Da Musik im Film solch eine wichtige Rolle einnimmt, wird in dieser Hausarbeit die Musikalität im Film anhand von zwei Filmbeispielen untersucht. Dabei leitet folgende zentrale Fragestellung durch die Arbeit: Wie wird Musikalität im Film umgesetzt und welche Funktionen übernehmen verschiedene Formen der Musikalität im Film? Aus dieser zentralen Fragestellung ergeben sich folgende Unterfragen: Welche Beziehungen gehen Bild und Musik im Tonfilm ein? Welche Funktion hat Musikalität im Tonfilm? Auf welche Weise wirkt Musikalität auf den Rezipienten und warum?
Um die zentrale Fragestellung zu beantworten, wird mittels Literatur- und Internetrecherche Informationen zur Theorie gesammelt und präsentiert. Außerdem werden die Filme „Berlin: die Sinfonie der Großstadt“ von Walther Ruttmann und „Play Time“ von Jacques Tati dahingehend analysiert, welche filmmusiktheoretischen Ansätze dort Anwendung finden, wie Musikalität in diesen Filmen umgesetzt wurde.
Kapitel 2 gibt einen Überblick über die wichtigsten Filmmusiktheorien, außerdem über Rezeptionstheorien und psychoanalytische Ansätze, die sich auf den Film und die Musik beziehen. In Kapitel 3 werden die Filme „Berlin: die Sinfonie der Großstadt“ und „Play Time“ analysiert, wobei versucht wird, die Theorie mit der Analyse zu verbinden. Das Kapitel 4 fasst die Ergebnisse der Kapitel 2 und 3 zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Fragestellung
1.3 Methodik
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Filmmusiktheorien, Rezeptionstheorien und psychoanalytische Ansätze
2.1 Der ästhetische, narratologische und psychoanalytische Ansatz der Filmmusiktheorie
2.1.1 Der ästhetische Ansatz
2.1.2 Der narratologische Ansatz
2.1.3 Der psychoanalytische Ansatz
2.2 Audiovisualitätsmodelle
2.2.1 Parallelismus und Paraphrasierung
2.2.2 Kontrapunktierung und Polarisierung
2.2.3 Diegetischer und extradiegetischer Sound
2.2.4 Reminiszenztechnik
2.2.5 Strukturalistisches Modell nach Maas
2.2.6 Räumlichkeit
2.3 Rezeptionstheorien der Filmmusik
2.4 Psychoanalytische Betrachtungen zur Musik
2.4.1 Ästhetische Erfahrungen von Rhythmus und Musik nach Suzanne Maiello
2.4.2 Anfänge musikalischer Werke nach Konrad Heiland
2.5 Aufgaben der Musik im Film
3 Die Musikalität in Berlin: die Sinfonie der Großstadt und Play Time
3.1 Analyse von Berlin: die Sinfonie der Großstadt (1927)
3.2 Jacques Tatis Umgang mit Sound im Film
3.3 Analyse von Play Time (1967)
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung und die vielfältigen Funktionen von Musikalität im Film, indem sie theoretische Ansätze aus der Filmmusiktheorie und Psychoanalyse auf die Spielfilme "Berlin: die Sinfonie der Großstadt" und "Play Time" anwendet und kontrastiert.
- Filmmusiktheorien und Audiovisualitätsmodelle
- Die Rolle von Filmmusik in der psychoanalytischen Betrachtung
- Vergleichende Analyse der Musikalität in "Berlin: die Sinfonie der Großstadt"
- Analyse des innovativen Sound-Einsatzes bei Jacques Tati in "Play Time"
Auszug aus dem Buch
3.1 Analyse von Berlin: die Sinfonie der Großstadt (1927)
Der Film Berlin: die Sinfonie der Großstadt von Walther Ruttmann wurde im Juni 1927 als Stummfilm gedreht und ist in fünf Akte aufgeteilt. Der Film vollzieht den Ablauf eines Tages in der Großstadt Berlin nach. Edmund Meisel hat dazu die Begleitmusik komponiert, eine Sinfonie. Bevor der Film beginnt, wird auf der DVD mit der 2007 restaurierten Fassung die Information gegeben, dass der Film „im Juni 1927 mit einer Länge von 1.466 Metern von der Zensur freigegeben und am 23.09.1927 in Berlin uraufgeführt“ wurde. Die jetzige Fassung, die auf der DVD vorhanden ist, sei etwas kürzer, nämlich 1.446 Meter lang (DVD).
