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Leistungsmotivation

Title: Leistungsmotivation

Term Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marc Philipp (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Ein sonniger Sonntagnachmittag verführt Schüler A zu einem ausgiebigen Spaziergang, obwohl kommende Woche eine Mathematikklausur ansteht, während zur selben Zeit Schüler B, der e- benfalls jene Klausur schreiben muß, den Nachmittag mit Lernen verbringt. 1 In der Alttagssprache würde sofort jeder unserem Schüler A Faulheit oder unmotiviertes Ver- halten unterstellen, doch dies muß keineswegs zutreffend sein, da Handlungen immer von be- stimmten Zielsetzungen sowie von der Bewertung des angestrebten Ziels abhängen. Auf unser Beispiel angewandt könnte dies bedeuten, daß beide Schüler eine gute Note in der Mathematik- klausur in gleichem Maße als positiv und erstrebenswert bewerten, allerdings könnte es sein, daß Schüler A seine Chancen auf eine gute Note wesentlich geringer einschätzt als Schüler B. Vie l- leicht glaubt Schüler A, daß jedwede Anstrengung zwecklos sei, weil die Klausur für ihn zu schwer ist. Umgekehrt könnte es aber auch der Fall sein, daß Schüler A solch eine hohe Bega- bung für Mathematik besitzt, daß er keinerlei Vorbereitung benötigt, da er davon ausgeht, daß er ohnehin eine gute Note erreichen wird. Wir können daher festhalten, daß Erwartungen immer in Abhängigkeit von der Schwierigkeit einer Aufgabe sowie von den wahrgenommenen Leistungs- faktoren in der Person stehen. 2 Die Beobachtung, daß Menschen in genau der gleichen Situation unterschiedliche Verha l- tensweisen an den Tag legen und offensichtlich unterschiedliche Ziele verfolgen, bildet das Phä- nomen, mit welchem wir uns unter dem Aspekt der Leistungsmotivation im Rahmen dieser Ar- beit auseinandersetzen wollen. Wie bereits angedeutet, setzt sich Leistungsmotivation aus gewis- sen Zielsetzungen und Bewertungen des angestrebten Ziels sowie aus subjektiven Erwartungen bzgl. der Realisierungschance einer Aufgabe zusammen. Wie hängen diese jeweiligen Faktoren zusammen, wie beeinflussen sie das Verhalten von Personen in Leistungssituationen und wie kann man anhand dieser Faktoren menschliches Verhalten prognostizieren? Um diesen Frage n angemessen nachgehen zu können, bedarf es zunächst einer terminologischen Erörterung des Motivationsbegriffs sowie auch jener Faktoren, mit denen der Begriff der Leistungsmotivation determiniert wird. Eine bloße Begriffsklärung beantwortet jedoch noch lange nicht die Frage, warum Menschen in gleichen Leistungssituationen unterschiedlich handeln. Hierfür bedarf es Theorien über Leistungsmotivation, denen wir uns im dritten Kapitel zuwenden werden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Terminologische Vorbemerkungen

III. Theorien der Leistungsmotivation

3.1 Erwartungs-Wert-Theorien

3.1.1 Das Risiko-Wahl-Modell

3.1.2 Auswirkungen von Erfolg und Mißerfolg

3.2 Ursachenerklärung von Erfolg und Mißerfolg

3.2.1 Die Attributionstheorie

3.2.2 Das Selbstbewertungsmodell

IV. Schlußbetrachtung

V. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Grundlagen der Leistungsmotivation, insbesondere die Frage, warum Menschen in identischen Leistungssituationen unterschiedliche Verhaltensweisen zeigen und wie diese durch Erwartungen, Bewertungen und situative Anreize beeinflusst werden.

  • Grundlagen und Definitionen des Motivationsbegriffs
  • Analyse des Risiko-Wahl-Modells nach Atkinson
  • Zusammenhang zwischen Erfolgserwartung, Misserfolgsfurcht und Aufgabenwahl
  • Bedeutung der Attributionstheorie für die Ursachenerklärung von Erfolg und Misserfolg
  • Implikationen für pädagogisches Handeln und Unterrichtsgestaltung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Das Risiko-Wahl-Modell

Wie unter Kapitel zwei gezeigt werden konnte, wird Motivation nicht nur durch interne, im Menschen liegende Faktoren determiniert, sondern auch durch externe, außerhalb des Menschen liegende Faktoren. Die situative Komponente läßt sich dabei in die Erwartung von Erfolg und Mißerfolg sowie in den Anreiz bzw. Wert eines Erfolges oder Mißerfolges untergliedern, die personale Komponente in die Motive „Hoffnung auf Erfolg“ (Erfolgsmotiv) und „Furcht vor Mißerfolg“ (Mißerfolgsmotiv). Die grundlegenden Situationsvariablen sind demnach die Erwartung von Erfolg bzw. Mißerfolg, die durch die vom Akteur eingeschätzte subjektive Wahrscheinlichkeit, eine Aufgabe erfolgreich zu bewältigen bzw. einen Mißerfolg abzuwenden determiniert wird sowie der Anreizwert, der durch die relative Attraktivität von Erfolg bzw. durch die relative Unattraktivität von Mißerfolg wesentlich bestimmt wird.

