Perser und Türken: Frühneuzeitliche Herodot-Übersetzungen


Magisterarbeit, 1999
83 Seiten, Note: Gut

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

A Einleitung: Parallelen zwischen den Türken der Frühen Neuzeit und den antiken Persern - Grundlagen, Ziele und Fragestellung der Arbeit

B Hauptteil: Perser und Türken - Frühneuzeitliche Herodot- -Übersetzungen
1. Geschichtliche Grundlagen aus der Zeit der Übersetzungen
1.1. Die türkischen Kriegszüge bis zum Ende des 16.Jahrhunderts
1.2. Türkenbild und Formen der antitürkischen Propaganda im 16.Jahrhundert
1.2.1. Die Haltung der Protestanten
1.2.2. Formen der antitürkischen Propaganda
1.2.3. Das Türkenbild der Reichsbevölkerung
2. Das Geschichtswerk Herodots
2.1. Die Rezeption Herodots in der Frühen Neuzeit
2.2. Herodots Perserbild
3. Die frühneuzeitlichen Herodot-Übersetzungen
3.1. Biographische Betrachtung der Übersetzer und der Drucker
3.1.1. Die Übersetzung von Hieronymus Boner
3.1.2. Die Übersetzung von Schwartzkopff
3.2. Die Widmungsvorreden
3.2.1. Die Dedicationen
3.2.2. Die Vorreden
3.3. Allgemeine Vorbemerkungen zu den Übersetzungen
3.3.1. Die Übersetzungstechnik
3.3.2. Die Übernahme frühneuzeitlicher Denkstrukturen
3.4. Perser und Griechen in den frühneuzeitlichen Übersetzungen
3.4.1. Die Komprimierung des Textes durch Boner
3.4.2. Die Darstellung der Perser und der Großkönige
a) Boner
b) Schwartzkopff
3.4.3. Die Darstellung des persischen Hellasfeldzuges
a) Boner
b) Schwartzkopff

C Schluß: Die frühneuzeitlichen Herodot-Übersetzungen - Reine Übertragungen oder verdeckte Propaganda ?

D Quellen- und Literaturverzeichnis

A Einleitung: Parallelen zwischen den Türken der Frühen Neuzeit und den antiken Persern - Grundlagen, Ziele und Fragestellung der Arbeit

Erst kürzlich fiel mir bei der Lektüre eines historischen Fachbuches folgende These des Altertumswissenschaftlers Ernst Kornemann auf: „Die Geschichte des Altertums ist eine Auseinandersetzung der griechisch-römischen Kultur mit dem Iraniertum.“[TB1][1] Er meinte damit natürlich nicht nur die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Europa und Asien (wie etwa die Abwehrkriege der Griechen im 5.Jahrhundert, der Eroberungszug Alexanders des Großen und - weit später - die Konflikte der Römer mit den Parthern und ihren Nachfolgern), sondern auch kulturelle und soziale Phänomene und Entwicklungen, die durch das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Lebensweisen entstanden. Als einer der wichtigsten Orte des Austausches der Kulturen ist der Schmelztiegel Ionien zu sehen, dessen Lage zwischen griechischem Siedlungsraum und vom asiatischen Brauchtum geprägten Völkern eine rege Kommunikation der Kulturen von vornherein bedingte. So war die ionische Weltauffassung seit jeher eine der Aufgeschlossenheit gegenüber verschiedenartigsten Tendenzen und Formen der Lebensführung und nicht zufälligerweise ist schon bei Herodot (der ja dem ionischen Raum entstammt) die Auseinandersetzung mit den Kulturen deutlich erkennbar. Doch nicht nur in der griechischen Geschichte läßt sich immer wieder die gegenseitige Beeinflussung von Europa und Asien feststellen. So tauchen auch im antiken Rom immer wieder Phänomene aus dem asiatischen Raum auf. Man denke nur daran, daß gerade im dritten Jahrhundert vermehrt Personen aus dem asiatischen Gebiet bis zum Kaisertum aufstiegen und sogar ehemalige kriegsgefangene Sklaven in einflußreiche Positionen kamen. Als weiteres Beispiel sei noch die Euphorie genannt, die das Auftauchen des kleinasiatischen Kybele-Kultes in Rom während des zweiten Punischen Krieges bewirkte. Trotzdem scheint es mir alles in allem doch angebracht, die These Ernst Kornemanns mit etwas Vorsicht zu genießen, da sie die Bedeutung anderer wichtiger Ereignisse des Altertums völlig außer acht läßt. Seine Behauptung klammert nämlich unter anderem die gesamte westliche und südliche Expansion der römischen Welt aus (z.B. Punische Kriege, Gallische Kriege oder die Eroberung Britanniens), genauso wie innere Entwicklungen, die ohne Zweifel nicht durch das Iraniertum beeinflusst wurden. Darunter sind etwa die Verfassungsentwicklung im griechischen Raum oder wichtige Ereignisse in Rom wie die Reformversuche der Gracchen zu nennen. Trotzdem gibt es eine ganze Anzahl von Historikern, welche - nicht völlig zu Unrecht - die gesamte Weltgeschichte als ein ewiges Ringen zwischen Ost und West ansehen. Und gerade auf die dieser Ansicht zugrundeliegende Duplizität geschichtlicher Ereignisse baut der Grundansatz der hier vorliegenden Arbeit auf.

Niemand wird bestreiten können, daß zwischen der persischen Großmachtbildung im Altertum und der Ausbreitung der osmanischen Herrschaftsgebiete vom vierzehnten bis zum späten siebzehnten Jahrhundert erhebliche Unterschiede bestehen. Allein die Formen der Herrschaftsorganisation und die völlig veränderte Art der Weltanschauung schließen eine Konformität der Bewegungen von vornherein aus. Und trotzdem ist es möglich, auf der Basis des bereits angesprochenen Ost-West-Gegensatzes einen Vergleich zwischen den beiden Expansionsbewegungen zu ziehen, der auch und gerade einem Menschen, der im Zeitalter der Türkenkriege lebte und von den Perserkriegen gehört hatte, auffallen mußte. So kann man nicht nur den räumlichen Ausgangspunkt der beiden Bewegungen irgendwo im fernen Asien, sondern auch viele andere Faktoren als Parallelen anführen. In beiden Fällen traf eine neu aufkommende Macht in ihrem Eroberungsdrang nach Westen auf fest etablierte Staatswesen. Sowohl die griechische Welt wie auch das Heilige Römische Reich waren nicht einheitlich organisierte Gebilde, sondern wurden vom Zusammen- und Gegeneinanderwirken der sie konstituierenden Einzelstaaten und Territorien bestimmt. Neben diesen Parallelen auf politischer Ebene gibt es aber auch eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten, die mehr in das Feld der inneren Machtausübung und der Verschiedenartigkeit der Kulturen hineinspielen. So waren beide Konflikte auch Begegnungen mit einer völlig anderen Kultur und Weltanschauung und die Hauptgegensätze zwischen Persertum und Griechenland, die Klaus Meister formuliert, lassen sich zu großen Teilen auch auf Untertanen des Sultans bzw. des Kaisers übertragen: auf der einen Seite stehen orientalische Despotie, sklavische Unterwürfigkeit und der Luxus des Hofes, auf der anderen das Streben nach individueller Freiheit, die freiwillige Unterordnung unter das Gesetz und die vergleichsweise einfache Lebenshaltung an den Höfen des Reiches.[2]

Der entscheidende Aspekt im Hinblick auf unsere Fragestellung ist aber, daß der hier angesprochene Gegensatz zwischen Europa und Asien schon bei Herodot deutlich zu erkennen ist. Bereits ganz zu Beginn seines Werkes stellt er erstmals die Begriffe Europa und

Asien gegenüber: „Denn sie [die Hellenen] hätten zuerst einen Kriegszug nach Asien unternommen, nicht die Perser nach Europa.“ (I/ 4). Ganz deutlich wird hier auch, daß vor allem die griechischen Völker in Herodot zu den Repräsentanten Europas werden, während die Barbaren und hier insbesondere natürlich die Perser Asien vertreten. Der Gegensatz zwischen Europa und Asien läßt sich also in diesem speziellen Fall auch als Gegensatz zwischen Griechen und Persern verstehen. Die Grenze zwischen den beiden Erdteilen verstand Herodot im übrigen genauso wie der moderne Betrachter: „Man schlug indessen eine Brücke über den Hellespontos, die Asien und Europa miteinander verband.“ (VII/ 33). Insgesamt zieht sich der Ost-West-Gegensatz wie ein roter Faden durch die Historien und auch dem Griechen Themistokles ist die Unterscheidung bewußt: „Denn nicht wir waren die Sieger, sondern die Götter und Heroen, die es dem einen Manne nicht gönnten, König von Asien und Europa zugleich zu sein (...)“ (VIII/ 109).

