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Das Prinzip Hoffnung in den Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert

Title: Das Prinzip Hoffnung in den Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert

Term Paper , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Janice Höber (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Für die deutschsprachige Literatur der unmittelbaren Nachkriegszeit haben sich Bezeichnungen wie Trümmerliteratur, Heimkehrerliteratur oder Literatur des Kahlschlags eingebürgert, die in jedem Fall das Programm einer realistischen, auf die Probleme der unmittelbaren Gegenwart bezogenen Literatur meinen. Ihre Entwicklung muss unter Berücksichtigung der territorialen Bedingungen gesehen werden. Demnach unterscheidet man zwischen der westdeutschen Literatur und der Literatur der sowjetischen Besatzungszone (SBZ).
Johannes R. Becher gehörte neben Bertolt Brecht, Friedrich Wolf, Arnold Zweig, Stefan Heym, Bruno Apitz et al. zu jenen Autoren, die nach 1945 aus dem Exil nach Deutschland und hier nahezu ausnahmslos in die damalige sowjetische Besatzungszone zurückkehrten und einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der ostdeutschen Literatur nahmen.
Die deutsche Literatur der westlichen Zonen wurde überwiegend von den Autoren der so genannten Inneren Emigration bestimmt, von Schriftstellern also, die Deutschland während des NS-Regimes nicht verlassen hatten. Die in dieser Zeit entstandene Literatur, wie zum Beispiel die Naturlyrik von Gottfried Benn oder Werke von Oskar Loerke und Elisabeth Langgässer, war in der Regel „apolitisch und bar jeglicher Kritik". Neben den inneren Emigranten bestimmten auch Autoren der Jungen Generation das literarische Leben in den westlichen Besatzungszonen. Zu ihnen zählen nicht nur die Anhänger der Gruppe 47 und Wolfgang Borchert, sondern auch der Einzelgänger Arno Schmidt sowie Ilse Aichinger und Peter Weiss, um nur einige weitere Namen zu nennen. Zu ihren zentralen Themen gehörte unter anderem die Problematik des Kriegsheimkehrers. Das Drama Draußen vor der Tür von Wolfgang Borchert gilt hier als repräsentatives Beispiel.
Wolfgang Borchert gehörte zu denjenigen, die das Inferno des Krieges hautnah miterlebt hatten. Als er nach kurzer Kriegsgefangenschaft 1945 in seine Heimatstadt Hamburg zurückkehrte, blieben ihm nur noch zwei Jahre, um all das hervorzubringen, was in ihm „glühte und gesagt zu werden verlangte". Der Schauspieler und Schriftsteller verfasste nicht nur das bereits erwähnte Drama, sondern schrieb auch zahlreiche Erzählungen, Gedichte sowie Kurzgeschichten, von denen in dieser Arbeit zwei genauer untersucht werden sollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Hinführung zum Thema

1.2. Abgrenzung des Themas

2. Das Prinzip Hoffnung

2.1. Begriffsdefinition

2.2. Hoffnung nach der „Stunde Null”

2.3. Hoffnung im Leben Wolfgang Borcherts

3. Die Gattung der Kurzgeschichte

3.1. Eine kurze Begriffsbestimmung

3.2. Die wesentlichsten Kennzeichen einer Kurzgeschichte

3.3. Die deutsche Kurzgeschichte in der Zeit von 1945-1950

4. Die Kurzgeschichte bei Wolfgang Borchert

4.1. Die drei dunklen Könige

4.1.1. Inhaltsangabe

4.1.2. Analyse und Interpretation unter Berücksichtigung der Schwerpunktsetzung

4.2. Nachts schlafen die Ratten doch

4.2.1. Inhaltsangabe

4.2.2. Analyse und Interpretation unter Berücksichtigung der Schwerpunktsetzung

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

7.1. Die drei dunklen Könige

7.2. Nachts schlafen die Ratten doch

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leitmotiv des „Prinzips Hoffnung“ in den Kurzgeschichten „Die drei dunklen Könige“ und „Nachts schlafen die Ratten doch“ von Wolfgang Borchert. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Borchert in der tristen und hoffnungslosen Atmosphäre der unmittelbaren Nachkriegszeit durch literarische Mittel Momente des Trostes, der Menschlichkeit und der Zuversicht in sein Werk integriert.

  • Das „Prinzip Hoffnung“ als philosophischer Begriff und existenzielle Haltung.
  • Die literaturwissenschaftliche Verortung der Kurzgeschichte in der Nachkriegszeit.
  • Wolfgang Borcherts biografischer Hintergrund und dessen Einfluss auf sein Schreiben.
  • Analytische Untersuchung der zentralen Metaphorik und Symbolik in den ausgewählten Erzählungen.