Ob ein Akteur eine Aufgabe letztendlich erfolgreich meistert oder ob er scheitert, hängt demzufolge wesentlich vom Schwierigkeitsgrad der Aufgabe ab. Nach welchen Kriterien entscheidet nun ein Akteur, ob er eine leichte oder eine schwere Aufgabe angehen möchte? Je schwieriger die gewählte Aufgabe ist, desto geringer ist die Erfolgswahrscheinlichkeit bzw. je leichter die Aufgabe, desto größer die Erfolgswahrscheinlichkeit. So gesehen müßte jeder Akteur die leichteste Aufgabe präferieren, da hier die Erfolgswahrscheinlichkeit am höchsten ist. Dies ist aber in der Realität jedoch keineswegs der Fall, da die Motivation bei einer Aufgabe, von der man von vornherein sicher weiß, daß man sie erfolgreich bewältigen wird, bei Null liegt. Der Anreiz eines Erfolges ist daher um so größer, je schwieriger die bewältigte Aufgabe bzw. je geringer die Erfolgswahrscheinlichkeit ist. Folglich müßten Akteure in Leistungssituationen extrem schwierige Aufgaben bevorzugen, was aber ebenso wenig zutrifft, wie eine Präferenz extrem leichter Aufgaben. Lag bei den extrem leichten Aufgaben die Erfolgswahrscheinlichkeit bei einhundert Prozent, so liegt sie bei extrem schwierigen Aufgaben bei Null, d.h., daß der Akteur keine Chance hat, die Aufgabe erfolgreich zu bewältigen, weshalb die Motivation auch hier bei Null liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in das Thema Leistungsmotivation anhand eines Alltagsbeispiels und Formulierung der zentralen Forschungsfragen zur Verhaltensprognose.

II. Terminologische Vorbemerkungen: Erörterung der Grundbegriffe der Motivationspsychologie, insbesondere der Rollen von Annäherungs- und Vermeidungsverhalten sowie situativen Anreizen.

III. Theorien der Leistungsmotivation: Vertiefende Analyse psychologischer Erklärungsmodelle, beginnend mit Atkinsons Risiko-Wahl-Modell bis hin zur Attributionstheorie und dem Selbstbewertungsmodell.

IV. Schlußbetrachtung: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung von Aufgabenschwierigkeit, Ausdauer und Attributionsmustern für das Handeln in Leistungssituationen.

V. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Leistungsmotivation, Risiko-Wahl-Modell, Erfolgsmotiv, Mißerfolgsmotiv, Attributionstheorie, Selbstbewertungsmodell, Erfolgserwartung, Anreizwert, Aufgabenwahl, Leistungssituationen, Kausalattribution, pädagogische Psychologie, Selbstbild, Handlungssteuerung, Unterrichtsgestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse der Leistungsmotivation, insbesondere damit, welche Faktoren bestimmen, ob ein Mensch in einer Leistungssituation bestimmte Ziele verfolgt oder vermeidet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Erwartungs-Wert-Theorien, die Rolle von Erfolg und Misserfolg, die Attributionstheorie sowie die Bedeutung des Selbstbewertungsmodells für menschliches Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erklären, warum Menschen in gleichen Situationen unterschiedlich handeln und wie diese Verhaltensunterschiede durch Motivationstheorien prognostiziert werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und theoretischen Erörterung klassischer motivationspsychologischer Modelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Wechselwirkung zwischen Person und Situation, das Risiko-Wahl-Modell, die Bedeutung von Kausalattribuierungen für das Selbstbild und das Selbstbewertungsmodell nach Heckhausen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Leistungsmotivation, Erfolgszuversicht, Attribution, Anreizwert und Selbstbewertung charakterisiert.

Wie unterscheiden sich erfolgsmotivierte von misserfolgsmotivierten Personen in der Aufgabenwahl?

Erfolgsmotivierte bevorzugen Aufgaben im mittleren Schwierigkeitsgrad, während misserfolgsmotivierte Personen extrem leichte oder extrem schwere Aufgaben wählen, um ein negatives Selbstbild durch Scheitern zu vermeiden.

Warum ist die Attribution von Misserfolg pädagogisch relevant?

Die Art und Weise, wie Schüler Misserfolge erklären (z.B. mangelnde Fähigkeit vs. mangelnde Anstrengung), bestimmt ihre zukünftige Lernmotivation und ihr Selbstvertrauen im Unterricht.

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Details

Title
Leistungsmotivation
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Pädagogisches Institut)
Grade
1,0
Author
Marc Philipp (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V36017
ISBN (eBook)
9783638357708
Language
German
Tags
Leistungsmotivation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Philipp (Author), 2004, Leistungsmotivation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36017
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