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Polizei und Autorität. Die Machtposition und ihre Auswirkungen auf eine interaktive Gewaltanwendung zwischen Bürgern und Polizei

Titel: Polizei und Autorität. Die Machtposition und ihre Auswirkungen auf eine interaktive Gewaltanwendung zwischen Bürgern und Polizei

Seminararbeit , 2016 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Robin Stenzel (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob und wie sich die Machtposition der Polizei auf Gewaltanwendungen zwischen Bürgern und Polizisten auswirkt.

Die deutschen Medien berichten immer häufiger über das Phänomen der übermäßigen Gewaltanwendung. Es stellt sich die Frage, wie es zu diesen Gewalteskalationen kommt.
Es ist fraglich, ob eine gewisse Machtposition das Verhalten bei der interaktiven Gewaltanwendung zwischen Bürger und Polizei beeinflusst.

Dabei muss zunächst das Gewaltmonopol, welches der Polizei zusteht, näher definiert werden. Im Anschluss daran wird der Gewaltbegriff im weitesten Sinne erklärt und mit dem Begriff der Verhältnismäßigkeit in Verbindung gebracht. Die konkrete Anwendung von Gewalt in Form des unmittelbaren Zwangs wird daran anknüpfend bestimmt.

Die Frage nach den Ursachen für Polizeigewalt wird untergliedert in verschiedene theoretische Ansätze. Dabei gilt es zu beachten, dass der Begriff Polizeigewalt immer die unverhältnismäßige Gewaltanwendung meint. Es wird zu diesem Thema zunächst auf die Entstehung polizeilicher Strukturen eingegangen. Die zeitliche Komponente dieser Entstehungsgeschichte führt dann zu dem Begriff der Subkultur unter Polizisten. Dabei wird vor allem der Begriff „Cop Culture“ näher erläutert.

Bei der Ursachenforschung für Polizeigewalt stößt man auf zwei Theorien. Es handelt sich zum einem um die „Authority Maintenance Theory“ und zum anderen um die sogenannte „Control Balance Theory“. Es werden die Kernaussagen dieser Theorien dargestellt und in einen polizeilichen Bezug gebracht.

Es stellt sich im weiteren Verlauf die Frage, welche Konsequenzen die Gewalteskalationen nach sich ziehen. Dabei wird auf näher auf den Straftatbestand der Körperverletzung im Amt gemäß § 340 Strafgesetzbuch eingegangen. Liegen Anhaltspunkte für das Vorliegen dieses Straftatbestandes vor, wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im Hinblick auf das Verfahren müssen Probleme bei der Führung dieses Ermittlungsverfahrens erläutert werden. Zum Schluss wird noch ein zusammenfassendes Fazit gezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmungen

2.1 Das staatliche Gewaltmonopol

2.2 Der Gewaltbegriff

2.3 Die Verhältnismäßigkeit

2.4 Der unmittelbare Zwang

3 Ursachen der Polizeigewalt

3.1 Entstehung polizeilicher Strukturen

3.2 Subkultur unter Polizisten – „Cop Culture“

3.3 Die „Authority Maintenance Theory“

3.4 Die „Control Balance Theory“

4 Die Täter „Polizei“

4.1 Die Körperverletzung im Amt

4.2 Probleme im Ermittlungsverfahren

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen übermäßiger Gewaltanwendung durch Polizeibeamte vor dem Hintergrund ihres staatlichen Gewaltmonopols. Ziel ist es, theoretische Erklärungsmodelle für Gewalteskalationen im Dienst zu identifizieren und die Herausforderungen bei der strafrechtlichen Verfolgung solcher Delikte kritisch zu beleuchten.

  • Definitionen von Gewaltmonopol, Verhältnismäßigkeit und unmittelbarem Zwang
  • Einfluss von polizeilichen Strukturen und der sogenannten „Cop Culture“
  • Analyse der „Authority Maintenance Theory“ und „Control Balance Theory“
  • Rechtliche Bewertung der Körperverletzung im Amt gemäß § 340 StGB
  • Problematiken in Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte

Auszug aus dem Buch

3.3 Die „Authority Maintenance Theory“

Einer dieser möglichen Erklärungsansätze ist die sogenannte Authority Maintenance Theory. Diese wurde erstmals im Jahre 2004 von Alpert und Dunham aufgestellt. Die Theorie besagt, dass Gewalt dann angewandt wird, wenn die Autorität der Polizei als Institution und damit auch die Autorität des Staates aufrechterhalten werden soll.

Dies ist den Grundfesten des Rechtsstaatsprinzips zuzuordnen, welches sich aus Artikel 20 Abs. 2 des Grundgesetzes ableitet.