Der Grundansatz der vorliegenden Arbeit baut nun auf eben diesem Gegensatz zwischen Europa und Asien auf. Die Ausführung versucht anhand einer Analyse der beiden einzigen aus der Frühneuzeit vorhandenen Übersetzungen der Historien zu klären, ob sie den Gegensatz zwischen Griechen und Persern - wie er bei Herodot angelegt ist - aufgreifen und eventuell Vergleiche zur politischen Situation der Zeit der Übersetzungen ziehen. Dabei wird vor allem darauf zu achten sein, ob sich Gemeinsamkeiten zwischen Persern und Türken erkennen lassen und dadurch Propaganda gegen die Türken betrieben wird. Um dieses Ziel zu erreichen, wird sich die Arbeit zuerst in einem kurzen Abriß mit dem historischem Umfeld der Übersetzungen in der Frühneuzeit befassen. Da die Übersetzungen in den Jahren 1535 (von Hieronymus Boner) und 1593 (von Georg Schwartzkopff) erschienen sind, wird also vor allem die politische Entwicklung im 16. Jahrhundert und das damals vorherrschende Türkenbild eine wichtige Rolle spielen. In einem zweiten Schritt sollen die Historien Herodots mit seinem Bild der Perser im Mittelpunkt stehen. Den letzten und zugleich ausführlichsten Teil der Arbeit bildet dann die Betrachtung der Übersetzer und ihrer Drucker sowie die eingehende Analyse der beiden vorliegenden Übersetzungen.

Perser und Türken - Frühneuzeitliche Herodot-Übersetzungen

B Hauptteil: Perser und Türken - Frühneuzeitliche Herodot- -Übersetzungen

1. Geschichtliche Grundlagen aus der Zeit der Übersetzungen

1.1. Die türkischen Kriegszüge bis zum Ende des 16. Jahrhunderts

Um eine genaue Einordnung der Übersetzungen in ihren historischen Kontext zu ermöglichen, ist es unerläßlich, in einem kurzen Abriß auf die historischen Ereignisse der Zeit einzugehen. Im besonderen bedeutet dies im Zusammenhang mit dem Ziel dieser Arbeit die Beschäftigung mit der türkischen Expansion im 16. Jahrhundert, wobei neben der generellen Betrachtung von Stoßrichtung, Zielen und Mitteln der Herrschaft vor allem die Geschehnisse in den Jahren, die für die Entwicklung des historischen Bewußtseins der Übersetzer maßgeblich gewesen sein müssen, im Vordergrund stehen werden. Somit ist vor allem die Zeit vor den Übersetzungen, also die Jahre vor 1535 und 1593 in unserem Kontext von besonderer Bedeutung.

Die ersten Eroberungen des osmanischen Reiches stehen in engem Zusammenhang mit dem Niedergang der byzantinischen Großmachtstellung. Bereits unter dem ersten Sultan Osman (1288-1326), von dem das osmanische Reich seinen Namen erhielt, fingen die Türken an, von einer späteren Herrschaft über große Gebiete zu träumen.[3] Neben bedeutenden Eroberungen in Anatolien geriet auch schon der Westen in das Blickfeld der türkischen Herrscher: schon 1354 entsandten sie erstmals ein Heer nach Thrazien, 1389 besiegte Murad I. die Serben auf dem Amselfeld, was den türkischen Anspruch auf den Balkan untermauerte[4] (letztgenannte Schlacht spielt ja bis heute eine wichtige Rolle in der mythologischen Tradition der Serben und ist einer der Hauptgründe für ihren Angriff auf das Kosovo). Sieben Jahre später wurde der ungarische König Sigismund in der Schlacht von Nikopolis an der Donau vernichtend geschlagen und die türkischen Truppen drangen bis in die Steiermark vor.[5] Ungarn sollte von diesem Zeitpunkt an über 300 Jahre hinweg Mittelpunkt der Kampfhandlungen zwischen den Sultanen und den Abwehrorganisationen des Reiches bleiben. Nächstes Ziel der Sultane war die Eroberung Konstantinopels, das schon seit längerer Zeit als tributpflichtige Enklave weiterbestanden hatte.[6] Allerdings sollten die Einwohner der Stadt noch einmal eine 50jährige Gnadenfrist erhalten, denn die Türken wurden vor allem durch Ereignisse im Osten ihres Reiches abgelenkt. So wurden 1402 nur durch den freiwilligen Abzug der Mongolen unter Timurlenk der Fortbestand des türkischen Staates gesichert[7] und während der Konsolidierung der Ostgrenze in den darauffolgenden Jahren entbrannte ein von fanatischen Derwischen angefachter zehnjähriger Bürgerkrieg.[8] Dieses Zusammenspiel von türkischer Politik im Westen und Sicherung ihrer Hausmacht im Osten sollte nicht nur dem Konstantinopel jener Zeit, sondern auch den Habsburgern und dem Reich in späterer Zeit noch mehrmalig Atempausen zwischen den Kriegen bescheren. In das Jahr 1453 fällt dann die Eroberung Konstantinopels, die Heinrich Bals als fürchterliches Gemetzel schildert, das der grausame und wollüstige Sultan Mohammed II. angeordnet hatte.[9] Diese ältere Ansicht wurde allerdings unter anderem von Ulrich Klever relativiert, der eine zwar sehr blutige Vorgehensweise bei der Eroberung bestätigt, aber auch konstatiert, daß solche Gemetzel normale Vorgänge für das 15. Jahrhundert gewesen seien und auch im christlichen Abendland zu finden wären (bekanntestes Beispiel ist wohl der wallachische Fürst Vlad Dracul, der für seine immense Grausamkeit gegenüber den Türken berüchtigt war).[10] Laut Peters traten die Türken mit der Eroberung Konstantinopels die Erbschaft des Ostreiches an und wurden somit Bestandteil der politischen Welt Europas. Gleichzeitig übernahmen sie die Tradition des Ostreiches, die Eroberung westlich liegender Gebiete zu versuchen. Dies machte sie automatisch zu Feinden Venedigs, des Papsttums und der Habsburger.[11] Der Grundstein für die Intimfeindschaft der Habsburger zu den Türken war allerdings schon 1439 gelegt worden, als Herzog Albrecht II., ein Schwiegersohn König Sigismunds, auf einem Feldzug gegen die Türken sein Leben ließ.[12]

Nach dem wichtigen historischen Einschnitt von 1453 drangen die Türken auch tatsächlich schon in den folgenden Jahren Richtung Westen vor. 1456 schlug Mehmed II. („der Eroberer“) ein christliches Heer vor Belgrad, drei Jahre später eroberte er ganz Serbien und überzeugte den überwiegenden Teil des Adels, zum Islam überzutreten. Ebenso versuchte er die Bauern des Balkans mit Freiheitsversprechungen zu ködern. 1463 ließ er den bosnischen König Stjepan Tomasevic trotz eines bestehenden Vertrages hinrichten.[13] Die folgenden Jahre bis zu Mehmeds Tod 1481 sind durch den Krieg mit Venedig (1463-80) und jährliche Einfälle der Akindschis ins Reich gekennzeichnet (als Grenze etablierte sich zu jener Zeit die Donau). Diese berittenen Reiterhorden, die im Volksmund „Renner und Brenner“ genannt wurden, sorgten durch Plünderungen, Brandschatzungen und Mitnahme von Kindern als Sklaven für leichte Beute und trugen wesentlich zur Verunsicherung der grenznahen Bevölkerung bei.[14] In die Regierungszeit Mehmeds II. fällt allerdings auch ein Großteil jener Entscheidungen, die über Jahrhunderte die Grundlagen des osmanischen Reiches festigten und den türkischen Staat zum bestorganisierten Staatswesen seiner Zeit machten.[15] So sorgte Mehmed durch die Zurückdrängung der Großwesire und die Etablierung des Brudermordes dafür, daß die alleinige Macht fortan dem Sultan zukam.[16] Ferner konsolidierte er die Grenzen im Osten und Richtung Süden und legte die Basis für eine Vielzahl der Merkmale, die Josef Matuz in seiner Studie als die Hauptcharakteristika des türkischen Weltreiches herausarbeitete: die Zentralisierung des Reiches in Richtung Istanbul, das Rechtswesen, die Delegation von Aufgaben durch den despotischen Herrscher, die schwache Aristokratie, den bürokratischen Apparat und die Territorialverwaltung. Als entscheidenden Faktor sieht Matuz vor allem aber die herausragende Bedeutung des Militärapparates an und macht dabei deutlich, daß der türkische Sultan auf die Einnahmen aus der Kriegsbeute angewiesen war, da die im eigenen Reich produzierten Güter nicht zur Deckung des Bedarfs ausreichten.[17] Somit waren die osmanischen Herrscher nicht nur aus religiösen Gründen zur Ausweitung ihres Territoriums gezwungen.

