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HELDINNEN der Bibel. Ein Beitrag zu einem authentischen christlichen Frauenbild im Religionsunterricht der Grundschule

Title: HELDINNEN der Bibel. Ein Beitrag zu einem authentischen christlichen Frauenbild im Religionsunterricht der Grundschule

Examination Thesis , 1995 , 130 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Petra Stichert geb. Nitsch (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Was macht die Frauen und Männer der Bibel zu Helden und Heldinnen? Verglichen mit dem geläufigen Gesellschaftsbild recht wenig, denn die Helden und Heldinnen der Medien sind SportlerInnen und Models, MusikerInnen und Fernsehstars. Sie sind schöner, stärker und schneller als alle anderen, sie sind reich, erfolgreich und berühmt. Immer wieder tauchen vereinzelt aber auch "Alltags-Helden" oder "Alltags-Heldinnen" auf, deren Heldentum sich auf Mut und Stärke im Alltag bezieht. Ein solches „Alltags-Heldentum“ definiert sich durch den Mut, sich selbst zu finden und zu sich stehen, den eigenen Weg zu suchen und zu gehen, auch wenn dies auf Umwegen geschieht.

Die Bibel ist reich an Geschichten über solche „Alltags-HeldInnen“, die ihren Weg gehen. Das Tröstliche an diesen Geschichten ist die Tatsache, dass alle Menschen darin Fehler machen, Umwege brauchen und letztendlich doch - mit Gottes Hilfe - ihren persönlichen Weg finden und gehen. In diesem Sinne wird die Lebensrelevanz der Bibel für die heutige Zeit deutlich, kann die „Frohe Botschaft“ erfahrbar werden. So verstanden, werden die biblischen Frauen und Männer zu HeldInnen, die auch uns als Vorbild und Identifikationsfigur dienen können.

Wer vor allem nach den Heldinnen in der Bibel sucht, der muss sehr genau hinsehen und viel Zeit und Geduld mitbringen. Wer diese Mühe jedoch nicht scheut, wer bereit ist, sich die Frauen der Bibel ohne androzentrische Brille anzuschauen, der kann Heldinnen entdecken, die ein verkehrtes Frauenbild zurechtrücken und auch heutige Frauen zum Vorbild werden können. Im Religionsunterricht können diese Heldinnen auch den Schülerinnen Identifikationsmöglichkeiten schaffen, die diese selbst zu „Heldinnen“ werden lässt, zu Frauen, die mutig und selbstbewusst ihren Weg gehen, nicht trotz, sondern aufgrund ihres Christseins.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort - Erläuterungen zum Titel

2. Einleitung

3. Geschlechtsspezifische religiöse Sozialisation

3.1. Primäre geschlechtsspezifische religiöse Sozialisation

3.2. Geschlechtsspezifische Sozialisation in der Schule

3.3. Geschlechtsspezifische Sozialisation im Religionsunterricht

3.4. Konsequenzen für den Unterricht

4. Das Frauenbild der Bibel

4.1. Biblische Traditionsgeschichte

4.2. Weibliches Gottesbild

4.3. Das Frauenbild im Alten Testament

4.3.1. „Patroninnen“

4.3.2. „Mittlerinnen“

4.3.3. „Kriegerinnen“

4.4. Das Frauenbild im Neuen Testament

4.4.1. Frauen um Jesus

4.4.2. Frauen in der Urgemeinde

5. Biblische Frauengestalten im Religionsunterricht

5.1. Mirjam: Der Exodus aus der Sicht einer Frau

5.2. Wasti: Eine Geschichte vom Neinsagen

5.3. Die salbende Frau: Von Demut zu (De-)Mut

5.4. Die gekrümmte und die blutflüssige Frau: Jesus heilt, was patriarchale Strukturen Frauen antun

5.5. Frauen in der Urgemeinde

6. Religiöse Kinderbücher

6.1. Einzeluntersuchungen

6.2. Resümee

7. Nachwort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel der Arbeit ist es, die einseitige, oft patriarchale Interpretation biblischer Frauengestalten kritisch zu hinterfragen und im Religionsunterricht der Grundschule neue, identitätsstiftende Zugänge zu eröffnen. Die Arbeit untersucht, wie durch die bewusste Thematisierung starker, eigenständiger Frauenfiguren und weiblicher Gottesbilder ein authentisches christliches Frauenbild vermittelt werden kann, das Mädchen zur Selbstbestimmung und Stärke ermutigt.

  • Analyse der geschlechtsspezifischen religiösen Sozialisation in Familie und Schule.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem androzentrisch geprägten Frauenbild der Bibel.
  • Entwicklung von didaktischen Ansätzen für einen mädchengerechten Religionsunterricht.
  • Untersuchung religiöser Kinderbücher auf feministisch-theologische Aspekte.
  • Erarbeitung von Unterrichtsbeispielen für biblische Frauengestalten (z. B. Mirjam, Wasti, Maria von Magdala).

Auszug aus dem Buch

MIRJAM erzählt

Ich bin Mirjam, eine Israelitin, Schwester des Mose und Prophetin Gottes. Aufgewachsen bin ich in Ägypten. Das war damals nicht ungewöhnlich. Fast mein ganzes Volk lebte in Ägypten. Eine große Hungersnot hatte unsere Vorfahren aus der Heimat vertrieben. Die Ägypter hatten genug zu essen und nahmen uns auf. Deshalb sind wir geblieben. Aber die Zeiten änderten sich, und der neue Pharao haßte uns. Mein Volk wurde versklavt. Israeliten waren schlecht angesehen und wurden schlecht behandelt.

