Die Leidenschaften der Seele von Rene Descartes


Seminararbeit, 2005

9 Seiten, Note: 2


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNISS

Die Funktionen des Körpers

Die Funktionen der Seele

Seele und Körper

Seele und Leidenschaften

Aristoteles und Descartes

Literatur

Die Funktionen des Körpers

Um die Leidenschaften der Seele zu erkennen, muss man ihre Funktionen von denen des Körpers unterscheiden. Descartes meint, dass Seele und Körper miteinander verbunden sind, und zuerst versucht er in seinem Buch die Trennung zwischen Körper und Seele herauszuarbeiten, um dann zu erklären wie und wo sie sich vereinigen. „Man muss den Unterschied zwischen Seele und Körper erkennen, um zur Erkenntnis unserer Leidenschaften zu kommen“, so Descartes.[1]

Er beginnt sein Buch mit der Erklärung, dass alles jenes was man in einem unbelebten Körper finden kann, dem Körper zugeteilt werden muss. Alles das was wir in keiner Weise begreifen können, und von dem wir ausgehen können, dass es eher nicht vom Körper kommt, muss der Seele zugeteilt werden. Demnach sind Gedanken ja nicht sichtbar oder begreifbar, so müssen sie also von der Seele sein, die Wärme aber und die Bewegungen unserer Glieder gehen vom Körper aus

Seltsamerweise stellt Descartes die Behauptung auf, das unbelebte Körper mehr Wärme enthalten können, als Beweis führt er das Experiment an mit der Flamme. Vermutlich meint Descartes, dass beim Verbrennen unbelebter Körper, die Energie in Form von Wärme frei wird, und die Menge dieser Wärme sieht man in den Flammen, und alle Bewegungen und alle Wärme, die nicht von Gedanken abhängen, kommen dem Körper zugute. Descartes führt weiter an, dass viele glauben, das alle toten Körper Wärme und damit Bewegung entbehren, somit sei auch die Seele abwesend, weil diese die Bewegungen und die Wärme aufhören lässt. Allerdings sei dies ein Irrtum, so Descartes, da die Wärme und die Bewegungen unseres Körpers nicht von der Seele abhängen, sondern die Seele entflieht beim Sterben, weil die Wärme entschwindet.[2] Der Tod tritt also ein, nicht weil die Seele fehlt, sondern allein, weil einige der wichtigsten Teile des Körpers zugrunde gehen. Er vergleicht den menschlichen Körper mit einer Uhr oder einer Maschine, die wenn sie aufgezogen ist, von sich aus sich selbst bewegt und wenn sie zerbrochen ist, das Prinzip ihrer Bewegung aufhört

Durch diese Aussage lehnt Descartes mehr oder weniger die aristotelische Dreiteilung der Seele[3] ab, weil nicht die Seele die Ursache der Verrichtung der Körpertätigkeiten ist, sondern die Lebensgeister, die im weiteren erläutert werden: Die Nerven, die als Fäden und Röhrchen vom Gehirn ausgehen, enthalten eine Art Luft oder Wind, die man eben Lebensgeister nennt. Lebensgeister können Muskeln bewegen, indem sie entweder vom Hirn kommen oder andere Lebensgeister dazubewegen, die schon in den Muskeln sind, ihn zu verlassen und zu jenem Muskel zu kommen, der bewegt werden soll. Die Maschine Körper funktioniert für Descartes mit dem Blutkreislauf, wobei er eher das Herz als Passives Organ sieht, durch dass das Blut einfach durchfließt, weil es dort eine Wärme im Herzen gibt, eine Art Flamme, die vom Blut der Venen unterhalten wird

Als Beispiel für die Art wie Lebensgeister funktionieren führt Descartes des weitern an, dass wir trotzdem das Auge schließen, wenn unser bester Freund nur andeutet uns ins Auge mit der Faust zu treffen, obwohl wir wissen er würde uns niemals so etwas antun. Trotz unserer Einschaltung der Seele, können wir nicht verhindern, dass die bewegte Hand unseres Freundes, die Lebensgeister veranlasst, das Gehirn zu verlassen um in den Augenmuskel zu wandern, der das Auge schließt

Alle Bewegungen also, die wir machen, ohne dass unser Wille etwas dazu beiträgt, hängt vom Strom der Lebensgeister ab. Auch hier wieder die Sichtweise, dass nicht die Seele die Ursache ist, dass unser Körper funktioniert, sondern die Lebensgeister sind jene, die viel in unserem Körper verrichten und die Seele beeinflussen und sehen lassen können. Dabei wird also das Nervensystem mit dem Blutkreislauf verbunden gesehen, indem die Lebensgeister, welche in den Nerven sind, mit dem Blutkreislauf zuerst zum Hirn gebracht werden um dort herausgefiltert zu werden, damit sie in die Nervenbahnen gelangen, die in die Peripherie zu den Muskeln und zu anderen Organen ziehen, von dort aber auch wieder zum Hirn zurückzugelangen um die Bewegungsimpulse über die Nervenbahnen zum Hirn zurückzuleiten. Dadurch ergibt sich eine Rückkoppelung des System Körper. Descartes wir seither als einer der Begründer der Medizin in Anspruch genommen, weil er als erster mit seinem Automatenmodell den menschlichen Körper als ein sich selbst regulierendes System betrachtete

[...]


[1] Descartes, René: Die Leidenschaften der Seele, Artikel 2,Seite 5

[2] Descartes, René: Die Leidenschaften der Seele, Artikel 4, Seite 7

[3] Stefan Bleecken / Was ist Seele/ Die dreimalige Antwort abendländischen D

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Die Leidenschaften der Seele von Rene Descartes
Hochschule
Universität Wien  (Geschichte)
Veranstaltung
Projekkurs
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
9
Katalognummer
V36040
ISBN (eBook)
9783638357906
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das Buch Leidenschaften der Seele von Rene Descartes wird analysiert um darzustellen wo der Unterschied zwischen Körper, Seele, und Leidenschaften liegt.
Schlagworte
Leidenschaften, Seele, Rene, Descartes, Projekkurs
Arbeit zitieren
Monika Sibila (Autor), 2005, Die Leidenschaften der Seele von Rene Descartes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36040

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