Unter den Nachfolgern Mehmeds II. trat für den Westen eine kurze Phase der Entspannung ein. Zwar unternahm Bayesid II. (1481-1512) verschiedene Raubzüge in die Steiermark, nach Krain und nach Kärnten und eroberte die Herzegowina[18], doch wurde er durch Ereignisse im Osten seines Reiches von weiterreichenden Unternehmungen gegen das Reich und Italien abgehalten. Im Jahre 1502 schloß er einen vorläufigen Frieden mit Venedig, um die Hände im Kampf gegen den safawidischen Herrscher Ismail Schah frei zu haben.[19] Bayesids Nachfolger Selim I. schloß sich der Taktik seines Vaters an und hielt sich durch Verträge mit Venedig und Ungarn den Rücken für seine Feldzüge gegen Ägypten und im Inneren Kleinasiens frei. Neben der Annahme des Kalifats 1517 schaffte er es auch, ganz Anatolien in türkische Hände zu bringen. Auf seinen Feldzügen von 1513 bis 1519 verdoppelte er das Territorium des türkischen Reiches.[20] Sein Tod 1520 verhinderte den geplanten Feldzug in den Westen und sorgte für große Erleichterung in den grenznahen Gebieten, da Selim als Erbfeind der Christen, Menschentöter und Verwüster galt.[21] Die Aufgabe weiterer Eroberungen in Ungarn und gegen den Iran vererbte er seinem Sohn Süleyman I. (1520-66).[22]

Mit Süleyman beginnt die Phase der türkischen Aggression, die für unser Thema besonders interessant ist. Denn gerade die Jahre des Vordringens Richtung Wien dürften für die Entwicklung von Boners politischer Meinung entscheidend gewesen sein und seine Übersetzung wesentlich mitbestimmt haben (auf Boners politische Grundhaltung und seine Einbindung in politische Entscheidungen durch seine Position als hoher Stadtbeamter wird in einem späteren Kapitel noch ausführlicher eingegangen werden). Süleyman I. ließ nach seinem Regierungsantritt kaum Zeit vergehen und führte schon im Jahr 1521 den von seinem Vater geplanten Feldzug auf dem Balkan durch. Er eroberte noch im selben Jahr Belgrad und drang tief in ungarisches Gebiet vor. Zugleich sicherte er sich durch die Einnahme von Rhodos die Vorherrschaft im östlichen Mittelmeer, die durch Flottenbasen in Nordafrika ausgebaut wurde.[23] Zwei entscheidende Faktoren bestimmten den Erfolg der türkischen Eroberungszüge dieser Jahre im wesentlichen mit: zum einen die Konzentration Kaiser Karls V. auf die Sicherung seiner innenpolitischen Stellung gegen das Luthertum (erst nach der Schlacht von Mohacz 1526 erkannte Karl die unbedingte Notwendigkeit des Einschreitens gegen die Türken)[24], zum anderen die Annäherung der beiden Todfeinde Karls, des französischen Königs Franz I. und des Sultans. Diese gipfelte - trotz der grundsätzlichen Vereinbarung der christlichen Staaten zum Kampf gegen die Ungläubigen im Frieden von Madrid 1526 - in einem Freundschaftsvertrag zwischen Frankreich und der Türkei (1536). Erst nach dem Tode Franz I. (1547) kühlte das Verhältnis der beiden Vertragspartner merklich ab und spielte fortan kaum mehr eine Rolle im politischen Kalkül der habsburgischen Kaiser.[25]

Fünf Jahre nach der Eroberung Belgrads rückte bereits das nächste große Heer der Türken gegen Ungarn an. Da König Ludwig von Ungarn ein türkisches Angebot zu einer friedlichen Unterwerfung ausgeschlagen hatte und sich statt dessen der Entscheidungsschlacht stellte, wurde er am 29. August 1526 bei Mohacz vernichtend geschlagen und selbst getötet.[26] Laut Bouillon wurde nach Mohacz zum erstenmal die osmanische Gefahr im Reich als ernsthafte Bedrohung empfunden und diese Angst sollte sich drei Jahre später zu einer tatsächlichen Furcht um die territoriale Integrität des Reiches steigern.[27] Wir können also davon ausgehen, daß Boner spätestens 1526 die Türkengefahr als wirkliche Bedrohung für das Reich empfunden hat. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß er durch seine Position als hoher Beamter der Reichsstadt Colmar schon weit früher als die Allgemeinheit die Gefahr der osmanischen Expansion klar erkannt hat.

Spätestens mit der Schlacht von Mohacz ging auch die Aufgabe der Abwehr der Türken vom ungarischen König auf den habsburgischen Kaiser über.[28] Bereits 1529 rollte die nächste große Angriffswelle der Türken gegen das Reich. Der türkische Pascha Mihal Oglu eroberte zuerst Buda und stand dann im Sommer vor Wien.[29] Das Hauptheer unter Süleyman erreichte Ende September die Tore der Stadt. Auch ein unter dem Pfalzgrafen Friedrich entsandtes Reichsaufgebot, das nun wegen der akuten Gefährdung des Reiches auch von den protestantischen Ständen mitunterstützt werden mußte[30], konnte den Belagerungsring der Türken nicht sprengen. Nur durch die schlechte Versorgungslage seiner Truppen wurde der Sultan Mitte Oktober dazu gezwungen, die Belagerung abzubrechen und sich Richtung Ungarn zurückzuziehen. Trotz des Scheiterns vor Wien hatte er zwei seiner Hauptziele erreicht: einerseits konnte er durch zahlreiche Plünderungen reiche Beute mit nach Hause nehmen[31] andererseits festigte der Feldzug die Position seines Vasallen Johann Zapolya, den er nach der Schlacht von Mohacz 1526 als König von Ungarn eingesetzt hatte. Ungarn diente fortan als Pufferstaat zwischen der türkischen und der habsburgischen Interessensphäre und wurde somit zum Hauptstreitobjekt der folgenden Jahre.[32]

1532 scheiterte ein erneuter Angriff der Türken vor Güns, was zu einem ersten Waffenstillstand der beiden Parteien 1533 führte. Das Reich des Sultans erstreckte sich von Bagdad im Osten bis nach Ungarn im Westen, von Nordafrika bis ans Schwarze Meer. Weitere Verhandlungen führten zum Vertrag von Großwardein (1538), in dem Erzherzog Ferdinand erreichte, daß er nach dem Tode Zapolyas als türkischer Vasall zum König von Ungarn gekrönt werden sollte.[33] Allerdings brach Süleyman dieses Versprechen zwei Jahre später, nahm 1541 Budapest ein, begründete eine türkische Provinz an der Donau und machte Zapolyas Sohn Ferdinand in Nordwestungarn zum Herrscher.[34] Schon im Jahre 1540 hatte Süleymans Flottenbefehlshaber Chaireddin Barbarossa eine europäische Allianz unter Andrea Doria bei Prevesa besiegt und damit die Stellung der Türken im östlichen Mittelmeer untermauert.[35]

