Empowerment ist in aller Munde. Kaum ein Mitarbeiter im sozialen Tätigkeitsfeld hat dieses Wort heute noch nicht gehört. Die Autorin beschäftigt sich seit einiger Zeit mit diesem Schlagwort. Das Schlüsselerlebnis hatte sie, als ihr Arbeitgeber vor einiger Zeit allen Mitarbeitern das Buch „Empowerment in der sozialen Arbeit“ von Norbert Herriger schenkte und den Auftrag gab, sich mit dem Thema genauer zu beschäftigen. So hat die vorliegende Arbeit mehrere Funktionen. Einerseits die Aneignung von theoretischen Grundlagen zum Thema Empowerment und andererseits das Vertiefen der eigenen Firmenphilosophie. Deshalb interessierte sich die Autorin auch für die Empowerment- Arbeit in Organisationen. Die Autorin führte ein Interview mit dem Geschäftsführer der Radebeuler Sozialprojekte, in dem dieser die Firmenphilosophie erläutert und Parallelen zum Empowerment-Konzept herstellt. Sie wird das Interview kurz auswerten und mit den erarbeiteten theoretischen Grundlagen vergleichen.
Die vorliegende Arbeit soll eine kleinen Einblick in das Thema „Empowerment in der sozialen Arbeit“ geben und einige Grundsätze der Empowerment-Arbeit wiedergeben.
Inhaltsverzeichnis
0. Einführung
1. Definitionen von Empowerment
2. Die Philosophie der Menschenstärken: Grundprinzipien und Wertebasis des Empowerment-Konzeptes
3. Methoden des Empowerments
4. Die neuen Rollen der professionellen Helfer
5. Empowerment und Organisationsentwicklung: Der Empowermentzirkel
5.1. Betrachtung der Autorin zur Team der Radebeuler Sozialprojekte gGmbH
5.2. Zum Interview „Empowerment als Firmenphilosophie?“ mit dem Diplom-Pädagogen Eckard Mann, Geschäftsführer der Radebeuler Sozialprojekte gGmbH
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Empowerment-Konzept theoretisch zu durchdringen und dessen praktische Umsetzung als gelebte Firmenphilosophie in einer sozialen Organisation zu analysieren und zu reflektieren.
- Grundlagen und Wertebasis des Empowerment-Konzeptes
- Methodische Ansätze in der Sozialen Arbeit
- Neue professionelle Rollenbilder für Sozialarbeiter
- Empowerment im Kontext der Organisationsentwicklung
- Praktische Fallstudie: Empowerment als Firmenphilosophie
Auszug aus dem Buch
Die institutionelle Ebene
Empowerment auf der institutionellen Ebene zielt auf die Eröffnung von neuen Gestaltungsspielräumen für ziviles Engagement (Bürgerbeteiligung) sowie auf die Gestaltung der Arbeitsplatzstrukturen, in welche die soziale Arbeit eingebunden ist (Organisationsentwicklung).
Bei der Bürgerbeteiligung geht es um die Schaffung von Instrumenten und Verfahren zur Teilhabe der Bürgen an Programmplanung, Dienstleistungsgestaltung und Entscheidungsfindung im Kontext von Verbänden, Sozialverwaltungen und kommunalpolitischen Gremien. Gemeint ist hier vor allem das aktive Einflussnehmen der Bürger und das Einbringen von Erfahrungen engagierter Bürger in die obengenannten Organisationen.
Bei der Organisationsentwicklung steht der Umbau organisatorischer Muster auf dem Programm, sowie die Schaffung von Arbeitsstrukturen, die es den professionellen Helfern ermöglichen, die Gestaltungsfreirume für ihren beruflichen Alltag zu vergrößern und Arbeitsstrukturen zu schaffen, die eine Arbeit nach dem Empowerment-Konzept ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einführung: Die Autorin beschreibt ihre Motivation zur Auseinandersetzung mit dem Thema Empowerment und skizziert den Aufbau der vorliegenden Arbeit.
1. Definitionen von Empowerment: Dieses Kapitel erläutert den Begriff als Selbstbemächtigung und Stärkung der Autonomie in der psychosozialen Praxis.
2. Die Philosophie der Menschenstärken: Grundprinzipien und Wertebasis des Empowerment-Konzeptes: Hier werden der notwendige Perspektivenwechsel vom Defizit- zum Stärkenblick und die ethischen Grundüberzeugungen des Modells dargestellt.
3. Methoden des Empowerments: Das Kapitel differenziert Empowerment-Prozesse auf vier methodischen Ebenen: der individuellen, der Gruppen-, der institutionellen und der lokalpolitischen Ebene.
4. Die neuen Rollen der professionellen Helfer: Es werden sechs spezifische Rollen wie „Lebensweltanalytiker“ oder „Netzwerker“ definiert, die ein symmetrisches Arbeitsverhältnis zwischen Fachkraft und Klient fördern.
5. Empowerment und Organisationsentwicklung: Der Empowermentzirkel: Der Empowerment-Zirkel wird als Instrument zur Gestaltung einer empowerment-förderlichen Organisationskultur innerhalb von Teams eingeführt.
5.1. Betrachtung der Autorin zur Team der Radebeuler Sozialprojekte gGmbH: Die Autorin reflektiert die gelebte Firmenphilosophie bei ihrem Arbeitgeber und die dortigen flachen Hierarchien.
5.2. Zum Interview „Empowerment als Firmenphilosophie?“ mit dem Diplom-Pädagogen Eckard Mann, Geschäftsführer der Radebeuler Sozialprojekte gGmbH: Hier werden die Ergebnisse eines Interviews mit der Geschäftsführung präsentiert und mit dem theoretischen Modell verknüpft.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der zukünftigen Bedeutung von Empowerment in der sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Empowerment, Soziale Arbeit, Selbstbemächtigung, Stärkenorientierung, Organisationsentwicklung, Empowerment-Zirkel, Firmenphilosophie, Partizipation, Ressourcenarbeit, Fallarbeit, Netzwerkberatung, Professionelle Haltung, Biografiearbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Einbettung und der praktischen Anwendung des Empowerment-Konzeptes innerhalb der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Philosophie der Menschenstärken, methodischen Instrumenten, der Umgestaltung professioneller Rollenbilder und der praktischen Implementierung in Organisationen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Empowerment-Begriff zu klären und zu untersuchen, wie soziale Einrichtungen diesen in eine lebendige Firmenphilosophie übersetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer praxisbezogenen Fallstudie, die durch ein leitfadengestütztes Experteninterview erhoben wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Empowerment-Praxis insbesondere die Organisationsentwicklung mittels Empowerment-Zirkeln und ein konkretes Interview zur praktischen Anwendung analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Empowerment, Stärkenorientierung, Organisationsentwicklung, Partizipation und die Rolle des Sozialarbeiters als Partner des Klienten.
Wie wird das Empowerment-Konzept im Kontext der Radebeuler Sozialprojekte gGmbH definiert?
Dort wird Empowerment als Firmenphilosophie gelebt, die sich durch Transparenz, flache Hierarchien, hohe Eigenverantwortung der Mitarbeiter und eine gleichberechtigte partnerschaftliche Beziehung zum Klienten auszeichnet.
Welche Hindernisse bei der Umsetzung von Empowerment werden im Interview genannt?
Herausforderungen sind unter anderem die Vereinbarkeit persönlicher und betrieblicher Interessen, autoritäre Erziehungsmuster in der Biografie der Mitarbeiter sowie der höhere kommunikative Aufwand.
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- Petra Lindemann (Author), 2005, Empowerment in der sozialen Arbeit. Grundlagen und Interview, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35998