Die Interaktion zwischen Bürger und Polizei ist einer der wichtigsten Faktoren des weiteren Vorgehens und des interaktiven Prozesses. Die Autoren dieser Theorie verfassen sieben Annahmen dazu. Im Folgenden wird kurz auf diese eingegangen.

Demnach besagt die erste Annahme, dass der erste Kontakt zwischen Bürger und Polizei mit der Äußerung eines Anliegens beginnt und die darauffolgende erste Reaktion den Rest der Interaktion bestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz der Untersuchung von Gewalteskalationen zwischen Bürger und Polizei dar und skizziert den Aufbau der Arbeit von den begrifflichen Grundlagen bis zur strafrechtlichen Problematik.

2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert das staatliche Gewaltmonopol, den Gewaltbegriff, das Prinzip der Verhältnismäßigkeit sowie den unmittelbaren Zwang als rechtliche Rahmenbedingungen polizeilichen Handelns.

3 Ursachen der Polizeigewalt: Hier werden Entstehungsgeschichten polizeilicher Strukturen, die „Cop Culture“ sowie die „Authority Maintenance Theory“ und „Control Balance Theory“ als Erklärungsmodelle für deviantes Verhalten analysiert.

4 Die Täter „Polizei“: Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Körperverletzung im Amt als spezifischem Straftatbestand und den strukturellen Problemen bei der Führung von Ermittlungsverfahren gegen Beamte.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Machtposition der Polizei und der Schutz des Autoritätsanspruchs zentrale Faktoren für Gewalteskalationen sind, deren Aufklärung durch Dunkelfelder erschwert wird.

Schlüsselwörter

Polizeigewalt, Gewaltmonopol, Verhältnismäßigkeit, Unmittelbarer Zwang, Cop Culture, Authority Maintenance Theory, Control Balance Theory, Körperverletzung im Amt, § 340 StGB, Ermittlungsverfahren, Rechtsstaat, Polizeiliche Kriminalstatistik, Dunkelfeld, Staatsgewalt, Gewalteskalation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der polizeilichen Gewaltanwendung und die Faktoren, die zu einem unverhältnismäßigen Einsatz von Zwangsmitteln führen können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das staatliche Gewaltmonopol, theoretische Erklärungsmodelle für Polizeigewalt, die „Cop Culture“ und die rechtliche Aufarbeitung von Körperverletzungsdelikten im Dienst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Machtansprüche und institutionelle Strukturen der Polizei zu Gewalteskalationen beitragen und welche Hindernisse bei der juristischen Aufarbeitung bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die juristische Definitionen mit soziologischen Theorien und kriminologischen Ansätzen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die soziologische Ursachenforschung mittels bekannter Theorien und eine juristische Betrachtung der Strafverfolgung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Polizeigewalt, Gewaltmonopol, Verhältnismäßigkeit, Cop Culture und das Ermittlungsverfahren bei Körperverletzung im Amt geprägt.

Wie unterscheidet sich die „Authority Maintenance Theory“ von der „Control Balance Theory“?

Während erstere den Erhalt der institutionellen Autorität der Polizei in der Interaktion betont, fokussiert letztere auf das individuelle Streben des Beamten nach absoluter Kontrolle über die Situation.

Warum ist die Untersuchung von „Cop Culture“ für das Thema wichtig?

Die „Cop Culture“ prägt informelle Handlungsmuster und Gerechtigkeitsvorstellungen von Polizisten, die teils im Widerspruch zu den bürokratisch-gesetzlichen Vorgaben stehen und Gewalt legitimieren können.

Was erschwert die statistische Erfassung von Polizeigewalt?

Die Forschung ist durch ein erhebliches Dunkelfeld bei den angezeigten Fällen sowie durch fehlende Daten aus der Polizeilichen Kriminalstatistik über Verurteilungen wegen Körperverletzung im Amt eingeschränkt.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Polizei und Autorität. Die Machtposition und ihre Auswirkungen auf eine interaktive Gewaltanwendung zwischen Bürgern und Polizei
Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Münster
Note
1,7
Autor
Robin Stenzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V359331
ISBN (eBook)
9783668441804
ISBN (Buch)
9783668441811
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Polizei Autorität Gewalt Gewaltmonopol Verhältnismäßigkeit Zwang Gewaltanwendung Gruppendynamik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Robin Stenzel (Autor:in), 2016, Polizei und Autorität. Die Machtposition und ihre Auswirkungen auf eine interaktive Gewaltanwendung zwischen Bürgern und Polizei, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359331
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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