Das Ende des Ungarnfeldzuges von 1541 leitete eine neue Phase des Konfliktes ein, den Majoros als „Burgenkrieg“ bezeichnet - ein 140 Jahre andauernder Stellungskrieg auf ungarischem Gebiet.[36] Tatsächlich war eine militärische Pattsituation eingetreten: der militärische Anfangsdruck der Türken einerseits war abgeflacht, der Kaiser andererseits zu schwach, verlorene Gebiete zurückzuerobern (nicht zuletzt auch darum, weil er immer wieder gegen andere Feinde einschreiten mußte). Dieses militärische Gleichgewicht in Ungarn sollte bis 1683 bestehen, als die Türken nach einem letzten großen Aufbäumen vor Wien die im frühen 16.Jahrhundert eroberten Gebiete wieder preisgeben mußten.[37] Aufgrund der veränderten militärischen Situation erkannten beide Seiten sehr bald, daß ein Friedensschluß wohl die beste Lösung sein würde. So erkaufte sich Kaiser Karl V. den Frieden von Adrianopel von 1547 mit 30000 Golddukaten und jährlichen Tributen.[38] Dies läutete eine Phase der Beziehungen ein, die Schulze als Friedensepochen bezeichnet (1547-66).[39] Gelegentliche Feldzüge von beiden Seiten wechselten sich mit neuerlichen Friedensverhandlungen und Waffenstillständen ab. Insgesamt waren es vergleichsweise ruhige Jahre für den Kaiser, da er im wesentlichen nur darauf bedacht sein mußte, den Grenzstreifen zu sichern.[40] Während eines erneuten Türkenkrieges in Ungarn (1565-68) starb Sultan Süleyman I. bei der Belagerung der Stadt Szigeth (1566), was einen Einschnitt in der türkischen Politik bedeutete. Während der Regierungszeit Süleymans hatte das osmanische Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht gestanden, nach 1566 setzten unter seinen unfähigen Nachfolgern erste Verfallserscheinungen ein. So wurde der Einfluß des Harems in der Politik immer größer und die eigentliche Macht ging auf die Großwesire über. Die Sultane selbst wurden zu Marionetten der Macht degradiert.[41] Welche bedeutsame Leistung Süleyman während seiner Regierungszeit für das osmanische Reich erbracht hatte, läßt sich am besten anhand seiner Beinamen erschließen: „der Prächtige“ und „der Gesetzgeber“ deuten auf den ungeheuren Glanz seiner Herrschaft, die Pracht seiner Bauten und den von ihm konsequent weiterbetriebenen Ausbau der Institutionen hin. Dagegen geht der Beiname „der Friedfertige“ angesichts 13 großangelegter Feldzüge eher etwas am wahren Charakter seiner Außenpolitik vorbei.[42] Doch das osmanische Reich selbst war in der Phase seiner Regierung auf dem absoluten Höhepunkt seiner Macht und erreichte seine größte territoriale Ausdehnung.

Nach einer erneuten Vereinbarung zwischen dem Kaiser und Sultan Selim II. (Frieden von Edirne 1568) einigte man sich im Jahr 1570 auf den Vertrag von Speyer, der Ungarn nach dem bestehenden Status quo aufteilte und den Enkel König Janos I., Janos Zsigmond Zapolya, zum Thronverzicht zwang.[43] Der neue türkische Sultan war weit weniger stark als sein Vater dazu entschlossen, türkische Ansprüche Richtung Mitteleuropa durchzusetzen, wurde allerdings auch durch den Zypernkrieg (1570) und einen drohenden Konflikt mit Spanien zu einer Verständigung mit dem Kaiser gezwungen. Den Sieg der spanischen Flotte in der größten Seeschlacht des Jahrhunderts bei Lepanto (1571) sieht Klever vor allem als Prestigeerfolg an[44], allerdings versäumten die Sieger es in der Folgezeit, die türkische Dominanz im östlichen Mittelmeer zu brechen. Selim II. ging unter dem Beinamen „der Säufer“ in die Geschichte ein - mit ihm begann die Weitergabe der Macht an die Großwesire.[45] Sein Nachfolger Murad III. (1574-96) hatte wie viele Sultane vor ihm mit inneren Wirren im Osten seines Reiches zu kämpfen (Perserkrieg 1578-90) und so kam es bis zum Jahre 1592 nie zu einem großangelegten Feldzug im Westen, sondern nur zu gelegentlichen Grenzverletzungen der Akindschis. Da Kaiser Rudolf II. dieser dauernden Raubzüge in sein Territorium jedoch bald überdrüssig wurde, kündigte er 1592 den Frieden mit dem Sultan auf.[46] Dies führte letztendlich zum sogenannten „langen Türkenkrieg“ (1593-1606), in dessen Anfangsphase die kaiserlichen Truppen bedeutsame Erfolge erzielen konnten[47], in dem es aber Mehmed III. 1603 wieder gelang, die osmanische Oberhoheit in Siebenbürgen und in den Donaufürstentümern wiederherzustellen. Der Weg in den Krieg war dem Kaiser erst durch die zeitweise Unterstützung der protestantischen Stände und durch die Ablenkung der türkischen Sultane durch Revolten im Osten ihres Reiches geebnet worden. Allerdings war die Türkenfrage vom Kaiser schon ab 1566 vorrangig behandelt worden.[48] Im Frieden von 1606 mußte er sich trotzdem mit dem status quo ante zufriedengeben und die Tatsache anerkennen, daß Ungarn auch weiterhin Schauplatz der Auseinandersetzungen sein würde.

Zusammenfassend läßt sich für das späte 16. Jahrhundert sagen, daß das osmanische Reich ab 1566 deutlichen Verfallserscheinungen unterlag: die Sultane gaben ihre Macht nach und nach an die Großwesire oder an den Harem ab („Weiberherrschaft“), die Expansion war in alle Richtungen gestoppt und am Sultanshof florierte das Bestechungswesen. Zudem hatten die Bewohner unter starken inflationären Tendenzen und immensen Steuererhöhungen zu leiden.[49] Doch trotz aller latenten Dauerkrisen im Inneren war nach außen wenig vom Niedergang des Großreiches zu spüren: das türkische Heer galt trotz einiger Niederlagen noch immer als nahezu unbesiegbar[50] und von einer Bedrohung der osmanischen Weltmachtstellung konnte um 1600 noch keine Rede sein.[51]

Damit wirft sich in diesem Zusammenhang vor allem noch folgende Frage auf: Welche historischen Tendenzen werden die beiden Übersetzer bei ihrer Arbeit beeinflußt haben? Boners Übersetzung aus dem Jahr 1535 ist mit absoluter Sicherheit sehr stark von der ersten großen Welle der Türkenfurcht geprägt. Nach der Schlacht von Mohacz und der Belagerung Wiens war der Türke als Erbfeind der Christen in das Bewußtsein der Menschen gerückt und Boner wird sich dieser Haltung nicht ganz entzogen haben können. Der vorläufige Friedensschluß 1533 wird daran auch nur wenig geändert haben. Bei Schwartzkopffs Übersetzung (1593) stellt sich das Problem etwas anders dar. In seinem historischen Bewußtsein wird sich in erster Linie der Eindruck häufiger Grenzverletzungen durch türkische Reiterhorden und wiederholter Vertragsbrüche durch den Sultan verfestigt haben. Demgegenüber wird er die latente Türkenangst wegen der relativ gefestigten Grenze nicht so stark wie Boner empfunden haben. Der „lange Türkenkrieg“, der genau im Erscheinungsjahr der Übersetzung begann, spielt meiner Meinung nach allerdings keine Rolle mehr für etwaige Veränderungen in seinem Werk (allein wegen des Zeitraumes, der für die Abfassung der Übersetzung veranschlagt werden muß). Den historischen Hintergrund der beiden Übersetzer gilt es bei Schlußfolgerungen über Tendenzen in ihrem Werk aber auf jeden Fall im Hinterkopf zu behalten.