Jefferson Hunter sieht hinter dem Film folgende ästhetische Prinzipien: Die „intimate correspondence between film and music, […] the intimate correspondences between film and the Machine Age, […] [the intimate correspondences between] film and the tempo of modernity“ (Hunter 2010: 194). Stummfilme wurden gewöhnlich von Orchestern begleitet und laut Hunter wollten die avantgardistischen Künstler und Filmemacher Musik und Film zu einer Synästhesie verschmelzen lassen, dass also Filmmusik beim Rezipienten visuelle Vorstellungen und weitere Sinnesempfindungen hervorrufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Filmmusik und Darstellung der zentralen Fragestellung sowie der Methodik der Arbeit.
2 Filmmusiktheorien, Rezeptionstheorien und psychoanalytische Ansätze: Überblick über theoretische Grundlagen zur Filmmusik, inklusive ästhetischer, narratologischer und psychoanalytischer Perspektiven sowie Funktionen von Musik.
3 Die Musikalität in Berlin: die Sinfonie der Großstadt und Play Time: Anwendung der theoretischen Konzepte auf die beiden ausgewählten Filme zur Analyse ihrer spezifischen Umsetzung von Musikalität und Sound.
4 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Analyseergebnisse und Gegenüberstellung der unterschiedlichen musikalischen bzw. akustischen Konzepte in den beiden Werken.
Schlüsselwörter
Filmmusik, Musikalität, Stummfilm, Tonfilm, Parallelismus, Kontrapunktierung, Audiovisualitätsmodelle, Psychoanalyse, Filmmusiktheorie, Berlin: die Sinfonie der Großstadt, Play Time, Jacques Tati, Walther Ruttmann, Sounddekor, Rezeptionstheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Musikalität und Sound in Filmen umgesetzt werden und welche Funktionen diese für den Film und den Rezipienten übernehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen filmmusiktheoretische Ansätze, psychoanalytische Betrachtungen zur Musikwirkung, audiovisuelle Modelle sowie die praktische Analyse von zwei Filmbeispielen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die zentrale Fragestellung zu beantworten, wie Musikalität im Film umgesetzt wird und welche spezifischen Funktionen verschiedene Formen der Musikalität im Film übernehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Internetrecherche zur Theoriebildung sowie einer darauf aufbauenden Filmanalyse der beiden gewählten Beispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Filmmusikansätze und einen praktischen Analyseteil, in dem die Filme "Berlin: die Sinfonie der Großstadt" und "Play Time" untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Filmmusik, Musikalität, Audiovisualitätsmodelle, Kontrapunktierung, Parallelismus, Psychoanalyse sowie die spezifischen Analysen zu Ruttmann und Tati.
Wie unterscheidet sich der Musikeinsatz in den beiden Filmen?
Während in Ruttmanns "Berlin" der Parallelismus und eine begleitende Sinfonie dominieren, nutzt Tati in "Play Time" Geräusche als eine Art Musik, die eigenständig und häufig kontrapunktisch zum Bild eingesetzt wird.
Welche Bedeutung hat die Stille bei Jacques Tati?
Tati setzt Stille oder den Verzicht auf konventionelle Filmmusik gezielt ein, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf Umgebungsgeräusche zu lenken und dadurch Komik oder neue Bedeutungen zu erzeugen.
- Arbeit zitieren
- Manuel Kröger (Autor:in), 2017, Musikalität im Tonfilm. "Berlin: Sinfonie der Großstadt" und "Play Time", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359364