Latente Steuern nach HGB und IFRS


Seminararbeit, 2004

23 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition und Entstehung latenter Steuern
2.2 Konzepte der Steuerabgrenzung
2.2.1 Differenzierung nach dem Zeitpunkt der Umkehr
2.2.2 Das Timing-Konzept
2.2.3 Das Temporary-Konzept
2.3 Methoden der Abgrenzung latenter Steuern
2.3.1 Die Liability-Methode (Verbindlichkeitsmethode)
2.3.2 Die Deferred-Methode (Abgrenzungsmethode)
2.4 Einzel- und Gesamtdifferenzbetrachtung

3. Latente Steuern nach HGB
3.1 Ansatz latenter Steuern
3.1.1 Grundlagen und Voraussetzungen
3.1.2 Passive latente Steuern
3.1.3 Aktive latente Steuern
3.2 Ausweis latenter Steuern
3.3 Bewertung latenter Steuern

4. Latente Steuern nach IFRS
4.1 Ansatz latenter Steuern
4.1.1 Grundlagen und Voraussetzungen
4.1.2 Passive latente Steuern (taxable temporary differences)
4.1.3 Aktive latente Steuern (deductible temporary differences)
4.2 Ausweis latenter Steuern
4.3 Bewertung latenter Steuern

5. Schlussbetrachtung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Das Timing-Konzept

Abb. 2 Das Temporary-Konzept

Abb. 3 Methoden und Konzepte latenter Steuerverrechnung

Abb. 4 Fälle aktiver und passiver latenter Steuern nach HGB

Abb. 5 Fälle aktiver und passiver latenter Steuern nach IAS

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Entstehung passiver latenter Steuern nach HGB

Tabelle 2 Entstehung aktiver latenter Steuern nach HGB

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhang

Beispiel 1 Passive latente Steuern - zu Seite 8 und 9 der Seminararbeit

Beispiel 2 Aktive latente Steuern - zu Seite 9 und 10 der Seminararbeit

1. Einleitende Bemerkungen

Dem Bereich der latenten Steuern im deutschen Einzelabschluss kommt bis heute nur eine geringe Bedeutung zu. Aufgrund der abweichenden Regelungen des Bilanzsteuerrechts vom HGB entstehen meist aktive Steuerlatenzen, dessen Ansatzwahlrecht selten in Gebrauch genommen wird.

Es darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Globalisierung der Absatz-, Beschaffungs- und Kapitalmärkte immer weiter voran getrieben wird. Aufgrund dieser absehbaren Internationalisierung werden immer mehr Unternehmen dazu veranlasst, ihre externen Berichterstattungen an internationale Grundsätze anzupassen. Um auf internationalen Absatzmärkten konkurrenzfähig zu bleiben sowie auf weltweiten Finanzmärkten Kapital aufnehmen zu können, werden international vergleichbare Jahresabschlüsse vorausgesetzt.

Aufgrund des fehlenden (umgekehrten) Maßgeblichkeitsprinzips in der internationalen Rechnungslegung nach IFRS und des dort verankerten Ansatzgebotes für aktive sowie passive latente Steuern, werden vermehrt Steuerlatenzen in den Handelsbilanzen entstehen.

In dieser Seminararbeit soll daher auf die Grundlagen und Entstehung latenter Steuern eingegangen werden. Wichtige Fragen, die im Rahmen dieser Seminararbeit beantwortet werden, sind: Welche Konzeptionen stecken hinter dem Begriff der latenten Steuern? Welche Methoden müssen bzw. können angewandt werden?

Im Anschluss daran wird auf die unterschiedliche Behandlung latenter Steuern nach HGB und IFRS eingegangen. Ziel ist es, die jeweiligen Bilanzierungsvoraussetzungen, die unterschiedlichen Fälle und Entstehungsursachen aktiver und passiver latenter Steuern, sowie deren Ausweis und Bewertung aufzuzeigen.

Die Entstehung latenter Steuern aufgrund von Verlustvorträgen wird im Rahmen dieser Seminararbeit nicht angesprochen.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definition und Entstehung latenter Steuern

Latente Steuern entstehen, sobald Handelsbilanz- und Steuerbilanzgewinn voneinander abweichen. Die aus dem steuerlichen Ergebnis resultierende Steuerlast ergibt demzufolge keinen sinnvollen und erklärbaren Zusammenhang zum handelsrechtlichen Ergebnis.

Das Wort „latent“ stammt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie „verborgen“[1]. Aus

der Handelsbilanz werden aufgrund der latenten Steuern die „verborgenen Steuern“, die

sich aus dem abweichenden Steuerbilanzgewinn ergeben haben, ersichtlich. Somit kann man es als „Aufgabe der latenten Steuern“ sehen, eine erklärbare Relation zwischen dem Ergebnis der Handelsbilanz und dem darin ausgewiesenen Ertragsteueraufwand herzustellen.[2] Sie dienen der periodengerechten Abgrenzung des Steueraufwands sowie dem verbesserten Einblick in die Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens.[3]

Wie kann es jedoch zu einer Abweichung von Handels- und Steuerbilanz kommen?