1.2. Türkenbild und Formen der türkenfeindlichen Propaganda im 16. Jahrhundert

1.2.1. Die Haltung der Protestanten

Grundpfeiler der protestantischen Türkenanschauung waren drei Flugschriften Martin Luthers („Vom Kriege wider die Türcken“, 1528; „Heerpredigt wider den Türcken“, 1531; „Vermanung zum Gebet wider den Türcken“, 1541), in denen er seine Grundhaltung gegenüber dem Problem darlegte.[52] Für Luther waren die Osmanen Teil eines göttlichen Heilsplanes und fungierten als „Geißel und Zuchtrute Gottes“ gegen die Sündhaftigkeit der Menschen. Gleichzeitig waren sie aber auch Werkzeuge des Teufels, da sie gegen die wahren Gläubigen wüteten. Nur Buße und Bekehrung konnten zu einer Rettung der Menschen in Mitteleuropa führen; den Kampf gegen die Türken sah aber auch Luther als eine Pflicht an.[53] Seine Einstellung zu dem Problem unterschied sich insgesamt nur geringfügig von der Haltung der katholischen Kirche. Trotzdem schoben sich beide Konfessionen gegenseitig die Schuld zu und machten neben der Maßlosigkeit der Untertanen und dem Verrat durch Frankreich vor allem die Ketzerei der jeweils anderen Konfession für die Erfolge der Türken verantwortlich.[54] Luther ging sogar so weit, den Papst als schlimmstes Übel einzustufen und erst danach die Türkengefahr zu nennen.[55] Mit seinem Tode setzte sich allerdings auch unter den protestantischen Bevölkerungsschichten die Auffassung durch, der Krieg gegen die Türken sei ein gerechter Abwehrkrieg.

Sehr aufschlußreich für die Beurteilung der Türkenanschauung des Protestantismus ist auch der Blick auf das Verhalten der reformierten Stände. Nicht ganz zu Unrecht sieht Fischer-Galati die türkische Expansion als wichtigsten Faktor für die Konsoldierung des Luthertums bis 1555 an.[56] Fakt ist, daß im gesamten 16.Jahrhundert der Kaiser immer an zwei Fronten zu kämpfen hatte - innenpolitisch wie auch außenpolitisch. Steigerte sich der Kampf nach innen bis zum Augsburger Religionsfrieden teilweise bis hin zu offener Rebellion und Kriegshandlungen (z.B. Schmalkaldischer Krieg), so wurden nach 1555 - wie Winfried Schulze in seiner Darstellung sehr präzise darlegt - vor allem die häufig zusammentretenden Reichstage zum Schlachtfeld. Hauptsächlich ging es fortan um die Verteilung der Lasten für die Türkenkriege. Treffender als Raimund von Montecuccoli, einer der Heerführer gegen die Türken, hätte man das Grundroblem der Zeit nicht auf den Punkt bringen können: „Drei Dinge braucht man zum Kriegführen: Geld, Geld und noch einmal Geld.“[57] Und genau darum stritten die Gruppierungen auf den Türkenreichstagen des späten 16. Jahrhunderts.

Schulze teilt die protestantischen Reichsstände bis 1555 grundsätzlich in eine sächsische und eine pfälzische Gruppe ein. Die sächsische Gruppe erkannte deutlicher, welche Gefahr die Türken für die territoriale Integrität des Reiches bedeuteten und war deshalb in grundsätzlich zu einer Unterstützung des Kaisers bereit. Die pfälzische Gruppe dagegen wollte finanzielle und militärische Mittel nur gegen eine Abstellung der Gravamina - also der Mißstände im Reich - zur Verfügung stellen.[58] Hauptgrund für die unterschiedliche Grundhaltung der beiden Gruppen war die wesentlich schlechtere strategische Lage der sächsischen Gruppe im Falle eines Durchbruchs der Türken. Deshalb war die sächsische Gruppe auch darauf angewiesen, daß heranrückende osmanische Heere durch den Kaiser in Ungarn oder Österreich gestoppt wurden, was nur durch ausreichende Geldzahlungen garantiert werden konnte. Insgesamt befanden sich die protestantischen Stände aber während des gesamten 16. Jahrhunderts in einem Dilemma: der Adel mußte einerseits auf eine militärische Abwehr der Türken drängen, da ein Vordringen der Türken auf Reichsgebiet unter Umständen den völligen Umsturz der sozialen Ordnung bedeutet hätte[59], andererseits wollte man dem Kaiser keineswegs zu viele Gelder bewilligen, die er dann zur persönlichen Machtsteigerung und einer Änderung der Verfassung hätte verwenden können.[60] Tatsächlich versuchte der Kaiser, Divergenzen unter den Reichsständen zurückzudrängen und baute zu diesem Zweck ein umfangreiches Propagandanetz auf, das die Greueltaten der Türken übersteigerte und unter den Schlagworten Christenheit - Vaterland - deutsche Nation die protestantischen Stände gewissermaßen zur Unterstützung zwingen sollte. Die Protestanten hingegen warfen dem Kaiser eine zu offensive Politik vor und erklärten ihrerseits, auf einen Frieden mit den Türken hinzuarbeiten.[61] Diese Position wurden allerdings sogar durch protestantische Gelehrte ad absurdum geführt, da sie den Abwehrkampf als „gerechten Krieg“ oder „Notkrieg“ bezeichneten und im Glauben an die Obrigkeit die Türkensteuern unterstützten.[62]

Ausgetragen wurde der Kampf zwischen Kaiser und protestantischen Ständen auf den elf Reichstagen zwischen 1556 und 1608, die als „Türkenreichstage“ bekannt geworden sind, weil die Frage der Reichstürkenhilfen alleiniger oder bestimmender Programmpunkt der Verhandlungen war.[63] Da es für die Stände keinerlei Verpflichtung zur Hilfe gab, solange sich die Türken außerhalb des Reichsgebietes befanden (der Grenzstreifen verlief bekanntermaßen durch Ungarn), war der Kaiser mehr oder weniger auf freiwillige Hilfen angewiesen. Gerade nach 1576 sollte ohne die Unterstützung der Reichsstände der Schutz der Grenze in Ungarn nahezu unmöglich werden.[64] Die Phase bis 1600 war dann auch durch ein dauerndes Hin und Her geprägt: teilweise bewilligten die Reichsstände die sogenannten Römermonate, beim nächsten Reichstag wiederum legten sich die Protestanten quer und verweigerten weitere Zahlungen trotz des ständigen Drängens von kaiserlicher Seite. Daß sich die protestantischen Stände ihres „türkischen Vorteils“ sehr wohl bewußt waren, zeigt die Grundsatzerklärung des Heilbronner Konvents: „Keine Bewilligung ohne die Abstellung von Gravamina!“[65] Die Türkenbedrohung wurde also als innenpolitischer Hebel genutzt und dem Kaiser nur dann Abhilfe versprochen, wenn er anderen Forderungen der Protestanten nachgeben würde. Trotzdem rückten die Stände während des „langen Türkenkrieges“ von 1593 bis 1606 enger zusammen und brachten eine einheitliche Verteidigung des Reiches zustande (nicht zuletzt durch die Drohung des Kaisers, die Reichstage in wichtigen Entscheidungen durch die Reichskreistage zu ersetzen).[66] Abschließend läßt sich feststellen, daß zwar viele protestantische Stände durchaus versuchten, die Türkengefahr im Sinne eigener Politik im Reich auszunutzen und dem Kaiser mancherlei Zugeständnisse abzuringen, die große Mehrheit der protestantischen Reichsbevölkerung aber dieselbe Grundhaltung den Türken gegenüber zeigte wie die katholischen Bewohner. Deswegen sind Phänomene wie die Türkenfurcht und der gesteigerte Widerstandswille in beiden Konfessionen absolut identisch.

1.2.2. Formen der türkenfeindlichen Propaganda

Um den Abwehrwillen der Reichsbevölkerung zu stärken und die bereitwillige Abführung der immer weiter steigenden Türkensteuern zu garantieren, wurden bewußt übersteigerte Feindbilder verbreitet, die eine erhöhte Bedrohungsvorstellung in der Bevölkerung bewirken sollten. Als wichtigste Mittel der Verbreitung erkennt Schulze den Druck und die Kanzel.[67] Allerdings wurden in Phasen allzu übersteigerter Unruhe auch Trostschriften verteilt und Trostreden gehalten, um allzu große Unruhe zu vermeiden.