Ganz schlimm wurde es, als der Pharao heimlich unseren Hebammen befahl, unsere Söhne bei der Geburt sterben zu lassen. Aber unsere Hebammen waren mutige Frauen. Sie verrieten den Auftrag des Pharaos und taten alles, um ihn zu umgehen. So konnten viele Kinder gerettet werden. Schiffra und Pua, zwei der Hebammen kannte ich persönlich. Sie riskierten immer wieder ihr Leben, indem sie sich den Befehlen des Pharaos widersetzten. Ihnen verdankte ich auch das Leben meines Bruders Mose. Sie standen meiner Mutter bei der Geburt bei, warnten sie und halfen ihr, Mose eine Weile unentdeckt überleben zu lassen.

Da stand ich nun und hatte die Verantwortung für das Leben meines Bruders in meiner Hand. An mir lag es, ob er gerettet wurde oder sterben mußte. Ich hatte furchtbare Angst. Ich überlegte lange hin und her, und schließlich bastelte ich ein Weidenkörbchen, strich es mit Pech aus, so daß es wasserfest war, bettete Mose hinein, verabschiedete mich von ihm und setzte das Körbchen in den Nil. Nichts ist mir je wieder so schwer gefallen, wie dieser Abschied. Immerhin hatte er eine Chance, und ich vertraute auf Gott, auf Jahwe, der uns immer geholfen hatte. Das half mir.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort - Erläuterungen zum Titel: Die Autorin begründet die Wahl des Begriffs „HeldInnen“ und plädiert für eine neue, am Alltag orientierte Definition von Heldentum.

2. Einleitung: Es wird die Problematik patriarchaler Rollenbilder im Christentum dargelegt und die Chance des Religionsunterrichts zur ganzheitlichen Selbstwerdung hervorgehoben.

3. Geschlechtsspezifische religiöse Sozialisation: Das Kapitel beleuchtet den Einfluss von Familie, Schule und Religionsunterricht auf die Entwicklung von geschlechtsrollenkonformen Erwartungen und Gottesbildern.

4. Das Frauenbild der Bibel: Eine kritische Untersuchung der Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte der Bibel zeigt die androzentrische Prägung auf und sucht nach weiblichen Spuren in Gott und Texten.

5. Biblische Frauengestalten im Religionsunterricht: Dieses Kapitel liefert methodische Überlegungen und Textvorschläge, um biblische Frauengestalten für Grundschülerinnen identifizierbar und relevant zu machen.

6. Religiöse Kinderbücher: Eine Analyse aktueller religiöser Kinderliteratur hinsichtlich ihrer Darstellung von Mädchen und Frauen und ihrer feministisch-theologischen Qualität.

7. Nachwort: Die Autorin resümiert ihre ambivalenten Gefühle gegenüber der Institution Kirche und formuliert den Wunsch nach einer lebendigen, geschlechtergerechten christlichen Praxis.

Schlüsselwörter

Religionsunterricht, Mädchensozialisation, Frauenbild, Bibel, Patriarchat, feministische Theologie, Gottesbild, Identitätsfindung, biblische Frauengestalten, religiöse Kinderbücher, geschlechtsspezifische Sozialisation, Ganzheitlichkeit, Vorbilder, Emanzipation, christliches Menschenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie ein authentisches, christliches Frauenbild im Religionsunterricht der Grundschule vermittelt werden kann, um Mädchen bei der Identitätsfindung zu unterstützen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die geschlechtsspezifische religiöse Sozialisation, die kritische Bibelexegese hinsichtlich patriarchaler Strukturen sowie die didaktische Aufbereitung von Frauengestalten für den Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, durch die Dekonstruktion überkommener Rollenklischees und das Aufzeigen alternativer, biblischer Lebensentwürfe Mädchen zu stärken und zur selbstbewussten Lebensgestaltung anzuregen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse feministisch-theologischer Ansätze sowie auf religionspädagogischen Überlegungen zur Umsetzung dieser Erkenntnisse in der Grundschulpraxis.

Welche Rolle spielen religiöse Kinderbücher in der Arbeit?

Sie dienen als ergänzendes Unterrichtsmedium. Die Arbeit untersucht sie kritisch daraufhin, ob sie Mädchen unterrepräsentieren oder durch einengende Rollenbilder verstärken.

Was charakterisiert das „Alltags-Heldentum“, von dem die Autorin spricht?

Es definiert sich durch den Mut zur Selbstfindung, Zivilcourage und die Verantwortung für den eigenen Lebensweg – unabhängig von medialen Superstar-Idealen.

Warum ist laut der Autorin gerade die Erzählperspektive von Mirjam so wichtig?

Durch die Erzählung aus ihrer Sicht gewinnen Mädchen eine Identifikationsfigur, und Jungen erhalten Zugang zu weiblichen Gefühls- und Erfahrungswelten.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Maria von Magdala?

Sie wird als starke, eigenständige Frau und Schlüsselfigur der Jesusnachfolge dargestellt, deren Zeugenschaft für das Zentrum des christlichen Glaubens essenziell ist.

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Details

Title
HELDINNEN der Bibel. Ein Beitrag zu einem authentischen christlichen Frauenbild im Religionsunterricht der Grundschule
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,0
Author
Petra Stichert geb. Nitsch (Author)
Publication Year
1995
Pages
130
Catalog Number
V35939
ISBN (eBook)
9783638357029
ISBN (Book)
9783638687355
Language
German
Tags
HELDINNEN Bibel Beitrag Frauenbild Religionsunterricht Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Stichert geb. Nitsch (Author), 1995, HELDINNEN der Bibel. Ein Beitrag zu einem authentischen christlichen Frauenbild im Religionsunterricht der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35939
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