Verursacht wird diese Abweichung vor allem aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzung von Handels- und Steuerbilanz. Während die Handelsbilanz schwerpunktmäßig den Inves-toren und Gläubigern einen Einblick in die wirtschaftliche Lage des Unternehmens geben soll (und daher auch Gläubigerschutz und Vorsichtsprinzip eine tragende Rolle spielen), ist das Ziel der Steuerbilanz die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die abzuführende Steuer. Gleiche Sachverhalte werden daher oftmals in den beiden Bilanzen unterschiedlich, z.B. aufgrund verschiedener Abschreibungsmethoden oder der Bildung stiller Reserven, erfasst. Die daraus resultierende Steuerdifferenz kann entweder positiv oder negativ sein und führt je nachdem zu einem Aktiv- oder Passivposten für latente Steuern. Meistens werden diese Abweichungen allerdings zu späteren Zeitpunkten wieder ausgeglichen.[4]

2.2 Konzepte der Steuerabgrenzung

2.2.1 Differenzierung nach dem Zeitpunkt der Umkehr

Für die[5] Abgrenzung latenter Steuern gibt es zwei verschiedene Konzepte. Im HGB gilt das Timing-Konzept, während das Temporary-Konzept im IFRS Anwendung findet. Beide Konzepte unterscheiden die folgenden drei Differenzen:

- zeitlich unbegrenzte Differenzen
- zeitlich begrenzte Differenzen
- quasi zeitlich begrenzte Differenzen

Zeitlich unbegrenzte Differenzen werden auch als permanent differences bezeichnet. Hiervon sind alle Differenzen betroffen, die in den folgenden Perioden nicht wieder ausge-glichen werden.

Werden Aufwendungen oder Erträge in gleicher Höhe, aber in unterschiedlichen Abrech-nungsperioden erfasst, und gleichen sich diese über mehrere Perioden hinweg aus, spricht man von den zeitlich begrenzten Differenzen. Die steuerlichen Auswirkungen schlagen sich dabei in späteren Perioden ins Gegenteil um[6]. Wird die Steuerlast aufgrund von

Differenzen in der Anfangsperiode gemindert, erhöht sich dagegen die zu zahlende Steuer in späteren Perioden. Führen die Unterschiede zu einer momentanen Erhöhung des Steueraufwands, wird in den kommenden Perioden eine Minderung des Steueraufwands bewirkt. Daraus wird deutlich, dass die Entstehung zeitlich begrenzter Differenzen Auswirkungen auf den Steueraufwand der kommenden Perioden hat.[7]

Quasi zeitlich unbegrenzte Differenzen sind weder zeitlich unbegrenzt, noch eindeutig zeitlich begrenzt. Ihre Umkehr erfolgt im Gegensatz zu den begrenzten Differenzen nicht automatisch, sondern erfordert eine unternehmerische Disposition, bzw. die Unter-nehmensauflösung.[8] Es ist jedoch jährlich zu prüfen, ob eventuell aufgrund veränderter Verhältnisse oder der unternehmerischen Disposition aus quasi zeitlich unbegrenzten Differenzen zeitlich begrenzte Differenzen werden.[9]

2.2.2 Das Timing-Konzept

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Das Timing-Konzept[10], eigene Darstellung

Das Timing-Konzept orientiert sich an der Gewinn- und Verlustrechnung des Unter-nehmens. Nur diejenigen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz werden berücksichtigt, die sich im Zeitpunkt ihrer Entstehung, wie auch im Zeitpunkt ihrer Umkehr in der GuV niederschlagen.[11] Das Konzept folgt der Regelung des HGB. Gem. § 274 HGB ist nur dann die Steuerabgrenzung zugelassen, wenn sich die Differenz in den Folgejahren wieder ausgleicht. Hier spricht man von den timing differences. Diese zeitlich begrenzten Differenzen werden u.a. aufgrund von abweichenden Abschreibungsmethoden in Handels- und Steuerbilanz, die sich am Ende der Abschreibungsdauer wieder ausgleichen, hervorgerufen.

[...]


[1] Vgl. Wahrig, G. (1975), S. 359.

[2] Vgl. Heno, R. (2003), S. 377.

[3] Vgl. Klein, O. (2001), S. 1451.

[4] Zu diesem Abschnitt vgl. Klein, O. (2001), S. 1450.

[5] Mit Umkehr ist die Auflösung der Differenzen in späteren Perioden gemeint.

[6] Vgl. Coenenberg, A. (2003), S. 384.

[7] Zu diesem Abschnitt vgl. Coenenberg, A. (2003), S. 383f.

[8] Vgl. Rabeneck, J./ Reichert, G. (2002a), S. 1367.

[9] Vgl. Coenenberg, A. (2003), S.385.

[10] Vgl. Coenenberg, A. (2003), S. 385.

[11] Vgl. Klein, O. (2001), S. 1451.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Latente Steuern nach HGB und IFRS
Hochschule
Hochschule Pforzheim
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
23
Katalognummer
V35944
ISBN (eBook)
9783638357074
ISBN (Buch)
9783638676892
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
incl. einem Beispiel zu aktiven latenten Steuern und einem zu passiven latenten Steuern im Anhang
Schlagworte
Latente, Steuern, IFRS
Arbeit zitieren
Kathrin Wacker (Autor), 2004, Latente Steuern nach HGB und IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35944

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