Zu den wichtigsten Mitteln der Beeinflussung der Bevölkerung sind die „Neuen Zeitungen“ zu zählen, deren Erscheinen erst durch die Erfindung des Buchdrucks möglich geworden war. Thomas Bouillon, der die umfangreiche Sammlung an Türkendrucken der Staatsbibliothek Hannover untersucht hat, stellt fest, daß sich die frühe Hochblüte des Buchdrucks vor allem der militärischen Bedrohung durch die Türken und dem fremden Kulturkreis gewidmet hat.[68] Bis ins 17. Jahrhundert seien vorwiegend im süddeutschen Raum etwa 1000 deutschsprachige Türkendrucke erschienen, die meist ohne Wahrheitsprüfung Greueltaten der Türken wiedergegeben und Siege des Kaisers wirkungsvoll ausgeschmückt hätten.[69] Laut Vocelka wurde in den Türkendrucken der Türke als blutige, grausame, unmenschliche und negative Gestalt dargestellt, als Erbfeind aller Christen, den Gott als Strafe für die Mißstände in der Lebensweise der Bevölkerung geschickt habe. Zudem sei oft ein ganzer Kanon von Gewalttaten zu finden, wobei besonders Gewalt gegen Frauen und Kinder herausgestellt würde.[70] Sicher sind die Beschreibungen nicht ganz von der Hand zu weisen, doch der Kriegsalltag war auf beiden Seiten hart und grausam. Dieselben Klischees wurden dann auch in anderen Erscheinungen wie Flugschriften oder Türkenbüchern bedient. So bietet Simon Walders „New Türckenbüchlein“ von 1558 Vorschläge zur Bekämpfung des Feindes.[71] Ulrich von Hutten ruft mit Schlagwörtern wie „den blutdürstigen wütrich den Türcken“ dazu auf, innere Spannungen zu vermeiden und zusammen in den Krieg zu ziehen.[72] Höhepunkt der Türkendrucke war das Jahr 1571 mit insgesamt 191 Drucken, die hauptsächlich den spanischen Sieg bei Lepanto hochstilisierten.[73] Eine besonders ausgefeilte Form der Propaganda waren die sogenannten „Absagebriefe“, fingierte Kriegserklärungen des türkischen Sultans an den Kaiser, die in Wahrheit von der kaiserlichen Kanzlei in Jahren besonders großer Bedrohung herausgegeben wurden. Sie sollten deutlich machen, daß nur ein Zusammenhalten aller Bewohner des Reiches den Sultan in seinem Eroberungsdrang hätte aufhalten können.[74]

Eine weitere Gelegenheit der Manipulation der Bevölkerung bot sich während der allwöchentlichen Gottesdienste. Vor allem die katholische Kirche forderte das Verbot jeglicher Vergnügungen und verbreitete die Auffassung, daß nur ein besserer Lebenswandel aller Deutschen Abhilfe schaffen könne. Zudem manipulierte sie gezielt Informationen und wertete kaiserliche Siege auf, während sie türkische Siege zum Teil ganz verschwieg.[75] In Sonntagspredigten wurden gezielt Unwahrheiten verbreitet, die wegen des hohen Analphabetismus von der Mehrzahl der Zuhörer auch kaum auf ihren Wahrheitsgehalt hin geprüft werden konnten. Insgesamt war die Kirche ein entscheidendes Medium für die Veröffentlichung von Nachrichten über die Türken.[76]

Neben diesen meist auf irgendeine Weise zentral organisierten Propagandamitteln verbreitete sich aber auch eine neue Form der Türkenabwehr im Alltag der Reichsbevölkerung. Die Figur des Türken tauchte auf einmal im Brauchtum und im Volksschauspiel auf, man beging Türkenfeiertage, läutete aus Angst die Türkenglocken und betete Gebete, die um eine rasche Erlösung von der Türkenplage baten, aber auch die Türken an sich verdammten.[77] Eine weitere Form waren die neu entstehenden Türkenlieder, die es sowohl in ihrer weltlichen als auch in ihrer geistlichen Spielart gab. Weltliche Türkenlieder handelten hauptsächlich von Kriegsereignissen und Schlachten und riefen zum Kampf gegen die Ungläubigen auf.[78] Geistliche Türkenlieder wurden sogar in geistliche Gesangsbücher aufgenommen und gehörten zum regelmäßig gesungenen Kanon in den Kirchen.[79] Beiden Arten des Gesangs lag zwangsläufig eine starke Typisierung des Türken zugrunde und es standen wiederum Grausamkeiten und Unmenschlichkeit im Vordergrund des Geschilderten.

Abschließend läßt sich über die Türkenpropaganda des 16. Jahrhunderts sagen, daß vor allem die Erfindung des Drucks den entscheidenden Anstoß zu ihrer tatsächlichen Wirkung gegeben hat und daß durch die äußerst einseitige Beschreibung des Kriegsverlaufs den meisten Menschen ein Bild des Türken vorgegeben wurde, daß sie aufgrund ihres niedrigen durchschnittlichen Bildungsgrades überhaupt nicht revidieren konnten. Schulze meint, daß der inneren Bedrohung der Gesellschaftsordnung mit der Verbreitung spezieller Feindbilder begegnet wurde.[80] Leider muß man feststellen, daß sich die hier verbreiteten Feindbilder trotz immer häufiger werdender objektiver Berichte über das fremde Land und Volk (z.B. Reisebeschreibungen) mindestens bis hin zur Aufklärung in den Köpfen der Bevölkerung gehalten haben und das negative Bild erst dann durch neuere Forschungen widerlegt wurde.[81]

1.2.3. Das Türkenbild der Reichsbevölkerung

Bereits seit den ersten Eroberungen der Araber in Spanien hatte die christliche Welt Unbehagen gegenüber der fremden Religion und den fremden Sitten gezeigt. Von der islamischen Vorstellung des Heiligen Krieges, der die Eroberung nichtislamischer Gebiete gewissermaßen zum Grundsatz des Glaubens erhob, ging eine ständige Bedrohung des christlichen Abendlandes aus.[82] Das Vordringen des Islam wurde in Europa aber immer auch als Bewährungsprobe Gottes gesehen. So äußerte schon der englische Theologe John Wyclif (1320-84) die Überzeugung, der Islam wäre die Strafe für die Verweltlichung der Kirche. Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 setzten vor allem die Kirchen und Stände des Reiches auf ein Wiederaufleben des Kreuzzuggedankens.[83] Auch wenn diese Strategie nicht wie erhofft zum Ziel führte, fiel doch die oben beschriebene Propaganda bei allen Bevölkerungsschichten auf fruchtbaren Boden. Die Türken wurden im Laufe des 16. Jahrhunderts immer mehr zum Inbegriff des Bösen schlechthin und zu Erbfeinden aller Christen; ihre Eroberungsgier und ihre Grausamkeit wurden sprichwörtlich (Schlagwörter wie „viehische Servitut“ oder „das tyrannische Joch“ tauchten immer häufiger in Texten auf). Großteile der Bevölkerung glaubten an die „natürliche Feindschaft“, die nicht zuletzt in Gebeten herausgestellt wurde. Angeprangert wurden zudem die Treulosigkeit und Wortbrüchigkeit der Türken, ihre Nichtachtung familiärer Bindungen (wegen der Vielehe) und die Praxis der Sklaverei und des „Knabenlesens“, das aus gefangenen Christenkinder die gefürchtetste Eliteeinheit des osmanischen Heeres (die Janitscharen) machte. Diese Perhorreszierung der Türken entsprang aber nicht nur einer geschickt angewandten Taktik der Fürsten zur Disziplinierung der Bevölkerung, sondern war auch Ausdruck der riesigen Furcht vor der fremden und unbekannten Macht.[84] Die sogenannte „Türkenfurcht“ schien dabei für weite Teile des Reiches völlig unbegründet zu sein, denn wirklich ernsthaft gefährdet war von der türkischen Invasion nur Österreich selbst. Am meisten fürchtete man Plünderungen und Sklaverei, den Kinderraub, die Ausrottung der Christenheit und eine türkische Politik der verbrannten Erde.[85]