Auszug aus dem Buch

Die drei dunklen Könige

Er tappte durch die dunkle Vorstadt. Die Häuser standen abgebrochen gegen den Himmel. Der Mond fehlte, und das Pflaster war erschrocken über den späten Schritt. Dann fand er eine alte Planke. Da trat er mit dem Fuß gegen, bis eine Latte morsch aufseufzte und losbrach. Das Holz roch mürbe und süß. Durch die dunkle Vorstadt tappte er zurück. Sterne waren nicht da.

Als er die Tür aufmachte (sie weinte dabei, die Tür), sahen ihm die blaßblauen Augen seiner Frau entgegn. Sie kamen aus einem müden Gesicht. Ihr Atem hing weiß im Zimmer, so kalt war es. Er beugte sein knochiges Knie und brach das Holz. Das Holz seufzte. Dann roch es mürbe und süß ringsum. Er hielt sich ein Stück davon unter die Nase. Riecht beinahe wie Kuchen, lachte er leise. Nicht, sagten die Augen der Frau, nicht lachen. Er schläft.

Der Mann legte das süße, mürbe Holz in den kleinen Blechofen. Da glomm es auf und warf eine Handvoll warmes Licht durch das Zimmer. Die fiel hell auf ein winziges rundes Gesicht und blieb einen Augenblick. Das Gesicht war erst eine Stunde alt, aber es hatte schon alles, was dazu gehört: Ohren, Nase, Mund und Augen. Die Augen mußten groß sein, das konnte man sehen, obgleich sie zu waren. Aber der Mund war offen, und es pustete leise daraus. Nase und Ohren waren rot. Er lebt, dachte die Mutter. Und das kleine Gesicht schlief.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der historischen Situation nach 1945 und Vorstellung des Forschungsgegenstandes.

2. Das Prinzip Hoffnung: Definition des Begriffs aus philosophischer Sicht und Einordnung in den Kontext der Nachkriegsgeneration.

3. Die Gattung der Kurzgeschichte: Erläuterung der Gattungsmerkmale und der Rolle der Kurzgeschichte im literarischen Markt von 1945-1950.

4. Die Kurzgeschichte bei Wolfgang Borchert: Analyse der Erzählungen „Die drei dunklen Könige“ und „Nachts schlafen die Ratten doch“ hinsichtlich der Hoffnungsthematik.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und persönliche Reflexion über den Zugang zur Nachkriegsliteratur.

Schlüsselwörter

Wolfgang Borchert, Prinzip Hoffnung, Nachkriegsliteratur, Kurzgeschichte, Trümmerliteratur, Stunde Null, Humanität, Symbolik, Metaphorik, Zeitgeschichte, Existenzialismus, Angst, Neubeginn, Literaturanalyse, Generationenerfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Wolfgang Borchert in seinen Kurzgeschichten das „Prinzip Hoffnung“ thematisiert, um der weit verbreiteten Hoffnungslosigkeit der unmittelbaren Nachkriegszeit entgegenzuwirken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die historische Einordnung der Nachkriegszeit, die Definition von Hoffnung, die spezifischen Merkmale der Kurzgeschichte sowie die biografische Prägung Borcherts durch den Krieg.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Borcherts Erzählungen trotz ihres düsteren Settings ein „Prinzip Hoffnung“ enthalten, das durch gezielte sprachliche Mittel für den Leser erfahrbar wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturbasierten Analyse, ergänzt durch die Untersuchung zentraler rhetorischer Figuren, Symbole und der Farbsymbolik in den ausgewählten Primärtexten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Begriffsbestimmung und Gattungstheorie sowie einen praktischen Teil, in dem zwei spezifische Kurzgeschichten detailliert interpretiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind die Begriffe „Prinzip Hoffnung“, „Nachkriegsliteratur“, „Trümmerliteratur“ und die Untersuchung der speziellen „Verdichtungstechnik“ der Kurzgeschichte.

Welche Rolle spielt die Notlüge in „Nachts schlafen die Ratten doch“?

Die Notlüge des älteren Mannes dient dazu, das traumatisierte Kind von seinem zerstörerischen Wachehalten an den Trümmern des Bruders zu befreien und ihm einen neuen, hoffnungsvollen Lebensentwurf anzubieten.

Warum ist der Titel „Die drei dunklen Könige“ metaphorisch bedeutsam?

Der Titel schafft eine Parallele zur biblischen Weihnachtsgeschichte, wobei Borchert die heiligen Könige durch drei vom Krieg gezeichnete, „dunkle“ Soldaten ersetzt, die jedoch durch ihre Menschlichkeit Licht in die Not der Familie bringen.

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Details

Title
Das Prinzip Hoffnung in den Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert
College
University of Potsdam
Course
Nachkriegsliteratur
Grade
1,7
Author
Janice Höber (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V35975
ISBN (eBook)
9783638357326
ISBN (Book)
9783638806282
Language
German
Tags
Prinzip Hoffnung Kurzgeschichten Wolfgang Borchert Nachkriegsliteratur Thema Die drei dunklen Könige
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janice Höber (Author), 2004, Das Prinzip Hoffnung in den Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35975
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