S. 93.

[13] Vgl. ebd.

[14] Das bisher aufgeführte Wissen in diesem Absatz stammt aus den Vorbesprechungen mit dem Dozenten zu dem dieser Ausarbeitung zugrundeliegenden Referat im Seminar „Entstehung, Kennzeichen und Glaubenspraxis der großen buddhistischen Schulen“ bei Dr. Thanh Ho an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Wintersemester 2016/2017.

[15] Vgl. www.theravadanetz.de/studium/?theravada_glossar.html. Stichwort: Arahat.

[16] Ebd.

[17] Vgl. ebd.

[18] Vgl. Baumann, 2002, S. 57.

[19] Vgl. ebd.

[20] Vgl. Dhammika, S. 93.

[21] Vgl. Lay, 2007, S. 19.

[22] Vgl. ebd., S. 20.

[23] Vgl. ebd.

[24] Vgl. ebd., S. 19f.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Entstehung und Kennzeichen des Theravada-Buddhismus
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Lehrstuhl für Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Entstehung, Kennzeichen und Glaubenspraxis der großen buddhistischen Schulen
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V359273
ISBN (eBook)
9783668442665
ISBN (Buch)
9783668442672
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Buddhismus, Theravada, Theravada-Buddismus, Pali-Kanon, Pali, Merkmale, Eigenschaften, Hauptmerkmale, Entstehung, Ausbreitung, Konzil, buddhistisch, Sri Lanka, Buddha, Lehre
Arbeit zitieren
Konrad Altmann (Autor), 2017, Entstehung und Kennzeichen des Theravada-Buddhismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359273

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