Daß diese Furcht hauptsächlich durch die von den Fürsten verbreitete Propaganda provoziert wurde, liegt auf der Hand. Sie war ein wirksames Instrument zur Stabilisierung der bestehenden Ordnung, zur Sicherung von Gehorsam und Vertrauen und zur Erhebung von immer neuen Türkensteuern.[86] Doch selbst eine noch so geschickt geplante Propaganda konnte nicht verhindern, daß die Unzufriedenheit der Bevölkerung über die Steuern und der Unmut über die Steuerbefreiung des Adels ständig wuchs. Selbst Reichspfennigmeister Geizkofler mußte „bekhennen, das die unterthanen aller orten sehr hoch beschwert“ sind.[87] Vor allem die Tatsache, daß viele Reichsfürsten durch Überbesteuerung der Untertanen in die eigene Tasche wirtschafteten und den so erzielten Ertrag oftmals zum Aufbau eines frühabsolutistischen Staatswesens benutzten[88], brachte die Gefahr mit sich, daß die Untertanen eher mit den Türken sympathisieren würden (eine Herrschaft der Türken schien tatsächlich für den einzelnen mehr zu versprechen als das grundherrschaftliche System der Landesfürsten). Um dieser Stimmung entgegenzuwirken, brachten die Stände wiederum ein Vielfaches an Propagandamaterial auf den Markt.[89]

Besonders haarsträubend wirkt die Propaganda, wenn man sich verdeutlicht, welche Verhaltensweisen der Türke in der Realität an den Tag legte. Der oft stilisierte religiöse Fanatismus und der Mythos des Erbfeindes entbehrte in der Wirklichkeit jeder Grundlage: die osmanischen Paschas zeichneten sich gerade durch eine in der Frühneuzeit völlig ungewöhnliche religiöse Toleranz aus. Ein Zusammenleben von Muslimen und Christen war solange absolut unproblematisch, wie sich die Christen an die Regeln des Staates hielten und ihre Steuern entrichteten.[90] Die vielzitierte türkische Grausamkeit war einerseits Wesen der damaligen Zeit, andererseits asiatisches Brauchtum. Laut Peters wurden unter den Sultanen die Härten des Korans sogar gemildert und ein gerechteres Gesetz eingeführt.[91] Der Sklavenhandel der Türken unterschied sich nur insofern von dem Sklavenhandel Genuas oder Venedigs, als auch Sklaven im osmanischen Reich noch die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg hatten und sich nicht von vornherein in einer aussichtslosen Lage befanden.[92]

Abschließend gilt es noch zu bemerken, daß in der Propaganda bewußt Einzelfälle herausgegriffen wurden, die den Türken an sich bloßstellen sollten. Positive Züge wie die Kultur- und Wissenschaftsblüte oder die Gemütlichkeit und Menschlichkeit des Osmanen im Privatleben[93] wurden nur in den wenigsten Drucken angesprochen. Von einer objektiven Beurteilung der Türken konnte also nur in den seltensten Fällen die Rede sein.

Für die Analyse der beiden vorliegenden Herodot-Drucke scheint mir daher die Suche nach den oben genannten Stereotypen des Türken unerläßlich zu sein. Besonders wichtig ist dabei die Frage, ob sie auch auf die Perser übertragen wurden. Die Untersuchung des Perserbildes wird deshalb einer der wichtigsten Punkte der Analyse sein und unter Umständen Aufschluß darüber geben, ob die Übersetzungen auch als Propaganda gegen die Türken, also die Macht aus dem Osten, dienten.

2. Das Geschichtswerk Herodots

2.1. Die Rezeption Herodots in der Frühen Neuzeit

Herodots Stellung unter den antiken Historikern ist seit jeher nicht ganz unumstritten. Zwar wurde er schon von Cicero „pater historiae“ genannt[94], doch in großen Teilen der Gelehrtenschicht war er schon bald als „Schwätzer“ oder „Berichter von Unwahrheiten“ verrufen. Am meisten Kritik mußte er dafür über sich ergehen lassen, daß er mündlich Gehörtes ohne ausreichende Prüfung in sein Werk aufgenommen hätte. Daß er aufgrund der erschwerten Forschungsmöglichkeiten im orientalischen Raum von vornherein dazu gezwungen war, unüberprüfbare Nachrichten in sein Werk zu integrieren, wurde dabei ebenso vergessen wie die Tatsache, daß es ihm vielleicht gar nicht um eine reine Darreichung von präzise nachgeprüften Fakten ging, sondern daß die vielfach auftauchenden Sagen, Anekdoten und mythologischen Episoden ein wichtiger Bestandteil seiner Konzeption waren.[95] Auch wurde ihm oft das Unrecht angetan, mit dem anderen großen Geschichtsschreiber der griechischen Antike verglichen zu werden, mit Thukydides. Karl Reinhardt, der Herodot im übrigen ausdrücklich als wichtigen Historiker würdigt, bemerkt: „Durch Thukydides wurde mit einemmal der ganze Herodot zum Dilettanten.“[96] Diese Aussage bringt eine bis ins 20. Jahrhundert weit verbreitete Meinung über Herodot auf den Punkt. Erst mit den Studien Hermann Strasburgers (er widerlegte unter anderem die lange Zeit herrschende Fehlmeinung, die Historien hätten kein chronologisches Gerüst[97]) erreichte Herodot die Stellung, die ihm aufgrund seiner Pioniertat in jedem Falle zusteht. Wie auch immer man zu Herodot stehen mag: er ist und bleibt die Hauptquelle für die Zeit der Perserkriege und allein das erhebt ihn schon zu einem Historiker ersten Ranges.[98]

Leider war die vorher geschilderte leicht abschätzige Meinung über Herodot auch in der Frühneuzeit vielerorts verbreitet. Zentrum des Wiederauflebens der antiken Geschichtsschreibung war im 15.Jahrhundert in erster Linie Italien und so wurde Herodot schon zwischen 1452 und 1456 von Lorenzo Valla, einem Gelehrten am Hofe des Papstes, ins Lateinische übersetzt.[99] In Deutschland jedoch hatte der Geschichtsunterricht große Probleme, sich als selbständiges Fach zu etablieren[100] und erst die Humanisten mit ihrem geradlinigen Erkenntnisstreben erkannten, daß sich jeder Fortschritt auf die Vermehrung des vorhandenen Wissens gründet[101] und die Geschichte somit als „magistrae vitae“, als Lehrmeisterin des Lebens dienen kann.[102] Die antiken Historiker wurden in der Folgezeit zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Bildungsprogramms der Humanisten.[103] Giesecke wiederum bezeichnet die Humanisten als Geburtshelfer des Geschichtsunterrichts und insbesondere der Beschäftigung mit den antiken Schreibern.[104] An den Schulen und Universitäten wurde Geschichte fortan als Teil der litterae gelehrt.[105] Die Beschäftigung mit den griechischen Historikern sollte in erster Linie nicht nur Sachkenntnisse des historischen Bereichs vermitteln, sondern dem Erwerb der griechischen Sprache dienen. Unter diesem Gesichtspunkt ist vor allem auch die Beschäftigung mit dem herodoteischen Geschichtswerk zu sehen.[106] Um den geschichtlichen Wahrheitsgehalt in den Historien entwickelte sich zu jener Zeit indessen ein echter Streit: Humanisten wie Melanchthon, die Herodot als wichtige historische Quelle schätzten, standen regelrechte Herodotfeinde gegenüber, die ihn als „Fabulisten“ brandmarkten.[107] Auch einer der führenden Humanisten, Erasmus von Rotterdam, behauptete, daß Herodot immer wieder Widersprüchliches und Unwahres berichten würde.[108]

[...]


[1] Hermann Bengtson (Hrsg.), Griechen und Perser. Die Mittelmeerwelt im Altertum I (Fischer Weltgeschichte,

Band 5), Frankfurt am Main 1965, S.12.

[2] Klaus Meister, Die griechische Geschichtsschreibung von den Anfängen bis zum Ende des Hellenismus,

Stuttgart 1990, S.37.

[3] Richard Peters, Die Geschichte der Türken, Stuttgart 1961, S.25-27.

[4] Ebenda, S.30.

[5] Ebenda, S.39.

[6] Ebenda, S.41.

[7] Ebenda, S.42.

[8] Ebenda, S.48.

[9] Heinrich Bals, Die Türken und ihre Kriege gegen die Christen, Regensburg 1910, S.10.

[10] Ulrich Klever, Das Weltreich der Türken, Bayreuth 1978, S.175.

[11] Peters, Geschichte der Türken, S.55, 59.

[12] Klever, Weltreich der Türken, S.192.

[13] Ebenda, S.184-186.

[14] Klever, Weltreich der Türken, S.189.

[15] Josef Matuz, Das Osmanische Reich. Grundlinien seiner Geschichte, Darmstadt 1985, S.113.

[16] Bals, Türken und ihre Kriege, S.11/12.

[17] Matuz, Osmanisches Reich, S.98.

[18] Klever, Weltreich der Türken, S.264.

[19] Markus Köhbach, Das osmanische Reich im 16ten und 17ten Jahrhundert (1983), S.5/6, in: Erich Zöllner, Karl

Gutkas (Hrsg.), Österreich und die Osmanen. Prinz Eugen und seine Zeit (Schriften des Institutes für

Österreichkunde), Wien 1988.

[20] Klever, Weltreich der Türken, S.267-272.

[21] Ebenda, S.266.

[22] Köhbach, Osmanisches Reich, S.9.

[23] Bals, Türken und ihre Kriege, S.26.

[24] Ferenc Majoros u. Bernd Rill, Das osmanische Reich (1300-1922). Die Geschichte einer Großmacht,

Regensburg 1994, S.218.

[25] Ebenda, S.56-59.

[26] Bals, Türken und ihre Kriege, S.27/28.

[27] Thomas Bouillon (Hrsg.), Die osmanischen Türken und Europa (Begleitheft zur Ausstellung der

Stadtbibliothek Hannover vom 9.6. - 30.7.88), Hannover 1988, S.11.

[28] Karl Vocelka, Das Türkenbild des christlichen Abendlandes in der frühen Neuzeit, in: Erich Zöllner u.

Karl Gutkas (Hrsg.), Österreich und die Osmanen. Prinz Eugen und seine Zeit (Schriften des Institutes

für Österreichkunde, Wien 1988, S.20.

[29] Köhbach, Osmanisches Reich, S.10.

[30] Winfried Schulze, Reich und Türkengefahr im späten 16.Jahrhundert, München 1978, S.69.

[31] Bals, Türken und ihre Kriege, S.33/34.

[32] Majoros u. Rill, Osmanisches Reich, S.228.

[33] Köhbach, Osmanisches Reich, S.10/11.

[34] Bals, Türken und ihre Kriege, S.41.

[35] Klever, Weltreich der Türken, S.282.

[36] Majoros u. Rill, Osmanisches Reich, S.244.

[37] Peters, Geschichte der Türken, S.68.

[38] Köhbach, Osmanisches Reich, S.11.

[39] Schulze, Reich und Türkengefahr, S.76/77.

[40] Ebenda, S.85.

[41] Köhbach, Osmanisches Reich , S.11.

[42] Klever, Weltreich der Türken, S.273/274.

[43] Majoros u. Rill, Osmanisches Reich, S.254.

[44] Klever, Weltreich der Türken, S.284.

[45] Bouillon, Osmanische Türken, S.17.

[46] Köhbach, Osmanisches Reich, S.12.

[47] Majoros u. Rill, Osmanisches Reich, S.257.

[48] Schulze, Reich und Türkengefahr, S.115.

[49] Matuz, Osmanisches Reich, S.132/133.

[50] Ebenda, S.137.

[51] Ebenda, S.164.

[52] Senol Özyurt, Türkenlieder und Türkenbild - Die Türkenlieder und das Türkenbild in der Deutschen

Volksüberlieferungvom 16ten bis zum 20ten Jahrhundert, München 1972, S.37.

[53] Bouillon, Osmanische Türken, S.37.

[54] Özyurt, Türkenlieder, S.40.

[55] Ebenda, S.37.

[56] Schulze, Reich und Türkengefahr, S.132.

[57] Vocelka, Türkenbild, S.21.

[58] Schulze, Reich und Türkengefahr, S.365/366.

[59] Ebenda, S.59/60.

[60] Ebenda, S.149-152.

[61] Ebenda, S.94-98.

[62] Schulze, Reich und Türkengefahr, S.48.

[63] Ebenda, S.75/76.

[64] Ebenda, S.86-88.

[65] Ebenda, S.143.

[66] Ebenda, S.366.

[67] Schulze, Reich und Türkengefahr, S.30.

[68] Bouillon, Osmanische Türken, S.9.

[69] Ebenda, S.77.

[70] Vocelka, Türkenbild, S.22/23.

[71] Schulze, Reich und Türkengefahr, S.30/31.

[72] Ebenda, S.64/65.

[73] Klever, Weltreich der Türken, S.262.

[74] Vocelka, Türkenbild, S.25.

[75] Ebenda, S.26/27.

[76] Bouillon, Osmanische Türken, S.79.

[77] Özyurt, Türkenlieder, S.28-32.

[78] Ebenda, S.43.

[79] Ebenda, S.135.

[80] Schulze, Reich und Türkengefahr, S.365.

[81] Vocelka, Türkenbild, S.30/31.

[82] Klever, Weltreich der Türken, S.204.

[83] Bouillon, Osmanische Türken, S.28-30.

[84] Schulze, Reich und Türkengefahr, S.54-57.

[85] Bals, Türken und ihre Kriege, S.51-53.

[86] Schulze, Reich und Türkengefahr, S.46.

[87] Ebenda, S.274.

[88] Ebenda, S.256-258.

[89] Ebenda, S.298/299.

[90] Klever, Weltreich der Türken, S.211/212.

[91] Peters, Geschichte der Türken, S.62.

[92] Klever, Weltreich der Türken, S.247, 252.

[93] Ebenda, S.256.

[94] Klaus Meister, Die griechische Geschichtsschreibung von den Anfängen bis zum Ende des Hellenismus,

Stuttgart 1990. S.25.

[95] Hermann Strasburger, Herodot als Geschichtsforscher, in: Walter Schmitthenner u. Renate Zoepffel (Hrsg.),

Studien zur Alten Geschichte (Band II), Hildesheim 1982, S.857.

[96] Karl Reinhardt, Herodots Persergeschichten, in: Walter Marg (Hrsg.), Herodot. Eine Auswahl aus der Neueren

Forschung, Darmstadt 1965, S.323.

[97] Gunther Gottlieb, Herodot - Entdecker, Geschichtsschreiber, Künstler, in: Hans Vilmar Geppert (Hrsg.), Große

Werke der Literatur II, Augsburg 1992, S.31/32.

[98] Bengtson, Griechen und Perser, S.42.

[99] Meister, Griechische Geschichtsschreibung, S.40.

[100] Erich Meuthen, Humanismus und Geschichtsunterricht, in: August Buck (Hrsg.), Humanismus und

Historiographie. Rundgespräche und Kolloquien, Weinheim 1991, S.6.

[101] August Buck, Das Geschichtsdenken der Renaissance, Krefeld 1957, S.20.

[102] Meuthen, Humanismus, S.15.

[103] Walther Ludwig, Erasmus und Schöfferlin - vom Nutzen der Historie bei den Humanisten, in: August

Buck (Hrsg.), Humanismus und Historiographie. Rundgespräche und Kolloquien, Weinheim 1991, S.62.

[104] Michael Giesecke, Der Buchdruck in der Frühen Neuzeit. Eine Historische Fallstudie über die Durchsetzung

neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, Frankfurt 1991, S.327.

[105] Rüdiger Landfester, Historia magistra vitae. Untersuchungen zur humanistischen Geschichtstheorie des 14ten

bis 16ten Jahrhunderts, Genf 1972, S.54.

[106] Udo Klee, Beiträge zur Thukydides-Rezeption während des 15ten und 16ten Jahrhunderts in Italien und

Deutschland, Frankfurt am Main 1990, S.141.

[107] Hans-Joachim Diesner u. Hannelore Barth (Hrsg.), Herodot. Das Geschichtswerk (Band 1), Berlin 1985,

S.XLI.

[108] Ludwig, Erasmus und Schöfferlin, S.67.

[...]


[TB1]

Ende der Leseprobe aus 83 Seiten

Details

Titel
Perser und Türken: Frühneuzeitliche Herodot-Übersetzungen
Hochschule
Universität Augsburg
Note
Gut
Autor
Jahr
1999
Seiten
83
Katalognummer
V35976
ISBN (eBook)
9783638357333
Dateigröße
756 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Perser, Türken, Frühneuzeitliche, Herodot-Übersetzungen
Arbeit zitieren
Stephan Thiel (Autor), 1999, Perser und Türken: Frühneuzeitliche Herodot-Übersetzungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35976

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